Da das Thema nun bald aktuell wird hätte ich gerne mal ein paar Meinungen:
Ich arbeite Vollzeit als leitende Angestellte in einem mittelständischen Unternehmen. Jemand Neuen in meine Position einzuarbeiten wird relativ viel Zeit in Anspruch nehmen und ist relativ schwierig, da der persönliche Kontakt den ich zu vielen Geschäftspartnern habe recht wichtig ist und ich den Job danach auch auf jeden Fall gerne weitermachen möchte.
Ich kann rein theoretisch 90 % meiner Arbeit von zu Hause aus erledigen, ich denke mein AG wird mir da auch in jedem Fall entgegenkommen wenn ich das machen möchte.
Allerdings bin auch recht viel unterwegs, was ich aber einschränken könnte.
Ich arbeite eigentlich sehr gerne, deswegen überlege ich momentan überhaupt Elternzeit zu nehmen.
Wie war es bei Euch? "Brauchtet" Ihr diese jobfreie Zeit unbedingt, oder wäre es auch mit Kindermädchen o.ä. und Job zu hause gut gegangen? Hat jemand von Euch sofort wieder voll geabeitet und bereut es?
Meinem Mann ist es egal, allerdings kann ich mit ihm in punkto Kind nicht wirklich rechnen, da er sich arbeitsmäßig definitiv nicht einschränken kann.
Ist es tragisch fürs Kind wenn ich alle 2 Wochen mal so 2-3 Nächte nicht da bin? Kann man sowas mit einem Au Pair vielleicht gut lösen?
Elternzeit nehmen?
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Beitrag von ladyblue80 - 27.07.11 - 03:26 Uhr
Beitrag von mami18052010 - 27.07.11 - 07:21 Uhr
Naja, fürs Kind wird es nicht so tragisch sein, aber dir wird es an die Nieren gehen!
Ich wollte auch schnell wieder arbeiten gehen, hab mich aber dann doch zu einem Jahr Elternzeit aufgerafft und es in keinster Weise bereut! Im Gegenteil! ich würde es total bereuen, wenn ich gleich wieder arbeiten gegangen wäre!
Wenn du noch kein Kind hast, dann stellt man sich das alles so praktisch vor, also im Sinne von "ich mach das so, so und so!"
Aber sobald du das Baby im Arm hast, sieht alles ganz anders aus, deine Gefühlswelt überrennt dich förmlich!
Die ersten Monate mit deinem Kind sind so wertvoll, du willst es am liebsten 24 Stunden am Tag anschauen und anfassen! Du verpasst die schönste Zeit in deinem Leben! Wenn du finanziell kannst, gönn sie dir! Die Zeit gibt dir keiner zurück und kein Job der Welt könnte mich mehr befriedigen, als die Zeit, die ich im ersten Jahr mit meinem Baby verbringen durfte!
Beitrag von traumkinder - 27.07.11 - 09:31 Uhr
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besser kann man es wirklich nicht schreiben!!!!
die kleinen lernen so viel gerad im ersten jahr, das es einen das herz bricht wenn man es nicht hautnah miterleben kann!!
wenn man aber von zu hause, mit baby arbeiten kann ist es natürlich toll!! stelle mir das aber auch sehr sehr anstrengend vor!!
beim 1. kind wollte ich nach 3 monaten wieder vollzeit durchstarten, habe mir aber doch 1 jahr genommen - dann bin ich wieder vollzeit gegangen und habe mein kind nimmer zu gesicht bekommen 
beim 2. kind lasse ich mir nun 2 jahre zeit!!
Beitrag von amory - 27.07.11 - 08:06 Uhr
Hallo,
ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen zu arbeiten, allerdings nicht Vollzeit (2-3 volle tage anfangs, dann stetig mehr...).
Ich habe es durchgehalten, für das ind war das kein Problem.
ich war allerdings fix und fertig nach einigen Montaen und würde das nicht wieder machen. Auch, weil es sich im Beruf deutlcih bemerkbar gemacht hat und ich nur aufgrund netter Kollegen und eines tollen Chefs meinen jOb behalten konnte. Miene Leistungen in der Zeit waren teils unterirdisch....
Ich habe deutlich gemerkt, dass ich eine Pause gebraucht hätte und den Schlafmangel habe ich in seinen Auswirkungen absolut unterschätzt.
Ich würde beim zweiten Kind auf ejden Fall eine 6-monatige Paus einlegen. Mehr nicht unbedingt, aber das müsste sein.
Grüße, Amory
Beitrag von wind-prinzessin - 27.07.11 - 10:29 Uhr
Du sprichst mir aus dem Herzen! Mir gehts genauso. Aber ich musste die Chance auf ne Ausbildung nutzen. Wer weiß, ob ich dieses Jahr eine bekommen hätte.
Aber wenn ich nochmal schwanger werde und nen festen Job hab, werde ich mir definitiv eine Auszeit nehmen!
Beitrag von derhimmelmusswarten - 27.07.11 - 12:32 Uhr
Du wirst es wahrscheinlich bereuen, wenn du es tust. Dein Kind ist nur einmal so klein. Wenn dein Mann beruflich nicht zurückstecken kann, wird er ja wahrscheinlich auch gut verdienen. Wenn, würde ich nur von zu Hause eine gewisse Anzahl an Stunden arbeiten. Und DAS ist mit einem Säugling schon schwierig genug!
Beitrag von ujn1 - 27.07.11 - 14:32 Uhr
Hallo,
sicherlich kann man schon recht früh wieder voll anfangen zu arbeiten (mit Einschränkungen, wenn man voll stillen will). Man betrachte nur unsere Nachbarn in Frankreich, bei denen es üblich ist, nach Ablauf des Mutterschutzes wieder vollzeit zu arbeiten. Aber das ist natürlich schon stressig.
Ich arbeite auch in leitender Position. Beim ersten Kind bin ich nach wenigen Monaten während der Elternzeit wieder arbeiten gegangen, da gabs allerdings das Elterngeld noch nicht. Bei Nummer zwei bin nach genau einem Jahr halbtags wieder eingestiegen. Die längere Pause lag zugegebenermaßen darin begründet, dass ich beim zweiten Kind den Elterngeld-Höchstsatz plus Geschwisterbonus bekommen habe, der Unterschied zur Halbtagsstelle war dann netto nicht mehr so groß. Ich muss gestehen, ich habe das Jahr zuhause sehr genossen, obwohl ich meine Arbeit manchmal schon vermisst habe.
Wäre es für Dich nicht eine Alternative, in der Elternzeit Teilzeit zu arbeiten? Bisher wurde da bei leitenden Angestellten vom Arbeitgeber gern damit argumentiert, dass dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich sei. Dem hat sich allerdings das BAG nicht angeschlossen (Urteil vom 15.12.2009, 9 AZR 72/09) und in diesem Grundsatzurteil festgestellt, dass der Anspruch auf Teilzeit mit 15 - 30 Wochenstunden während der Elternzeit selbstverständlich auch für leitende Angestellte gilt.
Wir konnten für unsere Kinder im Babyalter die Betreuungszeiten immer selbst abdecken, da sowohl meiner als auch der Arbeitgeber meines Mannes sehr flexibel sind. Und bei mir fallen auch praktisch keine Dienstreisen an. Wir haben mehrere Bekannte, die ein Au Pair haben, das sind allerdings alles Familien mit mehreren Kindern. Man muss bei der von Dir angedachten Lösung darauf aufpassen, dass die maximale Arbeitszeit des Au Pair nicht überschritten wird, die dürfen auch nicht mehr als glaube ich 30h/Woche arbeiten und vertraglich auch nicht zu allen Arbeiten herangezogen werden. Da musst Du Dich mal schlau machen, was geht.
LG
Beitrag von fbl772 - 27.07.11 - 16:37 Uhr
Hallo, das ist eine sehr persönliche Frage, die du leider nur selbst beantworten kannst ...
Keine Ahnung, ob es für DEIN Kind tragisch wäre ... es gibt sehr sensible Kinder und robustere ... es gibt Kinder, die akzeptieren bspw. keine Flasche (so wie mein Kleiner damals) und nur Mamas Brust - für die wäre es sehr wohl der Horror ...
Und was die Hormone mit dir machen, wenn das Kind da ist, kann dir leider auch niemand voraussagen .... und dann muss man auch einem Au Pair gänzlich vertrauen, einem in der Regel noch ziemlich jungen Menschen ohne Erzieher-/pädagogische Ausbildung ...
Von zuhause aus arbeiten mit Baby / Kleinkind KANN funktionieren, muss aber nicht - mein Kleiner hat als Baby wenig geschlafen und es war unmöglich, mehr als 30 min am Stück mal am PC zu sitzen etc..
Das erste Babyjahr war für mich körperlich und seelisch sehr anstrengend, ich habe wieder mit dem Job angefangen als mein Kleiner 5 Monate alt war.
Warum willst du denn nicht Elternzeit nehmen? Du könntest bis zu 30 Stunden arbeiten ....
VG
B
