Wann hört das endlich auf??? Bissl länger

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von nineeleven 29.05.11 - 21:24 Uhr

Hallo,

meine Tochter hatte von gestern zu heute das erste Mal ein Übernachtungskind zu Besuch. Gestern war dann auch noch bei uns im Ort Kinderfest, zu der noch eine weitere Mutti mit ihrer Tochter kam (alle 3 Mädels sind in der gleichen Kigagruppe, sind gleich alt und kennen sich seit der Krabbelgruppe).

Tja, nun war wie gesagt das Kinderfest in unserem Dorf und meine Tochter war der Meinung, dadurch hat sie das Sagen. Eig. muss ich leider sagen, dass sie schon immer eine sehr dominante Persönlichkeit ist, sie möchte alles gerne kontrollieren und auch dominieren. Im Kiga kann sie sich zwar ganz gut auch unterordnen, tickt aber schnell aus wenn sie zB ihre eigenen Anforderungen nicht erfüllen kann. ZB wenn die Kinder etwas basteln hat sie konkrete Vorstellungen in ihrem Kopf, wie es laufen muss und am Ende auszusehen hat. Merkt sie bei der Ausführung, dass es von ihren Vorstellungen abweicht, wird sie unzufrieden, teils auch richtig wütend auf sich selbst, und das angefangene Gebastelte landet im Müll. Oder beim Sport, sie hat genaue Vorstellung, wie sie was machen muss, klappt es nicht, tickt sie aus.

Gestern hat sie dann auf dem Weg zum Ki-Fest ständig die anderen beiden Kinder bestimmt, wer hinter ihr zu gehen hat, wer den Kiwa von ihrem Bruder anfassen darf, wie lange vor allem, es durfte keiner vor ihr gehen, nur sie darf erster sein, hier zH hat sie dann bestimmt wer schaukeln darf, wie lange, wer wo sitzt, wer was trinkt usw. Beim Übernachtungskind das selbe Spiel, sie hat schließlich zu fragen, ob sie damit oder damit spielen darf und am Ende entscheidet meine Tochter, ob ja oder nein. Sie hat bestimmt wer sich zuerst wäscht (sie natürlich) wer zuerst auf's Klo geht usw.

Ich bin, wenn ich es mitbekommen habe, dazw. und hab ihr mehrmals gesagt, dass sie das nicht zu bestimmen hat und jeder trinken kann wie viel und was er möchte, dass jeder schaukeln darf, usw. halt. Irgendwann ist mir dann aber auch mal der Kragen geplatzt, weil sie dann einen Ton an sich hat, schlimmer wie ein Feldwebel, und ich hab sie derbe angeschnauzt. Klar hat sie geheult, ich hab schließlich ihre Ehre verletzt und am Ego gekratzt. Aber langsam weiß ich nicht mehr weiter.

Sie kann partout nicht verlieren, kann nicht über sich selbst lachen, dabei leben wir es ihr aber auch vor, dass man nicht immer erster sein kann oder dass man auch über sich selber lachen kann. Ein Beispiel: sie wollte unbedingt Hulahupp können, doch der Reifen blieb nicht oben, schon war sie wieder wütend mit sich selbst; dann hab ich es versucht und ich kann's auch nicht mehr, hab's immer wieder gemacht und ihr gezeigt, dass ich es auch nicht kann, hab ihr gesagt, dass ich es auch gerne können würde, und über mich gelacht, wenn der Reifen gleich wieder nach unten fiel; klar, über mich hat sie dann auch gelacht #augen. Sie akzeptiert wenn andere gewisse Dinge nicht können, sagt dann "das ist doch nicht schlimm, viell lernst du es ja noch, probiere es doch einfach nochmal" usw., aber bei sich selbst kann sie es nicht akzeptieren.

Wie gesagt, ich komm einfach nicht mehr weiter. Wie kann ich es ihr begreiflich machen, dass nicht alles im Leben klappt? Wie bekomm ich sie von ihrem Kontrollzwang los? Wie krieg ich sie dazu, nicht immer alles zu beherrschen oder zu bestimmen zu können? Ist das ihr Wesen oder ist es eine Phase, die ne (fast) 5 jährige durchmacht? Aber andere Kinder in ihrem Alter sind nicht so! Es ist manchmal schon echt peinlich, wenn sie andere Kinder ständig kommandiert.

Hoffe auf ein paar hilfreiche Antworten!
Schönen Abend noch und LG
nineeleven

Beitrag von sunny42 30.05.11 - 09:08 Uhr

Liebe nineeleven,

ich würde mich da gar nicht einmischen.
Ein Kind lernt durch Ermahnungen und einmischen der Eltern meist recht wenig.
Erfahrungen macht es durch die Reaktionen der anderen Kinder.
Die werden, wenn ihre Grenze erreicht ist, das schon sehr deutlich machen
und das wird Eindruck auf dein Kind haben.

Ansonsten kann ich nur sagen. Fast alle Eltern hätten gerne später ein erfolgreiches Kind welches sich im Leben behaupten kann, weiß was es will und auch weiß wie es selbstbewusst an sein Ziel kommt.
Wie sollen sie das werden wenn wir ihnen beibringen das bestimmen wollen etwas schlechtes ist? Es ist doch ein Segen sein Selbstbewusstsein zu entdecken und herauszufinden wie ich mit diesem Werkzeug am besten umgehe. Das Kinder in diesem Alter manchmal über das Ziel hinausschießen ist absolut normal und wenn sich die Eltern nicht immer einmischen würden, wäre das auch schnell geklärt.

Dafür ist die Kindheit da!

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von nudelmaus27 30.05.11 - 12:04 Uhr

Hallo!

Also ich kann dir nur sagen unsere hier im Eck sind alle knapp 5 Jahre alt und haben gerade alle diese "tolle" Phase. Ich will Erster sein (der eine MUSS immer vorn laufen #augen), mein Roller ist viel größer wie deiner, mein Ball ist viel besser wie deiner usw. usw. #augen. Außerdem handeln sie andauernd alles wie auf dem türkischen Basar aus, wer denn nun wie lange das Auto, den Sandeimer usw. haben darf. Meine Tochter spielt sich dabei auch oft auf wie der Aufseher (unsere Kiga-Erzieherin hat jetzt mal scherzhaft zu mir gesagt: "sie wird mal Gefängniswärterin ;-)). Ansich gehe ich nicht dazwischen auch wenn mir der ein oder andere öfter mal leid tut und manch andere Mütter ab und an mit den Augen rollen.

Ich greife wirklich nur ein, wenn es so extrem wird, dass sie nur noch bestimmt und andere schon weinen deshalb.;-). Dann sage ich ihr auch, dass sie das unterlassen soll allerdings im Gegenteil zu dir, drohe ich eine Konsequenz an und setze die dann um.

LG, Nudelmaus