Mein Job macht mich fertig - ich kann nicht mehr!!!! LANG!!!

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Beitrag von johanna1972 - 14.07.11 - 13:38 Uhr

Hallo zusammen,

ich muss mir hier mal meinen Frust von der Seele schreiben. Ich bin total fertig und den ganzen Tag nur am heulen.

Seit ca. 1 1/2 Jahren arbeite ich als Teamleiterin für einen Dienstleister. Im Arbeitsvertrag sind keine Stunden, Arbeitszeit etc. festgehalten - nur der Lohn und das Aufgabengebiet - es war nur im vorhinein klar, dass die Hauptarbeitszeit in den Abenendstunden liegen wird und einiges anderes tagsüber dann vom Homeoffice aus erledigt werden kann. Nun ist es jetzt so, dass ich seit dem ich dort angefangen habe die ganze Verantwortung ganz alleine trage - von einer stellv. Teamleitung ist weit und breit nichts zu sehen! Urlaub, Frei oder ähliches kennt man dort wohl nicht - ich habe jetzt im Mai/Juni meinen Urlaub aus 2010 bekommen. Der Sommerurlaub ist bis jetzt noch nicht genehmigt. Nun ist es so, dass die Arbeitszeit ausartet im Moment fange ich um 19.00 h an und arbeite bis morgens 3/4 h (es war eine Arbeitszeit bis 24.00 h eigentlich vereinbart - leider nicht schriftlich) somit schlafe ich die Nacht nur 3 - 4 Stunden und bin tagsüber total müde und platt. Entweder schlafe ich dann den ganzen Tag und bekomme hier zu Hause gar nichts auf die Reihe oder aber ich mache meinen Haushalt, Erledigungen etc. und bin abends so müde dass ich im stehen einschlafen könnte.

Nachmittags muss ich ja auch für die Kinder da sein und kann mich da nicht hängen lassen. Zudem kommt noch dass ich 6-tage (von Montag - Samstag) arbeite - dabei wurde bei der Einstellung vereinbart, dass ich alle 2 Wochen Samstag frei habe.

Im moment bin ich so müde, frustriert und kann einfach nicht mehr, so dass ich ernsthaft überlege zu kündigen auch wenn ich nichts anderes habe. Mit den Chefs reden bringt nicht wirklich viel, denn dort bekommt man die Antwort "wenn es ihnen nicht passt dann können sie gehen" oder aber ein Kollege von mir hat versucht unseren Projektleiter was zu erklären und ihm zu sagen, dass es so nicht umsetzbar ist und sagte ihm er könnte es ja selber mal versuchen, da hat er am Telefon die Kündigung bekommen.

Ich weiss nicht was ich machen soll. Von meinem Mann bekomme ich die Antwort, dass ich zu Hause bleiben soll wenn ich es im Moment nicht packe oder aber dass ich mich nicht so anstellen soll, andere schaffen es auch (super aussage - je nachdem was mein Mann für ne Laune hat). Unser Familienleben leidet unter meiner jetztigen Unzufriedenheit und ich weiss nicht wie lange das ganze noch gehen soll. Ich frage mich im moment ernsthaft ob es das Geld wirklich wert ist sich so kaputt zu machen.

Ich könnte noch viel mehr schreiben aber so langsam muss ich meine Kids in der Kita abholen - Danke fürs Zuhören

LG Johanna

Beitrag von diana1101 - 14.07.11 - 13:48 Uhr

Hallo Johanna - schöner Name ;-)

ganz ehrlich?

Kein Job der Welt ist es wert sich kaputt zu machen.

Hilft dein Mann im Haushalt?
Kann er sich auch um die Kinder kümmern?
Wann hast du das letztemal mehr wie 6 Stunden am Stück geschlafen?
Braucht ihr das Geld von deinem Job?
Gehst du gerne arbeiten?
Leiden deine Kinder unter der Situation?
Wie sieht es mit Freunden aus? - Kontakt?
Freitzeit für dich?
Familienleben?
Eheleben?

... was hast du bzw. dein Mann und die Kinder davon, wenn du mit dem Auto vor den Baum gefahren bist, weil du so müde warst..

Ich an deiner Stelle würde mich entweder krank schreiben lassen - ausschlafen und dann weiter überlegen.. vielleicht brauchst du nur ein paar Tage Ausszeit und danach geht es wieder.

Oder du beantragst eine Kur...

Mach dich nicht kaputt - der AG dankt es dir nicht - dieser sagt nur "selber Schuld"!

MfG Diana mit Johanna

Beitrag von johanna1972 - 14.07.11 - 13:58 Uhr

Hallo Diana,

vielen Dank für Deine Antwort.

Also das Geld von meinem Job brauchen wir nicht wirklich - es ist um uns und den Kindern hier und dort ein paar extra Wünsche zu erfüllen und nicht unbedingt auf den Cent schauen zu müssen, wenn mal ein paar ungeplante Ausgaben kommen. Ich gehe gerne arbeiten und überlege ernsthaft ob ich nicht wirklich kündigen soll, und einen 400 Euro Job machen soll.

Im Haushalt hilft mein Mann nicht wirklich - so das allernögiste macht er schon - allerdings kümmert er sich Samstag und Sonntag um die Kinder und natrürlich abends wenn ich zur Arbeit fahre und wann ich das letzte mal 6 Stunden oder mehr am Stück geschlafen habe weiss ich wirklich nicht mehr.
Freizeit habe ich nicht wirklich viel - jedoch einige Freunde zu denen Kontakt besteht und wir uns auch ab und zu mal sehen!!!!

Vielleicht geh ich mal wirklich zum Arzt und lass mich ein paar Tage aus dem Verkehr ziehen und dann in Ruhe mit einem klaren Kopf eine Entscheidung treffen.

LG Johanna

Beitrag von diana1101 - 14.07.11 - 14:08 Uhr

Wer macht deine Arbeit, wenn du nicht da bist?

Bleibt sie liegen?
Muss sie jemand anderes machen?

Du wirst das richtige machen.. überstürz er nur nicht.. deine Kinder brauchen dich.

LG

Beitrag von kati543 - 14.07.11 - 14:31 Uhr

Sie wird nicht grundlos nachts arbeiten...
Tagsüber arbeitet sie für die Familie und nachts für ihren Beruf. Nur schlafen kann sie dann eben nicht bzw. nur 2 Stunden.

Beitrag von diana1101 - 14.07.11 - 14:35 Uhr

Das habe ich schon verstanden..

Kenne es wenn man Nachts arbeiten muss. Und weiß auch, das dies nicht einfach ist. Ob nun mit Familie oder auch ohne.

Und gerade deswegen bringt es nichts sich kaputt zu machen.

Und wie bekannt ist, braucht der Körper seinen Schlaf!

Beitrag von bruchetta - 14.07.11 - 14:13 Uhr

Bevor ich die Flinte ins Korn werfe, würde ich um meine Rechte kämpfen.
Sie können Dich nicht einfach so (und schon gar nicht telefonisch) rausschmeißen.
Eine Entlassung muß schwerwiegende oder betriebliche Gründe haben, die vom AG nachzuweisen sind.

Es wundert mich im übrigen sehr, dass Du als "Teamleiterin" solche Dinge nicht zu wissen scheinst und nicht darauf achtest, was in Deinem Arbeitsvertrag steht.

Beitrag von johanna1972 - 14.07.11 - 14:24 Uhr

Ich sprach ja nicht davon, dass ich gekündigt worden bin (telefonisch) - nur weiss ich nicht wie ich noch kämpfen soll - im Arbeitsvertrag sind keine klaren Aussagen und wenn dann immer zu Gunsten der Fa. ausgelegt. Leider kenne ich keinen Mitarbeiter der geklagt und gewonnen hat!

Beitrag von musterli70 - 14.07.11 - 14:23 Uhr

Also selbst kündigen ist totaler Blödsinnn, gibt nur Streß.

Wenn ich das Problem hätte, würde mich heute Abend pünktlich zum Dienstbeginn eine nahestehende Person (Zeuge) telefonisch entschuldigen weil ich im Bettchen liegen würde und es mir nicht gut ginge.
Morgen früh würde ich dann ganz gemütlich zum Hausarzt gehen und mich mal ein bis zwei Wochen von ihm krankschreiben lassen.

Würde sich nach meiner Gesundung im Betrieb nichts geändert haben, würde ich eben hin und wieder mal erneut ausfallen, entweder solange bis sich was ändert, oder eben bis man mich rauswirft.

Natürlich in der Zwischenzeit nicht vergessen fleißig Bewerbungen zu schreiben ;)

Beitrag von sassi31 - 15.07.11 - 14:29 Uhr

***Wenn ich das Problem hätte, würde mich heute Abend pünktlich zum Dienstbeginn eine nahestehende Person (Zeuge) telefonisch entschuldigen weil ich im Bettchen liegen würde und es mir nicht gut ginge. ***

Sorry, aber das geht garnicht. Krank melden ja, aber bitte persönlich und nicht andere Leute vorschieben.

Beitrag von woodgo - 14.07.11 - 14:53 Uhr

Hallo,

die Frage ist doch hier, warum lässt Du das mit Dir machen?
Das ist kein Job der Welt wert. Es sei denn, Du verdienst sooo bombastisch, aber das wird wohl nicht der Fall sein. Dann hattest Du die letzten Jahre auch keine Urlaub?
Arbeite Deine Stunden weg und geh pünktlich nach Hause. In der Zeit, die Du dann mehr hast, suchst Du Dir eine andere Stelle. Das es auf Dauer so nicht weiter geht, merkst Du ja selber. Aber nicht selber kündigen!

LG

Beitrag von windsbraut69 - 14.07.11 - 14:55 Uhr

Welche Stunden denn, wenn vertraglich keine festgelegt sind...

Gruß

W

Beitrag von woodgo - 14.07.11 - 14:59 Uhr

Sie hat doch ne mündliche Vereinbarung, bis 0:00 Uhr. An die würde ich mich halten, ist ja vertraglich nix anders geregelt.
Ich frage mich sowieso, wie man etwas so unklares unterschreiben kann, und auch noch als Teamleiterin...
Dann soll Sie eben mit dem Vertrag zum Anwalt gehen und sich da Hilfe holen.

LG

Beitrag von windsbraut69 - 14.07.11 - 15:38 Uhr

Ja, die Zeit wurde mündlich "vereinbart" - sie hat doch aber auch ein festes Aufgabengebiet...
Wenn sie das nicht in der vorgegebenen Zeit packt, könnte es (nach AG-Auslegung) ja auch an ihr liegen.

Mich wundert auch, wie man so einen Vertrag unterschreiben kann.

LG

Beitrag von woodgo - 14.07.11 - 15:47 Uhr

Da kannst Du natürlich Recht haben.

Beitrag von derhimmelmusswarten - 14.07.11 - 17:38 Uhr

Willst du ein Burn out erleiden? Sowas ist mit Kindern doch gar nicht machbar. Bewerb dich woanders oder sorg dafür, dass man dir kündigt. Dann bekommst Du ALG I und suchst dir in Ruhe was anderes. Ich häte so einen AV gar nicht unterschrieben. Wenn keine Stundenzahl vereinbart wird, stinkt doch schon was.

Beitrag von followme - 15.07.11 - 07:40 Uhr

Hallo,

Ich kann dich verstehen!!

Ich habe bis vor 3 Jahren das gleiche durchgemacht.

Regalservice ;-)

Auch allein,als Teamleitung, Ohne Urlaub, miserabler stundenlohn.

Ich habe nach 2 Jahren aufgegeben.... Burn OUT!!!

Ich habe von einen Tag auf den anderen gekündigt, ohne vorwarnung. Ging einfach nicht mehr, mir gings genau so wie dir.
Der Arzt hat mir ein Attest ausgestellt, das ich wegen der Psyche den Job nicht mehr ausüben kann, und somit gab es keine Sperre vom Amt.

Bei Fragen, kannst du mich gerne Kontaktieren!


Ich war über ein Halbes Jahr krank mit dem Burn out, danach ging es langsam Bergauf. Und heute gehe ich auf 400 Euro Basis auch abends arbeiten, nur 2 mal die Woche und es geht mir wieder SUPER!

LG Dana

Beitrag von lichtenstein - 15.07.11 - 12:09 Uhr

Hallo Johanna, wenn Ihr das Geld nicht sooo dringend braucht und ihr auch ohne Dein Einkommen ein paar Monate über die Runden kommt, dann schmeiss diesen Ausbeuterjob hin. Deine Gesundheit und Deine Kinder gehen vor. Ich bewundere Dich dafür, dass Du das schon 1,5 Jahre aushälst.

Solche Ausbeuterbetriebe leben leider von der Leichtgläubigkeit und Gutmütigkeit ihrer Mitarbeiter. Wegen fehlender schriftlicher Vereinbarungen kann man sie noch nicht mal gerichtlich zur Verantwortung ziehen.

Grüße

Lichtenstein