2 wö. Praktikum vor Einstellung? Wie machbar?

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Beitrag von emestesi - 05.06.11 - 19:40 Uhr

Hallo Zusammen,

da der Betreff leider immer nur wenig Platz hat, musste ich es relativ offen verfassen, hoffe aber, dass ich einige Antworten bekomme.

Zu meinem Problem: Ich bin noch bei meinem bisherigen Arbeitgeber in Festanstellung, möchte aber aus persönlichen Gründen, die ich hier nicht näher bekunden möchte, kündigen. Nun hatte ich letzten Mittwoch ein sehr gutes Vorstellungsgespräch bei einem überaus interessanten Betrieb und man signalisierte mir großes Interesse und dass man mich gern einstellen würde. Jedoch erwartet man hier von jedem neuen Arbeitnehmer ein zweiwöchiges Praktikum, bevor man sich endgültig für eine Einstellung entscheidet. Grund ist, dass man gern auf "langjährige" Mitarbeiter setzt und nur ungern "die Katze im Sack" kauft. Bisher war ich der Meinung, dass dafür ja die Probezeit gedacht ist und war - gelinde gesagt - irritiert.

Zudem bin ich - wie gesagt - in ungekündigter Stellung tätig und müsste dieses Praktikum also quasi vor meiner Kündigung beantragen; ist ja dann so etwas wie eine "Nebentätigkeit" - einfach Urlaub nehmen und im "geheimen" agieren geht nicht. Wenn das heraus kommt - und da, wo ich lebe, ist es wirklich ein "Dorf " und Neuigkeiten gehen hier in der Wirtschaftswelt ganz schnell herum -, bin ich sofort meinen jetzigen Job los. Ganz offen zu sagen, dass ich in dieser Firma ein Praktikum machen müsste, um den Job zu bekommen, kann ich aber natürlich auch nicht. Welcher Chef würde wohl DAS mitmachen ohne den Braten zu riechen? Selbst bei unbezahltem Urlaub nicht. Zumal ich das auch nicht machen kann, da wir halt auch nicht die Gelder auf der Fensterbank liegen haben.

Nun sitze ich also da und habe den wirklich superspannenden Job in Aussicht, kann aber nicht mal eben so dieses Praktikum machen. Ich müsste schon offiziell kündigen und alles auf eine Karte setzen. Das will ich aber auch nicht, denn immerhin ist mein bestehender Job gut bezahlt und sicher. Im Worst-Case hieße das nämlich: Ich kündige, das Praktikum haut nicht so hin wie gewünscht und dann stehe ich ohne alles da.

Habt ihr vielleicht Tipps für mich, was ich tun kann? Tatsache ist, ich will aus meinem bestehenden Arbeitsverhältnis raus. Es ist auch nicht ganz einfach, in meiner Region & in meiner Branche was wirklich gutes zu finden und in sofern ist der in Aussicht stehende Job schon so etwas wie ein Pokal für mich. Aber dieses verlangte Vorab-Praktikum ist für mich aus meinem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus so nicht umsetzbar ohne dass die Fetzen fliegen. Oder gibt es einen Mittelweg?? Andere Ideen?

Für Vorschläge wäre ich wirklich sehr dankbar.

Liebe Grüße von Emestesi

Beitrag von susannea - 05.06.11 - 20:29 Uhr

Soviel ich weiß brauchst du für eine Praktikum keine Zustimmung des Ag, sprich du könntest doch Urlaub nehmen und dann das Praktikum machen!

Beitrag von musterli70 - 06.06.11 - 06:26 Uhr

Verträgt sich nicht so ganz mit dem Bundesurlaubsgesetz, der Urlaub soll zur Erholung gelten und nicht zur Arbeit, insbesondere der Urlaub ab 2 Wochen, den einem der AG meines Wissens nach auch nur einmal im Jahr am Stück genehmigen muss.

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 07:11 Uhr

DAs ist doch eine blödsinnige Begründung, dann dürftest du nie zum Umziehen, zum Renovieren, zum Kinder bekommen und betreuen usw. Urlaub nehmen, denn das ist auch alles keine Erholung!

Beitrag von windsbraut69 - 06.06.11 - 07:35 Uhr

Urlaub, um anderweitig zu arbeiten, ist was anderes als ein Urlaub, um umzuziehen.

Gruß,

W

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 07:55 Uhr

Sie macht ein Praktikum, das ist was anderes als bezahlt ;)

Beitrag von windsbraut69 - 06.06.11 - 09:28 Uhr

Es geht nicht um die Vergütung, sondern um die Arbeitskraft.

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 10:33 Uhr

Die nutzt du beim Renovieren auch anders.

Ein Praktikum ist und bleibt meines Wissens keine Problem.
Frage ist nur, warum sollte sie es überhaupt machen, denn ich denke, da will jemand nur billige Arbeitskräfte haben!

Beitrag von musterli70 - 06.06.11 - 09:37 Uhr

Ist sogar ein Kündigungsgrund wenns der derzeitige Arbeitgeber mitbekommt.
Man stelle sich jetzt mal vor das Praktikum verläuft nicht so wie es der vermeindlich neue Chef will und aus dem Job wird nix, der alte Chef bekommt irgendwie davon Wind.
Viel Spaß bei den 12 Wochen Sperre vom Amt.

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 10:33 Uhr

Das Gesetz zeig mir mal bitte!

Beitrag von musterli70 - 06.06.11 - 11:19 Uhr

Welches, das mit dem Urlaub, oder das mit dem Kündigungsgrund wenn Arbeitskraft unangemeldet bei anderem Arbeitgeber eingesetzt wird ?

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 11:54 Uhr

Das wo steht, dass du ein unbezahltes Praktikum nicht während des Urlaubs machen darfst und das das ein fristloser Kündigungsgrund ist!

Beitrag von musterli70 - 06.06.11 - 13:19 Uhr

Keine Ahnung was Du dafür ne Rechtsgrundlage brauchst, es ist Arbeit und Arbeit nebenher muss angemeldet sein, egal obs Geld gibt, oder nicht.
Darüber hinaus ist die Person im Praktikum nicht versichert.

Beitrag von susannea - 06.06.11 - 13:23 Uhr

Wo hast du denn den Blödsinn her, Praktikum ist keine Arbeit und mit einem entsprechenden Vertrag ist sie auch versichert.
Das hängt eben davon ab, wie das die Firma machen will!

Aber sag doch gleich, du hast einfach keine Grundlage für deine Behauptung!

Beitrag von musterli70 - 06.06.11 - 18:52 Uhr

Du Recht, ich Ruhe, hoffe die Person wendet sich vertrauensvoll an Dich, wenn sie mit Deinen Ratschlägen auf die Nase gefallen ist ;)

Beitrag von demy - 05.06.11 - 20:32 Uhr

Hallo,
so eine Forderung egal für welche Stelle wäre für mich ein absolutes k.o. Kriterium.

Grundsätzlich ist für das "beschnuppern" die Probezeit da.
Es bedarf dafür kein 2 wöchiges Praktikum vor Antritt.

Ich würde der Forderung eine Absage erteilen und zwar ziemlich eindeutig und detailiert begründet.

Sag dem potenziellen AG dass so ein Ansinnen schlicht nicht umsetzbar ist, da es für dich mit unkalkulierbaren Risiken behaftet ist.
Möchte er dich als Fachkraft, dann muss er auf so ein Ansinnen schlicht verzichten.

Gruß
Demy

Beitrag von anyca - 05.06.11 - 20:38 Uhr

Sehe ich auch so. Rauswerfen können sie Dich auch in der Probezeit, in Deiner Situation ist ein Praktikum nicht möglich. Wenn sie dich wirklich wollen, dann müssen sie das ohne Praktikum machen.

Beitrag von sassi31 - 06.06.11 - 00:26 Uhr

Sehe ich auch so.

Der potentielle neue AG weiß, dass die TE in ungekündigter Stellung ist und da kann er sowas wohl kaum erwarten. Außerdem gibts dafür die Probezeit.

Beitrag von emestesi - 05.06.11 - 21:55 Uhr

Hallo ihr!

DANKE für eure Antworten. Ja, ich hab mir selbst eigentlich schon gesagt, dass es quasi ein K.O.-Kriterium ist, aber heutzutage muss frau ja fast schon nach jedem Strohhalm greifen.

Ich für mich habe mir schon zurecht gelegt, ein freundliches Anschreiben zu formulieren, in welchem ich klar machen möchte, dass wenn man sich für mich entscheidet, es schon von Anfang tun sollte und dass für ein Austesten die Probezeit gedacht sein sollte. Ich bin eben eine Jemandin, die noch in einem festen Arbeitsverhältnis steht und da kann frau halt nicht mal eben mal in ein Praktikum starten.

So what? Hopp oder Top!

Danke euch für eure Einschätzungen :-)

VLG Emestesi

Beitrag von vwpassat - 05.06.11 - 22:16 Uhr

Genauso machst Du es.

Du wirst vo der Firma eh nichts mehr hören, denn wer 2 Wochen Praktikum verlangt, der setzt gaantiert nicht auf langjährige Mitarbeiter!

Beitrag von lexika - 05.06.11 - 22:25 Uhr

Hallo,

Ich würde ganz lieb bei der neuen Firma fragen wie sie sich das denn genau vorstellen?

Ein Praktikum ist immer über jemand zweiten vermittelt (nicht ganz das richtige Wort - ist schon spät) der dann im Zweifelsfall den Kopf hinhalten muss wenn etwas passiert. Bei Schülern im Berufspraktikum ist das die Schule, bei Arbeitslosen das Arbeitsamt.... Darum wollen die auch immer einen Praktikumsvertrag

Wie wärst Du denn dann versichert? Was genau würde in deinem Praktikumsvertrag drin stehen?

Das Problem ob ich in der Zeit überhaupt frei bekomme wäre dann sekundär.

Lg, Christine

Beitrag von fancy82 - 06.06.11 - 09:29 Uhr

Lass die finger davon.

eben dafür gibt es die probezeit. wenn das der potentielle neue AG nicht akzeptiert, ist er eh nicht der richtige.

letztlich wärst du der depp, der ohne job dasteht. wenn du deinem jetzigen AG sagst, dass du evtl. wechselst und dafür für ein praktikum freigestellt werden willst, gibt das nicht böses blut?! wenn es dann nichts wird, wäre die stimmung/das vertrauen irgendwie gestört... "die würde ja am liebsten einen anderen job machen", ggf. mündet das in eine kündigung, wäre mir alles zu heikel. und im urlaub darst du so etwas gar nicht, ist schließlich zu deiner erholung gedacht.

ich persönlich habe die erfahrung gemacht, dass die firmen, wo erst ein praktikum gefordert wird, ziemlich unseriös sind, besonders wenn es 14 tage sein sollen (od noch länger), 1-2 tage wären ja noch ok (würde ich ggf. dann doch während urlaub machen). oft werden tätigkeiten immer mit anderen praktikanten besetzt. 1x hieß es 14 tage praktikum wg einarbeitung. was war? ich sollte alleine dort die stellung halten und arbeiten!

viel glück

Beitrag von manavgat - 06.06.11 - 09:46 Uhr

Das mit dem Praktikum ist unseriös. Damit man nicht "die Katze im Sack" kauft, gibt es eine Probezeit.

Im übrigen ist auch eine 2-wöchige Probearbeit zu bezahlen, auch wenn man es so schön Praktikum nennt.

Arbeitnehmer, die den Arbeitgeber anschließend auf Zahlung verklagen, bekommen in der Regel Recht.

Allerdings würde ich aufgrund dieses Gebahrens des AG auf eine Anstellung verzichten, bleiben wo ich bin und weitersuchen.

Gruß

Manavgat