Guten Morgen!
Ich rege mich gerade wirklich auf. Meine Mutter ist seit 14 Jahre in einer Firma beschäftigt, die zum Ende diesen Monats, die Lichter ausmacht.
Nun hat sie vom Arbeitsamt ein Jobangebot bekommen und gestern hatte sie dort Probearbeiten.
Es ist keine leichte Tätigkeit. Sie wäre dort als Kommisioniererin angestellt.
Man will ihr ein Netto-Gehalt von 940,- zahlen, ohne Weihnachts-und Urlaubsgeld und das bei 40 Std. die Woche.
Ich frage mich, ist das normal? Sie wird den Job wohl annehmen müssen, denn sie ist schon 55 Jahre alt und die Job-Chancen sehen da leider nicht mehr so rosig aus.
Wie soll sie aber davon leben können? Sie ist allein und ihre 1,5 Zimmer-Wohnung kostet schon 450 Euro + Strom und Wasser. Versicherungen, Telefon, Ticket für öffentl. Verkehrsmittel usw. muss auch bezahlt werden.
Ist es denn normal, dass man nicht von seinem Gehalt normal leben kann?
Selbst eine Zeitarbeitsfirma zahlt 830,- und das bei nur 35 Std. die Woche.
Ich kann das nicht verstehen.
Was sagt ihr dazu? Ich bin wirklich der Meinung, sowas sollte verboten werden.
Im übrigen meinte meine Mutter noch, dass die Firma keinen ärmlichen Eindruck macht. Es gibt dort wohl 18 Arbeiter.
Die Firma verdient sich durch ihre Billigkräfte eine goldene Nase.
Liebe Grüße
Moderne Sklavenarbeit
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 07:36 Uhr
Beitrag von mama-02062010 - 22.06.11 - 08:07 Uhr
Eventuell mal nach der Firma googeln bei einigen Firmen findet man auch dort einiges negatives vielleicht steht ja auch was über diese Firma drinnen.
Dann kann sie das Ausdrucken und dem Jobcenter das vorlegen und bräuchte dann nicht dort anfangen.
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 09:01 Uhr
Der vom Arbeitsamt meint, dass sie den Job nicht annehmen muss. Sie ist auch erst ab nächsten Monat offiziell Arbeitslos. Sie ist nur leider nicht mehr die Jüngste und hat nicht wirklich viel Auswahl.
Ich werde sie nachher mal fragen wie die Firma heißt und dann googeln.
Danke!
Beitrag von zwillinge2005 - 22.06.11 - 08:34 Uhr
Hallo,
was ist das für eine Firma, die Nettogehälter zahlt?
Ich hoffe sie bekommt ein Bruttogehalt und die Abzüge werden ordentlich gemacht.
LG, Andrea
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 08:53 Uhr
Die haben ihr gleich das netto mit ausgerechnet. Was sie Brutto bekommt, weiß ich jetzt nicht.
Das Arbeitsamt besteht bei ihr noch nicht darauf, dass sie diesen Job annimmt. Sie ist ja offiziell erst nächsten Monat arbeitslos.
Sie wird ihn aber wohl annehmen, weil sie Angst hat, nichts anderes mehr zu finden.
Beitrag von ninnifee2000 - 22.06.11 - 08:41 Uhr
Das ist jedenfalls im Osten ganz normal.
Unsere Kommissionierer verdienen netto meist noch weniger, dafür aber mit Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Leider kann sich unser Betrieb diese Niedriglöhne "leisten", weil es hier kaum Arbeit gibt. Die Bewerbungen stapeln sich bei der Personalerin.
Ich selbst könnte in meinem Job mind. das Doppelte netto verdienen.
Sie kann aber zum Amt gehen und versuchen, zusätzlich Hartz V zu beantragen. Vielleicht sind es dann nur 30€ mehr im Monat, aber immerhin. Fragen schadet ja nicht.
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 08:57 Uhr
Ja das stimmt, im Osten ist es normal. Allerdings sind dort die Kosten für Miete usw. auch etwas niedriger.Wobei ich auch das ein Unding finde. Meine Mutter wohnt in Hamburg und hier ist es kein normales Gehalt.
Die bauen auf das leid anderer!!! Frechheit!
Beitrag von steinchen80 - 22.06.11 - 11:34 Uhr
Im Osten sind die Kosten für Miete und so weiter nur in Gegenden niedrieger in denen es sowieso keine Jobs gibt !!!
Diese !SORRY! "dümmlichen" Verallgemeinerungen "im Osten ist alles billiger" ist doch mitterweile wirklich mehr als überholt !
Steinchen
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 12:47 Uhr
Ich komme selbst aus den neuen Bundesländern und habe eine große Familie und Freunde dort. Und ich weiß wovon ich spreche. Wenn ich dort erzähle, dass wir hier für unsere Wohnung fast 1000 Euro bezahlen und das ohne viel Luxus, dann fassen die sich am Kopf und können das nicht glauben.
Mein Onkel z.B. zahlt für seine schöne 4 Zimmer Erdgeschoss-Wohnung mit Terasse 650,-warm. dafür würde man hier locker 1200,- zahlen. Oder guck doch mal wie in München die Preise sind. da zahlt man noch mehr.
Also ich denke deine Aussage ist ein bisschen "dümmlich". !Sorry!
Emily..erdbeer
Beitrag von steinchen80 - 22.06.11 - 13:44 Uhr
Also meinst du jetzt doch nicht mehr das im Osten "alles günstiger ist" ???
Wie kommst du bitte darauf, das im Osten alles günstiger ist, wenn du dich gut auskennst und Verwante dort hast ?
P.S.: wir kommen selber beide "ausm Osten" und wohnen seit vielen Jahren mal hier mal dort und ganz ehrlich: wir fanden den Preis für unsere Wohnung in München ok, wir haben angemessen verdient um die Miete zu bezahlen. Genauso ist es jetzt hier im Rhein Main Gebiet auch.
Meine Schwägerin allerdings, im schönen Osten, die arbeiten beide und müssen sehen wie sie zurecht kommen weil die Mieten so teuer sind.
Es ging mir darum, das deine Verallgemeinerung schlichtweg falsch ist !
Und deine Muter sollte diesen Job einfach nicht annehmen und sich weiter bewerben, oder annehmen und sich auch weiter bewerben.
Steinchen
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 14:33 Uhr
Was willst du jetzt eigentlich? Stänkern??? Wirst schon im ersten Beitrag gleich beleidigend.
Das ist hier keine Diskussion über die Lebensbedingungen von Ost und West.
Um das Thema abzuschließen, es gibt im Osten bestimmt auch teure Ecken, aber im großen und ganzen, sind die Mieten dort günstiger.
http://mietspiegel-online.hamburg.de/broschuere.pdf
http://rathaus.rostock.de/sixcms/media.php/1068/mietsptab09.pdf
Nur ein Beispiel, mal so zum Vergleich....
Sicher verdienen die Menschen dort auch extrem wenig, aber darum ging es in meinem Beitrag ja auch gar nicht.
Und damit ist das Thema für mich erledigt.
Beitrag von steinchen80 - 22.06.11 - 15:05 Uhr
Genau - ich wollte nur stänkern und du hast Recht ! 
Danke für die Links - sehr interessant.
Schönen Tag noch !
Steinchen
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 12:57 Uhr
Außerdem habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass es dort besser ist zu leben. Die Verhältnisse dort sind leider immer noch miserabel.
Nichts desto trotz sind 940,- für Hamburger Verhältnisse einfach zu wenig. Davon kann man nicht leben ohne auf staatl. Hilfe angewiesen zu sein.
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 09:04 Uhr
Außerdem kann es doch nicht sein, dass man mit normaler Arbeit nicht soviel verdient um ohne Harz4 auskommen zu müssen.
So wie ich sie kenne, wird sie das auch nicht machen. Es wäre ihr zu unangenehm, zum Amt zu gehen und Hilfe zu beantragen.
Beitrag von snowwhite1974 - 22.06.11 - 12:53 Uhr
"Außerdem kann es doch nicht sein, dass man mit normaler Arbeit nicht soviel verdient um ohne Harz4 auskommen zu müssen".
... das ist leider mittlerweile Realität für An- und Ungelernte im Niedriglohnsektor. Auch ein Friseurin mit Kindern dürfte in der Regel staatliche Unterstützung bekommen, viele sogar lebenslang.
Das ist ja die Sauerei in Deutschland, dass Niedriglohn noch staatlich subventioniert wird, indem man den Mitarbeitern Alg 2 zahlt.
Wenn das nicht wäre, würden sich die Arbeitgeber mal umschauen, wo sie ihre Billigkräfte herbekämen. genauso die 400 Euro Jobs.
Gruß snowwhite
Beitrag von romance - 22.06.11 - 09:40 Uhr
Hallo,
würde ich (im Westen) 40 Std. beim Arzt arbeiten, würde ich netto ca. 100 Euro zwar mehr bekommen.
Aber leben, nein das könnte ich nicht. Ich könnte nicht mal meine Tochter damit versorgen, geschweige Auto leisten, Extra´s und so weiter.
In manchen Branchen leider Normalität.
Sie könnte Zuschuß für die Wohnung beantragen. Evtl. noch andere Hilfen.
Und ja erstmal sollte sie annehmen. Es ist verdammt schwer in dem Alter noch was zu finden.
LG Netti
Beitrag von demy - 22.06.11 - 10:11 Uhr
Hallo,
das sind ungefähr 1250,-€ brutto und umgerechnet ca. 7,30€ die Stunde.
In Hamburg würde ich für das Geld nichtmal n Klo putzen gehen.
Wenn deine Mutter nicht nur ungelernt sondern eine Fachkraft ist, dann ist in Hamburg auch mit 55 Jahren wesentlich mehr drin.
Gruß
Demy
Beitrag von manavgat - 22.06.11 - 11:13 Uhr
Wieviel ALG1 erhält Deine Mutter?
Gruß
Manavgat
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 12:39 Uhr
Noch gar nichts. Erst ab nächsten Monat bekommt sie ALG1
Beitrag von havanna0804 - 22.06.11 - 14:42 Uhr
Sie meint das sicher so, daß Deine Mutter nicht zwingend diesen Job anbehmen muß. In der ersten 3 Monaten kann man ein Jobangebot ablehnen, wo das Nettogehalt 20% unter dem ALG I-Betrag liegt, ohne daß Sanktionen seitens der Arbeitsagentur drohen.
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__121.html (Absatz 3)
Wenn sie also ein höheres ALG I zu erwarten hat, müßte sie diesen Job nicht gleich annehmen. Das könnte sie, wenn sich nach ein paar Monaten nichts gefunden hat, immernoch machen.
Ich weiß nicht, wie derzeit der Arbeitsmarkt in Hamburg aussieht. Sicher ist es mit 55 Jahren schwer, das ist es überall, aber nichts ist unmöglich. Die Schande ist, daß die Arbeitsagentur solche Jobs überhaupt vermittelt
. Sowas kann man Langzeitarbeitslosen anbieten, aber frisch arbeitslos gewordenen, die mit beiden Beinen im Leben stehen... Naja, sehr deprimierend.
Selbst hier im Osten ist das schon unterstes Lohnniveau. Aber hier sind die Lebenserhaltungskosten mit denen in Hamburg sicher nicht zu vergleichen.
Wenn ihr ALG I jedoch für eine Ablehnung des Jobs nicht ausreicht, hilft leider nur arbeiten und weitersuchen.
Viel Glück für Deine Mutter!
LG Sandra
Beitrag von emily..erdbeer - 22.06.11 - 15:03 Uhr
Ja, ich versteh das auch nicht. Leider wird sie den Job wohl annehmen. Sie wird aber versuchen ein bisschen zu handeln.
Liebe Grüße
