Wechsel auf Montessori nach 3. bzw. 4. Klasse??

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 10:29 Uhr

Wir sind total verzweifelt. Mit dem Umzug von Niedersachsen nach Bayern fing alles an. Nie hätte ich gedacht, daß eines meiner Kinder mal "nicht aufs Gymnasium" käme. Klingt blöd, ist aber so. Mein Mann hat promoviert, ich war immerhin auf dem Gymnasium. Unser Sohn besucht jetzt die 3. Klasse. Dass er viel Unterstützung bei den Hausaufgaben braucht, ist für uns in Ordnung. Er ist einfach etwas langsamer, verträumt und fast schon zu entspannt. Vor Lernzielkontrollen versuchen wir meist erfolglos, mit ihm zu lernen. Jetzt beginnt schon die Vorpupertät und er läßt sich auch nicht mehr so viel reinreden ("das kann ich schon", "so hat die Lehrerin das nicht gesagt" usw.). Und seit der 3. Klasse haben sich die Noten drastisch verschlechtert. Nun sind wir froh, wenn es überhaupt noch mit einer Realschulempfehlung klappt. Gestern eine 5 in Deutsch hat uns den Rest gegeben. Seine Lehrerin sagt auch, er hätte zwar oft kluge Ansätze, sei aber viel zu langsam. Erst viel später falle ihm etwas ein, was vor einer halben Stunde vielleicht noch sehr hilfreich gewesen wäre. Sie gäbe solche Tipps nicht oft, aber bei ihm könne sie sich die Montessori-Schule ganz gut vorstellen. Die gibt es hier am Ort auch, als Grund- und Hauptschule. Wir wissen nicht viel von dem Konzept. Fangen an, im Internet zu recherchieren. Er würde seine Freunde verlieren (hat ohnehin schon wenig) und er will ja sowie nicht wechseln.

Gibt es unter Euch ein paar, die selbiges durchgemacht haben? Ich finde es schon schlimm, daß man in der 3. (eigentlich schon früher) den Kindern so viel Druck macht - bewußt oder unbewußt. Woher soll ein fast 9jähriger wissen, wie wichtig es ist, seine Schularbeiten gut zu erledigen um guten Noten zu erzielen und auf eine weiterführende Schule zu kommen?

Kann mir jemand ein paar wichtige Eckpunkte über das Montessori-Konzept nennen? Grundschule ist ja klassenübergreifend Jahrgang 1. - 3., Hauptschule ab 4. Jahrgang. Sollten wir andenken, unseren Sohn ein Jahr wiederholen zu lassen oder könnte er auch problemlos gleich in die 4. wechseln? Oh je, ich könnte heulen: Keine Freunde mehr.... Die meisten Kinder kommen von weit her, mit dem Zug, hier am Ort geht kaum jemand auf die Montessori. Und überhaupt sind wir nicht gerade gut integriert als Zugezogene aus dem "Norden".

Wäre dankbar für ernstgemeinte Tipps - also möglichst Erfahrungsberichte!

Beitrag von misses_b 31.05.11 - 10:39 Uhr

Hallo!

Erstmal finde ich persönlich diesen Satz voll daneben:

"Mein Mann hat promoviert, ich war immerhin auf dem Gymnasium"

Was hat diese Aussage mit der schulischen Laufbahn Deines Kindes zu tun?

Meines Wissens nach gibt es kein "Gymnasium-Gen" das vererbt wird.

Ihr seid umgezogen, nach Bayern. Es ist allgemein bekannt, das die Schulen dort wesentlich mehr Leistung fordern.

Du schreibst er ist verträumt, langsam und braucht viel Hilfe.

Das sind grundsätzlich keine Voraussetzungen für den Besuch des Gymnasiums. Weder in Bayern noch in einem anderen Bundesland.,

Wie wäre es denn, wenn Dein Kind die 3. Klasse in Bayern nochmal wiederholt?

Du solltest mal Dein eigenes Ego aussen vor lassen und überlegen, was das Beste für Dein Kind ist.

Oder schämst Du dich für Dein Kind?

Gruß

misses_b

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:07 Uhr

Das ist ja mal wieder eine typische urbia-Antwort, wie ich sie liebe .... bzw. hasse Hast Du nichts besseres zu tun, als wenige Minuten nach Einstellen eines Beitrags den User runterzuputzen?

Ich schäme mich nicht für mein Kind. Wie man ja wohl lesen kann, machen wir uns sehr wohl Gedanken! Ich hab einfach nur den persönlichen schulischen/beruflichen Background geschildert.

Mehr möchte ich Dir gar nicht schreiben. Such Dir doch ein neues Opfer.

Beitrag von misses_b 31.05.11 - 11:29 Uhr

Hallo!

Ich putze niemanden runter.

Ich suche auch keine Opfer.

Du gibst aber in Deinem Posting ganz klar zu verstehen, das Dein Kind (Vater promoviert, Mutter besuchte Gymnasium) Deine Erwartungen zu erfüllen hat und gefälligst auf das Gymnasium gehört.

Und ja, dem Text entnehme ich unterschwellig, das Du dich für Dein Kind schämst.

"Ich hätte nie erwartet das...".

Und ich stelle nochmals die - berechtigte - Frage, was der Schulische/Berufliche Background der Eltern mit der Laufbahn der Kinder zu tun hat.

Aber vielleicht kann ich das ja auch nicht richtig erfassen - ich war schließlich nur auf der Realschule!

Also sowieso unter Deinem Niveau! *ironieoff*

Ich würde mit der Lehreren überlegen, mein Kind die 3. Klasse wiederholen zu lassen.

Auch das schrieb ich schon.

Alles Gute für Euer Kind!

misses_b

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:46 Uhr

Jetzt schreib ich Dir doch nochmal zurück:

Unser Kind gehört nicht "gefälligst auf das Gymnasium". Wenn Du Dich ernsthaft für die Sache, für mein Anliegen, interessieren würdest, dann hättest Du auch mal die anderen Antworten gelesen. Stattdessen beschäftigst Du Dich damit, Eltern ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn ich mir meiner Sache so sicher wäre, würde ich nicht in einem Forum um Hilfe bitten. Also versuch es zukünftig mal mit etwas mehr Einfühlungsvermögen.

Beitrag von misses_b 31.05.11 - 11:59 Uhr

Hallo!

Meine Mitmenschen im RL halten mich eigentlich für sehr mit/einfühlsam.

Und ich habe in meinem ersten Posting auch Stellung zum Problem genommen - nämlich zu überlegen, die 3. Klasse zu wiederholen.

Nur leider wird hier im Forum immer SEHR viel Wert darauf gelegt, der Umwelt mitzuteilen, welcher Schulische Hintergrund bei den Eltern vorhanden ist.

Und da stelle ich mir - immer wieder aufs Neue - die Frage, was das mit dem eigentlichen Problem des Kindes zu tun hat.

Jeder hat seine Meinung, ich habe meine.

Ich habe durchaus gelesen das ihr versucht, Eurem Kind zu helfen.

Ich lese aber auch heraus, das es für Euch persönlich wohl nur schwer zu verkraften wäre, wenn das Gymnasium nicht erreicht würde.

Das ist MEINE Interpretation des Postings.

Gruß

misses_b

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 12:05 Uhr

Falls Du mit "RL" das reale Leben meinst, so bist Du wohl das beste Beispiel dafür, dass Internet NICHT das reale Leben ist. Hier fällt es ja offensichtleicht, zu beschimpfen und Menschen, die man nicht kennt, für etwas zu beschuldigen, sie als schlechte Eltern dastehen zu lassen oder sonstiges. Im ECHTEN LEBEN fehlt ja der Mut zu so etwas. Aber tröste Dich, von dieser Sorte Mensch gibt es unzählig viele. Damit muß man leben, wenn man es nötig hat, sich im Forum Rat zu suchen.

Beitrag von misses_b 31.05.11 - 12:10 Uhr

Hallo!

Kannst Du mir bitte die Stellen zeigen, in denen ich Dich beschimpft oder beschuldigt habe? Oder Euch als schlechte Eltern dargestellt?

Ich habe lediglich gefragt, warum eine bestimmte Information der Anfrage vorausgeschickt wurde und wozu diese Information zur Lösung des Problems gut sein soll.

Oder fühlst Du dich ertappt?

Und nein, im RL fehlt mir nicht der Mut dazu - im Gegenteil.

Gruß

misses_b

Beitrag von manavgat 31.05.11 - 10:57 Uhr

Wenn Du ein verträumtes Kind ohne intrinsische Motivation auf eine Montessori-Schule schickst, dann kann es gut sein, dass sich Dein Kind da pudelwohl fühlt, aber leider gar nichts mehr lernt... Allerdings sind nicht alle Schulen, die Montessori auf der Fahne haben gleich.

Wir haben in den letzten Jahren insgesamt 4 Kinder eine Zeitlang vollbeschult, um den Übergang von der Montessori-Schule in eine Regelschule zu gewährleisten. Zum Teil fehlte der Stoff mehrerer Schuljahre, so dass in einem Fall eine Klassenwiederholung unausweichlich war.

Ich finde es falsch, bei Problemen in der Schule zu glauben, Hauptsache Privatschule und alles wird fein.

Ich würde mir mehrere Schulen, private wie öffentliche, ansehen und dann entscheiden, was für mein Kind die beste Alternative ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:17 Uhr

Danke für Deine sachliche Antwort! Ja, es ist wirklich schwierig. Was ich so über Montessori lese, klingt, als wäre es perfekt für unseren Sohn. Wir selbst sind aber mit Sicherheit nicht die typischen Motessori-Eltern. Wir selbst haben noch ein Kind in der 2. Klasse, das im übrigen (bislang) prima zurecht kommt. Jedes Kind ist eben verschieden und so versuchen wir, herauszufinden, was wir für unseren Sohn verbessern können. Wir wollen ihn eigentlich nicht aus seinem Umfeld herausreißen. Alle anderen Schulen sind in der Großstadt. Da ist auch klar, daß er sich sozial nicht so gut festigen kann. Würde er aber an der jetzigen Schule die 3. Klasse wiederholen, wäre er mit seinem Geschwisterkind zusammen, was sicher für seine persönliche Entwicklung unvorteilhaft wäre, das wurde nämlich vorzeitig mit 5 eingeschult. Im übrigen halten wir von der ortsansässigen Schule nicht viel, hatten aber gehofft, daß wir diese Phase glimpflich überstehen können.

Sollte unser Sohn die Hauptschule besuchen müssen, so würden wir spätestens dann einen Schulwechsel wünschen, da wie gesagt die hiesige ein Graus ist. Und dass die gerne ihr eigenes Schulhaus vollbekommen müssen, muß ich wohl nicht extra erwähnen. Wir wohnen übrigens in einem 6000-Seelen-Ort.

Also nochmal danke.

Beitrag von urmel.1978 31.05.11 - 11:08 Uhr

Hallo,

schwierige Situation - ich denke da kommt viel zusammen

1. Ihr seid umgezogen - sehr weit weg. Dein Kind musste sein vertrautes Umfeld verlassen, die Schule (an die er sich als Grundschüler vermutlich gerade gewöhnt hatte), die Nachbarschaft, auch den Dialekt, die Landschaft. Das alleine ist schon viel.
2. Ihr seid am neuen Wohnort (noch) nicht gut integriert - wenige Freunde, unvertrauter Dialekt, unvertraute Bräuche - das macht Erwachsenen zu schaffen, Kindern aber auch
3. Dein Sohn ist etwas verträumt und braucht recht viel Unterstützung

Und das alles kurz vor der dritten Klasse, in der sowieso (unabhängig vom Bundesland) das schulische Tempo anzieht, und in der viele Kinder sich etwas schwerer tun...dazu kommt noch

4. Ihr als Eltern habt gewisse Erwartungen an den Bildungsgang Eurer Kinder (Abitur), dadurch baut Ihr (auch unbewusst) Druck auf, den Euer Kind spürt...

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich in der Situation einen erneuten Schulwechsel in Betracht ziehn würde. An den Punkten 1-3 kannst Du nichts ändern, du kannst nur Deinem Sohn die Zeit und Unterstützung geben, die er braucht. Und das heißt, Ihr müsst an 4 arbeiten - Euer Sohn merkt ja, dass er Euren Ansprüchen schulisch gesehen nicht genügt, was bei ihm zu einer Verweigerungshaltung führt.
Was wäre denn so schlimm daran, wenn er nicht aufs Gymnasium geht - lass ihm doch die Zeit die er braucht, um sich zu entwickeln. Er kann auch ein Spätzünder sein und sich schulisch noch ganz toll entwickeln - aber wenn er jetzt schon gefrustet ist, wird das eher nicht passieren...

Grusss

das urmel

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:23 Uhr

Möchte noch Missverständnis aufklären: Wir wohnen hier bereits 6 Jahre!

Aber mit der Integration ist das so eine Sache auf dem Land. Wir haben zwar Freunde bzw. Bekannte. Aber wenn man etwas anders geschaltet ist - unser Sohn ist nun mal kein Fußballer und eben eher der verträumte verspielte Typ im Gegensatz zu seinen ach schon so coolen Klassenkameraden - und womöglich einen Schulwechsel andenkt, wird man gleich abgestempelt. Und nein, wir haben kein Problem damit, wenn unser Sohn nicht aufs Gymnasium kommt. Wir wollen ihn doch nicht quälen. Aber wenn wir sein Lernverhalten analysieren, dann haben wir das Bedürfnis, etwas zu verändern. Wir wissen eben nur nicht, in welche Richtung. Und es ist uns zuwider, ihn zum Kinderarzt oder Psychologen zu schleppen.

Beitrag von urmel.1978 31.05.11 - 11:38 Uhr



ach soo - ich dachte dein Sohn musste aufgrund des Umzugs die Schule wechseln, und ist dann leistungsmäßig abgesackt!

Ok - dann liegt die Sache anders, und man könnte einen Schulwechsel andenken - aber dazu würde ich mir die Montessorischule genau anschauen. Bei uns in der Nähe gibt es eine (Grundschule, Kl 1-4 jahrgangsübergreifend, und Gesamtschule, Kl 5-12 nicht jahrgangsübergreifend, alle Abschlüsse) und die ist toll - die bringt auch ganz nette Kinder hervor. Da wird auch viel Wert gelegt auf Musik, Theater usw, außerdem ist sie integrativ, also mit behinderten Kindern gemeinsam, und soziales Engagement wird auch großgeschrieben...
Elternengagement wird übrigens auch viel gefordert, und ich kenne einige "unlustige" Schüler, die dort aufgeblüht sind.
Mach doch mal einen Termin aus - bei uns machen die relativ ausführliche Vorstellungsgespräche auch mit den einzelnen Kindern, um zu schauen ob das passt!

Nebenbei: ich habe meine Kinder nicht da, weil mir das Holen/Bringen zu umständlich ist (ist niccht fußläufig erreichbar), aber für die weiterführende Schule, wenn die Kinder mit dem Bus fahren können, ist es eine echte Option!

Beitrag von 3erclan 31.05.11 - 11:39 Uhr

Hallo

achso das liest sich in deinem 1.Betirag anders an.

Er geht also schon das 3.jahr in die Schule???
Ich gebe dir den tipp kopier dir alles Proben und Diktate so kannst du zuhause ein auge draufhalten wann so Tiefphasen kommen.auch denk ich ist jetzt typisch dass momentan mehr gefordert wird wir stehen kurz vor den Ferien.Die Proben müssen bis zu einem bestimmten DAtum geschrieben sein.ICh bin mir nicht ganz sicher wann der Notenschluss ist.

Evlt hat ihm das Thema nicht gepasst.Wurden sie umgesetzt evtl sitzt er neben einem sehr unruhigem Schüler und konnte sich dadurch schlechter konzentrieren??

lg

Beitrag von leahhh 31.05.11 - 11:20 Uhr

Hallo,
unsere Tochter geht auf eine Montessori-Schule. Ich habe mich schon für dieses pädagogische Konzept begeistert als ich noch keine Kinder hatte. Allerdings muss man wirklich jede Schule für sich betrachten, wie wird das Konzept umgesetzt, welche Lehrer gibt es an der Schule etc. Bei uns in der Gegend gibt es 2 Montessori -Schulen und eine davon hat einen sehr guten Ruf und die andere eben nicht.
Montessori - Pädagogik enthält viel Eigenverantwortung der Schüler. Bei uns ist es so, dass z. B. meine Tochter sehr gerne in der Freiarbeit arbeitet und auch fleißig ist, aber eher sich diese Arbeiten holt, die sie schon kann und die ihr leicht von der Hand gehen. Hier setzt allerdings unser Lehrer gut an, er fordert sie auf, auch schwierigere Arbeiten zu machen. Bei uns wird die Montessori-Pädagogik ein wenig strenger durchgeführt. Aber die Kinder werden da abholt, wo sie stehen. Zum Lernstoff kann ich nur sagen, dass unsere recht weit sind. Unser Nachbarsmädchen, welches in die Schule hier am Ort geht, ist noch nicht so weit. Auch eine befreundete Lehrerin hat mir bestätigt, dass unsere Tochter mit dem Lernstoff schon sehr weit ist. Ein großer Vorteil sind die kleinen Klassen.
Der Übergang auf die Realschule und auf das Gymnasium ist bei unserer Schule überdurchschnittlich.
Aber wie gesagt, man muss jede einzelne Schule für sich betrachten, wie die Pädagogik auch umgesetzt wird. Dieser Druck, der in den staatlichen Grundschulen herrscht, den haben unsere Kinder nicht und die Kinder sind trotzdem super motiviert. Wenn ich oft sehe, wie Kinder von befreundeten Familien häufig mit Bauchschmerzen in die Schule gehen, dann bin ich froh, dass wir uns für das Montessori-Konzept entschieden haben.
Viele Grüße Leah

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:32 Uhr

Möchte Dir für Deinen persönlichen Erfahrungsbericht danken. Ich denke wirklich, ich muß Kontakt zu Eltern hier vor Ort aufnehmen. Ist gar nicht leicht, da die meisten von weiter her kommen.

Dieser Druck an der staatlichen Grundschule macht mich auch fertig. Als mir Eltern damals im Kindergarten vom Schulstreß erzählt haben, dachte ich, daß übertrieben wird. Grundschule war nach meiner Ansicht/Erfahrung (ja, ist schon etwas länger her :-) eine unbeschwerte Zeit.

Erfreulicherweise gehen unsere Kinder mit dem Druck (noch) recht locker um. Aber die schlechten Leistungen bei unserem "Großen" drücken einfach die Stimmung. Er mag nicht lernen, versteht aber gleichzeitig den Stoff nicht. Ich hoffe auch, daß er bloß "Späterzünder" ist und irgendwann einen Entwicklungsschub macht.

Also danke nochmal.

Beitrag von 3erclan 31.05.11 - 11:28 Uhr

Hallo

wir planen nach der 4.Klase auf die Montessorischule zu wechseln.
Wir wohnen auch in Bayern und ich finde es im moment nicht dass sehr viel verlangt wird.Kann es sein dass deinem Kind Stoff fehlt???

Ich würde dir raten hol dir mal ein gutes Buch über Montessori.

IN der Schulklasse bei meiner großen wird nach Montessori gelehrt und meine nimmt es toll an und macht super Fortschritte.Mein kleiner wird hoffentlich ab de 1.Klasse in einer Montessorischule gehen nachdem er im Kiga sehr gute Erfahrungen damit macht.

WEnn du weiter Fragen hast schreib mich einfach an.

Habt ihr euch eine Schule schon angeschaut??
Hast du schon mal angerufen wegen Schulplatz?

lg

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 11:42 Uhr

Nein, wir haben uns die Schule noch nicht angesehen. Ursprünglich dachten wir, daß unser Sohn erstmal die Grundschulzeit beendet und wir dann weitersehen.

Tja und was heißt schon, Stoff fehlt? Eigentlich war seine Schwäche die Mathematik. Das 1 x 1 in der 2. Klasse fiel ihm schon schwer. Aber mit viel Üben hat er es doch einigermaßen gemeistert. Jetzt geht es natürlich immer weiter und plötzlich hat er alles vergessen. Derzeit addieren sie untereinander. Das wiederum fällt ihm recht leicht. Dafür schwächelt er in Deutsch. Beim Diktat vergißt er alle Rechtschreibregeln (finde ich ja prinzipiell gar nicht schlimm) und dann sollen die Kinder ständig etwas begründen. "Was fällt Dir auf? Woran liegt das? Erkläre (in Mathe z.B.) wann man das größte und wann man das kleinste Ergebnis in der Zahlenmauer erreicht".... usw..

Das sind dann die Eigenarten der Klassenlehrerin. Die schreibt ja auch keine Punkte an den Rand, sondern Kürzel wie MA (Mindestanforderungen) und EA (Erweiterte Anforderungen). So hatte unser Sohn z.B. eine 4, obwohl er 66 % richtig hatte. Und das ist keine Seltenheit. Für einen kleinen Fehler bekommen andere Kinder gleich eine 2, statt eine 1. Wir versuchen immer noch, das Gute hervorzuheben, ihn zu loben für die Dinge (66 % z.B.), die er richtig gemacht hat, aber da STEHT nun einmal eine 4! Das Selbstwertgefühl sinkt. Und gestern hatte er eine 5 in Deutsch, meiner Meinung nach, weil er einfach einen schlechten Tag und gar nichts verstanden hat.

Da machen wir uns jetzt halt vorzeitig Gedanken, was wir verändern können.

Beitrag von samonira 31.05.11 - 13:41 Uhr

Hi!

66% IST eine 4,
die 3 geht nur bis 70 oder gar 75% (letzteres an meiner aktuellen Schule),
die 2 bis 90%,
die 1 bis 98 oder 100%, letzteres je nach Schwierigkeitsgrad der Arbeit.

Meine Meinung:
Wenn ein Kind Mühe hat zu lernen in der Grundschule und überhaupt üben muss, ist es kein Kind fürs Gymnasium.

Zu Montessori kann ich nichts sagen, da kenne ich mich nicht aus.

Wenn du der Meinung bist, dass dein Kind ausnahmsweise einfach einen schlechten Tag hatte und das ansonsten alles kann, besteht keine Notwendigkeit, sich Sorgen zu machen.

Um auf das Gymnasium wechseln zu können, sollte er allerdings ohne Üben den Stoff beherrschen und auch über das Notwendige hinaus motiviert sein zu lernen sowie Hausaufgaben selbstständig und alleine - - - ohne Pausen - hinkriegen.

Liebe Grüße.

samonira

Beitrag von schnuputor 31.05.11 - 13:57 Uhr

Eigentlich hatte ich jetzt schon mehrfach geschrieben, daß Gymnasium längst kein Thema mehr für uns ist. Wir wollen einfach nur, daß unser Sohn wieder besser zurecht kommt und Spaß am Lernen findet, was an seiner jetzigen Schule nicht möglich ist.

Beitrag von schnuputor 07.06.11 - 09:10 Uhr

Hallo,

tut mir leid, konnte einige Zeit nicht online gehen.

Bist Du Lehrerin?

Der Notenspiegel ist ja von Schule zu Schule unterschiedlich und kann meines Wissens von der Lehrerin ja auch noch nach oben oder unten gedrückt werden, wie es gerade "gebraucht" wird, oder??!

Wir hatten jedenfalls nach der 2. Klasse einen Lehrerwechsel und seit dem werden die Kinder (nicht nur meines) systematisch klein gemacht - die Eltern ebenfalls. Da drängt sich schon der Verdacht auf, ob die einfach nur ihre hauseigene Hauptschule vollbekommen möchten. Ich beobachte jedenfalls an unserem Kind, daß er die Lust am Lernen verloren hat, weil er eben (fast) nur noch schlechte Noten nach Hause bringt. Was ja nicht heißt, daß er eine schlechte Leistung erbracht hat (außer bei der 5). Ich versuche das schon zu differenzieren und erkläre es ihm auch, damit wir eben trotzdem noch das Gute erkennen.

Aber Du hast vollkommen Recht, in unserem Fall ist das Gymnasium einfach nicht das Richtige.

Was ich über die Montessori-Schule lese, hört es sich perfekt für unseren Sohn an. Aber die Sorge ist groß, daß er sich eben nur die Rosinen rauspickt und ihm am Ende viel Stoff fehlt und er seinen Abschluß nicht schafft. Jetzt habe ich auch gelesen, dass nur auf den Hauptschulabschluß vorbereitet und dieser extern abgenommen wird, Realschule ebenso. Das hat mich total verwirrt.

Vielleicht hat ja ein anderer Schreiberling Erfahrungen damit....

Dir jedenfalls nochmal Danke!

Beitrag von samonira 07.06.11 - 22:13 Uhr

Hi!

Ja, ich bin Grundschullehrerin.

Die von mir genannte Prozentverteilung gilt zumindest hier in NRW an allen Grundschulen (soweit mir bekannt).
90 (für eine 2) bzw. 50 % (für eine 4) ist als Untergrenze üblich, die Note 3 gibt es je nach Schule bis 75 oder 70 %, die 5 bis 25%.

Bei der 1 gibt es normalerweise eine Spanne zwischen 100 und 98 %.

Bei uns an den Schulen ist das von den Fachkonferenzen und der Lehrerkonferenz festgelegt, da haben wir als Lehrer wenig Spielraum.

An allen anderen Schulen, die ich kenne, ist das ebenfalls einheitlich geregelt.

Es ist übrigens völlig normal, dass viele Kinder im 3. Schuljahr notenmäßig absacken, da der Lernstoff doch wesentlich umfangreicher, abstrakter und komplexer wird.

Meist fiel/fällt das zusammen mit einem Entwicklungssprung, den die Kinder in genau dem Alter machen.
Durch die immer frühere Einschulung sind aber manche Kinder heute eben noch nicht so weit, außerdem gibts natürlich immer sogenannte "Spätzünder", unabhängig vom Alter.

Für mich kommt es so rüber, dass du deinen Sohn tröstest und bemitleidest und die "wirkliche" Schuld woanders suchst.

Stattdessen solltest du mit ihm gemeinsam gucken, was diesmal geklappt hat oder eben auch nicht so geklappt hat und WARUM.
Macht er Flüchtigkeitsfehler?
Liest er Aufgabenstellungen nicht aufmerksam?
Hat er bestimmte Aufgabenformen/Regeln noch nicht verstanden?
Verwechselt er Begriffe oder Rechenzeichen/-arten?
Ist er vorher zu unsicher oder zu sicher (auch DAS gibts!)?
Hat er Schwierigkeiten mit seinem Arbeitstempo?
Hält er es nicht für nötig, seine Arbeit vor der Abgabe nochmal zu überprüfen?
Findet er seine Fehler selber und kann diese selbstständig verbessern?
Kann er sich (und dir) erklären, was falsch war und/oder, wie es richtig gemacht wird?

Erst wenn Ihr wisst, woran seine Schwierigkeiten liegen, könnt ihr etwas daran ändern.
Noch genauer: Erst wenn ER weiß, wo seine Schwierigkeiten liegen, kann ER was daran ändern.

Noch etwas: Ich hatte vor einigen Monaten einen Fall, wo einzelne Eltern massiv etwas gegen mich hatten. Ein Mädchen hatte regelrecht Panik vor meinem Unterrichtsfach (nicht vor mir!).

Als ich das dann endlich mit den Eltern geklärt hatte (die Hintergründe würden jetzt zu weit führen), wurde dieses Mädchen schlagartig um zwei Noten besser, nur weil die Aversion der Eltern gegen mich ausgeräumt war!

Ich habe selber 2 Jungs, und für mich war immer nur wichtig, wie SIE mit ihren Erzieherinnen (im Kindergarten) und später mit ihren Lehrern/Lehrerinnen auskamen.
Da war es völlig egal, ob ich diese oder jenen nicht ausstehen konnte, ich hab mich und meine Meinungen da tunlichst rausgehalten.
Besser ist das.;-)

Also: Tu deinem Sohn und dir selbst den Gefallen, ihn in seinen schulischen Sachen zu unterstützen.
Betreibe gemeinsam mit ihm Ursachenforschung, evtl. auch mit Hilfe der Lehrkraft (gemeinsam!!!).
Lass sonstige Schuldzuweisungen und Unterstellungen außen vor (du kannst sie ja ruhig in deinem Kopf haben, aber lass sie auch da!!!).
Gib deinem Sohn Mut und Zuversicht.
Lass ihn spüren, dass du an ihn glaubst und zu ihm stehst und ihn liebhast, unabhängig von schulischen oder sonstigen Leistungen.

Ich wünsche euch alles Gute!

Liebe Grüße,

samonira

Beitrag von schnuputor 08.06.11 - 16:32 Uhr

Hallo samonira,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Was Deine aufgeworfenen Fragen betrifft, so können wir sicher 2/3 mit "Ja" beantworten.

Mir ist ganz klar, daß ich die "Schuld" nicht bei anderen suchen darf. Die Lehrerin ist eben ganz speziell. Ich höre viel von anderen Eltern und was so im Unterricht abgeht. Mein Sohn hält sich da eher bedeckt bzw. ich will ihn ja auch nicht ausfragen, geschweige denn aufhetzen oder ähnliches. Schließlich muß er nun 2 Jahre mit ihr auskommen. Und das klappt sogar noch recht gut - wenn man mal die schlechten Proben außen vor läßt. Er geht noch relativ gerne zur Schule (im Vergleich zu anderen). Und wenn ich mal in die Gunst eines persönlichen Gesprächs komme (man "darf" pro Halbjahr nur 1 x kommen ;-)), dann ist es relativ sympathisch. Ich will ja auch nicht, daß es unser Sohn zusätzlich schwerer hat.

Mit unserem Sohn besprechen wir hinterher eigentlich immer, was gut und was schlecht gelaufen ist in der letzten Probe. Manchmal weiß er es schon, eben weil es schon in der Schule durchgesprochen wurde. Manchmal verwechselt er einfach was, versteht die Arbeitsanweisung nicht und dann kommen noch die Flüchtigkeitsfehler, die dann bestimmt gleich eine Note ausmachen. Da schreibt er plötzlich Pappa !!! usw... Zu Hause zeigt er sich eigentlich weder außerordentlich aufgeregt, noch zu sicher. Erst neulich hat er gesagt, daß die Probe mittelschwer war und er das bewußt sage, weil er sonst womöglich daneben liege....

Wie schon erwähnt, versuchen wir jetzt etwas Ruhe einkehren zu lassen. Im neuen Schuljahr starten wir hoffentlich mit neuer Energie. Die Frage, ob Montessori ja oder nein, bleibt weiterhin im Raum stehen. Wir sind noch unschlüssig.

Im übrigen glauben wir auch, daß unser Sohn einfach ein Spätzünder ist, im Positiven. Er wurde damals im Sept. 6 J., 2 Tage vor der Einschulung. Im Kiga und auch zu Hause gab es keinerlei Anzeichen dafür, daß er besser ein Jahr später in die Schule gehen sollte. Unser Sohn ist ein Träumer, ein Verspielter, liebt es noch, mit Traktoren auf den Knien rumzurutschen und feiert die Geburtstage seiner Lieblingskuscheltiere, während manche Klassenkameraden schon den bloßen Spielplatz als Babykram empfinden! #kratz

Nochmal ein großes Dankeschön an Dich!

#blume

Beitrag von delfinchen 31.05.11 - 16:18 Uhr

Hallo,

das sind keine "Eigenarten" der Lehrerin, das sind die neusten "Forderungen" von ganz oben, dass mit MA und ES gearbeitet wird. Wenn man nur die MA erfüllt, aber bei keiner Aufgabe die EA, dann ist das nun mal eine3 - 4, selbst, wenn die MA fehlerfrei gemeistert wurden.
Die Aufgabenstellung "Woran liegt das..." sind Teile der "neuen Aufgabenkultur" und ebenfalls mehr oder weniger Pflicht, ob man das gutheißt oder nicht, jedenfalls scheint eure Lehrerin sehr "aktuell" zu sein.
Die "Erkläre-"Aufgaben sind Teile des erhöhten Anforderungsniveaus, es werden eben Transfer und Problemlösendes Denken eingefordert und nicht nur Reproduktion (beispielsweise eine 1x1-Reihe aufsagen) und Reorganisation (Teilen und Malnehmen durcheinander).

Ich hab weiter unten noch geantwortet, wollte hier nur ganz kurz erklären, dass die Aufgabenstellung der Lehrerin keineswegs ungewöhnlich, wenn auch "modern, sind.

LG,
delfinchen

Beitrag von schnuputor 03.06.11 - 15:02 Uhr

Sorry, dass ich so spät antworte. Bin ja erleichtert, daß diese Methode überhaupt bekannt ist. Hab im Internet darüber nämlich nichts gefunden. Wir können hier eben immer nur mit der Parallelklasse vergleichen, daß wird eben nach der altmodischen Methode bewertet und es gibt einen deutlich besseren Schnitt. Und da kann man sehr wohl eine 1 schaffen, wenn man etwas falsch hat. Unsere Lehrerin sagt ja, bei einer 2 hat man alles richtig, bei einer 1 perfekt. 1er gibt es demnach nicht mehr.

Bei unserem Sohn ist es im übrigen oft so, daß er die MAs verhaut und bei den EAs erfolgreicht ist ...

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