Die Pendelei zerstört mein Leben....gibt es einen Ausweg??

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von frejas.sal 30.05.11 - 14:16 Uhr


Hallo Ihr Lieben,

ich befinde mich in einem ziemlichen Dilemma. Ich bin vor 4 Monaten nach 2 Jahren Fernbeziehung zu meinem Freund gezogen. Von Hamburg nach Kiel. Mein 15-jähriger Sohn ist mit mir gekommen, der Grosse (19) wollte in Hamburg bleiben. Nun hat er eine kleine Wohnung und wächst und gedeiht :-D

Nur...ich pendele täglich (ein Weg 2 Stunden!!!) von Kiel nach Hamburg. Das heisst morgens um 5 auf, abends um 19 Uhr (wenn alles gut geht und die Bahn kine Verspätung u.ä. hat) zu Hause. Die ersten Wochen war es anstrengend, aber machbar - mittlereweile bin ich total ausgelaugt, reizbar, habe Stimmungsschwankungen und diffuse Schmerzen hier und dort und fühle mich nur noch elendig. Kaum Freizeit, Zeit für Familie und Freunde und abends komme ich gar nicht richtig "runter"....ich könnte nur heulen #heul

Unsere Beziehung ist glücklich und ich könnte mir kein Leben mehr ohne mein Freund vorstellen, der mich auch unterstütz wo er kann - aber er kann mir die verlorene Lebenszeit nicht zurückgeben. Und die Entspannung auch nicht. Zunehmend leidet unsere Beziehung unter der Situation.

Meinen Job gebe ich nicht so schnell her - ich verdiene mindestens 1000 Euro mehr als "normale" Kaufleute (ich bin Schiffahrtskauffrau) und brauche das Geld auch. Ich muss für meine Kids sorgen und Schulden aus meiner alten Beziehung abbauen, mit denen ich sitzen geblieben bin. Ausserdem muss ich ein bisschen für das Alter vorsorgen. Dazu kommt eine panische Existenzangst - ich habe nichts auf die Seite packen können, war 12 Jahre alleinerziehend ohne Unterhalt und möchte auch nicht von meinem Freund finanziell abhängig sein, auch wenn er angeboten hat, dass ich kürzer treten kann oder ganz aufhören kann. Aber das geht gar nicht...ich hääte noch mehr Angst und möchte auch nicht das Gefühl haben, fremdbestimmt leben zu müssen

Ich bin zu ihm gezogen weil er ein Haus hat, noch 2 seiner Kinder bei ihm leben und zur Schule gehen, er von zu Hause arbeitet und sein berufliches Netzwerk komplett in Kiel hat - und weil ich dachte, die Pendelei schaffe ich locker. Nun stehe ich hier und möchte nur noch von der Brücke springen - wenn ich weniger arbeite oder einen Job in Kiel finde/annehme, verdiene ich weitaus weniger - zu wenig, um ein späteres Leben alleine finanzieren zu können (falls es so kommen sollte) und wenn ich so weitermache lande ich irgendwann in irgendeiner Klinik.

Hat jemand einen praktikablen Vorschlag zur Lösung? Vielleicht sogar aus eigener Erfahrung?

Bin für jede Anregung dankbar,

Freja
:-(

Beitrag von plazafrau 30.05.11 - 14:42 Uhr

Hejhej!

Lass dich erstmal #liebdrueck..

wohne selber in Kiel und Pendeln nervt wirklich...kann dich gut verstehen! ABER: es gibt doch auch Mitfahrzentralen?! Die sind wirklich nicht so stressig wie der Zug. Mich würde die Fahrt nach HH auch nerven und stressen, aber mit dem Auto nach HH fährt man knapp 40 min., das wäre doch entspannter, oder nicht?

Beitrag von kikou 30.05.11 - 15:19 Uhr

Hallo Freja,

Ich wohne im Grossraum Paris, daher weiss ich leider nur zu gut, wie anstrengend für Leib und Seele solch langen Transportwege sein können.

Könntest du eventuell einen oder mehr Heimarbeitstage einlegen? Ich kenne deinen Beruf und die damit verbundenen Tätigkeiten nicht wirklich, aber könnte da nicht ein Tag bei sein, an dem du mit Laptop und Handy/Telefon von zu hause arbeitest? Das würde doch schon mal ein bisschen Stress wegnehmen.

Dann kannst du ja vielleicht noch einen Tag pro Woche in HH übernachten, da gibt es bestimmt auch günstige Möglichkeiten. So müsstest du nicht jeden Tag hin- und herfahren.

Angenommen, home office könnte klappen, plus eine Übernachtung pro Woche, dann müsstest du nur noch an 2-3 Tagen den ganzen Stress auf dich nehmen.

Ansonsten bleibt wohl nur ein Jobwechsel, eventl. mit einem Nebenjob zusätzlich, um das finanzielle Niveau zu halten.

Viel Glück und hoffentlich findest du eine Lösung.
Gruss,
Kikou

Beitrag von schwupps 30.05.11 - 15:46 Uhr

Hallo liebe Freja,

aus deinem Posting spricht die pure Verzweiflung. Wäre es eventuell eine Notlösung, dass du dir eine winzige Wohnung in HH mietest (vielleicht auch nur für den Übergang), in der du unter der Woche schläfst bzw an den richtig schlimmen Tagen? Und du zum Wochenende bzw an Tagen, an welchen es dir besser geht, heim zu deiner Familie fährst? Oder gäbe es unter Umständen die Möglichkeit einer Stundenreduzierung in deinem Beruf, so dass du vielleicht statt 5 "nur" 3-4 Tage/Woche pendeln müsstest? Oder wie meine Vorschreiberin erwähnte, Homeoffice?

Alternativ hilft nur, dich nach einer neuen Arbeit in Kiel umzuschauen- vielleicht hörst du dich dort um, ganz unverbindlich, vielleicht gibt es ja doch einen ebenso gut bezahlten Job dort?

Ich wünsche dir alles Gute,

schwupps

Beitrag von ballroomy 30.05.11 - 18:52 Uhr

Könnt Ihr nicht alle zusammen nach Hamburg ziehen?

Beitrag von perlita 31.05.11 - 20:16 Uhr

Die bisherigen Ansätze gehen alle von einer (weiteren) Veränderung bei Dir aus. Alle bedenkenswert.
Es gäbe aber noch die Optionen b), dass Ihr alle nach HH geht, gerade bei Homeoffice von ihm geht das ja - das Haus wird vermietet, von den Einnahmen mietet Ihr? Problem etvtl: Sind die Kinder immer bei ihm oder Teilzeit-Papa? Gehen sie zur Schule?
Wenn er sein Netz etc. braucht c): Mittelweg. Ein Ort ZWISCHEN HH und Kiel, und beide fahren für Netzwerkeln oder Arbeit.
Hm?
Weiß nicht, ob das praktikabel ist, aber Du wolltest Vorschläge von außen :-) Und auf den ersten Blick ist ja nicht logisch, dass der mit einem Job VOR ORT den Ort verlässt, während der mit Homeoffice, der überall arbeiten kann, ja auch überall wohnen könnte..
Viel Glück.