Privatversicherung und Zukunft

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sunrise008 30.05.11 - 13:16 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Ich bräuchte mal euren Rat.
Mein Partner verdient sehr gut. Nun hätte er die Möglichkeit in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Er hat sich eigentlich schon entschieden zu wechseln, da es wirklich nur Vorteile für ihn hat.
Nun hat er drüber nachgedacht wie es dann mit der Versicherung ist, wenn wir irgendwann Nachwuchs haben und eventuell heiraten.
Wir haben uns schon öfter drüber unterhalten und es wäre so geplant, dass ich 2 Jahre in Elternzeit geh und dann noch ein weiteres Jahr zu Hause bleibe bis das Kind in den Kindergarten geht und ich dann erstmal 3 Jahre Hausfrau und Mama bin.
Nun wissen wir beide nicht, wie das dann mit der Versicherung von mir und dem Kind ist, wenn ich zu Hause bin und er Hauptverdiener ist. Und ihm ist es wichtig, dass der Wechsel zur privaten auch für unsere gemeinsame Zukunft mit Nachwuchs eine gute Entscheidung ist.

Muss ich mich extra versichern oder gibt so etwas wie eine familienversicherung (auch wenn wir nicht verheiratet sind)?
Wie ist das mit de Kind?
Wie läuft es ab, wenn wir nicht verheiratet sind und ich zu Hause bin bzw. dann später wieder Teilzeit arbeite?

Vielleicht gibt es ja hier jemanden, der sich damit gut auskennt :)

Ganz liebe Grüße und einen schönen Montagnachmittag!
Sunrise008

Beitrag von jennykannsauch 30.05.11 - 13:20 Uhr

In der PKV muss jeder EINZELN versichert und bezahlt werden; dein Mann, du und das Kind/die Kinder!

Spar dir die Kosten und bleib in der GKV, da sind dann die Kinder KOSTENLOS mitversichert!

Geht dein Mann in die PKV und du bleibst in der GKV MUSS er im Regelfall die Kinder bei SICH versichern!

Mein Rat und wir sind LEIDER auch alle in der PKV LASS ES #winke

Beitrag von miau2 30.05.11 - 13:54 Uhr

Hi,
wenn ihr nicht verheiratet seit und auch nie (!!!) im Leben vorhabt zu heiraten ist dein Mann tatsächlich (vermutlich) Mitglied der so ziemlich einzigen Personengruppe, wo sich die PKV lohnt oder lohnen könnte.

Jung, gesund, gut verdienend...

Womit er rechnen muss sind regelrechte Beitragsexplosionen. Gerade im alter kann das extrem teuer werden - wenn die Beiträge sehr hoch sind (was sie sein werden), und das Einkommen (Rente) deutlich niedriger. Was mein Mann bei seiner PKV bereits in den letzten Jahren erlebt hat an Beitragssteigerungen - dagegen ist alles, was in der GKV passiert ist ein reiner Witz.

1) Deine Versicherung ohne Trauschein: so lange du einen ruhenden sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag hast bist du für bis zu 3 Jahre Elternzeit beitragsfrei versichert. Alternativ höchstens über das Elterngeld, wenn du eben keinen Vertrag hast, aber zu Beginn vom Mutterschut gesetzlich pflichtversichert bist.

Wenn die Elternzeit oder die beitragsfreie Versicherung über das EG ausläuft oder du gar keinen Anspruch auf beitragsfreie Versicherung hättest und du nicht arbeiten willst musst du dich selbst versichern. Für unverheiratete kostet das in der GKV den halben Mindestbeitrag, aktuell irgend etwas um die 150 Euro/im MOnat (was sich aber natürlich ändern kann). Privat könntest du dich m.W. nach auch versichern, Kosten kann dir da niemand vorhersagen... das gleiche würde auch gelten für Zeiten nach ALG1-Anspruch, auch da müsstest du dich selbst versichern.

2) Deine Versicherung mit Trauschein: Es gilt das gleiche - aber wenn du dich in der GKV freiwillig versichern musst wird für die Berechnung des Beitrags das halbe Einkommen deines Partners herangezogen, bis max. Beitragsbemessungsgrenze. An den Kosten einer privaten Versicherung würde das wohl nichts ändern.

3) Kinder OHNE Trauschein: so lange du irgendwie in der GKV - gesetzlich pflichtversichert, auch beitragsfrei, oder freiwillig gesetzlich versichert gegen Beitrag - bist können die Kinder über die familienversichert sein, ohne Eigenbeitrag. Stand heute natürlich, das kann sich natürlich irgendwann mal ändern. Bei unverheirateten Eltern ist das Einkommen und die Versicherung vom Vater egal, da besteht diese Wahlmöglichkeit auf alle Fälle. Wenn du dich auch privat versicherst müssen die Kinder natürlich Beiträge zahlen, entweder frewillig gesetzlich oder privat - eine Familienversicherung gibt es in der privaten nicht.

4) Kinder MIT Trauschein: da dein Mann vermutlich über BBG verdient und dann ja auch mehr als du MÜSSEN die Kinder dann entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichert werden. Kosten sind schwer vorhersagbar, je nachdem halt, wie man versichert - zwischen 100 und 250 Euro im Monat sollte man einplanen. Die freiwillige gesetzliche unserer 2 kostet pro Kind aktuell knapp 150 Euro/Monat.

Der AG deines Mannes zahlt vermutlich wie der meines Mannes die HÄlfte des Beitrags bis zur Höhe der Kosten, die eine gesetzliche Versicherung für den Arbeitgeber verursachen würde. So lange dieser Beitrag nicht ausgeschöpft ist zahlt er auch bis max. die Hälfte der Kosten für die Versicherung der Kinder. Bei zweien reicht der Betrag allerdings nicht wirklich aus, nicht bei uns.

Dein Mann sollte sich gründlich beraten lassen. Aus heutiger sicht würde ich sagen, wer bei jungen Paaren, wo Kinder doch recht wahrscheinlich sind diese 4 Punkte nicht wirklich ausführlich erklärt - der berät nicht gründlich. Bei uns war es damals so.

Was auch unbedingt Thema sein sollte: je älter man wird, desto höher werden die Beiträge der PKV. Auch mit Altersrückstellungen. Es sollte also unbedingt überlegt werden, wie man jetzt schon anfängt die private Altersvorsorge aufzustocken, um die (gerade im Verhältnis zum dann niedrigeren Einkommen) sehr hohen Beiträge im Alter abzufedern. Wenigstens da hat unser "Berater" ausdrücklich darauf hingewiesen.

Mein mann ist jung, kinderlos und unverheiratet eingetreten in die PKV. Er bereut es schon seit längerem, und über mir schwebt schon irgendwie die Sorge "was, wenn ich keine Arbeit finde" (ich habe noch ienen Arbeitsvertrag, bin noch lange in Elternzeit, aber schon mitgeteilt bekommen, dass ich nach der EZ mit der KÜndigung rechnen müsste - und ich suche jetzt schon seit Monaten etwas neues) - man kann ja viel über die "Gutverdiener" lästern, aber die aktuell über 320 Euro, die die Krankenkasse für mich im Monat kosten würde würden uns ganz schön weh tun.

Wobei ich auch arbeiten will, noch ein Jahr ALG1 Anspruch "gut habe" und schon davon ausgehe, irgend etwas über 400 Euro zu finden, bis das wirklich ein Problem wird.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von laucis 30.05.11 - 13:54 Uhr

Hallo Sunrise,

ich würde euch empfehlen in der GKV zu bleiben! Ihr müsst euch sonst alle alleine Versichern, was teilweise bis zu 1000 € und mehr im Monat ausmachen kann bei 3 Personen.
Ich bin noch immer privat versichert und werde es nach meinem Studium sicherlich auch bleiben, aber ich bin sehr froh dass mein Partner nun wieder in der GKV ist und unsere Tochter gleich mit versichert werden konnte.
Als Familie sehe ich persönlich dabei eigentlich nur Nachteile, außer in meinem späteren Beruf, da ich meine Kinder nur zu 20% versichern muss und der Rest durch die Beihilfe abgedeckt wird.

Viele Grüße

Laura

Beitrag von demy 30.05.11 - 15:00 Uhr

Hallo,
es gibt eigentlich nur gaaaanz wenige Konstellationen wo sich eine PKV wirklich lohnt.

Leute die eigentlich immer "Single" bleiben wollen.

Beamte, da sie sich nur privat TEILversichern müssen, den Rest trägt die Beihilfe.

Personen die erheblich über der Beitragsbemessungsgrenze liegen und sich das Prestige (ja es ist in meinen Augen nur Prestige) für alle in der Familie locker leisten können.

Verheiratete Familienväter wie meine Wenigkeit, die nur n Tausender Brutto über der Grenze liegen, wären selten dämlich in die PKV zu wechseln.

Bring deinen Mann lieber von diesem Prestigegedanken PKV ab.

Bestimmte Extra Leistungen sollte man entweder extra Privat neben der GKV absichern, oder selber zahlen.
Da kommt man billiger bei weg, glaub mir.

Gruß
Demy

Beitrag von manavgat 30.05.11 - 17:25 Uhr

Lasst es.

Die PKV ist absolut teuer für Familien und später riskant wegen der Prämiensteigerungen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cooky2007 31.05.11 - 10:52 Uhr

Wir haben die Konstellation: verheiratet - 2 Kinder

Mann - PKV seit 2004
Frau - 30% PKV, 70% Beihilfe, da Beamtin
Kinder - 20% PKV und 80% Beihilfe über die Beihilfe der Mutter

Fakt ist:
Ich MUSS wieder arbeiten gehen nach den jetzigen 3 Jahren Elternzeit in MEINEM Job. Ansonsten verliere ich den Beihilfeanspruch für mich und die Kinder. das wäre wirklich teuer, etwa € 1200,- pro Monat für 3 Pers., zusätzlich zu den Kosten meines Mannes.

Ich könnte nie einen € 400,- Job annehmen nach der Elternezit oder etwas anderes machen, denn auch wenn ich zurück in die gesetzliche kommen könnte, die Kinder nicht. Die würden dem Vater zugeschlagen, der PKV versichert ist und mussten 100% (teuer) versichert werden.

Ich rate zu einer wirklich guten Zusatzversicherung für deinen Partner. Evtl. Barmenia, die hat mein Mann & Kids. Finger weg von der DKV!