jetzt ist es amtlich...Griechenland MUSS sparen

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Beitrag von ostsonne - 29.06.11 - 15:58 Uhr

...und die blutigen Straßenschlachten fangen jetzt erst richtig an.
Ich kann es nicht verstehen, warum die Griechen nicht einsehen wollen, das gespart werden MUSS. Wie bzw. wo gespart werden muß, steht auf einem anderen Blatt.

Beitrag von .neo - 29.06.11 - 16:02 Uhr

"Ich kann es nicht verstehen, warum die Griechen nicht einsehen wollen, das gespart werden MUSS"

Wir würden doch wahrscheinlich genauso reagieren. Die Einschnitte sind schon ziemlich derb. Bezogen auf Haushaltsbudget wären das in Deutschland Einsparungen von 170 Mrd., wenn ich mich nicht irre.

Beitrag von .doctor-avalanche. - 29.06.11 - 16:18 Uhr

Ich möchte Dich sehen wenn man Dir finanziell richtig ans Leder geht für Dinge, die Du nicht mitverursacht hast.

Gegen das, was die Griechen schon seit einem Jahr mitmachen, waren die Hartz-Reformen hier in Deutschland geradezu lächerlich!

Und es ist ökonomisch noch falsch dazu. Diese Sparerei bringt Griechenland um jede Chance von Wachstum und dazu an den Rande eines Bürgerkriegs.

Leider haben aber die Eurokraten und Politiker in dieser Phase das Sagen und nicht die Ökonomen. Genauso wie damals, als man Länder wie Griechenland oder Portugal trotz besseren Wissens mit in die Währungsunion aufnehmen musste.

Beitrag von james10 - 29.06.11 - 16:20 Uhr


"Ich kann es nicht verstehen, warum die Griechen nicht einsehen wollen, das gespart werden MUSS."

Natürlich sehen auch die Griechen ein, dass gespart werden muß.
Was sie nicht verstehen ist eben, dass es auf ihrem Rücken und zu ihren Lasten ausgetragen wird.

Zur Erinnerung:
Nicht der griechische Bürger, sonder die Bankenwelt haben Griechenland dorthin geführt, wo das Land jetzt steht.

Beitrag von ostsonne - 29.06.11 - 16:25 Uhr

< Zur Erinnerung:
Nicht der griechische Bürger, sonder die Bankenwelt haben Griechenland dorthin geführt, wo das Land jetzt steht. >

Das sehe ich ein wenig anders. Nur ein Beispiel:
- Renten wurden bezahlt, für Rentner, die schon gar nicht mehr lebten
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/griechen-zahlen-an-tausende-tote-rentner/4256722.html

Beitrag von james10 - 29.06.11 - 16:33 Uhr


ja, das ist natürlich ein gefundenes Fressen.
Aber glaubst du, in Deutschland ist es anders?
Da sitzen die Leute im Ausland und beziehen Sozialleistungen...
Dieser arbeitslose Irre (Arno Döbel oder wie heißt der?), neulich im Fernsehen, trinkt, raucht, lacht sich kaputt, will nicht arbeiten reicht einen Gelben nach dem anderen ein. Aber Hallo!?!?
Solchen Leuten gehören sämtliche Leistungen gestrichen.

Beitrag von ostsonne - 29.06.11 - 17:12 Uhr

Mit diesem Typ gebe ich dir recht, aber da sind unsere Gesetze dran Schuld.
In Griechenland hat man das illegal gemacht. Und das war ja EIN Beispiel, was dort gründlich schiefgegangen ist bisher....

Beitrag von marion2 - 30.06.11 - 09:18 Uhr

Der Typ hat aber auch jemanden, der ihm die "Gelben" ausstellt.

Beitrag von sarahg0709 - 30.06.11 - 11:12 Uhr

Hallo,

sicherlich haben die Banken dazu beigetragen. Aber leider haben die Griechen auch z.B. Rente an ihre Verstorbenen gezahlt und damit Geld einfach in den Schornstein geworfen.

Klar sollte man nicht pauschalisieren und sagen, alle Griechen haben die Krise verursacht und müssen sie auch ausbaden. Aber es ist nun mal so, dass es leider jetzt alle einen Beitrag leisten müssen, wenn sie sich wieder aufrappeln wollen.

Und es nützt auch nichts, immer nur Milliarden von außen reinzupumpen, wenn es ein Fass ohne Boden ist. Das zieht ganz Europa mit runter.

LG

Beitrag von grafzahl - 29.06.11 - 17:14 Uhr

Wer ist

"die Bankenwelt"?


Und inwiefern hat

"die Bankenwelt"

"Griechenland dorthin geführt, wo das Land jetzt steht."?

Beitrag von telefon-mann - 29.06.11 - 19:00 Uhr

z.B. dadurch das Banken und Fonds extrem spekulativ Griechenland-Papiere kauften, verkauften und damit untereinander dealten, zum Schaden der Griechen, denn die Zinsen wurden dadurch weiter nach oben getrieben....in dem festen Wissen jener Banker, dass wenn sie sich mal wieder überheben, es der Staat schon richten wird. Genau das hat Herr Sarkotzy ja unserer Madame-Non abgerungen.

Das zur Beschreibung der aktuellen Situation.

Dorthin geführt wurden die Griechen von übereifrigen griechischen und anderen europäischen Politikern, die meinten, die Währungszone Euro MÜSSE alle von Anfang an mit an Bord haben. Gut gemeint, extrem schlecht gemacht. Und übrigens haben auch damals die privaten wie die öffentlichen Banken eine eher unrühmliche Rolle gespielt, denn sie haben die Aufnahme der "Armenhäuser" Europas mitfinanziert. Natürlich mit den Versprechen der Politik, dass wenn es schief geht, die Staaten und damit der Steuerzahler dafür einzuspringen haben.

Beitrag von grafzahl - 29.06.11 - 19:37 Uhr

Wie habe ich mir das jetzt vorzustellen?

Ich spiele jetzt mal Fonds und möchte das Vermögen meiner Fondsanleger mehren. Ich kaufe also ohne Ende Anleihen des Staates Griechenland. Und dann verkaufe ich die Anleihen wieder. Und dadurch steigen die Zinsen? Oder hat das vielleicht doch ein kleines bisschen mit der Bonität von Griechenland zu tun und sind da vielleicht die Credit Spreads gestiegen, weil die Bonität von Griechenland inzwischen so richtig kacke ist?

Ich finde das ja immer wieder drollig. Da richtet sich ein Staat durch Extremverschuldung zugrunde und am Ende sind die Banken und Fonds Schuld an den Bonitätsaufschlägen. Erinnert mich an die Privatleute, die in die Privatinsolvenz rauschen und Schuld sind - na klar, die Banken...


> die Währungszone Euro MÜSSE alle von Anfang an mit an Bord haben.

... weshalb Griechenland auch seit 1.1.1999 dabei waren. Ach, waren sie nicht?

Aus welcher Fachliteratur beziehst du deine "Kenntnisse"?

Beitrag von telefon-mann - 29.06.11 - 20:08 Uhr

Aber es ist doch die Frage ob ich einem Schuldner immer noch mehr Geld leihe OBWOHL ich weiss, dass er es nicht zurückzahlen wird. Diese Erkenntnis, auch wenn alle so tun als wäre es was ganz neues, konnte man schon vor einigen Jahren absehen, im Falle Griechenlands. Oder ich gebe das Geld und spekuliere munter weiter, weil ich weiss, am Ende wird's der Steuerzahler schon richten.... Es waren u.a. die Deutsche Bank (die es vom Sachverstand besser hätte wissen müssen), die Kohl seinerzeit darin unterstützt hat, auch Länder wie Griechenland oder Portugal in den Euro-Raum bzw. in die gemeinsame Währung aufzunehmen.


".. weshalb Griechenland auch seit 1.1.1999 dabei waren. Ach, waren sie nicht? "

Doch..aber sie hätten nicht drin sein sollen. Nicht bei deren strukturellen Problemen! Es war abzusehen, dass der Euro sie kaputtmachen wird. Hätten sie ihren Drachme noch, könnten sie durch Abwertung bedeutend sanfter einen Neustart versuchen.


Wie auch immer: Diese sog. Griechenland-Rettung ist in Wahrheit eine Banken-Rettung und die Stützung von deren faulen Anleihen im Portfolio. Woran die auch gut verdient haben...bisher.

Beitrag von grafzahl - 29.06.11 - 20:28 Uhr

> Doch..aber sie hätten nicht drin sein sollen.

Nein, waren sie nicht.

Aber ich gebe dir ja Recht, die Griechen haben im Euro nichts zu suchen. Eine Währungsunion ohne politische Union ist Bullshit.

In der Theorie war der Euro vielleicht eine gute Idee. Keine Regierung konnte sich durch die Notenpresse entschulden. Eine unabhängige EZB sichert die Geldwertstabilität in ganz Europa.

Und jetzt kauft die EZB jede Anleihe von Griechenland, die nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Da könnte ich kotzen.

Und die ganzen Anleger, die die schönen Anleihen mit den herrlichen Bonitätsaufschlägen aufgekauft haben, in der Erwartung, dass die Rückzahlung garantiert ist - ich möchte nicht in deren Haut stecken...

Aber es dürften die üblichen Verdächtigen sein. Commerzbank, Landesbanken und Co.

Ich denke aber, die Lehman-Pleite war schlimmer, als die Griechenlandpleite wird.

Und die Griechenlandpleite muss sein, um an die übrigen PII(ohneG)S ein Signal zu senden.

Beitrag von ciocia - 01.07.11 - 12:47 Uhr

Ich erinnere mich nur noch dunkel an den Sozialkundeunterricht und das Thema Währung. Klär mich bitte auf warum ein Staat nicht beliebig viel Geldnoten drucken darf. Es muss doch ein bestimmtes Gleichgewicht vorhanden sein, oder?

Es darf nur so viel Geld im Umlauf sein wie...? Genau, das fällt mir jetzt nicht mehr ein#gruebel

Beitrag von grafzahl - 01.07.11 - 13:37 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Quantit%C3%A4tstheorie

Beitrag von ciocia - 01.07.11 - 17:44 Uhr

Genau, das war es! Danke:-)

Beitrag von ong_xa - 29.06.11 - 21:22 Uhr

Dazu fällt mir eine Frage ein. Welchen Vorteil bringt es eigentlich, dass sich Staaten über die Märkte finanzieren?













Beitrag von grafzahl - 29.06.11 - 21:44 Uhr

Worüber sollen sie sonst ihre Defizite finanzieren?

Beitrag von ong_xa - 29.06.11 - 22:00 Uhr

Direkt über die EZB !

Welchen Vorteil bringt der Umweg über die Märkte (Privatbanken)?
Das meine ich als ganz grundsätzliche Frage losgelöst von der Griechenlandproblematik.

Beitrag von grafzahl - 30.06.11 - 04:59 Uhr

Die EZB soll also für den Ausgleich der Staatshaushalte zuständig sein? Und nicht mehr der Geldwertstabilität verpflichtet? Dann kannst du die Notenpresse auch gleich wieder ins Finanzministerium stellen.

Beitrag von ong_xa - 30.06.11 - 09:08 Uhr

Du befürchtest also Inflation? Ist das das einzige Argument?

Wenn sich beispielsweise die Bundesrepublik nicht für 2,5% an den Märkten, sondern für 1,25% bei der EZB (von der das Geld der Marktteilnehmer ohnehin zu fast 100% stammt) verschuldet, hat dies keine direkte Auswirkung auf die Inflation.

Beitrag von grafzahl - 30.06.11 - 09:38 Uhr

Ich gestehe dir die Meinung, dass Geldmenge und Inflation in keinem Zusammenhang stehen, zu.

Meiner Meinung entspricht das nicht.

Ich bin nicht der Meinung, dass es Aufgabe der EZB ist, die defizitären Staatshaushalte auszugleichen.

Dann kannst du gleich dem Finanzminister die Notenpresse aushändigen. Das wäre natürlich eine glänzende Möglichkeit, die Staatsverschuldung auf 0 zu bekommen.

Hat in Deutschland schon mehrmals hervorragend funktioniert.

Beitrag von james10 - 30.06.11 - 09:42 Uhr


"Dann kannst du gleich dem Finanzminister die Notenpresse aushändigen. Das wäre natürlich eine glänzende Möglichkeit, die Staatsverschuldung auf 0 zu bekommen.

Hat in Deutschland schon mehrmals hervorragend funktioniert."


Das hat nicht nur in Deutschland mehrmals funktioniert, sondern bei den Amis ebenfalls: Wenn die politischen Maßnahmen nicht greifen, um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, was meinst du denn, was dann passiert? Genau. Es wird Geld gedruckt, "um die Verhältnisse" wieder zurecht zu rücken.


Beitrag von grafzahl - 30.06.11 - 10:14 Uhr

Da bin ich froh, dass ich kein nennenswertes Geldvermögen besitze. Ich bin nahezu ausschließlich in Sachwerten investiert.