Hallo,
ich habe vor ca. 12 Jahren einen riesigen Fehler begangen und meinem Bruder und meiner Schwägerin aus der Patsche geholfen und einen Kredit mit hoher Summe aufgenommen um ihr Haus retten und ausbauen zu können, um neue Mieter zu bekommen.
Ich hatte eigentlich nie was damit zu tun, da sie die Raten immer bezahlt haben.
Seit Anfang diesen Jahres gingen die Probleme dann los und sie konnten die Raten nicht mehr bezahlen und der Kredit wurde gekündigt. Ich hatte dann zwischenzeitlich auch mal 2000 Euro ausgelegt, aber die nächste Rate haben sie dann wieder nicht fristgemäß überwiesen und die Kündigung ist jetzt wirksam und läuft jetzt über die Mahnabteilung der Bank und der gesamte Betrag wäre eigentlich fällig.
Nach einem Telefonat mit einem Mitarbeiter der Bank könnte die Ratenzahlung noch max. ein halbes Jahr weiter laufen. Vorausgesetzt wir zahlen höhere Raten und diese müssen regelmäßig jeden Monat eingehen.
Ich solle mich um eine Umschuldungsmöglichkeit umschauen, aber ich bin alleinerziehend und mein Gehalt ist nicht wirklich so hoch, dass ich nebenher noch nen Kredit abzahlen könnte.
Mein Bruder und seine Frau wollen jetzt versuchen nen Kredit aufzunehmen, um meinen Kredit abzuschulden, aber beide haben selbst kein so gutes Einkommen und ich denke die Chancen sind da eher schlecht.
Wie kann ich mich jetzt am besten schützen, dass mir mein weniges Geld durch Pfändungen nicht abgenommen werden kann.
Sollte ich meinen Arbeitgeber über die Sitution informieren??
Ein P-Konto möchte ich ungern, da ich dann mein lebenlang kein normales Girokonto haben könnte und ich somit im Zahlungsverkehr sehr eingeschränkt wäre, außerdem ist so ein Konto auch ziemlich teuer.
Kennt sich hier irgendwer mit so ner Situation aus oder hat selbiges durch.
Ich weiß grad absolut nicht weiter und habe Angst vor dem was da jetzt auf mich zu kommt.
Danke schon mal im Voraus!
LG Wonne
Kredit gekündigt - was nun?
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von wonnesonne77 - 23.06.11 - 22:10 Uhr
Beitrag von nick71 - 23.06.11 - 22:34 Uhr
"Ich hatte eigentlich nie was damit zu tun"
Dir war damals aber schon klar, dass sich das ändern kann, wenn der Kredit nicht mehr ordnungsgemäß bedient wird?
"Ich solle mich um eine Umschuldungsmöglichkeit umschauen,"
Wieso DU...und welchen Nutzen soll das haben? Dann hättest du doch wieder einen Kredit an den Hacken...und den womöglich noch alleine.
"Mein Bruder und seine Frau wollen jetzt versuchen nen Kredit aufzunehmen, um meinen Kredit abzuschulden, aber beide haben selbst kein so gutes Einkommen und ich denke die Chancen sind da eher schlecht."
Wenn sie damals den Kredit schon nicht ohne dich aufnehmen konnten und sich an ihrer finanziellen Situation nichts zum Positiven geändert hat, sieht es wohl wirklich schlecht aus. Zumal eine Kreditkündigung der Schufa gemeldet wird und das die Chancen auf eine Umschuldung nicht gerade verbessert...im Gegenteil.
"Wie kann ich mich jetzt am besten schützen, dass mir mein weniges Geld durch Pfändungen nicht abgenommen werden kann."
M.E. gibt es da wenig bis keine Möglichkeiten. Du bist als Bürge (ich gehe davon aus, dass es sich um eine Bürgschaft handelt, die du übernommen hast?) gesamtschuldnerisch haftbar. Die einzige Option sehe ich darin, dass du von einem Anwalt prüfen lässt, ob die Bürgschaft sittenwidrig und damit anfechtbar ist.
Hier ein paar Informationen dazu:
http://www.123recht.net/article.asp?a=64145&ccheck=1
BTW: Liegst du denn überhaupt mit deinem Gehalt über der Pfändungsfreigrenze?
"Sollte ich meinen Arbeitgeber über die Sitution informieren??"
Das würde ich an deiner Stelle erst machen, wenn es wirklich akut wird. Einer Pfändung geht ja noch einiges andere voraus, und dann ist es m.E. immer noch früh genug, den Arbeitgeber zu informieren.
Beitrag von gh1954 - 23.06.11 - 23:13 Uhr
So wie ich das verstanden habe, hat die TE den Kredit selber aufgenommen.
Beitrag von nick71 - 23.06.11 - 23:31 Uhr
Jo, stimmt. Das muss ich im Eifer des Gefechts überlesen haben.
Beitrag von hoeppy - 23.06.11 - 23:18 Uhr
Hallo,
ich verstehe Deinen Beitrag so, dass Du nicht Bürge bist, sondern der Kreditnehmer.
Folglich ist Dein Bruder auf der sicheren Seite, da Du ja die Schulden an der Backe hast.
Was musste damals als Sicherheit angegeben werden? Verdienst Du so gut, dass Du ein so hohes Darlehen ohne Probleme bekommen hast?
Wie hat die Bank da reagiert?
Ich würde mich mit einem Anwalt in Verbindung setzen, der sich auch mit Insolvenzen aus kennt.
Und wenn die Schuldsumme 20 000 Euro übersteigt und Du dafür aufkommen sollst würde ich eine Insolvenz in Betracht ziehen.
Mir wäre es egal, ob evtl. das Haus des Bruders oder sonst was als Sicherheit dabei drauf geht.
Du bist alleinerziehend und brauchst Dein Geld.
Eine Umschuldung für Dich wäre Blödsinn.
Meinem Bruder würde ich gewaltig in den Hintern treten. Bei Geld hört alles auf.
Wobei ich mich echt frage wie man so etwas machen kann. Ich dachte immer ich wäre leichtsinnig gewesen weil ich meinem damaligen Freund Kontovollmacht gegeben habe und der mich verschuldet hat.
Doch Du hast Deinem Bruder ja quasi das Schwert in die Hand gedrückt mit dem er Dich nun richten kann...
Ich wünsche Dir alles gute. Ich habe selbst eine Private Insolvenz hinter mir. So schlimm ist das nicht. Wenn alles vom richtigen (Anwalt-nicht Schuldnerberatung) beantragt wird hat man keine Schwierigkeiten. Ich hatte nie nen Gerichtsvollzieher hier, nie Kontopfändungen und nie Gehaltspfändungen. Es lief alles über einen Treuhänder, der mit mir kommunizierte und nicht mit meiner Bank oder meinem Chef...
Ein P-Konto hatte ich auch nicht.
LG Mona
Beitrag von gh1954 - 23.06.11 - 23:53 Uhr
>>>Wobei ich mich echt frage wie man so etwas machen kann.<<<
Verstehe ich auch nicht. Wenn ich das Geld selber nicht übrig habe, würde ich niemals für jemanden einen Kredit aufnehmen, dessen finanzielle Verhältnisse so marode sind, dass er selber keinen Kredit bei einer Bank bekommt.
Und hier geht es ja nicht um Peanuts, wenn der Kredit schon seit 12 Jahren abgezahlt wird.
Beitrag von wonnesonne77 - 24.06.11 - 21:26 Uhr
Danke für deinen Beitrag!
Einen Anwalt hatte ich auch schon in Betracht gezogen, aber ich scheue mich, da ich nicht weiß was da noch an Kosten auf mich zu kommt.
Mit welcher Höhe kann ich da etwa rechnen?
Wie lang dauerte die Privatinsolvenz?
Die Schuldnerberaterin sagte mir was von 10 Jahren...ist ne lange Zeit.
LG
Wonne
Beitrag von myimmortal1977 - 23.06.11 - 23:33 Uhr
Wie hoch ist denn die Restsumme des Kredites?
Wurden damals Sicherheiten verlangt? Hast Du mit irgendwas zusätzlich bürgen müssen, z. B. Immobilie?
Um was für eine Art Kredit handelt es sich? Verbraucherdarlehen, Hypothek?
Um Dir korrekte Infos geben zu können, benötigt man mehr Hintergrundinfos, da jeder Punkt eine andere Konsequenz nach sich zieht, besonders wenn Du mit mehr als mit Deiner Unterschrift gebürgt hast....
LG Janette
Beitrag von gh1954 - 23.06.11 - 23:45 Uhr
Sie hat nicht gebürgt, sie hat den Kredit aufgenommen.
Beitrag von myimmortal1977 - 23.06.11 - 23:48 Uhr
Ja, das hatte ich schon richtig verstanden, ich meinte nur damit, dass es eine andere Konsequenz nach sich zieht, wenn sie z. B. eine eigene Immobilie hat und diese mit dem Kredit als Sicherheit eingesetzt hat.....
Denn das wäre in der Situation mehr als fatal....
Beitrag von wonnesonne77 - 24.06.11 - 21:29 Uhr
Hallo
Restsumme 65000 Eur und es ist ein Bauspardarlehen.
Als Sicherheit steht das Haus meiner Schwägerin.
LG
Wonne
Beitrag von myimmortal1977 - 24.06.11 - 22:49 Uhr
Dann haben Deine Schwägerin und Dein Bruder also mit dem Haus für den Kredit gebürgt!
In dem Falle, wenn sich kein Wunder auftut, ist das Haus weg. Sprich, geht in die Zwangsversteigerung.
Die Bank wird sicherlich mit einer Summe X im ersten Rang im Grundbuch eingetragen sein. Somit hat sie Verfügungsgewalt über das Haus und das Haus würde dann in die Zwangsversteigerung gehen.
Du kannst in dem Falle nur drauf hoffen, dass die restliche geforderte Summe bei der Versteigerung reinkommt und das nicht noch andere Schuldner mit im Grundbuch stehen und vorrangig bedient werden müssen.
Das einzige, was Du bei reibungslosem Ablauf riskierst, ist ein negativ Eintrag bei der Schufa und ähnlichen Institutionen. Ggf. wirst Du erstmal über lange Zeit bei Banken keine Kredite bekommen.
Ich drücke die Daumen, dass Du mit einem blauen Auge davon kommst!
LG Janette
Beitrag von gothic- - 24.06.11 - 09:05 Uhr
hallo.
kurz zum P-konto.das kannst du jederzeit kündigen,bist im zahlungsverkehr keineswegs eingeschränkt und kosten tut es gar nix.
lg
Beitrag von anarchie - 24.06.11 - 09:14 Uhr
Puh!
da hast du dich aber in die Sch*** geritten!
Wenn du kreditnehmer für einen so großen kredit bist, dann hast du doch sicher eine Sicherheit geben müssen...was ist das?
Das Haus?
Bist du unter der Pfändungsfreigrenze?
Und du nimmst KEINEN Umschuldungskredit auf!
Dann sitzt du ja wieder im sinkenden Schiff!
Dein Bruder soll sehen, dass er nen Kredit ranzieht...vielleicht über einen Internet-kredit-vergleich?
Sowas hier:
http://www.baufinanzierung-heinz.de/index.html
die haben uns mal sehr gute Angebote für eine sehr schwierige Finazierung gemacht(allerdings hat unsere hausbank dann unterboten, aber das war nicht absehbar, die konditionen waren echt gut)..
Ansonsten muss er den kasten eben verkaufen, tut er das nicht, bevor es dir schadet, ist er ein Arsch!
lg
melanie
Beitrag von nele27 - 24.06.11 - 11:06 Uhr
Was meinst Du mit "schwierige Finanzierung"?
Gern auch per PN... vll sinds für mich wichtige Infos für meine Situation...
Danke, Nele
Beitrag von liebesbienchen - 24.06.11 - 10:34 Uhr
Hallo,
mein Tip wäre:
Wende Dich an die Schuldnerberatung Deiner Stadt, die Beratung ist kostenlos. Bei Alleinerziehenden mit einem Kind müßtest Du mehr als 1300,- verdienen so dass sie Dir regelmäßig was wegpfänden können von Deinem Gehalt.
Wenn Dein Bruder damals schon keinen Kredit bekommen hat (gehe jetzt mal davon aus, warum hast Du ihn dann genommen?) wird er heute auch keinen mehr bekommen.
Du wirst dafür gerade stehen müssen wenn Du Kreditnehmer bist.
Umschuldung ist quatsch, was soll das bringen wenn Du jetzt schon nicht zahlen kannst.
Letzte Hoffnung Dein Bruder, ansonsten zuletzt die Privatinsolvenz für Dich 
Grüße Biene
Beitrag von zwillinge2005 - 24.06.11 - 10:39 Uhr
Hallo,
wie konntest Du mit 22 Jahren einen Kredit mit hoher Summe aufnehmen?
Wie hoch war die Summe und welche Sicherheiten hattest Du? Wie hoch war mit 22 Jahren Dein Einkommen?
Wie hoch ist der Restkredit und warum zahlt Dein Bruder nicht mehr?
Was ist mit dem HAus? Kann er das nicht verkaufen?
LG, Andrea
Beitrag von wonnesonne77 - 24.06.11 - 22:09 Uhr
Hallo Andrea,
Restsumme ist 65000 EUr
Mein Einkommen war damals deutlich höher als jetzt und ichhatte auch deutlich weniger Ausgaben als jetzt.
Meine Schwägerin zahlt noch, aber bei ihr muss man dahinter bleiben, dass sie es auch fristgerecht einzahlt, das war nämlich auch mit ein Problem warum die Bank den Kredit gekündigt hat.
Das geld war einfach zu bestimmten festgelegten Terminen nicht auf dem Konto.
Das Problem ist eben jetzt, dass die Bank mich max. noch für ein halbes Jahr in Raten zahlen lässt, danach wird die gesamte Restsumme fällig.
Aber 1. kann ich diese Summe nicht zahlen und 2. will ich auch keinen Kredit aufnehmen.
Ich möchte, dass es zukünftig alles über meine Schwägerin und meinen Bruder läuft...ist ja schließlich ihr Haus.
Die Sicherheit ist das Haus.
Hausverkauf wäre eine Möglichkeit, aber wie geht man da vor?
LG Wonne
Beitrag von wonnesonne77 - 24.06.11 - 21:53 Uhr
Danke erstmal für eure Antworten.
Ich sagte ja ich habe damals einen riesen Fehler gemacht und bin heutzutage schlauer.
Ich dachte damals den Gefallen tue ich für meine Familie undda wird mir schon nix ran schnappen.
Aber es kommt immer anders als man denkt.
Ich hatte damals ein recht gutes Einkommen, mittlerweile bin ich aber nicht mehr in diesem Beruf tätig und jetzt ist das Einkommen deutlich niedriger, da ich auch nicht vollzeit arbeite wegen meinem Kind.
Mein Bruder und meine Schwägerin waren zum damaligen Zeitpunkt beide arbeitslos. Mein Bruder hat seit ein paar Jahren Arbeit und meine Schwägerin bekommt Rente.
Als Sicherheit für den Kredit dient das Haus.
Bei der Schuldnerberatung war ich schon und ich würde deutlich unter dem pfändbaren Betrag liegen. Mit Kind erhöht sich dieser ja nochmal
Hausverkauf habe ich ihnen auch schon ans Herz gelegt, aber wie leiert man denn so nen Hausverkauf an?
LG Wonne
Beitrag von myimmortal1977 - 25.06.11 - 14:49 Uhr
Man geht zum Makler! Das würde ich auch schleunigst tun, da bei einer angeordneten Zwangsversteigerung meistens viel weniger reinkommt, als bei einem regulärem Verkauf.
Die Zwangsversteigerung zielt häufig nur auf ein Mindestgebot, dass die Bank auf alle Fälle mit der Restsumme befriedigt wird.
Der erzielte Preis liegt aber oftmals weit unter dem, was man im regulären Verkauf bekommen könnte.
Nicht lange warten!
LG Janette
