An Alle Hausbesitzer!!! Ist der Preis gerechtfertigt?

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Beitrag von maryjana - 30.06.11 - 16:34 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Mann und ich spielen mit dem Gedanken uns evtl. ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Beim spazieren gehen sind wir auf ein kleines Fachwerkhäuschen gestoßen und das dahintergelegene Grundstück hat es uns angetan. Wir haben den Besitzer ausfindig gemacht und uns mal erkundigt.

Der Besitzer verkauft das Fachwerkhaus (4 Zimmer, 100 qm², DENKMALGESCHÜTZT) nur im Zusammenhang mit dem dahintergelegenen Grundstück (480 qm² zusätzlich) für insgesamt 300.000 €. In dem Preis ist auch eine Baugenehmigung von 200 qm² für das freie Grundstück enthalten.

Der Besitzer der auch gleichzeitig Architekt ist, meinte auch das es im Zusammenhang mit dem Haus so viele Möglichkeiten gibt wie z. B. vordere Fachwerkhaus verkaufen und sich das Grundstück zum Bauen übrig lassen, oder Fachwerkhaus vermieten und und und.

Das Ganze befindet sich in einem wirklich sehr beliebten Stadtteil Hessens.

Jetzt wollte ich mir einige Ratschläge bzw. evtl. auch Vorschläge und Meinungen von euch anhören und wissen ob dieser Preis für das Alles auch gerechtfertigt ist.

Glaubt Ihr man könnte mit Ihm noch über den Preis verhandeln und wenn ja, inwieweit ist der Preis bei Immobilien verhandelbar?

Wenn es nach mir ginge würde ich es für 200.000 - 250.000 € kaufen aber 300.000 € scheint mir etwas überteuert, da ich das Gefühl habe das Fachwerkhaus schwer verkaufen oder vermieten zu können.

Bitte um einige Ratschläge von echten Kennern, da das ganze für uns noch ein wenig Neuland ist.

PS.: Das Fachwerkhaus ist komplett unsaniert und soweit ich es gesehen habe müsste man noch mind. 100.000 € investieren.

#danke

Mary

Beitrag von sonne_1975 - 30.06.11 - 16:39 Uhr

Ein denkmalgeschütztes unsaniertes Fachwerkhaus ist ein Fass ohne Boden. Wenn man nicht gerade zu Liebhabern von alten Fachwerkhäusern gehört, sollte man die Finger davon lassen.

Lieber einfach ein Grundstück kaufen und ein Haus bauen (denn das würdest du so oder so bei diesem Deal vorhaben oder?).

Beitrag von sarahg0709 - 30.06.11 - 16:39 Uhr

Hallo Mary,

zu teuer.

Wir haben für unser Haus (160 qm) am Stadtrand Münchens nur 280000 € bezahlt. Das Haus ist allerdings 5 Jahre vor dem Kauf renoviert worden und hat über 500 qm Grundstück dabei.

Wenn Ihr also noch renovieren müsstet, solltet Ihr schauen, was am Kaufpreis noch geht oder verzichten.

Zumal (mein Endruck) Ihr ja wohl auf dem dahinterliegenden Grundstück was Neues bauen wolltet und nicht in das Fachwerkhaus ziehen.


LG

Beitrag von kati543 - 30.06.11 - 16:41 Uhr

Die Preise sind von Wohngebiet zu Wohngebiet unterschiedlich. Wir wohnen auch in Hessen und auch in einer beliebten Gegend. Hier würde das Grundstück allein schon 500.000€ kosten ;-)

Beitrag von fbl772 - 30.06.11 - 16:46 Uhr

Ob der Preis gerechtfertigt ist sagt dir der Markt. Wurde das Haus mit Grundstück schon angeboten (z.B. Immobilienscout24 etc.) und falls ja, wie lange steht es da schon - je länger, desto höher natürlich die Chance der Verhandelbarkeit des Kaufpreises.

Wie sind die Grundstückspreise in diesem Stadtteil an sich?

Denkmalschutz erfordert bei der Sanierung erstens die Mitsprache der Denkmalschutzbehörde bei allen Maßnahmen und zweitens höhere Kosten durch oft notwendigere teurere Materialien und drittens erlebt man immer neue Überraschungen bei der Sanierung - so ging es uns. Fachwerk bedeutet auch niedrige Decken, oder ? Ist nicht jedermanns Geschmack.

Bei einem späteren Verkauf sind die Spekulationsfristen für Immobilien zu beachten (wenn Verkaufspreis > Kaufpreis), da hier Gewinne mitunter steuerpflichtig sind.

Das sind so ein paar Gedanken, die mir einfallen ....

Wir haben übrigens auch ein unsaniertes Haus von 1897 gekauft und bei der Sanierung so einige "teure" Wunder erlebt. Aber bei solchen Bauten kann man auch nur von "Liebhaberei" ausgehen ....

VG
B

Beitrag von manavgat - 30.06.11 - 18:07 Uhr

Wenn ihr Euch unglücklich machen wollt, dann kauft dieses Fass ohne Boden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von inblack - 30.06.11 - 18:35 Uhr

Du bist manchmal so herzerfrischend mit deinen hellseherischen Fähigkeiten.
;-)

Beitrag von anna031977 - 30.06.11 - 19:55 Uhr

Du bringst immer so wunderbare direkte prägnante Antworten - herrlich!
Schönen Abend!

Beitrag von ayshe - 01.07.11 - 07:36 Uhr

Wenn man keine Ahnung von Sanierungen hat und alles völlig falsch anfängt oder die finanzielle und auch die Durchführungsplanung völliger Käse ist, kann das sein.

Solche Leute sollten sich am besten nur einmieten.

Beitrag von inblack - 30.06.11 - 18:37 Uhr

Da müsst ihr mal gucken, wie die Grundstückspreise in der Gegend liegen.
Außerdem würde ich mir einen fachkundigen (und UNABHÄNGIGEN!) Gutachter dazu holen - anstatt hier bei urbia (so manch unqualifizierte) Meinung zu hören.

Beitrag von ayshe - 01.07.11 - 07:44 Uhr

#pro

Beitrag von werner1 - 30.06.11 - 18:57 Uhr

Hallo,

#Der Besitzer der auch gleichzeitig Architekt ist, #

ich würde mich fragen, warum ein Fachmann das Grundstück nicht teilen lässt, wenn es so einfach ist.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von ayshe - 01.07.11 - 07:47 Uhr

Gute Frage.
Mich würde auch interessieren, warum er so verkaufen will.
Vllt ist die Erschließung ein Problem?

Keine Ahnung, es kann natürlich viele sehr private Gründe geben, warum er es überhaupt verkaufen will oder warum er es überhaupt besitzt, aber nicht selbst saniert.

Beitrag von ungeheuerlich - 30.06.11 - 19:51 Uhr

Hallo,

Preis hin o. her. Ohne viel zu erklären sage ich Dir einfach:

Never ever, lasst es bitte.

LG

Kerstin

Beitrag von ujn1 - 30.06.11 - 21:46 Uhr

Hallo Mary,

ich sag mal so: Bei uns hier würdest Du allein für das Grundstück mit einem Baurecht für ein EFH mit 200m² so um die 500-600T€ zahlen müssen. Falls das bei Euch so ist, könnte man das Vorderhaus einfach verkommen lassen (soweit ich weiß gibt es auch bei denkmalgeschützten Häusern keinen Renovierungszwang) und hätte immer noch einen Schnitt gemacht.
Wird aber wahrscheinlich nicht so sein, also: unabhängigen Sachverständigen fragen. Im Vergleich zur Investitionssumme kostet der fast nichts, ich schätze mal für unter 500€ wird der Euch sagen, was unter Berücksichtigung der lokalen Umstände ein fairer Preis wäre.

LG

Beitrag von ayshe - 01.07.11 - 07:34 Uhr

Zu dem Preis kann ich dir nichts sagen, weil zu einen Wertgutachten einige Punkte mehr gehören als diese Angaben hier.



Wenn du die Wertermittlung des Architekten anzweifelst, kannst du dir ein Gutachten machen lassen, das ist der sicherste Weg.
Oder laß dir von dem Architekten seine Wertermittlung zeigen, falls er es schriftlich gemacht hat.
Da es sich um einen Architekten handelt, gehe ich aber mal stark davon, daß es kein Phantasiepreis ist so wie manche privaten Anbieter das immer machen.


Wie du hier auch im Forum hörst, sind Laien oft der Meinung, ein altes Haus oder ein unsaniertes Haus oder womöglich Denkmalschutz wären ein Faß ohne Boden.
Meiner Meinung nach ist das völliger Blödsinn, man muß es eben nur richtig anpacken und planen.
Man kann mit einem Haus BJ 1980 mehr Ärger haben als mit einem älteren oder mancher Neubau hat zwar hübsche weiße Wände, mit denen man viele Käufer blenden kann, aber dafür versteckte enorme Mängel, die einen Irre machen können.

Na gut, das dazu.


Daß ein Denkmalschutz ganz besondere Anforderungen mit sich bringt, wurde hier schon gesagt. Es gibt strenge Auflagen, die du dir nur bei örtlichen Denkmalpflege einholen kannst.
Grundsätzlich darfst du bei der Sanierung eben nicht alles so machen, wie es dir in den Kopf kommt. Ganz wichtig:
Du mußt wissen, was auf die zukommt!

Andererseits kann man Fördergelder beantragen.


Was du brauchst, ist eine genaue Ermittlung des Sanierungsstaus mit den Auflagen der Denkmalpflege für Umsetzung und dazu die Kostenaufstellung.

Du mußt genau wissen, wie viel da auf dich zukommt und den Kredit entsprechend anlegen, die Bank will sicher auch einen Sanierungsplan sehen.


Ohne Architekten, der sich auch mit Sanierungen und Denkmalschutzauflagen auskennt, würde ich mich aber nicht daran wagen.
Aber wenn eine vernünftige Planung und Durchführung besteht, dann läuft das auch.

Diese "Faß-ohne-Boden" Geschichten kommen immer nur deshalb zustande, weil irgendwelche planlosen Laien alles unstrukturiert und falsch kaputt sanieren. Das wird natürlich nichts.

Mehr schreibe ich jetzt nicht.

Beitrag von litalia - 01.07.11 - 08:26 Uhr

wahahahahaaaa

sorry, für ein denkmalgeschütztes UNSANIERTES fachwerkhaus 300.000 euro???

also wenn mir der jetziger besitzer DAS gesagt hätte wäre ich wohl aus dem lachen nicht mehr raus gekommen und hätte nach der verstecken kamera gesucht.


wie man da noch drüber nachdenken kann ist mir unbegreiflich!

Beitrag von maryjana - 01.07.11 - 13:44 Uhr

Hallo litalia,

ich glaube du hast den Text nicht aufmerksam genug gelesen.

Zum Fachwerkhaus bekommt man noch zusätzlich ein 500 qm² Grundstück mit einer Baugenehmigung von über 200 qm² inklusive, und auf dieses sind wir scharf...nicht aufs Fachwerkhaus ;-)

Beitrag von marion2 - 01.07.11 - 08:33 Uhr

Hallo,

stand doch letztens Bauland in der Zeitung: knappe 600 m² für wenige 1.000.000,00 Euro und das OHNE Haus.

Da wären 300.000,00 Euro ja geradezu ein Schnäppchen. #gruebel Wusste gar nicht, dass das Leben in Hessen so billig ist.

Gruß Marion

Beitrag von betty38 - 01.07.11 - 09:02 Uhr

Oh doch - hier auf dem Land ;-))) Wir haben ein Häuschen aus dem Jahr 1956, komplett entkernt, saniert, mit neuem Isolierputz und neuen Fenstern, großem, angelegtem Garten (Pflaster, schönder Baumbestand) 950 qm und es hat einen Verkehrstwert von gesamt 125 Tsd :-((

...und zur Arbeit muss ich knappe 90 km hin + zurück fahren ....

Beitrag von cassiopeia76 - 01.07.11 - 16:58 Uhr

Das ist aber extrem wenig. dafür bekommt man bei uns nicht mal ein abrissreifes Haus.
Abrissreif: 200.000
bewohnbar, aber renovierungsbedürftig: ab 340.000
sofort bewohnbar: bis 1.000.000

....und wir leben nicht in einer Großstadt!

Kaum zu glauben, welche Unterschiede es in Deutschland gibt!

Beitrag von cassiopeia76 - 01.07.11 - 17:04 Uhr

Das kommt wohl wirklich auf die Gegend an. Schaut mal unter BORIS.de, da könnt ihr den Bodenrichtwert einsehen. Somit habt ihr schonmal den reinen Grundstückspreis.

Und ein altes Haus, renovierungsbedürftig .... dürfte alleine mal mindestens 100.000 € wert sein. wenn Du dann nur 100.000 € reinstecken müsstest, hättest Du ein sehr preiswertes haus für 200.000 €.

Das Grundstück allein würde bei uns hier ca. 200.000 € kosten.

Somit wären 300.000 € absolut legitim.

Solche Preise hauen mich schon lange nicht mehr vom Hocker. Nach 7 Jahren intensiver Suche nach Grundstücken und/oder Immobilien habe ich mich jetzt damit abgefunden. Billiger gibt's nichts, es sei denn, du wohnst am Ende der Welt. Aber in beliebten Wohngegenden....never!

Also: ich würd's wahrscheinlich nehmen....aber auch erst, nachdem mich die jahrelange Suche gelehrt hat, dass man bei solchen Angeboten zuschlagen muss. Denn ein anderer bezahlt es garantiert....und dann ärgert man sich nachher schwarz :-(