Wie komme ich ohne Sperre aus dem Arbeitsvertrag raus???

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von kati0804 - 03.07.11 - 14:39 Uhr

Hallo zusammen ,
vielleicht habt ihr ja Tipps für mich ?!?
Also es geht sich darum, dass ich knapp 5 Jahre bei meinem Arbeitgeber bin. Ich bin die Jüngste Angestellte dort und war 2008 das erste Mal schwanger. In der Zeit wurde ich von meinen Chefinnen schon gemobbt. In der 13. Woche stellte sich heraus, dass es eine Risikoschwangerschaft ist und in der 17. Woche hatte ich dann eine Fehlgeburt. War zwischenzeitig eine Woche krank geschrieben. Im Oktober bin ich dann nach einem Monat krankschreiben auf Grund von Psyche wieder arbeiten gegangen. Das Mobbing wurde immer schlimmer. Ich bekam Sprüche gedrückt wie :
" das ist doch nicht so schlimm" " gehen Sie sich mal was schönes kaufen, dann geht es Ihnen besser " und all sowas. Dadurch wurde meine Psyche natürlich nicht wirklich besser.
3 Monate später ( so war es auch vom FA erlaubt ) haben wir wieder begonnen schwanger zu werden und es passierte auch direkt wieder. Da aber das Mobbing nicht besser wurde schrieb mein Arzt mich erstmal 2 Wochen krank. Damit der kleine Engel sich erstmal vernünftig einnisten konnte. Er sagte mir ich müsse meinen Chefinnen keinen Grund nennen warum ich krank geschrieben bin. Habe ich auch nicht getan. 3 Tage später hatte ich meine Kündigung im Kasten:-( Gegen die wir dann direkt angegangen sind. " Die ist ja nur krankgeschrieben um wieder schwanger zu werden" das ich dort schon schwanger war - haben die Damen erst über den Anwalt erfahren. Für mich stand fest , dass ich natürlich in der Schwangerschaft nicht arbeiten gehe. Der Anwalt hatte es geschafft, dass die Damen mich wieder eingestellt haben.
Nach vier Wochen krank wollte mein damaliger FA dann, dass ich wieder arbeiten gehe. Ich bekam direkt einen Psychischen Rückschlag - brach in Tränen aus und hatte Angst um mein Baby. Ich holte mir darauf hin eine 2. ärztliche Meinung ein - mein jetziger FA beruhigte mich damals sofort " Sie gehen da auf keinen Fall mehr arbeiten" und schrieb ein Beschäftigungsverbot. Das passte den Damen natürlich gar nicht in den kram:-)
Alle Dinge wie Mutterschutz,... wurden nur noch schriftlich geregelt. Es war kein normales Gespräch mehr möglich seitdem.
Nun läuft im September meine 2 Jährige Elternzeit aus und ich weiß nicht was ich tun soll. Dort arbeiten möchte ich nicht mehr - ich hoffe das versteht hier jeder - aber selber kündigen mag ich auch nicht wegen Sperre.
Was kann ich tun???
Kann ich einfach erstmal das 3. Jahr Elternzeit beantragen?? Muss mein Arbeitgeber das zulassen?? Oder habe ich die Chance , dass das Amt mir da hilft ( also keine Sperre gibt - wenn ich unter diesen Gründen selber kündige) ???
Ich möchte gewiss nicht vom Amt leben. Mache auch zur Zeit eine Umschulung zur Tagesmutter. Aber ich möchte einfach ohne Probleme da aus dieser Hölle raus.
Vielen Dank für eure Tipps.

LG KAti

Beitrag von windsbraut69 - 03.07.11 - 14:43 Uhr

Wegen Mobbings kannst Du durchaus ohne Sanktionen kündigen.
Ganz ehrlich stelle ich es mir aber schwierig vor, das zu belegen und die beiden von Dir genannten Beispiele würde ich jetzt auch nicht als Grund dafür sehen.

Klar sind solche Sprüche nicht nett aber auch kein Grund, sich monatelang krank schreiben zu lassen oder den Job hinzuwerfen, ohne einen Neuen zu haben.

Du kannst aber problemlos das 3. Jahr Elternzeit noch anhängen und in der Zeit einen neuen Job suchen, so dass Du übergangslos wechseln kannst.

Gruß,

W

Beitrag von miau2 - 03.07.11 - 15:08 Uhr

Hi,
in dem von dir erzählten "Mobbing" zu erkennen schaffe ich nicht wirklich.

Vielleicht aus deiner Sicht herzlos und sicher überflüssig die Bemerkung, aber Mobbing ist für mich etwas anderes. Mein Chef hat gegenüber eine Kollegin, die in der 20. woche ihr Kind gehen lassen musste eine ähnliche Bemerkung gemacht - Mobbing war das definitiv nicht, sondern schlicht und einfach seine Sicht der Dinge (ihr Baby war schwerst krank und nicht lebensfähig, und seine Aussage nach der Spätabtreibung war - O-Ton - "war besser so"). Klar hätte er die besser runtergeschluckt - aber manche Menschen sagen nun mal, was sie denken, ohne gleich den anderen damit bewusst schaden zu wollen.

Und der Versuch dich nach der Geschichte "loszuwerden" ist auch nicht wirklich unverständlich...und geklappt hat es ja nicht dank Schwangerschaft.

Mit Mobbing zu argumentieren wird dir evtl. nicht wirklich leicht fallen.

Nimm das dritte Jahr, darauf hast du einen Anspruch, wenn du es fristgerecht spätestens 7 wochen vor Beginn anmeldest.

Und ob du kündigen DARFST ist ja überhaupt nur eine frage, wenn du Leistungen beziehen willst - nutz die Zeit um die "Ausbildung" zur Tagesmutter zu machen und damit zu starten oder um dir einen neuen Job zu suchen.

Wäre doch der einfachste Weg.

Ansonsten solltest du deine Probleme mit dem Arbeitgeber mit dem Arbeitsamt besprechen und dir von dort die Aussage holen, ob du deswegen kündigen darfst ohne Sanktionen oder nicht.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von mareikehm - 03.07.11 - 16:47 Uhr

Mein Mann hat damals ein ärztliches Attest beigebracht, dass seinen Burn-Out bestätigte und ein psychologisches Attest (das setzt natürlich eine psychologische Behandlung voraus).

Beides hat er bei der BAfA eingereicht und sich SCHRIFTLICH bestätigen lassen, dass er keine Sperre erhalten wird.

Danach hat er gekündigt.



Wie auch immer du es machst, lass es dir vorher schriftlich geben! Viel Erfolg!

Beitrag von hippogreif - 03.07.11 - 18:05 Uhr

Ich kenne wirklich einige Fälle von Mobbing, aber das was Du hier geschildert hast, hat mit Mobbing nicht wirklich was zu tun! Ich weiß ja nicht, ob Du noch irgendwelche WIRKLICH schlimmen Auseinndersetzungen hier nicht geschildert hast. Ansonsten kann ich nur sagen: Du übertreibst echt maßlos! Solche Sätze wie "Kauf Dir was schönes!" sind vielleicht nicht gerade gilfreich in der Situation einer Fehlgeburt, aber sie waren einfach nett gemeint von Menschen, die vielleicht selbst nie in so einer Situation waren und daher auch nicht wissen können, wie sie nun politisch korrekt ihr Mitgefühl ausdrücken konnten.
Das Du daraus gleich einen psychischen Rückschlag erleidest, verstehe ich nicht wirklich. Ebenso nicht, wie Du von einer "Hölle" sprechen kannst.
Anderen Personen wird das auch ziemlich schwer fallen, dort Mobbinmg zu erkennen. Daher: argumentiere lieber nicht damit, wenn Du nicht ein paar wirklich heftige Mobbingfälle erlebt hast!

Beitrag von moncici10 - 03.07.11 - 19:17 Uhr

Liebe Kati,

oh man, hier sind mal wieder die typischen "Urbia-Antworten" gekommen.. natürlich ist das eine Art von Mobbing. Man sollte auch mal überlegen, dass jeder solche Dinge auffasst.. vorallem nach einer Fehlgeburt. Das tut mir echt leid für dich..

Du kannst aufgrund ärztlichen Rats kündigen. Geh einmal zu deinem Hausarzt und erkläre ihm dein Problem. Die Formulare dafür bekommst du beim Arbeitsamt (ich glaube sogar im Internet). Dieses müsste der Arzt ausfüllen und reichst es so beim Arbeitsamt ein. Du kannst mich gern über die VK kontaktieren, wenn du hier nicht mehr schreiben magst ;)

Alles Liebe!

Beitrag von bi_di - 03.07.11 - 20:01 Uhr

Definition Mobbing:

Mobbing oder Mobben (von englisch to mob „anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen“ und mob „Meute, Gesindel, Pöbel, Bande“) steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln...

'Gehen Sie erstmal schön Shoppen' ist doof, aber kein Mobbing.
Genausowenig wie morgendliche Müdigkeit gleich auf ein Burn-Out-Syndrom hinweist oder ein Leberfleck auf Hautkrebs.

Grüsse
BiDi

Beitrag von shampoo - 03.07.11 - 20:49 Uhr

richtig !

Beitrag von moncici10 - 03.07.11 - 21:08 Uhr

Ja genau.. jetzt wird halt wieder genau das Wort "Mobbing" auseinandergenommen. Die TE hätte es nicht benutzen sollen..

Zu sagen, dass "es ja nicht so schlimm ist", ist auch ziemlich belastend und in gewisser Weise ein Angriff. Hinzu kommt, dass wahrscheinlich die Art und Weise wie die Chefinnen mit ihr umgegangen sind, die TE jetzt dazu treiben, nicht mehr da arbeiten zu wollen.

Übrigens war das auch nicht die Frage der TE. Hier weiß keiner, was sonst sonst noch passiert ist! Sie hatte auch nur Beispiele genannt..

Beitrag von shampoo - 03.07.11 - 21:20 Uhr

es kann aber auch sein, dass sie einfach extrem empfindlich ist.
und "mobbing" ist ja das modewort schlechthin. jeglicher stress und jegliche nicht angenehme antwort oder aufforderung etwas zu tun oder zu unterlassen wird heute ja schon als mobbing aufgefasst.

"es weiß keiner, was sonst noch passiert ist" - du eben auch nicht.
und dass die threaderöffnerin ihre sicht der dinge als gravierend sieht und darstellt ist klar. in ihrem text konnte ich jedoch auch nichts entnehmen, was darauf schließen lässt, dass man seinen job hinschmeißen muß.

wenn es einem nicht in seinem betrieb gefällt, dann kann man sich etwas neues suchen und fristgerecht kündigen.
so ein verhalten wie von ihr beschrieben ist kindisch und unreif. man kann sich doch nicht ständig krankschreiben lassen und sich irgendwie vor konfrontationen drücken . und so liest sich der text im ausgangsthread.

Beitrag von moncici10 - 03.07.11 - 21:32 Uhr

Ja gut, aber direkt zu sagen/schreiben, dass man keine Art von Mobbing sieht, ist doch auch nicht richtig.

Ich persönlich würde es auch anders angehen. Ich hatte nach meiner Ausbildung auch eine Stelle, wo es unter den Kollegen ziemlich heftig abging. Hab trotzdem weiter dort gearbeitet und mir zeitgleich einen neuen Job gesucht. Als ich den hatte, hab ich gekündigt.

Für mich stellt sich nur die Frage, warum darüber diskutiert wird, ob es Mobbing ist. Sie hatte ja eine ganz andere Frage gestellt.

Beitrag von windsbraut69 - 04.07.11 - 09:48 Uhr

"Ja gut, aber direkt zu sagen/schreiben, dass man keine Art von Mobbing sieht, ist doch auch nicht richtig. "

Doch, klar.
Diese beiden Sätze allein sind von wirklichem Mobbing meilenweit entfernt und andere Vorfälle hat sie nicht erwähnt.

Beitrag von parzifal - 04.07.11 - 16:38 Uhr

Wenn der Sachverhalt nicht unter den Begriff des Mobbing subsumiert werden kann, kann man doch nicht trotzdem eine "Art von Mobbing" feststellen.

Beitrag von windsbraut69 - 04.07.11 - 09:47 Uhr

Ein "gewisser Angriff" vor 3 Jahren rechtfertigt aber keine Kündigung, um dann ALGI zu beziehen.

Wenn die TE Beispiele nennt, dann sollte sie welche wählen, die ihre Behauptungen auch untermauern, sorry.

Beitrag von windsbraut69 - 04.07.11 - 09:45 Uhr

Ahja.
Sie geht zum Hausarzt und verlangt eine Bescheinigung, dass eine Arbeit in dem Betrieb nicht zumutbar ist, weil dort vor 3(!) Jahren zwei "böse Sätze" gefallen sind???

Gruß,

W

Beitrag von moncici10 - 05.07.11 - 03:02 Uhr

Ob du das richtig findest, ist eine vollkommen andere Sache!

Die TE hatte gefragt, wie sie kündigen kann, ohne dafür eine Sperre beim Arbeitsamt zu riskieren und das ist nunmal ein Weg.

Und wie schon einmal erwähnt, keiner weiß, was sonst in dem Betrieb passiert ist. Und ehrlich gesagt, ist es mir auch egal. Ich hab ihr nur Antwort auf die Frage gegeben.

Beitrag von schubidu-50 - 03.07.11 - 21:29 Uhr

Guten Abend Kati,

Frag deine Chefin doch mal vorsichtig an, ob sie dich überhaubt wieder haben möchte, nach der Elernzeit.

Wenn sie dich nach 2 Wochen Krankschreibung schon kündigen will. kann ich mir gut vorstellen das du an dein ersten Arbeitstag nach der Elternzeit deine Kpündigung in den Händen hälst.