Kachelmann freigesprochen

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Beitrag von telefon-mann 31.05.11 - 09:21 Uhr

http://www.spiegel.de/

.....ist das wie Alice Schwarzer in ihrer Bild-Kolumne geschrieben hat, ein ganz desaströses Signal für alle Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden und sich nun noch schwerer damit tun werden, den Täter anzuzeigen?

Beitrag von marion2 31.05.11 - 09:31 Uhr

Hallo,

Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, tun sich jetzt sicherlich nicht schwerer den Täter anzuzeigen, nur weil der Herr Kachelmann freigesprochen wurde.

Wir wissen ja gar nicht, ob er es nun getan hat oder nicht.

Du kannst ja auch nicht jeden Mann ins Gefängnis stecken, dem derlei nachgesagt wird, um es potentiellen Opfern "einfacher" zu machen.

Gruß Marion

Beitrag von benjalina 31.05.11 - 22:53 Uhr

mir platzt immer die Hutschnur wenn ich sowas lese... Leute macht euch mal schlau... (wenigstens ein bischen)

Vergewaltigung ist die am seltensten angezeigte Straftat.... die Opfer schämen sich ja gar "NICHT" Ihr Intimstes ausbreiten zu müssen... das alles immer und immer wieder erzählen zu müssen.... obwohl es schon schwer genug ist, mit sich selbst klar zu kommen.... sich rechtfertigen zu müssen (glaubt ja sowieso keiner).

Schade....

Das tut sich keiner mal eben freiwillig an...

Beitrag von marion2 01.06.11 - 09:32 Uhr

Du hast reininterpretiert, was dir so passt.

Ich habe lediglich geschrieben, dass die Hemmschwelle jetzt nicht höher sein dürfte als vorher.

Beitrag von parzifal 31.05.11 - 10:06 Uhr

Wenn Opfer einer Vergewaltigung beabsichtigen zu Lügen sollten sie sich auch schwerer damit tun eine Vergewaltigung anzuzeigen.

Wenn ein Täter schweigt kann ihm dies nicht zum Gegenteil gereichen. Erwischt man ihn aber beim Lügen sieht dies anders aus.

Warum soll also auch ein Geschädigter nicht die Nachteile tragen, die sich aus Lügen ergeben?

Beitrag von .leopoldina. 31.05.11 - 10:36 Uhr

Ein in Medien und Öffentlichkeit hochgepuschter Prozess kann doch nicht als Exempel für die strafrechtliche Verfolgung und Sanktionierung von zukünftigen derartigen Straftaten statuiert werden. Wir leben immerhin noch in einem Rechtsstaat. Zig Prozesse mit diesem Tatvorwurf enden so. In dubio pro reo. So ungerecht es für das "Volk" scheinen mag; kann kein Beweis erhoben werden, kann der mutmaßliche Täter auch nicht verurteilt werden.

Im Übrigen kann man auch umgekehrt fragen: Würden sich bei einer Verurteilung Kachelmanns die Opfer derartiger Straftaten etwa "leichter damit tun", die Täter anzuzeigen? Nein. Die Rückschlüsse Frau Schwarzers sind völlig fehl am Platz.

leopoldina

Beitrag von benjalina 31.05.11 - 22:55 Uhr

sind sie nicht... weil Signalwirkung....

Beitrag von schmerle123 31.05.11 - 11:26 Uhr

Ich glaube nicht, dass dadurch die Entscheidung beeinflusst wird ob Anzeige Ja oder Nein!

Die war ein Freispruch 2. Wahl. Ihm konnte die Tat nicht nachgewiesen werden, seine UNSCHULD hingegen aber auch nicht. Also wie meine Vorposter schon sagten " In dubio pro reo".
Eine Strafanzeige zu stellen, wenn dann eine Vergewaltigung tatsächlich passiert ist, ist sicherlich immer der richtige Weg. Dieses aber auch konsequent mit allen Hürden, Demütigungen und an Grenzen stoßender Kraft bis zum Ende durchzuziehen, ist eine eine Sache. Dafür muss man sehr stark sein als Opfer. Viele sind sich dessen vorher nicht bewusst, wie weite Kreise eine Anzeige nach sich zieht. Und ich glaube schon (obwohl man weiß, dass es der richtige Weg ist), dass Opfer, die so etwas schon mal mit gemacht haben, überlegen, ob sie diesen langen harten Weg ein 2. Mal gehen würden.
Ungeachtet dessen denke ich, sind Erst-Opfer durch den Kachelmannprozess nicht abgeschreckt, den Täter anzuzeigen!

Beitrag von seelenspiegel 31.05.11 - 11:32 Uhr

Wie war das doch gleich?

Unschuldig bis die Schuld EINDEUTIG bewiesen wurde.

Aber mal unabhängig davon: Warum sollte das auch nur in irgendeiner Form Auswirkungen auf andere Mensche haben?

Wenn ein Verkehrssünder verurteilt wird, hat das in irgendeiner Form Auswirkungen auf andere Autofahrer, egal wie sehr die Medien alles aufgebauscht haben? Wohl kaum.

Gesetzt den Fall dass die Damen Herrn Kachelmann einfach nur was unterjubeln wollten....was ist das dann für ein "Signal"? Keines....


Alles was jetzt noch dazu in den Medien an Kommentaren verbreitet wird, ist dummes Geschwätz....auch das von Frau Schwarzer.

Beitrag von ayshe 31.05.11 - 11:49 Uhr

Sehe ich genauso.

Und geschwatzt wird immer viel.

Beitrag von wasteline 01.06.11 - 20:21 Uhr

"Alles was jetzt noch dazu in den Medien an Kommentaren verbreitet wird, ist dummes Geschwätz....auch das von Frau Schwarzer."


#pro

Mir erschließt sich immer noch nicht die Kombination BILD und Alice Schwarzer. Aber auch Superemanzen sind wohl käuflich.

Beitrag von frieda05 31.05.11 - 12:05 Uhr

Frau Schwarzer mag eine Menge guter Eigenschaften und Ansichten ihr eigen nennen. Sich zu diesem Urteil derart zu äußern kommt allerdings wildem Gegacker im Hühnerhof gleich.

Ich denke nicht, daß eine Frau, die gerade einen derartigen Akt der Gewalt über sich ergehen lassen mußte, in ihrer Entscheidung dadurch beeinflußt wird, ob der Wetterfrosch im Knast frühstückt oder nicht.

Die wird definitiv andere, sehr persönliche Sorgen und Gründe für ihre Entscheidung diese Straftat zur Anzeige zu bringen (oder eben nicht) haben.

GzG
Irmi

Beitrag von ayshe 31.05.11 - 12:21 Uhr

Das glaube ich auch.



Alice Schwarzer fand ich schon immer zu extrem, auch wenn sie wirklich viel geleistet hat und sich eben sehr für Frauen eingesetzt hat.

Aber die Bücher, die ich mal von ihr in meiner Jugend gelesen habe, trieften von der Aussage:
"Alle Männer sind der letzte frauenausbeutende und frauenverachtende Dreck!"

Mir schien sie auf Männer bezogen schon damals erschreckend schlechte Erfahrungen gemacht haben zu müssen und den Zwang zu haben, diese auf sämtliche Frauen stülpen zu wollen.

Beitrag von seelenspiegel 31.05.11 - 12:40 Uhr

<<<auch wenn sie wirklich viel geleistet hat und sich eben sehr für Frauen eingesetzt hat.>>>

So wie ich....na und? #rofl Ok...der war jetzt daneben. *g*








Beitrag von ayshe 31.05.11 - 12:45 Uhr

Na und wie viele BHs hast du denn so verbannt.......ähh verbrannt?

#rofl

Beitrag von frieda05 31.05.11 - 13:47 Uhr

DAs kann man so jetzt nicht vergleichen.

Du tust bestimmt viel für die Weibchen, allein optisch dürftest Du leichte Vorteile auf Deiner Seite verbuchen. Sie hat allerdings auf dem Schlachtfeld reichlich Erfahrung... -

GONG.....!!!!

ich sitze in der ersten Reihe...#schein....

GzG
irmi

Beitrag von muehlie 31.05.11 - 14:06 Uhr

Ich finde diese Frau nicht einfach nur zu extrem. Wer sich von der BILD kaufen lässt, um in klassischer BILD-Manier Stimmung gegen eine Person zu machen, deren Schuld noch lange nicht erwiesen ist, der hat seine Glaubwürdigkeit eindeutig verloren und verdient es nicht mehr, weiterhin ernst genommen zu werden. #aerger

Beitrag von ayshe 31.05.11 - 14:23 Uhr

Ja, vllt wird sie langsam schon senil #gruebel

Beitrag von muehlie 31.05.11 - 14:46 Uhr

Ich weiß nicht, ob das was mit Senilität zu tun hat. Ich glaube, sie war einfach immer schon so eine männermordende Kampflesbe, die das andere Geschlecht allenfalls notgedrungen duldet. Zu Zeiten, als die Frauen sich gewisse Rechte tatsächlich überhaupt erst mal erkämpfen mussten, mag das ja ganz hilfreich gewesen sein. Aber mittlerweile ist diese Frau einfach nur noch eine Karrikatur ihrer selbst.

Und wie gesagt: Vorverurteilungen, so wie sie sie als "Prozessbeobachterin" für dieses widerliche Schmierblatt abgegeben hat, sollten eigentlich für jeden halbwegs anständigen Journalisten ein absolutes Tabu sein.

Beitrag von ayshe 01.06.11 - 08:30 Uhr

##
Ich glaube, sie war einfach immer schon so eine männermordende Kampflesbe, die das andere Geschlecht allenfalls notgedrungen duldet.
##
Stimmt, hart, aber treffend ausgedrückt.
Genau diesen Eindruck hatte ich auch schon vor 25 Jahren von ihr.
Und es hat mir schon damals nicht gefallen.
Das ist es, was ich meine, sie ist mir zu krass und männerfeindlich, das kam eben auch in ihren Büchern deutlich rüber.
Schweine und Arschlöcher gibt es auf beiden Seiten, bei Frauen und Männern, aber eben auf keiner Seite zu 100%.


Ich bin vollkommen deiner Meinung, starker und provozierender Kampf war sicher hilfreich und so gesehen nicht verkehrt.
Ich will das auch nicht verurteilen. Es hat sich in dieser Zeit auch einiges zum Positiven für die Frauen verändert, keine Frage.
Aber allmählich und in diesem Fall und auf diese Weise ist es peinlich.

Beitrag von dominiksmami 01.06.11 - 14:21 Uhr

sehr schön zusammengefasst!

Beitrag von lisasimpson 31.05.11 - 13:23 Uhr

ich sehe das sehr ambivalent.
zum einen die ganz klare "faktelage"- im zweifel für den angeklagten.
das ist nun mal so in einem Rechtsstaat und ist richtig so.
dennoch kann es ein Signal sein, das frauen (weiterhin!!) darin bestärkt, daß eine anzeige ihnen nicht hilft, sondern eher schadet.
anderseits ist es ja nicht so, daß kachelmann unbeschadet daraus hervorgeht (im Moment auch zu sehen bei straus-kahn). Daher ist das signal zumindest an diejenigen, die in der Öffentlichkeit stehen auch eben diese, daß ein solcher prozess verehrende folgen für sie haben kann.


Daß eine frauenrechlerin natürlich eher die seite der frauen beleuchtet finde ich eine selbstverständlichkeit und daß eine alice schwarzer als sprecherin der frauen auftritt, die es eben jetzt schon nicht wagen ihre peiniger anzuzeigen und für die ein solcher prozess keine ermutigung ist, es dennoch zu tun, das liegt doch auf der hand

ich bin froh, daß es menschen wie sie gibt, die diesen frauen ihre stimme leihen. nur weil nicht (merh) alle frauen diese stimme brauchen ist sie dennoch mMn nicht überflüssig.

lisasimpson

Beitrag von zeitblom 31.05.11 - 15:06 Uhr

"sondern eher schadet"

aber doch nur, weil hier offensichtlich nicht die reine Wahrheit gesprochen wurde. Ist sie vergewaltigt worden und hat dann die Umstaende ausgeschmueckt um glaubhafter zu werden??? Dass oft Indizien nicht reichen, ist nichts ungewoehnliches...dass aber hier ihre Aussagen oft sehr widerspruechlich und eher zweifelhaft waren, ist, was IHR geschadet hat.

Schwarzer glaubt offensichtlich bedingungslos dieser Frau, allein weil sie eine Frau ist. Zu hoffen waere, sie sei auch guten Glaubens. Ob solch bedingungsloser Glaube wirklich im Sinne der Opfer ist, moechte ich bezweifeln. Das Fragezeichen, dass ueber diesem Fall haengt, hilft niemandem, ist aber so zu akzeptieren....

Beitrag von lisasimpson 31.05.11 - 20:29 Uhr

beziehst du dich da auf den Artikel vom 17.0.2010, den ayshe gepostet hat?

ich habe die geschichte leider nicht so detailliert verfolgt, aber daß sie "offensichtlich nicht die reine wahrheit gesprochen hat" ist für mich nicht so offensichtlich.

und ich zitiere hierzu den richter in diesem verfahren

"Dass sie in einzelnen Punkten die Unwahrheit gesagt habe, bedeute nicht, dass sie deshalb insgesamt gelogen habe, betonte Seidling. "Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, stets anzunehmen, dass jemand, der in einem Nebenpunkt lügt, auch im Kernpunkt die Unwahrheit sagt."
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,765928,00.html

auf welche aussagen von schwarzer beziehst du dich?
und ja- ich denke es ist ein job einer frauenrechtlerin für frauen zu sprechen. ob sie ihr glaubt und woher sie deise nglauben nimmt- keien ahnung.
daß ein solch spektakulärer fall auswirkungen auf das anzeigverhalten von vergewaltigten frauen hat, glaube ich aber durchaus.


lisasimpson

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