Bildungspaket so schlecht angenommen???

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Beitrag von nini14 - 28.06.11 - 16:04 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe vorhin im Radio gehört, das das Bildungspaket, welches die Regierung im Februar auf den Weg gebracht hat nur von ca. 30% der berechtigten Familien in Anspruch genommen wird.

Ich weiß aus dem persönlichen Umfeld, das es Kinder gibt, die dies nicht möchten, da sie sich dann outen müssen. Diese "Gutscheine" müssen ja immer vorgezeigt werden, oder?

Was meint Ihr, warum diese Unterstützung so wenig angenommen wird?

Bürokratie in der Abwicklung der Anträge ist bestimmt auch ein großer Faktor! Aber habt Ihr noch andere Gründe / Ideen, diese Bezuschussung auszuschlagen?

Mich würde gerne mal Eure Meinung hierzu interessieren.

Vielen Dank für Eure Antworten.

LG

Nini #winke

Beitrag von fraukef - 28.06.11 - 16:23 Uhr

Ich mag in Klischees denken, aber ich hab immer noch die böse Vermutung, dass es für einige berechtigte Familien nicht so wichtig ist, ob das Kind einen Sportverein besucht oder nicht... oder an anderen förderwürdigen Aktivitäten teilnimmt...

Klar - wenn es Bargeld gäbe, würde man das nehmen - es würde vermutlich in der Familienkasse versickern... Der Sportverein würde davon dann auch nicht bezahlt... Übrigens ein Grund warum ich ein Befürworter des Gutschein-Systems bin... Das "Outing-Problem" könnte man anders lösen (zB "Gutscheine" für alle - für bedürftige Familien gibts die so - der Rest muss sie kaufen - und beim Sportverein wird grundsätzlich mit Gutscheinen bezahlt).

Aber ganz ehrlich - wenn ich in der Lage wäre, Leistungen, die mir wichtig sind, für meine Kinder nicht bezahlen zu können - und ich hab die Möglichkeit, dafür Gutscheine zu bekommen, dann nehm ich die - die bürokratischen Hürden wären mir in dem Moment MEINEN KINDERN ZULIEBE egal - und mein persönlicher Stolz auch.

LG
Frauke

Beitrag von nini14 - 28.06.11 - 16:28 Uhr

Hallo Frauke,

danke für Deine Antwort.

Ich sehe das auch so ähnlich.

Mit der Familie mit denen ich gesprochen habe ist es halt wie oben beschrieben. Das liegt aber an dem Kind. Sie ist jetzt 12 und möchte das nicht, sondern verzichtet dann lieber auf etwas.
Da wir auf dem Dorf wohnen gibt es auch noch ganz gute Alternativen wie z.B. Dorfjugend oder ähnliches wo auch viele Sachen für Kinder angeboten werden. Hier zahlt man dann keinen festen Beitrag sondern nur nach Bedarf.

Ich denke, wenn die Kinder im Teens alter sind, dann gibt es da vielleicht eher Outing Probleme, als wenn die Kids noch recht klein sind.

LG

Nini

Beitrag von silbermond65 - 28.06.11 - 16:28 Uhr

Was meint Ihr, warum diese Unterstützung so wenig angenommen wird?

Weil es ganz sicher Eltern gibt,denen es völlig egal ist,ob und wie ihre Kinder gefördert werden.
Wenn es durchs Bildungspaket Bargeld geben würde ,wäre die Resonanz sicher sehr viel größer.

Beitrag von nini14 - 28.06.11 - 16:29 Uhr

Das mag stimmen, aber dann würde das Geld, welches für die Kinder bestimmt ist, nicht bei den Kindern landen. Somit ist die Idee mit den Gutschein nicht die schlechteste. jedoch muss es eine andere Regelung geben, wie damit umgegangen wird.

LG

Beitrag von silbermond65 - 28.06.11 - 16:34 Uhr

Das weiß ich und darum finde ich die Idee mit den Gutscheinen natürlich auch viel besser.

Beitrag von nini14 - 28.06.11 - 16:48 Uhr

Ja, und da wäre man dann wieder bei der "outing" Geschichte.

Wie Susanne gerade schrieb, durch einreichen der Rechnungen / Anträge / Verträge wäre dies auch möglich.

LG

Beitrag von susanne85 - 28.06.11 - 16:35 Uhr

hallo

ich berichte jetzt von einer familie die unter mir wohnt.

mann ist nun seit 14 monaten arbeitslos(unfall und krank!) und die frau hat 2 kinder.

sie haben auch diese teilhabe beantragt und geld fürs mittagessen. erstmal schickten die sie zu 4!!! verschiedenen stellen... jetzt hängt die bewilligung seit knapp 6 wochen in der schleife.

auf nachfrage, weiss absolut niemand was damit passiert.

ich denke eines der größten gründe ist

die beantragung(die leute sind verdammt schlecht aufgeklärt ) und auch das outing!!!

warum ist es nicht zum beispiel möglich das eine familie die rechnung eines vereins vorzeigt und das geld zurück bekommt umgehend? z.b. anhand eines kontoauszuges! so müssten die leute sich eben nicht outen und es kommt dem kind zugute.

lg

Beitrag von silbermond65 - 28.06.11 - 16:41 Uhr

jetzt hängt die bewilligung seit knapp 6 wochen in der schleife.

auf nachfrage, weiss absolut niemand was damit passiert.


Es dauert,weil zu wenig Leute zu viele Anträge bearbeiten müssen.
Ich habe das Essengeld für meine Tochter im April beantragt und hier liegen über 2000 Anträge.
Das wird noch Wochen dauern.

Beitrag von jabberwock - 29.06.11 - 14:33 Uhr

>>> Es dauert,weil zu wenig Leute zu viele Anträge bearbeiten müssen. <<<

Und wenn man jetzt bedenkt, dass nur 30% der Berechtigten überhaupt Anträge gestellt haben... Die Planung ist an Stümperhaftigkeit kaum zu überbieten (aber das kennen wir ja schon von Uschis Zensurplänen...)

Beitrag von nini14 - 28.06.11 - 16:47 Uhr

Hallo Susanne,

ja die liebe Bürokratie. Das ist manchmal - gerade in größeren Städten echt nicht mehr schön.

Die Idee, die Rechnungen / Kontoauszüge einzureichen und dann das Geld zu bekommen finde ich persönlich gut. Dazu müssten die Menschen nur in Vorkasse gehen - wieder ein Hinderungsgrund. Aber der Ansatz ist gut.

Danke Dir.

LG

Nini

Beitrag von manavgat - 28.06.11 - 17:04 Uhr

Wer will schon, dass in der Schule jeder weiß, dass man "ganz unten" ist?

oder im Verein.

Die Kinder, die nichts haben, werden so schon oft genug ausgeschlossen und diskriminiert.

Ich persönlich halte das Ganze für eine Farce.

Hinzu kommt:

Bei uns, Hochtaunuskreis, werden die Anträge auf Bildungspaket und Nachhilfe nicht bearbeitet.

und

man liest die eigenen, sehr aufschlußreichen Studien nicht, wie z. B. diese hier zum Thema Nachhilfe:

http://www.bmbf.de/pub/sachstand_nachhilfe.pdf

stattdessen lässt man jetzt die Sachbearbeiter in den ARGEN den Markt beobachten und diese haben auch sehr eigene (mit anderen Worten unsinnige) Ansichten, wie oft + wieviel wann benötigt wird.

Argument: man wolle keinen Markt schaffen und ehrenamtliche bzw. subventionierte Anbieter, wie z. B. die VHS gewinnen, die sich ob des zusätzlichen Geldsegens schon mal die Hände reiben.

Ob man, wenn ein Hilfeempfänger eine Renovierung braucht, auch fachfremde Personen schult, anstatt Fachfirmen zu beauftragen, die ihr Geschäft verstehen?

Das Ganze ist imho eine Verarsche und führt nicht zu Teilhabe. Von den exorbitanten und unnützen Verwaltungskosten mal ganz abgesehen.

Man hätte locker für alle Kinder das Schulessen für einen symbolischen Euro anbieten können, das wäre auch nicht teurer gekommen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von musterli70 - 28.06.11 - 18:33 Uhr

Ist ganz einfach zu erklären, der immer wieder gerne von dieser Regierung erwähnte Musikunterricht in einer Musikschule den man damit seinem Kinde zukommen lassen können soll, kostet einfach mehr als im Paket dafür enthalten ist.
Hier kostet der Spaß zum Beispiel 26 € im Monat im Paket sind dafür enthalten 10 € , macht unterm Strich keine 10 € geschenkt, sondern 16 € draufgelegt aus der eignen Tasche.
Da ist dann ganz schnell Schicht im Schacht, wenn man bedenkt das dieses Angebot für Familien aus dem ALG II, Wohngeld und Kinderzuschlagssektor ins Leben gerufen wurde, wo solls denn herkommen ?
Hinzu kommt wenn die Regierung heute das Ding wieder einstampft, stehen die Leute im Regen und sind an Verträge gebunden, bei der hießigen Musikschule bindet man sich zum Beispiel für 2 Jahre vertraglich, ansonsten kommts Kind garnicht rein.

Und das gilt nun nicht nur für die Musikschule, die Problematiken findet man durchaus auch noch in anderen Bereichen.
Sportvereine haben nicht überall das gesamte Spektrum im Angebot, sprich wenn man hier in den Verein geht muss man vorher wählen was das Kind machen will, wie z.B. Fussball, Handball, etc...., macht das dem Kind dann keinen Spaß mehr hat man Pech gehabt, da bleibt dann nur der Vereinswechsel.

Allerdings kommt man hier mit den 10 € vom Beitrag her hin, hat aber dann noch keine "Ausrüstung" - Schuhe, Hose, Stutzen, etc... und man bedenke Kinder wachsen ständig.

Die Wege zum Sport, oder Unterricht, werden ebenfalls nicht bezahlt, da kommen schnell mal 10 € die Woche zusammen, weil man mit dem ÖPNV unterwegs ist und immer eine Begleitperson das Kind hinbringen und abholen muss, je nach Alter.

Der nächste Punkte ist die Abwicklung des ganzen Spaßes, Vereine müssen dazu ihre Satzungen ändern, sich je nach Gegend erstmal beim zuständigen Träger dafür bewerben, damit überhaupt mit ihnen abgerechnet werden kann, usw.... .

Grundidee des Paketes tolle Sache nur hat man nach der Grundidee leider aufgehört ordentlich weiter zu denken und wie üblich nur rumgepfuscht, aber dafür sind die Herrschaften in der Politik ja bestens bekannt, sei es Hartz IV, die Sicherungsverwahrung, oder jetzt eben das Bildungspaket.

Die Geschichte mit dem Outing mag durchaus auch ein Argument sein, auf dem Land, wo jeder jeden kennt mit Sicherheit mehr als in der Großstadt, wo man erstmal seinen Nachbar bemerkt wenn er in seiner Wohnung abgelebt ist und unter der Tür durchstinkt.

Thema Nachhilfe, die wird nur gewährt wenn sich auch Besserungen zeigen an den Noten, soweit kann ich folgen und verstehe es auch, allerdings woher soll man vorher wissen ob der jeweilige Nachhilfe-"lehrer" was taugt, oder nicht ?
Hat man Pech, taugt der Bursche nix , kann genau so bescheiden den Stoff vermitteln wie die Le(h)erkörper in der Schule und schon ist das Thema bezahlte Nachhilfe gegessen.

Ich bezweifle das der Besuch von Sozialarbeitern bei den Leuten an der Haustür was an dem generellen Problem lösen wird, außer das von Steuergeldern bezahlter Sprit sinnlos verfahren wird um sich sagen zu lassen schleich Dich.

Und bevor sich hier jetzt wieder gleich die üblichen Sozialrassisten austoben und Sprüche loslassen wie die paar Kröten extra kann man seinem Kind schon bezahlen, mögen sich diese Schwätzer erstmal mit der Zusammensetzung des Regelsatzes beschäftigen.

Beitrag von nisivogel2604 - 29.06.11 - 11:02 Uhr

Ich fall auf die Knie! DANKE! Endlich mal jemand der denkt!

DANKE!!!!!!!!

Beitrag von nele27 - 29.06.11 - 11:28 Uhr

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Hier kostet der Spaß zum Beispiel 26 € im Monat im Paket sind dafür enthalten 10 € , macht unterm Strich keine 10 € geschenkt, sondern 16 € draufgelegt aus der eignen Tasche.
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Das gibts aber auch billiger.

In vielen Kirchengemeinden z.B. kann man Instrumente kostenlos oder gegen einen Symbolischen Betrag/Spende lernen.

Auch nicht jeder, der arbeitet, zahlt die Musikschule...

LG, Nele

Beitrag von musterli70 - 29.06.11 - 11:52 Uhr

Das gibts mit Sicherheit billiger, nur nicht hier ;)

Wie das in Großstädten aussieht kann ich Dir nicht sagen, aber ich schick mein Kind auch keine 25 km (einfache Strecke) in die nächste Großstadt damits Musikunterricht nehmen kann.

Beitrag von nele27 - 29.06.11 - 12:03 Uhr

Habt Ihr keine Kirchengemeinde? Jugendpflege? Das gibts ja auch auf dem Land und man kann einiges kostenlos oder bezuschusst bekommen...

Ich gönne jedem Kind sein Instrument und seinen Sportverein, besonders denen, die nicht viel haben.

Aber ich verstehe manchmal die Anspruchshaltung nicht.

Meine Kinder bekommen Secondhand-Klamotten, Bücher aus der Bücherei und Musikunterricht in der Kirchengemeinde (noch nicht, aber wenn sie wollen würde ich erstmal da nachfragen, bevor ich ungeprüft 60 Euro für die Musikschule zahle).
Ich verstehe nicht, dass gerade unter denjenigen, die sich nicht viel leisten können, das Naserümpfen teils groß ist (zum Thema Flohmarkt "ich will ja nicht, dass mein Kind in Lumpen rumläuft" etc.). In der Bücherei treffe ich ausschließlich die gut situierten Familien, dabei kostet die ermäßigte Karte 12 Euro pro Jahr.

Sind die Komplexe so groß, dass man solche Angebote nicht annehmen mag? (Ich frage das aus Interesse und wertfrei). Oder ist es etwa doch eine unbegründete Anspruchshaltung?

Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Aber gerade in meinem beruflichen Umfeld habe ich doch schon oft "solche" kennen gelernt.

LG

Beitrag von schwilis1 - 29.06.11 - 13:12 Uhr

ich glaube es hat viel mit dem Selbstwert zu tun. Stell dir vor, du lebst vom amt, hörst ständig dass du ein mieser sozialschmarotzer bist, der einfach nur zu faul zu arbeiten (soll es auch geben, aber es gibt eben auch andere) du musst auf jednefall rauchen, saufen, einen Flachbildschrim haben, deine katzen besser versorgen als deine Kinder. ach ja, deine Kinder hocken den ganzen Tag vor der Gltoze rum, bekommen kein Buch vorgelesen und vor die tür gegangen wird auch nicht.
das ist das übliche Bild von ALG 2 Bezieher (ich les es hier immer wieder)

und jetzt hast du zwar wenig geld... aber dann bekommt halt alles womit du noch versuchst geld zu sparen einen bitteren Beigeschmack... second hand laden zb... (ich hab kein Problem mit Second Hand) aber es ist halt wieder so... vom Gefühl her...dass es einfach depremierend ist, dass du dir dieses und jenes nicht leisten kannst... und dann will man das angebot vll nicht.

Bibliotheks ausweis... na dann gehst du hin, zeigst deinen ALG 2Bescheid vor und schämst dich erstmal ne runde weil du nicht in der Lage bist, die 20 euro oder wieviel so ein ausweis kostet zusammen zu kriegen.
oder freibad... hier bei uns ist Freibad für ALG 2 bezieher 80cent billiger... aber würdest du an die KAsse gehen und sagen: hey ich beziehe ALG2 ich möchte bitte den günstigeren Preis haben?

Obwohl ich jetzt im Oktober ne Ausbildung beginne (vollzeit von morgens um 7.30 bis 16.30) werd ich genauso abhängig vom Amt sein wie jetzt schon. und das ist ein verdammt mieses gefühl...


Im übrigen und zum Thema... ich habe keinen Antrag gestellt, weil mein sohn mit seinen 20 Monaten in keinem Sportverein, oder in der Musikschule ist, Pekip hatte ich damals selber bezahlt.
der Spielplatz kostet mich keinen cent und er trifft immer auf andere kinder.

Allerdings werde ich wenn er im september in die kita geht auch das mittagessen beantragen...

Beitrag von nele27 - 29.06.11 - 13:30 Uhr

Ja gut, das kann ich schon verstehen. Zumal man ja sicher trotz Arbeit in die "ich-rauche-und-saufe-und-schlage-meine-Kinder"-Schublade gesteckt wird.

Als mein Mann seine Weiterbildung gemacht hat (er bekam kein Geld dafür) und wir von meinem Gehalt leben mussten, war ich immer froh, wenn er mit dem Schülerausweis etwas billiger bekam. Aber ok, ich sehe ein, dass das etwas anderes ist als ALG2. Glücklicherweise war es ja auch nur vorübergehend.

Ich glaube, es gibt in unserer Bevölkerung auch eine Art "Sozialneid nach unten" - warum kriegen die faulen Säcke das Freibad billiger, wenn ich den ganzen Tag arbeite und mehr bezahlen muss.
Das finde ich ganz schlimm, denn die meisten würden sicherlich lieber selbst Geld haben und mehr bezahlen.
Leider fallen halt die schwarzen Schafe immer mehr auf... bei unserer Familienberatungsstelle um die Ecke sehe ich immer die ganzen arbeitslosen schwangeren Raucherinnen #augen Irgendwie stechen die halt mehr ins Auge.

Beitrag von schwilis1 - 29.06.11 - 14:18 Uhr

aber ist halt nicht immer so...
manchmal wird man krank oder kommt krank zur welt (mein Freund zb sieht nur noch 16%)
Geraucht wird hier nicht. gesoffen auch nicht. unser Fernsehr ist 15 jahre alt, klamotten vom junior sind second hand geschenkt bekommen. bett, hochstuhl aus der Sperrmüllzeitung und co...

ich bin auch froh dass wir vieles wegen mein Freund günstiger bekommen weil er einen schwerbehindertenausweis hat mit begleitung... so kann ich meine Familie besuchen gehen (zugfahren ist dann kostenlos) und noch ein paar Vergünstigungen (zoo, schwimmbad etc)

aber schön ist es dennoch nicht.

Beitrag von nele27 - 30.06.11 - 10:48 Uhr

Aber Deine Ausbildung ist doch gut - danach hast Du sicher einen Job, wenn Du fleißg bist.
Was lernst Du denn Schönes?

Beitrag von musterli70 - 30.06.11 - 09:36 Uhr

Kirchengemeinde existiert, hat sowas aber nicht im Programm, der zuständige Pfarrer ist froh, wenn er seine 6 Gemeinden und 3 Kita unter einen Hund bringt, die ehrenamtlichen Helfer haben andere Hobbys.

Jugendpflege, was ist das, kann man das essen ? Gibts bei uns nicht.

Hier wird auf Familien mit Kindern nur in der Werbung gesetzt, der Rest wird eher in Richtung Altersheime investiert (sind einfach die treueren CDU Wähler), Jugendtreffs werden seit Jahren eher geschlossen, als neue aufgemacht und die Stelle der Jugendarbeiterin, die es wohl zu meiner Jugend noch gab, wurde inzwischen wegrationalisiert, weil Senioren und Demenzkranke brauchen die ja nicht.

Mit neuen Klamotten rennen die Leute hier auch nicht herum, weder selbst noch die Kids, die meisten kaufen bei der Caritas im Laden teuer das ein, was sich die Caritas zuvor hat schenken lassen. Nächstenliebe sieht meiner Meinung nach anders aus. Aber lassen wir das Thema, sonst landen wir ganz schnell bei meineem Lieblingsthema Caritas und ihre Tafeln mit abgelaufenem Müll, oder Caritas und Ein-Euro-Jobber.

Was die Bücherei angeht, da trifft man bei uns alle Schichten, eben weil der Jahresbeitrag im einen Ort bei 10 € im Jahr liegt, "neue Medien" (MC, CD, CD-ROM, DVD, etc...) müssen zusätzlich je nach Verleihdauer bezahlt werden. Die Bücherei hat richtig Auswahl, ist aber in der Nachbargemeinde 15 km weiter - vor Ort selbst die Stadtbücherei kannst den Hasen geben, wenn Du mal was willst was sie nicht haben, da sie nicht an der Fernleihe teilnehmen.
In meiner Jugend gabs dann noch sowas wie nen Bücherbus der Stadtbibliothek FFM der übers Land fuhr, ob es den noch gibt weiß ich nicht, zu den Zeiten wo der damals kam bin ich immer am arbeiten.

Komplexe würde ich es nicht unbedingt mal nennen wollen, ich tippe eher auf sowas wie Ehrgefühl und Stolz, die kleinen Leuten haben sowas im Vergleich zu den Herrschaften in der Politik wenigstens noch. Kann man meiner Meinung nach auch keinem verübeln.

Aber ich denke das wird in Deutschland noch viel heftiger werden, es wird ja jetzt schon teilweise mehr geschrottelt als nach dem Krieg, da kommen mit Sicherheit noch ganz andere Dinge auf uns zu, Nordafrika und Griechenland machen es uns ja gerade vor wie das ist, wenn das Volk seinem jahrelang runtergeschluckten Hass freien Lauf lässt.




Beitrag von nele27 - 30.06.11 - 10:47 Uhr

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Komplexe würde ich es nicht unbedingt mal nennen wollen, ich tippe eher auf sowas wie Ehrgefühl und Stolz
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Ehrgefühl und Stolz, wenn ich gebrauchte Kleidung ablehne??? #gruebel Wirkt eher seltsam, wenn man kein eigenes Geld hat und angesichts der Tatsache, dass weite Teile des Mittelstands aus Überzeugung Second Hand kauft...

Ich glaube übrigens nicht, dass es in D in absehbarer Zeit Krawalle wie in GR gibt. 1. geht es den Deutsch besser als fast allen anderen und 2. ist die deutsche Seele auch nicht so krawallig. Meckern ja, aber auf die Straße gehen, wenn der Hintern noch im Trockenen sitzt, nein.

Hass auf wen? Uns Deutschen gehts wie gesagt besser als den meisten anderen oder hast Du da ein Gegenbeispiel?
Mir ist schon klar, dass Armut viele Gesichter hat und immer in Relation zu seiner Umgebung steht. Aber hierzulande fällt man doch relativ weich.

LG, Nele

Beitrag von musterli70 - 30.06.11 - 11:45 Uhr

Hass auf wen ?

Z.b.: auf die Regierung (Stichwort Diäten werden schon wieder erhöht, dem kleinen Mann zieht man eher was ab), auf den der mehr hat, auf den der ins Sozialschmarotzerhorn bläst, usw..... .

Beitrag von nele27 - 30.06.11 - 11:57 Uhr

Politiker bekommen im Vergleich zu ihrer Tätigkeit (16-Stunden-Tage, immer Urlaub auf Abruf, extrem zehrender Job) und vor allem im Vergleich zu Topmanagern mit ähnlicher Quali nicht viel.
Gerade mal 13.000 Euro, soweit ich weiß, während sich die Unternehmensvorstände die Millionen zuscheffeln. Da würde ich doch sicher keinen Hass auf Politiker bekommen #kratz

Und daher gibts ja ALG2, damit man nicht den Besserverdienenden die Alditüten klauen muss...
Es gibt immer Leute, die mehr haben, die aber in vielen Fällen dann eben auch besser ausgebildet sind, evtl. fleißiger...
Ist doch gut, dass alle eine Grundsicherung bekommen.