Heute mal nur eine kurze, knackige Frage:
Warum jammern wir Deutschen immer auf so hohen Niveau?
Im Ländervergleich geht es uns doch eigentlich gar nicht schlecht, wir sind alle gut versogt im Notfall, aber warum wird immer so viel gejammert?
Warum jammern wir Deutschen immer auf so hohen Niveau?
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von felix.mama - 06.06.11 - 12:47 Uhr
Beitrag von serdes - 06.06.11 - 12:52 Uhr
Hi!
Weil jammern gut tut und ein Stück weit Psychohygiene bedeutet.
Und btw ich hasse den Ausdruck "Jammern auf hohem Niveau". Jammern darf jeder und für ein höheres Niveau braucht sich keiner zu schämen.
Gruss
serdes
Beitrag von felix.mama - 06.06.11 - 12:56 Uhr
Nur, mal hand aufs herz, worüber wird denn gejammert? Alles ist zu teuer, zuwenig Geld, nicht dreimal im Jahr Urlaub, ect.
Wenn schon jammern, dann wenigstens wegen etwas sinnvollem
Beitrag von ccino - 08.06.11 - 22:13 Uhr
Na, wer es denn so dringend nötig hat, soll dann halt jammern.
Finds eher abstoßend.
Beitrag von marion2 - 06.06.11 - 13:00 Uhr
Hallo,
wir jammern auf hohem Niveau, weil wir es können.
"gut versorgt im Notfall" ist relativ.
Gruß Marion
Beitrag von felix.mama - 06.06.11 - 14:29 Uhr
WArum relativ? Aber weiter unten dazu schonmal was geschrieben!
Beitrag von marion2 - 06.06.11 - 17:19 Uhr
Warum?
Weil die ARGE mich damals rückwirkend (!) für 10 Monate aus der Krankenversicherung abgemeldet hat und ich ohne Vorwarnung kurz vor Weihnachten die Rechnung der Krankenkasse bekam.
Weil die Familienkasse mir 1 Jahr nach Ende des Bezugs von Kinderzuschlag (3 Kinder 6 Monate) eine Neuberechnung zusandte - und den Betrag am liebsten komplett in einer Summe zurück bekommen hätte.
Beitrag von ayshe - 06.06.11 - 13:12 Uhr
Vllt liegt der Grund dafür darin, daß man ursprünglich durch Unzufriedenheit einen Ehrgeiz zur Verbesserung besitzt.
Das treibt Menschen ja immer an, sich zu erweitern, ganz grundsätzlich gesehen.
Ein Baby will sich irgendwann selbst fortbewegen, ist unzufrieden mit seine Lage und setz alles daran, selbst vorwärts zu kommen.
Wer "alles hat", überlegt trotzdem, was man noch machen könnte, wie am besten das Geld anlegen usw.
Manche klettern eine Karriereleiter hoch.
Die Weiterentwicklung basiert auf Unzufriedenheit und die dadurch aufgestellten Ziele. Und Unzufriedenheit läßt eben jammern.
Beitrag von serdes - 06.06.11 - 13:45 Uhr
Guter Gedanke. Fortschritt kann's nur geben, wenn jemand unzufrieden mit dem jetztigen Zustand ist und etwas verändern möchte.
Klingt logisch.
Beitrag von havanna0804 - 06.06.11 - 14:06 Uhr
Tja, weil wohl "Höher, schneller, weiter" ein Urverlangen der Menschheit ist. Ohne dieses Streben hätten wir wohl heute immernoch kein fließend Wasser, Strom oder das geliebte Internet.
Ich lebe im Hier und Jetzt und auch wenn es blöd klingt: nicht in Burkina Faso. Sicherlich schadet ein Blick nach links und rechts ab und an nicht, um sich selbst zu verdeutlichen, wie gut man es hat.
Und soviel jammere ich auch nicht
.
LG Sandra
P.S.: Welcher Notfall...?
Beitrag von felix.mama - 06.06.11 - 14:31 Uhr
Ist ja auch OK wenn man nicht nach links und rechts schauen mag, jedoch sollten wir uns trotzdem überlegen wie gut wir es eigentlich haben.
Ja, jeder Arbeitslose und ALG II empfänger wird jetzt meckern das das viel zu wenig ist, aber hier muss keiner auf der Straße leben!
Beitrag von 5678901234 - 06.06.11 - 14:20 Uhr
das wäre mir neu dass man in deutschland im notfall "gut versorgt" ist...
Beitrag von felix.mama - 06.06.11 - 14:28 Uhr
Sitzt du dann mit deinen Kindern auf der Straße? Musst du sie zum betteln schicken?
Also verhungern tut hier keiner, es gibt immer noch Armenspeisungen und die Tafeln, wir bekommen die Miete gezahlt und nackt rennen wir auch nicht rum. Alles andere ist dann eben mal nicht drin. Wir bekommen Elterngeld und Kindergeld, wir können zuschüsse beantragen, ect!
Wenn ich das meiner Freundin in den USA erzähle dann wird die immer was neidisch. Sie bekommt jetzt nach der Geburt ihrer Tochter nicht einen Cent, ist voll auf das Geld ihres Mannes angewiesen und muss bald wieder arbeiten, ob sie will oder nicht!
Also wir sollten mal halblang machen!
Beitrag von nele27 - 06.06.11 - 15:06 Uhr
Es gibt:
- ALG2
- Kindergeld
- Tafel / Caritas / Diakonie
- Krankenversicherung
Das ist doch sehr viel im internationalen Vergleich. Wo auf der Welt gibts mehr?
LG, Nele
Beitrag von nele27 - 06.06.11 - 15:13 Uhr
Hi,
jammern ist eben etwas typisch Deutsches. Auch bekannt als "German Angst" - in anderen Ländern wundert man sich drüber oder schmunzelt drüber.
Wer weiß, vielleicht sind wir deshalb so weit gekommen? 
Aber ich gebe Dir Recht, das Gejammer ist auch für mich die unangenehmste Facette der deutschen Mentalität. Extrem unentspannt. Allerdings erwische ich mich gelegentlich selbst dabei
Versuche es dann besser zu machen...
Sicherlich, ein gewisses Streben nach Besserem gibts überall und auf jedem Niveau. Man könnte den Ehrgeiz allerdings nach meinem Geschmack etwas lockerer und weniger verkniffen ausleben...
Auswanderer erzählen ja auch immer wieder von der gewissen Erleichertung, die sie verspüren, wenn sie aus der dt. Gesellschaft raus sind.
Und zum Thema Niveau: Wenn Du in D zu den ärmsten gehörst, fühlst Du Dich halt arm, auch wenn die Leute in Afrika viel schlechter dran sind. Man vergleicht sich eben immer mit "seinesgleichen". Armut hat viele Gesichter, nicht nur Mangel an Nahrung...
LG, Nele
Beitrag von seidenbast - 06.06.11 - 20:29 Uhr
Weil es in Deutschland die BILD-Zeitung gibt und unverständlicherweise auch noch genügend Leute, die das kaufen. Und dann lesen, wie schlimm hier alles ist.
Beitrag von seelenspiegel - 07.06.11 - 18:03 Uhr
Ahso....es ist also ok, wenn sich Länder mit ...nennen wir es mal ...niedrigeren Standard jammernd dazu äussern, dass sie es auch gerne "so gut wie wir" hätten, wir selbst aber Einbussen kommentarlos hinnehmen sollen, und nicht mal den Frust darüber ablassen dürfen?
Klar geht es anderen schlechter....aber vielen geht es auch besser, und irgendein Haar in der Suppe findet sich zudem überall.
Was regt Dich denn speziell auf? Nur den Spruch hier rein zu stellen dass auf "hohem Niveau gejammert" wird, ohne konkret auf etwas hinzuweisen wo dies denn der Fall ist, finde ich gelinde gesagt seltsam.
Und was die Versorgung im Notfall angeht,.....dazu äußere ich mich besser nicht, denn das ist ein Thema für sich.
Beitrag von .poten.tispipis. - 07.06.11 - 22:05 Uhr
= Pauschalisierung..Serdes hat es toll geschrieben. Sprihst du an sich von dir ???
Mein Mann jammerte nicht, meine Schwiegereltern jammern nicht...Im Gegenteil spielen sie einen Held vor, auch wenn es ihnen dreckig geht.
Jammere ich ? Joa, ich bin keine Deutsche. Ja, ich jammere aber nur wenn es was zum Jammern gibt. Ja, meine Gesundheit, weil sie leider sehr schlecht ist...sonst ? Ich bin zufrieden (fast).
Weißt du was mir lieber ist, die Ehrlichkeit auf einer Frage: wie geht es dir...zu antworten, wie es tatsächlich so ist..
Ich kann diese so flache Frage:How do you do..nicht ertragen. Das ist eine Mentalität, da würde ich abkotzen.
Ja, ich kenne einen Nachbarstaat, in dem Menschen sehr gerne jammern aber wieder ist es eher eine Pauschalisierung..
Hoch auf meine Schwiegereltern...klar, eine kriegsgeneration.
Beitrag von janine2785 - 08.06.11 - 09:47 Uhr
Hi,
worauf beziehst du denn das jammern? Klar, kenne ich den Ausdruck, dass wir Deutschen auf hohem Niveau jammern, aber ich habe weder im Bekanntenkreis noch in der Familie Leute die sich viel beschweren oder jammern. Vielleicht liegt es daran, das wir ein Bunter Haufen aus aller Welt sind, und nicht typisch Deutsch
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich niemanden kenne der ALG2 bezieht und sich über zu wenig Geld beschweren könnte. Beziehst du darauf deinen Notfall? Das man seinen Job verliert und auf Staatliche Hilfe angewiesen ist? Ich gebe dir recht, da ist man in Deutschland wirklich gut versorgt.
LG
Beitrag von sequoia - 11.06.11 - 21:23 Uhr
Also jammern find ich ja auch, aber hohes Niveau wäre mir neu...
Und das mit dem Ländervergleich ist auch so eine Sache. Vielleicht haben die Deutschen mehr Geld zur verfügung (das mit dem versorgt seh ich nicht so) aber es wird auch um einiges mehr verlangt.
Besonders in Deutschland müssen die Menschen funktionieren. Da gibts kein, "heut gehts mir mal nicht so gut, oder ich lass 5 auch mal gerade sein"
"Was nicht passt, wird passend gemacht" Wer nicht funktioniert, wird aussortiert.
Das setzt schon ganz schön unter Druck.
Und wo wäre man versorgt? Der Mensch wird nicht versorgt, sondern abgestellt, von der Gesellschaft ausgegrenzt. Er bekommt vielleicht eine Wohnung und muss nicht hungern, führt m. E. ein sehr unwürdiges Leben.
Aber das ist ein sehr umfangreiches Thema und soll ein andermal besprochen werden...
Grüße
Beitrag von nobility - 24.07.11 - 11:42 Uhr
" Warum jammern wir Deutschen immer auf so hohen Niveau?"
Wenn ich hier Kommentare aus der Rubrik von " Finanzen und Beruf " durchstöpere, verstehe ich die Frage nicht.
