Angst in der Ausbildung

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Beitrag von sweetymelly - 14.06.11 - 08:57 Uhr

Guten moren alle zusammen,
ich habe ein Problem, vielleicht kann mir jemand Rat geben...
Vor fast einem Jahr habe ich eine Ausbildung zur Büokauffrau begonnen, anfangs bin ich auch sehr gerne auf die Arbeit gegangen doch seit einem halben Jahr ist das nicht mehr der Fall. Die Arbeitsbedingungen sind auch nicht gerade die besten, 20 tage urlaub, Samstags im Büro arbeiten, Überstunden noch und nöcher (darf ich aber nicht aufschreiben werde als Firmeninteresse angesehen) meinen Ausbilder sehe ich so gut wie nie, er interessiert sich nicht für mich, fragt nicht ob ich problem habe oder wie es mir gefällt und hat nie zeit für ein gespräch! Meine chefin ist ein tyran, sie gibt mir aufgaben die gar nicht zu meiner ausbildung gehören, postraum oder dachboden putzen usw. schreit mich für alles mögliche an...

Ich habe immer angst krank zu sein weil sie mir dann sagt "Am liebsten würde ich dich rausschmeißen, leider ist deine probezeit vorbei"
Ich werde mit arbeit nur so überschüttet, mein schreibtisch wird nur voll geworfen, mach dies und das aber wehe du wirst nicht fertig...

Ich halte es einfach nicht mehr aus, heute morgen lag ich im bett und habe nur geweint weil ich angst habe wieder in die arbeit zu gehen!!!

Ich selber habe noch eine kleine tochter, dieser ganze druck es wird einfach so viel....dabei habe ich mir doch nur gewünscht eine gute ausbildung zu machen, in der berufsschule bin ich auch klassenbeste, nur der Betrieb macht mich fertig....

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?

Lieben Gruß

sweety

Beitrag von ayshe - 14.06.11 - 09:00 Uhr

Geh zur Handelskammer und melde das und such dir eine andere Ausbildungsstätte, um deine Ausbildung zu beenden.
Soclhe zustände muß kein Mensch hinnehmen

Beitrag von fuxx - 14.06.11 - 09:07 Uhr

so sehe ich das auch.
Wenn ich mich recht erinnere, ist es überhaupt nicht erlaubt, dass Azubis Überstunden schieben.
Also wehr Dich!!

Beitrag von ayshe - 14.06.11 - 09:15 Uhr

Sie ist zumindest über 18 und es gilt das Arbeitszeitgesetz.

ArbZG §3
§ 3
Arbeitszeit der Arbeitnehmer

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.


Aber man muß auch die fesetzliche Festlegung des Überstundenausgleiches hinzunehmen.
Es heißt ja nicht, daß man einfach ohne Gegenleistung zu Überstunden gezwungen werden darf.

http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/


Interessant ist auch die Anordnung völlig ausbildungsfremder Tätigkeiten #gruebel
Das ist nicht legitim.


Beitrag von lichtchen67 - 14.06.11 - 10:23 Uhr

Handelskammer ist ne gute Idee finde ich. Aktiv werden immer, eventuell gibt es ja auch an der Berufsschule eine Art Vertrauenslehrer oder sowas, dem man mal alles schildern kann und der vielleicht Hilfe weiß?

Ansonsten kann ich Dir nur sagen, ich habe meine Ausbildung in einem kleinen Büro gemacht (kauffrau Bürokommunikation) und bin im Prinzip nicht ausgebildet worden sondern habe eben mit gearbeitet dort. Kleine Unternehmen können diese verschiedenen Stationen die zu einer Ausbildung in einem großen Betrieb gehören einfach nicht leisten.

Dennoch gehört putzen und diese Überstunden sicher nicht zu einer Ausbildung, 20 Tage Urlaub ist doch gar nicht erlaubt meine ich mal gelernt zu haben.

also im Idealfall versuch es hinzukriegen, dass das eine Jahr Ausbildung nicht verloren ist, sondern Du es woanders angerechnet kriegst und weitermachen kannst.

Ich hab übrigens meine Ausbildung auf Minimum verkürzt und war dann nach weniger als 2 Jahren fertig.

Lichtchen

Beitrag von ayshe - 14.06.11 - 10:33 Uhr

Stimmt, nach BUrlG stehen einem mindestens 24 Werktage zu.

Also hier kommt wirklich alles mögliche zusammen.
Die IHK sollte das mal überprüfen.

Beitrag von franzi76 - 14.06.11 - 10:49 Uhr

Es gibt bei der Handelskammer so eine Art "Streitschlichter" - da kannst Du Dich hin wenden, wenn Du Probleme in der Ausbildung hast! Die führen erst ein Gespräch mit Dir und versuchen dann eine Lösung mit und für Dich zu finden. Helfen zum Beispiel bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsbetrieb oder unterstützen Dich bei einem klärenden Gespräch mit der Chefin (wenn´s Sinn macht)

Such Dir auf jeden Fall Hilfe! Mit Angst zur Arbeit zu gehen, geht gar nicht und wird Dir auf Dauer auch nicht gut tun!

Liebe Grüße und alles Gute #winke

Beitrag von duchovny - 14.06.11 - 10:44 Uhr

Ich kann nur von mir schreiben. Ich habe auch in einem Büro gelernt. Ich hatte damals auch schon meinen ersten Sohn. Es war die gleiche Situation wie bei dir, aber fast exakt die gleiche.

Ich habe mir leider viel zu spät Hilfe gesucht! Ich begann zuerst eien Psychotherapie. Da wars aber fast schon zu spät! Im 2. Lehrjahr war ich fertig mit der Welt. Meine Kollegin (Chefin) hat mich zusammengeschrien, Wutanfälle bekommen, über mich geredet während ich im Raum war, als ob ich nicht da wäre. Ich war total fertig mit der Welt. Berufschule war i.O. nur natürlich baust du auch ab, wenn es dir aufgrund der betrieblichen Situation schlecht geht.

Ende vom Lied. Ich bekam eine Reha-Maßnahme und wurde aus dieser "krank" entlassen. (Die beurteilen deinen Gesundheitszustand ja). Das letzte Lehrjahr verbrachte ich krank und machte meine Prüfung trotzdem (bei mir im Ausbildungsberuf war es so, dass es genügt hat, wenn man über 50% der Ausbildungszeit anwesend war!) Und hatte 1 1/2 Jahre mit Depressionen (Burnout) zu kämpfen.

Unternimm auf alle Fälle was. Geh zu deinem Ausbilder, notfalls stell ihn auf dem Flur und sage dort worum es geht. Normalerweise wird er dich dann in sein Büro zitieren. Wenn nicht, geht zur Kammer oder Vertrauenslehrer, die haben manchmal sogar Betriebe, die jemanden bis zum Ende ausbilden, wenn die Situation nicht mehr haltbar ist. Du hast nicht viel zu verlieren. Wenns dir so schlecht geht, und sich dort die Situation nicht bessert, dann lass dich krank schreiben. Such dir einen Therapieplatz. Es ist nämlich so, dass Leute die gemobbt werden, was an sich haben (klingt blöd), dass sie gemobbt werden.
(Bei mir war es Unsicherheit und etwas Schüchternheit). Der Therapeut kann dir z.B. helfen, dass du Wege entwickelst dagegen vorzugehen!

ICh weiß, es klingt leichter gesagt als getan, aber gib deine Ausbildung nicht auf. Auch wenn du so einen Betrieb erwischt hast. Als Mama ist es schwer einen Ausbildungsbetrieb (In diesem Bereich) zu finden.

Die 20 Tage Urlaub ist evtl. legitim. Denn es wird im Bundesurlaubsgesetz von WERKTAGEN gesprochen. Die 24 Tage, die dort stehen, sind also auf Mo-Sa bezogen. Wenn Sa. bei euch kein REGULÄRER Arbeitstag ist, dann passt es so. Bei mir im Vertrag standen auch 20 Tage. Eben von Mo-Fr. runtergerechnet.

LG Susanne

Beitrag von stier84 - 14.06.11 - 10:56 Uhr

also ich kann mich an zwei Fälle in der Berufsschule erinnern. Sie hatten damals mit dem Klassenlehrer gesprochen (er war auch der hilfsbereiteste). Eine kam in einem Betrieb einer Klassenkammeradin unter und die andere beim Klassenlehrer im Betrieb :-) Rede mit der Schule und Klassenkammeraden aber verschenke nicht dein Jahr. Wenn du auch noch Klassenbeste bist dann solltest du eigentlich kein Problem haben. Ausserdem solltest du mit der Kammer sprechen. Vlt ist dein Ausbildungsbetrieb für so etwas schon bekannt. Sie behandeln dich mit Sicherheit so, dass du von dir aus kündigst. Du musst das jetzt noch etwas durchhalten, viel Glück.

LG Stier84

PS: Kleiner Tipp: Lass nichts privates mehr im Betrieb. Wer weiss, wie schnell ein Wechsel erfolgen wird und dann willst du mit Sicherheit nicht noch deine Sachen im Betrieb holen. Sie sollen dir deine Unterlagen per Post schicken

Beitrag von manavgat - 14.06.11 - 19:37 Uhr

Wende Dich umgehend an die zuständige Stelle: die IHK. Ich würde den Betrieb wechseln. Das geht auch in der Ausbildung ohne dass Du was verlierst.

Gruß

Manavgat