total überfordert, junges Mädel, obdachlos!

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Beitrag von 1sonnenbluemchen - 17.06.11 - 21:46 Uhr

Hallo,

ich arbeite intern bei einem Personaldienstleister.

Wir haben gestern ein junges Mädchen (19) eingestellt, tolles Mädchen, hat zwar ihre Ausbildung abgebrochen, weil sie diesen Beruf doch nicht erlernen wollte (Das sagte sie), aber sie schien fleißig und motiviert.

So, am Montag soll sie anfangen, heute kam sie dann mit ihrer Tante ins Büro.

Sie sah so traurig aus ;(

Wir haben dann gesprochen und das was ich gehört habe, hat mich sprachlos gemacht.

Dieses Mädchen hat ihre Ausbildung nicht abgebrochen, weil sie diesen Beruf nicht lernen wollte, sondern weil ihre Mutter sie rausgeworfen hat. Sie stand von heute auf morgen auf der Straße, war fix und fertig. Sie lebte mehrere Monate komplett auf der Straße, bis sie sich an ihre Tante gewandt hat. Dort konnte sie wohl eine zeitlang leben, aber der Platz wurde so knapp und sie musste wieder gehen.

Jetzt lebt sie in einem Wohnwagen, in einem privaten Gartengrundstück, ohne Strom und ohne Wasser. Dieser Wohnwagen steht in einer nicht sehr vertrauenserweckenden Gegend. Irgendwann fing die Tante an und erzählte mir, dass die Eltern von dem Mädel Heroinsüchtig wären und die Mutter anschaffen gehen würde! #schock

Das Mädel weinte total, war fix und fertig, die Tante hat mir das erzählt, um mit offenen Karte zu spielen und um vielleicht Hilfe zu bekommen.

Ich fühle mich gerade echt überfordert.- ich vestehe auch nicht wirklich, warum die Tante das Mädel nicht bei sich auf nimmt, sondern lieber in diesem Wohnwagen leben lässt

Naja, eigentlich soll sie ab Montag ja arbeiten, aber ich befürchte, dass sie gar nicht kommt, sie hat ja zu viel mit sich selber zu tun ;(


Ich hätte das Mädel am liebsten mit zu mir nachhause genommen, aber das geht ja nicht....

Habt ihr einen Tipp, wie ich ihr vielleicht doch irgendwie helfen kann?

GLG

Beitrag von dore1977 - 17.06.11 - 22:04 Uhr


Hallo,

wie alt ist den das Mädel ?

LG dore

Beitrag von 1sonnenbluemchen - 17.06.11 - 22:12 Uhr

Hallo, sie ist 19 Jahre jung!

Beitrag von ashwini - 17.06.11 - 22:58 Uhr

Wenn Du Dich wirklich um das Mädel kümmern und ihr helfen möchtest, finde ich das super von Dir !!! Solche Fälle gibt es leider immer wieder und zuviele Menschen die wegsehen oder sich nicht engagieren möchten

Ich nehme an das Mädel wird bei Euch Geld verdienen, kannst Du ihr einen Vorschuss geben und ihr helfen, ein Zimmer bzw eine kleine Wohnung zu finden? Gibt es bei Euch eine Sozialberatung, an die Ihr Euch wenden könnt?

Hast Du die (emotionale) Kraft das Mädchen an die Hand zu nehmen und ihr zu helfen?

Mach Dich darauf gefasst dass vermutlich eine grosse emotionale Bedürftigkeit bestehen , doch Du hast die Chance einem jungen Menschen nach einer (vermutlich) ziemlich verkorksten Kindheit doch noch einen Start in ein gutes Leben zu ermöglichen.

Ich wünsche Dir und dem Mädel alles Gute !!!

Beitrag von sarahjane - 17.06.11 - 23:29 Uhr

Geh' mit dem Mädchen zum Job Center und lass' es bei Euch arbeiten.

Beitrag von king.with.deckchair - 18.06.11 - 00:00 Uhr

Sie sollen sich ans Jugendamt (die helfen auch jungen Erwachsenen bis 21) und ans Jobcenter wenden.

Und: Bei aller Liebe, aber das Mädchen braucht keinen Zeitarbeitshelferjob, sondern eine ECHTE Perspektive - eine Ausbildung.

LG
Ch.

Beitrag von imzadi - 18.06.11 - 00:28 Uhr

Bräuchte nicht jeder eine Perspektive? Gibt es da jetzt Altersbeschränkungen? Warum muss ein 30-50ig Jähriger alles nehmen was ihm angeboten wird vom Amt?

Beitrag von king.with.deckchair - 18.06.11 - 12:51 Uhr

Lern' denken.

Beitrag von snaky18w - 18.06.11 - 18:00 Uhr


Hallo!

"Und: Bei aller Liebe, aber das Mädchen braucht keinen Zeitarbeitshelferjob, sondern eine ECHTE Perspektive - eine Ausbildung."

Da hast du schon recht und es wäre besser wenn sie eina Ausbildung machen würde.

Nur ich sehe da ein anders Problem. Wir kennen das Mädchen nicht, es könnte sein, das sie so viel durch machen musste und jetzt große Probleme hat. Verstehst du was ich meine? Vielleicht würde sie dann eine Ausbildung schmeißen, dann wäre eine "andere" Hilfe erst mal besser....

Gruß Nati

Beitrag von tessy25 - 18.06.11 - 00:38 Uhr

Hallo,

Ansprechpartner könnte die Sozial- und Jugendbehörde sein wegen Wohnung und Harz IV beziehungsweiße die Wohngeldstelle für ergänzende Hilfe sein.
Mögliche wäre auch ein Anruf im nächsten Mädchenwohnheim mit Bitte um Information.
Verstehe ich richtig, dass sie jetzt quai Obdachlos ist? Dann wäre vielleicht ein Mädchenwohnheim die schnelle (Übergangs-)Lösung, damit sie ein Dach über den Kopf bekommt. Außerdem hat sie dort Fachkräfte, die sie in ihrer psychosozialen und emotionalen Krise (mit der Vergangenheit kann man das ja wohl nicht anders nennen), auffangen und begleiten.

Herzliche Grüße
Tess

Beitrag von myimmortal1977 - 18.06.11 - 00:43 Uhr

Jugendamt oder mal im Netz googeln, wo es Kinderheime bei Ihr in der Nähe gibt.

Bei uns gibt es für solche Fälle Kinderheime, die bis 25 Jahre eine begleitende Betreuung übernehmen.

Bei Kindern von suchtkranken Eltern gibt es auch Anlaufstellen, die sich psychosozialer Dienst nennen. Werden von verschiedenen Institutionen angeboten, z. B. DRK, AWO etc.... Musste mal schauen, was in der Nähe des Mädels zu finden ist....

LG Janette

Beitrag von 1sonnenbluemchen - 18.06.11 - 08:48 Uhr

Hallo,

danke für eure antworten!

ich habe ihr, bzw. der Tante gestern mehrere Nr. gegeben. Nachdem was sie erzählt haben, habe ich u.a. die Nr. von einem Verein gegeben, der sich um junge Mädels kümmert und mit ihnen eine Ausbildungsstelle sucht und die Nr. von einer Stiftung, die in unserer Stadt 2-3 Einrichtungen für Mädchen und junge Frauen haben.

Ich finde es auch sehr wichtig, dass sie eine Ausbildung macht, das habe ich ihr auch gesagt- Sowas darf ich in der Firma, LEIDER, aber nicht zu laut sagen. Dieser Verein ist toll, er unterstützt die Mädels bei allen Problemen, sie arbeiten auch mit sehr vielen Firmen in unserer Stadt, sie können Ausbildungen in verschiedenen Bereichen machen, zb. Verkäuferin, Arzthelfer, Bürokauffrau usw. Ich weiß aber auch, dass sie dort erst im April anfangen könnte, da dieses Jahr alle Plätze vergeben sind. Ab April könnte sie dann, bis zum Ausbildungsbeginn, an einer Ausbildungsvorbereitung teilnehmen.

Mit dem Vorschuss ist halt das Problem, da wir den Eindruck haben, dass sie nicht arbeiten gehen wird, darf ich das nicht im Hohen Maße. Ich habe ihr 20 € gegeben, das Geld muss ich, wenn sie nicht arbeiten geht selber tragen, d.h. ich kann ihr nicht mehr geben, da ich es dann privat zahlen müsste, wenn sie nicht kommt und das kann ich nicht.




Beitrag von manavgat - 18.06.11 - 12:33 Uhr

Du könntest ihr helfen, ein Zimmer in einer WG zu finden und eine Förderung zu beantragen, wenn das Ausbildungsgeld nicht reicht. Die Arbeitsagentur müsste da Bescheid wissen.

Vielleicht weiß ja einer der User hier wie das heißt für Auszubildende, ich bin da gerade überfragt.

Gruß und alles Gute für die junge Frau

Manavgat

Beitrag von tigaluna - 19.06.11 - 18:08 Uhr

Wenn sie morgen doch kommen sollte oder du mit ihr Kontakt hast und du ihr immer noch helfen würdest, dann gehe mit ihr zum Arbeitsamt. Sie hätte dort die Möglichkeit eine Bescheinigung zu erhalten, das sie sich eine Wohnung suchen kann. In schwerwiegenden Fällen wird nämlich bis 25 eine Wohnung bezuschusst (und sie müsste nicht zu den Eltern zurück) und dann kann sie auch Geld für die Erstausstattung beantragen. Dazu dann ergänzendes ALG 2, denn ich vermute mal, das sie selbst mit dem Zeitarbeitslohn nicht genug verdienen wird.

Nimm sie an die Hand, sie wird dir vermutlich immer dankbar sein.