Hallo ihr Lieben,
ich bin seit April in einer Firma als Sachbearbeiterin im Vertrieb tätig. Ich bekomme 1100 Euro brutto für 30 Stunden (bin aber mit Pausenzeiten 32 Stunden im Büro)
Ich bin gelernte kaufmännische Assistentin (aber ohne Berufserfahrung), habe Fachabi für Wirtschaft und Verwaltung und vor dem 2. Kind 3 Semester studiert (aber ohne Abschluss).
Nun habe ich mit Steuerklasse 5 nur 700 Euro raus und die Firma ist vor kurzem umgezogen. Nun pendle ich jeden Tag ca. 35 km hin und 35 km zurück. Die Benzinkosten belaufen sich auf ca. 200 Euro und der Kindergarten/Hort für meine Kids kostet mich 250 Euro incl. Essengeld.
Es bleiben also im Endeffekt 250 Euro übrig die ich zum Haushaltseinkommen beitrage.
Nun hat mein Chef mir versprochen, dass wir Ende September (Probezeit endet zum 1. 10.) mal über einen Zuschuss sprechen, da ja nun noch die Benzinkosten auf mich zugekommen sind. Vorher bin ich mit der Bahn zur Arbeit gefahren.
Hinzu kommt aber, dass ich ursprünglich als Assistentin eingestellt wurde. Nun übernehme ich aber nach und nach alle Verantwortungen und Arbeiten hier im Büro, weil meine direkte Vorgesetzte in Schwangerschaftsurlaub gehen wird zum Oktober. Ich werde also von ihr in Ihren Bereich eingearbeitet und mache jetzt schon alle Arbeiten die sie macht.
Ich möchte nicht zu hoch reingehen in dem Gespräch, mache mir aber jetzt schon Gedanken was man da verlangen kann.
Meine Kollegin bekommt 2200 brutto + 450 Euro Bonus + 44 Euro Benzinzuschuss für eine 40 Stunden-Woche. Sie hat die gleiche Ausbildung wie ich gemacht, danach aber einen Betriebswirt drangehängt. Ist also höher ausgebildet als ich.
Zudem wurde nun ein weiterer Assistent eingestellt, der sozusagen dann meine jetzige Position einnehmen wird. Soweit ich weiß, bekommt er mehr als ich, er arbeitet aber auch 40 Stunden.
Was würdet ihr verlangen in dem Gespräch?
lieben Gruss
Gehaltsverhandlungen nach der Probezeit
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Beitrag von glasregen - 26.07.11 - 10:41 Uhr
Beitrag von cami_79 - 26.07.11 - 11:01 Uhr
Hi Glasregen,
für den Chef ist es unerheblich ob du Steuerklasse 5 hast, einen langen Anfahrtsweg oder Kinder im Kindergarten. Er zahlt für deine Leistung.
Wenn du eine Leistung erbringst, fällt dafür ein Betrag X an. Wenn du zusätzlich Aufgaben übernimmst, teilweise auch Leitungsaufgaben etc. oder besonders gut/erfolgreich bist in dem was du tust, dann kannst das als Grund für eine Anhebung der Bezüge nennen.
Dass deine Kollegin den Betriebwirt hat und du nicht, rechtfertigt m.E. nach nicht ob ihr dann mehr Geld zu steht. Wenn ihr die GLEICHEN Aufgaben GLEICH zufriedenstellend erledigt seid ihr auch GLEICH zu vergüten (meine Meinung).
Du kannst dem Chef die Sache aber eventuell schmackhafter machen mit Beteiligung an den Betreuungskosten deiner Kinder. Lies hier http://www.mittelstand-und-familie.de/zuschuss-zur-kinderbetreuung-ueberblick/
Ebenso angenehm kann eine Tankkarte auf Geschäftskosten sein oder ein Jobticket. Interessant sind vielleicht auch vermögenswirksame Leistungen, Beiträge zu deiner Altersvorsorge etc.
LG
Beitrag von manavgat - 26.07.11 - 13:33 Uhr
Du kannst dem Chef die Sache aber eventuell schmackhafter machen mit Beteiligung an den Betreuungskosten deiner Kinder. Lies hier http://www.mittelstand-und-familie.de/zuschuss-zur...rblick/
Ebenso angenehm kann eine Tankkarte auf Geschäftskosten sein oder ein Jobticket. Interessant sind vielleicht auch vermögenswirksame Leistungen, Beiträge zu deiner Altersvorsorge etc.
Ganz dumme Idee!
Warum?
Braucht sie keine Kita mehr, dann fällt das ersatzlos weg und außerdem ist sie geringer versichert.
Hinzu kommt: durch die Absetzbarkeit der Kitakosten hat sie mit der Zuschussregelung auch keine Vorteile.
Gruß
Manavgat
Beitrag von bruchetta - 26.07.11 - 11:54 Uhr
Ich würde auch sagen, dass für die gleiche Leistung das gleiche Geld zu zahlen ist.
Ich ihr Gehalt auf 30 Stunden runter rechnen und das im Gespräch vorschlagen.
Vielleicht beteiligt er sich ja noch an den Fahrtkosten, mehr als nein sagen kann er ja nicht!
Beitrag von glasregen - 26.07.11 - 13:22 Uhr
Danke für eure Antworten. Das werde ich so machen.
Beitrag von manavgat - 26.07.11 - 13:32 Uhr
Meine Kollegin bekommt 2200 brutto + 450 Euro Bonus + 44 Euro Benzinzuschuss für eine 40 Stunden-Woche. Sie hat die gleiche Ausbildung wie ich gemacht, danach aber einen Betriebswirt drangehängt. Ist also höher ausgebildet als ich.
Das ist völlig egal, es zählt, was gearbeitet wird.
2200 : 4 x 3 = 1650 Euro + 31 Euro Spritgeld!
Deine Steuerklasse kann dem Chef egal sein. An Deiner Stelle würde ich 4/4 wählen und die zuviel gezahlte Steuer wieder holen. Das ist das gleiche Geld, aber psychologisch wichtig. Die Kita wird vom Einkommen von Euch beiden bezahlt und nicht von Dir allein! Fahrtkosten kannst Du von der Steuer absetzen, die Kitakosten auch.
Du hast Dich von Anfang an in dem Laden zu billig verkauft. Stell gegenüber was Du leistest, zur Leistung der Kollegin. Keinesfalls mit: ich brauche aber doch, ich hab die und die Kosten bzw. ich armes Hascherl hab Steuerklasse 5.
Mitleid ist kein Argument, Leistung zählt!
Gruß
Manavgat
Beitrag von fuxx - 26.07.11 - 14:05 Uhr
"Das ist völlig egal, es zählt, was gearbeitet wird."
Seit wann entspricht dies denn der Realität, wenn nicht gerade im Akkord gearbeitet wird oder ein Tariflohn greift?
Wer sich gut verkauft, der verdient auch mehr - egal, ob es sich um die gleiche Arbeit handelt. Zumindest ist dies im Büroalltag der Fall.
Und ich bin auch der Meinung, dass ein höherer Abschluß durchaus mit etwas mehr Geld "bewertet" werden sollte. Denn auch wenn die Grundtätigkeit die selbe ist, so kann ich mit mehr Hintergrundwissen i.d.R auch Situationen anders beurteilen und entsprechend handeln.
Was natürlich nicht heißen soll, dass die TE den Lohn noch niedriger ansetzen soll - diesen finde ich sowieso recht zweifelhaft. Aber wahrscheinlich ist dies in den östlichen Bundesländern so Standard.
Beitrag von jeannylie - 26.07.11 - 16:31 Uhr
Hi!
Du bekommst 1100 € für 30/Std. Woche???
Das sind bei ca. 130 Monatsstunden ca. 8,50 die Stunde!!!!!
Ich weiß ja nicht ob das üblich ist, aber das erscheint mir doch extrem wenig... so 14 € die Stunde sollten es schon sein, bei sehr kleinen Betrieben vielleicht noch bis 12 €.
LG
Jeannylie
P.S: Vielleicht einen ganz neuen Job suchen?
Beitrag von ladyblue80 - 27.07.11 - 01:45 Uhr
Hi,
das Gehalt mit Deiner Kollegin vergleichen würde ich an Deiner Stelle nicht tun, sowas kommt meist ganz schlecht an. Du solltest auf jeden Fall vorher klären ob die Kollegin Dir ihr Gehalt überhaupt sagen durfte.
Außerdem kannst Du Dich mit Deiner Ausbildung und ohne jegliche Berufserfahrung nicht mit einer Betriebswirtin mit ein paar Jahren Berufserfahrung vergleichen.
Auch wenn Du Ihre Aufgaben übernehmen sollst wirst Du Deinen Chef sicherlich mit einigen Sachen ganz schön nerven weil Dir in manchen Dingen Theorie und Praxis fehlen werden. Das ist nicht böse gemeint, sondern ganz normal.
Benzinkostenzuschuss: rechne einfach 0,3 cent für70 km pro Tag, das kann er Dir steuerfrei netto erstatten. Allerdings kannst Du dieses dann natürlich auch nicht mehr im Rahmen Deiner Steuererklärung geltend machen.
Vorteil ist dass dafür dann auch keine Lohnnebenkosten gezahlt werden müssen. Genauso wie mit dem Betreuungsgeld für Deine Kinder (zuschuss)
Bezügl. der Gehaltserhöhung: die Frage ist halt: gibt es jemanden der Dir mehr zahlen würde? Das solltest Du Dir gut überlegen. Wenn dem so ist spricht nichts dagegen ordenlich zu pokern, wenn dem nicht so ist lass es lieber ruhiger angehen und "verlange" erst mal ein wenig mehr, vielleicht verbunden mit der Frage was Du tun musst um 500 EUR mehr zu bekommen. Das schrifltich fixieren und dann neu zusammensetzen, Termin dafür gleich ausmachen.
Viel Erfolg!
Beitrag von glasregen - 27.07.11 - 13:06 Uhr
Das ich mich am Anfang so billig "verkauft" habe lag einfach daran, dass ich einfach keine Arbeit gefunden habe und bevor ich daheim versauere hab ich den Job genommen. Zumal die Arbeit auch Spass macht hier :)
Ich danke euch für eure Antworten. Ich werde direkt einen Termin mit ihm ausmachen.
