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Beitrag von gruener_urmel 29.05.11 - 22:23 Uhr

>>Wenn die spanischen Gurken wirklich der Ausgangspunkt der EHEC-Infektionen wären, hätte es längst auch Krankheitsfälle in Spanien geben müssen, argumentieren die Bauern. Aber nach Angaben der Regierung wurde in dem Land bisher kein einziger Fall gemeldet. „Deutschland hat im Schnellverfahren der andalusischen Landwirtschaft den Prozess gemacht“, beklagt die Zeitung „El País“. Das Lokalblatt „La Voz de Almería“ meint: „Ausgerechnet unser geliebtes Deutschland, das beim Festival der Eurovision uns immer seine Stimmen gab, das unsere Gastarbeiter aufnahm und uns Touristen ins Land schickt, fügt einer abgelegenen spanischen Provinz schwere Schäden zu.“

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-22489/ehec-krise-spanische-bauern-sind-sauer-auf-deutschland_aid_632220.html

Beitrag von .neo 29.05.11 - 22:31 Uhr

"Wenn die spanischen Gurken wirklich der Ausgangspunkt der EHEC-Infektionen wären, hätte es längst auch Krankheitsfälle in Spanien geben müssen, argumentieren die Bauern"

Deswegen sollte man auch keine Bauern fragen. Sondern welche, die sich auskennen. Worum gehts denn hier? Um die Logistikkette und das Handling der Ware. Es kann doch sein, dass die in Frage kommenden Chargen in Spanien nie auf den Markt kamen, sondern nur für den Export bestimmt waren.

Ansonsten: Stammtischgeschwätz.

Beitrag von eric111 30.05.11 - 01:01 Uhr

> "Wenn die spanischen Gurken wirklich der Ausgangspunkt
> der EHEC-Infektionen wären, hätte es längst auch Krankheitsfälle
> in Spanien geben müssen, argumentieren die Bauern"

> Deswegen sollte man auch keine Bauern fragen. Sondern
> welche, die sich auskennen.

Deswegen sollte man - wenn es sich um Auslandsmeldungen handelt - auch keine deutschen Zeitungen befragen, sondern die Originalquelle lesen.

Und dort argumentieren nicht die Bauern, sondern das spanische Gesundheitsministerium, dass EHEC in Spanien nicht vorkommt. Die betroffenen Bauern zeigen lediglich die Email des Großhändlers und den Lieferschein der Ware, die davon zeugen, dass die Ware kurz vor dem Zielort haveriert ist und beschädigt wurde.

Die Ware wurde als B-Ware deklariert und ging nicht mehr in den normalen Verkauf, sondern war ab dem Zeitpunkt für die Fertigsalatfertigung vorgesehen, da es dort nicht drauf ankommt, ob die Gurke ganz ist oder nicht.

Dafür kann weder der Gemüsebauer etwas noch Spanien. Wer da die Stricke zieht ist der dt. Großhändler. Auch ist die Frage was zuvor in dem LKW transportiert wurde. Da steckt der Öko-Gemüsebauer nicht drin. Seine (Bio-) Ware geht - entgegen dem in Deutschlnad herrschenden Klischee - überall hin, auch in span. Supermarktketten wie Carrefour oder Mercadona.

Beitrag von king.with.deckchair 30.05.11 - 18:20 Uhr

#pro

Beitrag von dominiksmami 29.05.11 - 22:32 Uhr

Huhu,

oh man..."unser geliebtes Deutschland" na na na, wer drückt denn da auf die Tränendrüse?

Ich weiß ohnehin nicht was ich von der ganze Sache halten soll, aber das es in Spanien zu Erkrankungen gekommen sein müßte stimmt so nicht, da es dort ( meines Wissens nach) durchaus "Produzenten" gibt die ausschliesslich vom Export leben.

lg

Andrea

Beitrag von eric111 30.05.11 - 00:44 Uhr

Es gibt Produzenten, die vom Export leben. Nebendran sind Firmen, die vom innerspanischen Verkauf leben. Gurken werden in Spanien tagtäglich roh gegessen. Ob im Salat oder in der rohen Gazpacho-Suppe.

Es gibt in ganz Spanien nach wie vor keine einzige Warnung dazu, keinen einzigen Fall und der Escherichia Coli O157:H7 Stamm kommt in Spanien nicht vor. In Deutschland ist der jedoch Gang und Gebe.

Es ist mehr: auch die Gemüsebauern in Spanien sind die ersten, die ihr eigenes Gemüse essen. Selbst wenn man jetzt von Export-Ware ausginge, wobei ja wie gesagt Andalusien selbst, was mehr Einwohner als Österreich hat, die Gurken im Gazpacho als Nationalgericht haben, essen die Familien, die vom Gemüseanbau leben diese Ware tagtäglich selbst, ohne dass es zu nur einer einzigen Erkrankung in der Geschichte Spaniens gekommen wäre.

Jedoch gibt es jetzt auf einmal 900 normale EHEC-Erkranungen pro Jahr in Deutschland. Ich finde: normal ist das nicht.

Beitrag von dominiksmami 30.05.11 - 09:24 Uhr

nunja, aber nur weil z.B. der eine Bauer ( der mit dem Export) mit Dung düngte ( oder so) muß der Bauer daneben ( von dem die Spanier essen) das noch lange nicht tun.... und allein darauf käme es an.

Wie dem auch sei, wenns in Spanien nicht vorkommt, werdens die Spanier nicht gewesen sein.

Ich esse ohnehin kein Gemüse oder Obst aus Spanien, es sei denn ich BIN gerade in Spanien.

lg

Andrea

Beitrag von jabberwock 29.05.11 - 22:44 Uhr

Irgendwer schrieb im Spon-Forum aus Spanien, dass er dort noch niemals einen Spanier eine Salatgurke habe essen sehen *lol* Keine Ahnung ob's stimmt.
Aber klar ist ja wohl, dass speziell für den Export produziert wird.
Da muss nicht zwangsläufig auch nur eine kontaminierte Gurke in den inländischen Handel gekommen sein.

Beitrag von eric111 30.05.11 - 00:47 Uhr

Google mal unter Gazpacho. Das ist das andalusische Nationalgericht und wird im Sommer literweise zu sich genommen. Ein Bestandteil sind Gurken. Gazpacho wird roh zubereitet und verzehrt.

Beitrag von jabberwock 30.05.11 - 09:17 Uhr

Richtig. Ich hab doch selber schonmal Gazpacho gemacht #klatsch

(Wobei der erwähnte Schreiber ja nicht gelogen hat, er hat die Gurken halt nur nicht erkannt ;-))

Beitrag von sassi31 29.05.11 - 22:45 Uhr

Momentan geht es wohl erst einmal darum, den Auslöser der Infektionen zu finden. Da finde ich es absolut deplaziert, dass die Spanier sich jetzt in die Rolle des Opferlamms begeben. Mich interessiert nicht, wer der Verursacher ist. Für mich ist wichtig, dass die Infektionsquelle gefunden und beseitigt wird. Um alles Andere kann man sich danach kümmern.

Beitrag von eric111 30.05.11 - 00:34 Uhr

Momentan geht es in Deutschland um das, was du beschreibst. Doch lasst mal Spanien außen vor! Der Schaden, der gerade angerichtet wird ist groß und auch dein Kommentar - bei allem Mitgefühl für die Betroffenen - lässt nichts weiter als Vorverurteilungen und Pauschalisierungen erkennen.

Warum? Der EHEC-Stamm kommt in Spanien überhaupt nicht vor. Es gibt und gab in ganz Spanien noch keinen einzigen Fall. Dagegen sorgt dieser Errerger in Deutschland für jährlich 900 EHEC-Fälle ohne dass dies bislang überhaupt eine Zeitungsmeldung wert war.

Alleine diese Tatsache, mit der übrigens nicht nur die Gemüsebauern Spaniens sondern auch die Regierung, die Minister und die Spanier selbst argumentieren dürfte mehr wiegen, als alles andere. EHEC ist und war ein Deutsches Problem.

Hinzu kommt, dass wohl kein Vierteljahr vergeht, ohne dass man in Deutschland einen handfesten Lebensmittelskandal aufdeckt. Die Worte Gammelfleisch, Ekel-Mozarella, EHEC, Dioxin-Eier, Dioxin-Fleisch oder Geflügelpest sind fest mit einem Land verwurzelt: Deutschland.

Alleine die letzten Tage wurden in NRW 30.000 Tiere wg. der Geflügelpest notgeschlachtet.

Jetzt zu den Gurken holländischer und spanischer Herkunft, die auch in Dänemark gefunden wurden. Alle haben eines gemeinsam: sie wurden über den Hamburger Großmarkt abgewickelt.

Weiter: die Ladung Gurken, die für die Kontaminierung verantwortlich gemacht wurde hat Spanien in einwandfreiem Zustand per LKW verlassen. 1 Tag vor der Ankunft in Hamburg wurde vom deutschen Großhändler eine Email an den Gemüsebauern gesandt, das zum Inhalt hat, dass ein Teil der Stapel umgekippt seinen. Die Gurken wären - lt. der Email und auch dem Vermerk auf dem Lieferschein - nicht mehr ohne weiteres verkaufbar.

Diese kaputten Gurken wurden als B-Ware deklariert, gewaschen und umverpackt. Kein Mensch weiß wann, wie und wo.

Bei aller Dringlichkeit, die Ursache zu finden liegt man jedoch völlig falsch jetzt Spanisches Gemüse und Gurken mit himmelschreienden Vermutungen, vom Menschendung bis zu den hygienischen Verhältnissen vor Ort in Verruf zu bringen, da dies jeglicher Grundlage entbehrt.

Die dt. Behörden haben, statt die EU-Kontrollkremien einzuschalten, damit so schnell wie möglich alles europaweit unternommen wird, um den Infektionsherd zu finden, lediglich die Zeitungen informiert. So ging wertvolle Zeit verloren.

Die Pauschalabweisung einer Verantwortung der deutschen Behörden ("Vom vom Stapel fallen kann das nur sehr sehr unwahrscheinlich kommen") und des Hamburger Großmarktes ("Man hätte hier eine Rinderherde durchziehen lassen müssen.") sind nicht nachzuvollziehen. Weder in Almería noch Málaga gibt es Rinder. Die Betriebe werden regelmäßig überprüft und man hat Proben vom Boden, Grundwasser, den Gurken, Dünger und der Umgebung genommen.

Das größte Problem ist, dass mit dem Fingerzeig auf Spanien von der eigenen Schuld und Verantwortung abgelenkt wird und die eigenen Bauern im Spiel gehalten werden. Kauft nicht bei Spaniern, kauft einheimisches Gemüse lautet der Tenor. Doch ist es genau dieser heimische Markt, der verruchter nicht sein kann.

Beitrag von sassi31 30.05.11 - 02:06 Uhr

Ich finde es wichtiger, den Auslöser der Infektion ausfindig und unschädlich zu machen, als irgendwen voreilig an den Pranger zu stellen. Für mich ist es schlicht unwichtig, ob der Erreger nun aus Spanien, den Niederlanden oder Deutschland kommt. Hauptsache man findet ihn und kann Neuinfektionen verhindern. Das ist meine Meinung und eine Vorverurteilung und Pauschalierung kann ich darin nicht erkennen.

Meine Info bisher war, dass man an 3 Gurken aus Spanien den EHEC-Erreger gefunden hat. Aber ich habe auch gelesen, dass viele der erkrankten Personen seit Monaten keine Gurken gegessen hätten. Also fallen (zumindest für mich) die spanischen Gurken als Infektionsquelle sowieso schon mal raus. Und ich kann mich auch an keinen Bericht in den Medien erinnern, der die Schuld den Spaniern in die Schuhe schiebt. Dann braucht Spanien sich doch nun nicht als Opfer sehen.

Dennoch finde ich es absolut in Ordnung, wenn sowohl die spanischen Gemüseanbauer, die nach Deutschland liefern, als auch die deutschen Großmärkte sowie alle weiteren Zulieferer untersucht werden. Irgendwo muss man mit der Suche schließlich beginnen. Wenn sich die vermeintliche heiße Spur dann als falsch heraus stellt, ist doch alles ok.

***Kauft nicht bei Spaniern, kauft einheimisches Gemüse lautet der Tenor. ***
Der aktuelle Stand hier in Deutschland ist, dass die meisten Menschen einen Bogen um Gemüse machen. Die einheimischen Gemüseanbauer klagen über große Umsatzrückgänge und bekommen ihr Gemüse nicht verkauft. Denen geht es also genauso wie den spanischen Kollegen.

Beitrag von trollmama 30.05.11 - 12:52 Uhr

>>1 Tag vor der Ankunft in Hamburg wurde vom deutschen Großhändler eine Email an den Gemüsebauern gesandt, das zum Inhalt hat, dass ein Teil der Stapel umgekippt seinen.<<

WARUM wird die e-mail nicht endlich veröffentlicht? Vielleicht deshalb, weil es sie nie gegeben hat? Oder fällt Dir noch ein anderer Grund ein? Und komm mir nicht mit 'die wurde gelöscht'. Kein Produzent der vernünftig arbeitet, löscht eine solch wichtige Mail!
Und selbst angenommen, es würde doch stimmten, so beantworte mir doch bitte die Frage, wie die Gurken dann bitte auf dem Boden einen GEMÜSEgrossmarktes kontaminiert werden konnten? Ich weiß ja nicht, was in Spanien auf dem GEMÜSEgrossmarkt alles rumkreucht- und fleucht, aber hier in Deutschland rennen mit Sicherheit keine Kühe durch einen GEMÜSEgrossmarkt, hinterlassen ihre Exkremente auf dem Boden, so daß eine umgefallene Palette Gurken damit verunreinigt werden könnte!

>>Warum? Der EHEC-Stamm kommt in Spanien überhaupt nicht vor.<<

Ich bitte um wissenschaftlich eindeutige Belege für Deine Behauptung!

Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von pupsismum 30.05.11 - 13:18 Uhr

>>1 Tag vor der Ankunft in Hamburg wurde vom deutschen Großhändler eine Email an den Gemüsebauern gesandt, das zum Inhalt hat, dass ein Teil der Stapel umgekippt seinen.<<

Einen Tag VOR Ankunft? Also noch auf dem Schiff oder Lkw, wie auch immer die Dinger transportiert worden sind. Und wie sollen sie dann auf dem Hamburger Großmarkt erst verseucht worden seien (was ja bisher als Alternativversion genannt wurde)?

Und woher weiß denn der Großhändler schon vor Eintreffen des Schiffes/Lkws von dem Vorfall? Stehen die Kapitäne/Lkw-Fahrer in so engem Kontakt mit den Händlern?

Und wo ist dann diese Mail?

Was von deinen Aussagen kannst du denn irgendwie untermauern?

Beitrag von kawatina 30.05.11 - 06:25 Uhr

Hallo,

irgendwer muss ja Schuld haben.

Oder glaubt echt jemand, das nun ein High Tec Labor sich meldet und das Entweichen von Bakterien oder Viren meldet, mit denen man ein wenig herum gespielt hat?

Beitrag von dani001234 30.05.11 - 08:32 Uhr

ehrlich gesagt bin ich mir mit der ganzen gurken/salatgeschichte auch nicht mehr ganz sicher.
viele befragte patienten haben nämlich gar keine gurken oder salat gegessen, hab ich zumindest die tage irgendwo mitbekommen.
also würden die gurken dann ja theoretisch wegfallen #kratz trotzdem wird darauf weiterhin rumgepocht #kratz

dazu kommt, dass der verlauf bei ehec etwas "anders" sein soll als sonst (hab ich gelesen): normalerweise sind kinder oder ältere menschen am meisten betroffen, jetzt hauptsächlich aber (mitunter gesunde und auch junge) erwachsene und davon auch die meisten frauen, dann die kurze zeit der vielen erkrankungen und das eine bekannte krankheit unbekannte verläufe nimmt.

Beitrag von sarahg0709 30.05.11 - 14:00 Uhr

Hallo,

ich bin auch überzeugt davon, dass die Verseuchung mit dem Bakterium in Deutschland stattgefunden hat.


LG

Beitrag von dani001234 30.05.11 - 14:22 Uhr

was neues:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,765662,00.html



und die bild schreibt natürlich weiterhin das gegenteil:

"Und ein Ende der EHEC-Welle ist nicht abzusehen."

http://www.bild.de/news/inland/ehec/tote-killer-keim-nrw-18149300.bild.html

Beitrag von zeitblom 30.05.11 - 15:22 Uhr

... und dabei ist es fuer die Saure Gurkenzeit doch noch etwas frueh....