Meine Tochter (10) und ich ...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von maha 31.05.11 - 18:32 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich muss mich mal auskotzen.
Meine Tochter ist 10. Grundlegend ein wirklich liebes Mädchen.
In letzter Zeit bringen mich allerdings Kleinigkeiten auf die Palme. Ich versuche mich zu bremsen und nicht laut zu werden,aber oft fühle ich mich von ihr provoziert oder geärgert. ich mache so viel für Sie und versuche auch viel zu ermöglichen..umso schneller bin ich verärgert.

Teilweise habe ich das Gefühl ich mutiere zum kleinen Choleriker :-(
Manchmal fühle ich mich nicht wie eine Mutti sondern mehr wie eine genervte große Schwester. Das macht mir wirklich Angst.
Vor allem spüre ich wie ich mich immer mehr distanziere..ich mag nicht mehr so viel kuscheln wie früher usw. (wobei das vielleicht auch normal ist wenn die Kids älter werden?)

Um eins klar zustellen, ich werde nicht handgreiflich oder bin brutal..aber mich belastet es selbst, wenn ich schnell laut werde und fühle mich schlecht.

Es sind so Dinge wie Respektlosigkeit oder absichtliches Provozieren usw.
Manchmal denke ich, sie denkt ich bin ein Klassenkamerad und nicht ihre Mutter, was mich tierisch ärgert.

ich versuche mich natürlich auszubremsen - aber manchmal ist es dann zu spät und ich ärgere mich über sie UND mich.

Es ist wirklich frustrierend...

...kennt ihr das ?

LG
Steffi

Beitrag von lisasimpson 31.05.11 - 20:16 Uhr

was würde dir denn helfen wieder eher in die Mutterrolle zu kommen?

lisasimpson

Beitrag von locke1910 31.05.11 - 21:23 Uhr

Hi.
Ist auch eine schwierige Zeit - sie wird größer, verändert sich, ist eben auf dem Weg, eine junge Erwachsene zu werden... Und ist kein kleines Mäuschen mehr.
Umgekehrt mußt ja auch DU in der Rolle einer Mutter einer Heranwachsenden Deinen Platz finden - auch nicht leicht!
Redet miteinander, findet heraus, was sie sich wünscht und braucht und umgekehrt Du ebenso...
Mit zehn verstehen sie viel mehr und vielleicht tut es Euch beiden gut, mal darüber zu reden, wie Eure Vorstellungen jeweils sind?
Alles Gute, Locke

Beitrag von jazzbassist 31.05.11 - 23:34 Uhr

Also das Kinder mit dem Alter immer weniger mit den Eltern kuscheln oder unseren rat hören wollen/Hilfe brauchen etc., finde ich eine ziemlich normale Entwicklung.

So Dinge wie Respektlosigkeit oder absichtliches Provozieren kenne ich von meinem Kurzen jetzt - zumindest im Alltag - nicht. Was mit Beginn der Pubertät aber merklich hinzugekommen ist, dass so Situationen der Meinungsverschiedenheiten über Freiräume (Uhrzeiten, wann er Abends zu Hause sein soll; höhe des Taschengeldes; darf er dieses oder jenes) wesentlich anstrengender geworden sind. Also absichtliches Provozieren gab es in solchen Situationen dann durchaus mal, und, er verkündet seinen Frust über seine »gemeinen Eltern, die ihm nie etwas erlauben« dann auch gerne mal; ich würde das aber keine Respektlosigkeit nennen, da es da in 99,9% aller Fälle noch in einem Rahmen bleibt, der für meine Frau und mich noch legitim ist. Zumindest war ich da in seinem Alter auch nicht besser #schein.

Frustrierend finde ich da eher, wenn man dann bei diesen Meinungsverschiedenheiten nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kommt, mit dem irgendwie beide Parteien (Eltern und Kind) noch glücklich sind. Im Regelfall muss unser Sohn dann halt ins Gras beißen und mit »gemeinen Eltern« leben; mir fällt jetzt spontan nur ein einziges Beispiel ein, wo es andersrum ist. Wobei das bei den Fällen, wo unser Sohn den Kürzeren zieht, im Regelfall eher daran liegt, dass die Vorstellung von Freiräumen bei meinem Kurzen manchmal jeglichem gesunden Menschenverstand widersprechen :-p Das ist eigentlich das, was ich - zumindest seit der Pubertät - manchmal frustrierend finde. Das ich mich mit meinem Sohn über völlig absurde Sachen streiten muss. Seien es irgendwelche brutalen Horrorfilme, die er mit seinen 12 Jahren unbedingt gucken möchte, oder bis Mitternacht bei irgendwelchen Skateparks rumhängen möchte etc. Also Themen, wo m.E. jegliche Relation zum Alter fehlt.

Als Klassenkamerad meines Sohnes sehe ich mich aber nicht. Auch wenn er mit seiner Freundin sicherlich genau so viel streitet, wie mit uns #schwitz. Zumindest nicht - solange ich ihm notfalls noch Stubenarrest androhen kann, um eine Diskussion irgendwann dann doch mal zu beenden #schein.

Was sind denn bei Ihnen so typische Situationen, wo Sie sich »provoziert« oder »respektlos behandelt« oder »als Freund ihrer Tochter behandelt« fühlen?

Beitrag von binecz 01.06.11 - 15:41 Uhr

Ich habe es so verstanden das TE weniger mit der Tochter kuscheln möchte und selbst das Gefühl hat sie distanziert sich von ihrer Tochter....

Beitrag von jazzbassist 01.06.11 - 17:49 Uhr

Oh - dass hatte ich gar nicht richtig gelesen #schein.

Aber ja - auch ich habe das Gefühl, dass ich mich immer weiter von meinem Sohn distanziere; was m.E. einfach daran liegt, dass er halt älter wird, immer mehr Freiräume gewinnt und immer mehr Entscheidungen selbst oder alleine trifft/treffen möchte und ich schon länger feststellt habe, dass ihm sein bester Freund und seine Freundin nicht weniger wichtig sind, als seine Eltern.

Beitrag von umsche 01.06.11 - 14:20 Uhr

Die Pubertät lässt grüßen! http://de.wikipedia.org/wiki/Pubert%C3%A4t

Beitrag von claudi2712 01.06.11 - 14:21 Uhr

Hallo Steffi,

beim Lesen ist mir ziemlich schnell aufgefallen, dass Du eine unheimliche Erwartungshaltung hast. Dinge, die Du für sie tust, sollen von ihr mit besonderer Höflichkeit, Zuneigung honoriert werden.

Vielleicht stimmt die Einstellung zum Mutter/Kind-Verhältnis nicht mehr?

VG
Claudia

Beitrag von starshine 08.06.11 - 11:52 Uhr

Willkommen in der Vorpubertät. Ich gehe da nun schon zum 2. Mal durch...

Bitte mache Dir eines glasklar: Du bist der Erwachsene und sie ist das Kind! Das heisst nicht, dass Du Härte an den Tag legen solltest sondern die Frozzelein nicht persönlich nehmen! Sie versucht sich abzugrenzen und provoziert Dich und Du solltest genau das nicht tun: Dich provozieren lassen!

Warum erwartest Du Gegenleistungen oder Liebesbeweise für das was Du für Dein Kind tust? Das scheint mir wirklich schräg...

Auch dass Du Dich emotional von Deiner Tochter entfernst deswegen finde ich ziemlich bedenklich.... vielleicht solltest Du mit einem Therapeuten daran arbeiten, denn die Pubertät hat a) noch nicht völlig eingesetzt und b) dauert noch laaaaange!