Umzug und Neuanfang trotz "Altlasten" ???

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von nordlicht.hb 31.05.11 - 12:50 Uhr

Hallo zusammen.

Unsere kleine Familie ist neu hier, und werden gleich mal das Forum nutzen.

Sehr komplexes Thema. Es geht in erster Linie natürlich um die lieben guten Finanzen ;)

Zu unserer Wohn-Situation:
- Wir sind eine kleine Familie. Wir selber sind in den 30ern, unsere Tochter wird im Spätsommer 4. Zudem haben wir noch einen Labrador.
- Wir haben eine 3-Zi.-Eigentumswohnung die wir aber vermietet haben. Ist natürlich noch nicht abbezahlt. Miete deckt mit etwas "+" den Abtrag. Verkauf würde sich finanziell nicht lohnen.
- Derzeit wohnen wir mit den Schwiegereltern zusammen (großes Haus, Wohnsituation: unten Schwiegereltern, oben wir).
- Spätestens im Frühjahr/Sommer 2012 müssen wir aber raus. Schwiegereltern haben das Haus verkauft und bauen ein neues, kleineres. Ohne uns. Lange Geschichte, soll soweit reichen ;)

Zu unserer finanziellen Situation:
- Bei der Bank haben wir noch Altlasten durch Vorfälligkeitszinsen (Verkauf unseres alten EFH) und Umzugskosten in Höhe von € 13.500,-. Diese werden monatlich mit € 300,- noch bis Ende 2015 getilgt.
- Zudem haben wir noch einen KFZ-Kredit in Höhe von € 3.700,- der noch knapp 18 Monate läuft.
- Unsere vermietete Eigentumswohnung wird wohl dieses Jahr noch eine neue Außendämmung bekommen (bzw. das ganze Haus). Wenn es schlecht läuft, müssen wir hier € 3.500,- aus eigener Tasche finanzieren.

Finanziell kommen wir soweit bisher über die Runden, haben beide einen ganz guten unkündbaren Job. Wir haben zusammen ca. € 3.200,- zur Verfügung. Wir konnten nebenher immer etwas zur Seite legen. Leider ist das Angesparte gerade weg: hohe Nachzahlungen (Heizung, Wasser etc...), TV kaputt = neuer musste her, eine große Autoreparatur und der Sommerurlaub steht auch schon fest. Ja, so ist das Leben ;)

Wir haben schon lange den großen Wunsch so schnell es geht nach Süddeutschland ins Alpenvorland zu ziehen. Dort hängt einfach unser Herz, und wir sind zeitweise sehr wehmütig, wenn wir nicht dort sind. Jetzt ist es so, das wir beruflich dort ohne weiteres Fuß fassen könnten. Gute Angebote von neuen Arbeitgebern liegen vor. Wir könnten beliebig anfangen (01.10.11, 01.01.11, 01.04.12). Vom Gehalt wurde das ganze erstmal gleich bleiben.

Jetzt ist die große Frage: was machen wir? Hierbleiben bis unsere Schulden komplett abbezahlt sind (offiziell 2015, mit viel sparen und verzichten evtl. auch schon 2013) und hoffen, das sich uns dann beruflich weiterhin die Chance bietet? Und viel Später als 2013 wäre für unsere Tochter schlecht. 2013 würde sie in die Schule kommen. Ein Schulwechsel 2 Jahre später wäre nicht ideal denke ich.

Alternative: Die jetzt vorhandene Chance nutzen? Umzug mit den o.g. "Altlasten" (evtl. Umschulden)? Natürlich kämen mit dem Umzug zusätzlich einige Kosten auf uns zu. Das ginge z.b. nur mit einem Umzugsunternehmen. Kosten ca. € 1.500,- bis € 2.000,-. Zudem eine relativ hohe Mietkautionen (€ ca. 1.800,-), da hohe Mieten. Also für den Umzug kämen gute € 4.000,- dazu! Die Kosten für Umzug und Kaution könnten wir zum größten Teil selber ansparen, wenn wir bis zum 01.04.2012 warten würden. Evtl. wäre dann das Auto auch schon abbezahlt (durch eine "Spende" der Eltern)...

Für uns ist das eine ganze schwere Situation. Da bei uns wie oben geschrieben eh ein Wohnungswechsel ansteht. Gut wir könnten unserer Mieterin kündigen (Eigenbedarf) und dann wieder unsere Eigentumswohnung für die Übergangszeit bewohnen. Aber dann würde 2 Jahre später schon wieder ein Umzug anstehen... Wohl ist uns dabei nicht. Wir möchten auch irgendwann mal angekommen sein. Andererseits wollen wir auch nicht mit einem zu hohen Schuldenberg umziehen. Nicht das das Geld dann vorne und hinten nicht reicht.

Mit unserer Hausbank (Sparkasse) haben wir bisher noch nicht gesprochen. Wollten uns selber erstmal im klaren sein, was wir uns vorstellen können. Die Bank wird wahrscheinlich eh versuchen, einen für die Sparkasse lukrativen Kredit zu ermöglichen ;)

Wir freuen uns über Eure Tipps, Kritik oder auch eigene Erfahrungen!

LG

Beitrag von wemauchimmer 31.05.11 - 14:02 Uhr

Hi nordlicht,

ohne natürlich alle Details zu kennen, würde ich schon sagen, an Eurer Stelle tät ich ganz schnell umziehen, genau aus den Gründen:
- die beruflichen Chancen sind jetzt da, wer weiß, wie es in 2 oder 4 Jahren aussieht. Generell nehmen die Chancen mit dem Alter ab.
- Je jünger Euer Kind, umso leichter fällt ihm der Umzug
- es ist für Euch doch nicht schön in Eurem jetzigen Umfeld, Ihr wollt quasi nur noch weg, das belastet Euch doch nur.

In meinen Augen wäre es doch relativ naheliegend, wenn Ihr die vorhandene Eigentumswohnung verkauft. Daß Ihr dabei Verlust macht, ist doch nahezu normal bei einer Wohnung in Norddeutschland. Da übersteigt halt das Angebot mehr und mehr die Nachfrage mit entsprechender Auswirkung auf die Preise. Wollt Ihr wirklich die Wohnung noch jahrelang halten und ihr beim weiteren Wertverlust zusehen? Wollt Ihr ggfs nach einem Umzug noch die Verwaltung einer Wohnung weit, weit weg an der Backe haben?
Verkauft sie, das ist sozusagen das Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende, hoffentlich reichts ja für Eure Schulden und vielleicht ein kleines Pölsterchen am neuen Wohnort.

LG

Beitrag von fuxx 31.05.11 - 16:12 Uhr

Hallo Nordlicht,

habe ich es richtig verstanden, dass es bei Deiner Überlegung lediglich um die 4000 Euro Umzugskosten geht, die Ihr größtenteils sogar noch selbst zusammensparen könnt? Oder sind die Mieten in Süddeutschland auch höher, weil ihr ja momentan bei den Schwiegereltern lebt?

Wenn Ihr trotz höhere Miete weiterhin gut über die Runden kommt, würde ich die 4000 Euro auf jeden Fall für die Erfüllung des Herzenswunsches zahlen.

#klee

Beitrag von ballroomy 31.05.11 - 17:01 Uhr

Ich würde auch versuchen die Wohnung zu verkaufen und dann oder auch schon vorher umzuziehen.

Vielleicht bekommt Ihr auch einen Zuschuss zu den Umzugskosten vom neuen Arbeitgeber?

Beitrag von nordlicht.hb 31.05.11 - 18:04 Uhr

@wemauchimmer:
Deine Gründe sind auch unsere Gründe. Wir wollen aber auch so wenig Risiko wie möglich. schließlich haben wir eine Tochter ;)

Leider wird das mit dem Verkauf der Eigentumswohnung schwierig. wie schon geschrieben, ist diese noch nicht abgezahlt. So alt sind wir ja noch nicht ;) Kurzfristig werden wir sie wohl nur so verkauft bekommen, das wir vielleicht den offenen Betrag tilgen könnten. Dann kommen aber auch wieder Vorfälligkeitszinsen der Bank hinzu. Und das wären dann zusätzliche Schulden für uns. Das wollen wir auf keinen Fall! Sonst wär das alles kein Problem und hätten die Wohnung schon längst verkauft.
Die Verwaltung der Wohnung aus der Ferne ist nicht so das Problem. 1. gibt es eine Hausverwaltung, die sich um das Meiste kümmert. 2. Haben wir Familie vor Ort. Und 3. vermieten wir nur mit Makler. Wir haben selber also nichts mit der Wohnung zu tun.


@fuxx:
Es geht um die 4000,- für den Umzug, und möglichst um die 3.700,- für das Auto. Da hätten wir die Chance, das unsere Eltern uns evtl. davon entlasten könnten.
Natürlich sind die Mieten in Oberbayern höher. Gerade im Alpenvorland. Dafür wohnt man halt dort, wo andere Urlaub machen. Dieser Freizeitwert ist ungeschlagen und den Mehrpreis allemahl wert.
Wenn wir jetzt mal ganz grob kalkulieren: Wenn ich alles vom Gehalt abziehe von den Altlasten bis zum Haushaltsgeld bleiben 500,- übrig wenn ich die neue Warmmiete sehr hoch ansetze. Also 500,- für Freizeit, Spaß, Klamotten. Wenn der KFZ-Kredit wegfällt sind es 700,- die monatlich übrig bleiben. Sollte reichen. Trotzdem sind wir uns unsicher. Wenn wir die Altlasten nicht mehr hätten, dann wären 1000,- im Monat über. Dann könnte man auch wieder ans zusätzliche ansparen denken.


@ballroomy:
Auf den Zuschuss zu den Umzugskosten hoffen wir natürlich. Wird sich aber erst in einem persönlichen Gespräch mit dem neuen Arbeitgeber klären. Wir bereiten gerade alle Unterlagen vor, und wollen eigentlich im August schonmal "vorstellig" werden. Auch wenn es für uns am besten ist erst am 01.04.2012 anzufangen. Oder ist der Termin im August dafür zu früh?


In der Vergangenheit haben wir schon soviel Pech gehabt. Jetzt wollen wir, wie sagt man so schön "neu anfangen". Und das an dem Ort, wo unser Herz hängengeblieben ist. Wir sehen das auch positiv, trotzdem hat man Angst einen Fehler zu machen. Unsere "Altlasten" sind ja nicht gerade wenig. Klar, andere haben mehr. Aber da wollen wir auf keinen Fall hin!

Freuen uns weiterhin über Eure Meinungen ;)

LG