Gestern Abend - Stern TV - Pubertät

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Beitrag von familienoberhaupt - 28.07.11 - 08:33 Uhr

hallo,
gestern Abend bei Stern TV war das Thema
Pubertät

Da wir gerade davon betroffen sind mit einen fast 15 und einer
11 Jährige alten Kids.

War das Thema sehr interessant für uns.
Unter anderen gab es dort einen Erziehungstest
da war diese Frage dran:

Mein 14-jähriges Kind bringt nur noch schlechte Noten nach Hause.
Was machen Sie?

1.Da halte ich mich raus - Schule ist sein Problem.
2.Ich verspreche Belohnungen, etwa ein neues Handy, um mein Kind zu motivieren.
3.Ich engagiere eine Nachhilfe und spreche mit den Fachlehrern, um meinem Kind zu helfen.
4.Ich erteile Hausarrest bis die Noten besser werden.

Antwort 1 wer richtig!
Hätte ich nie angekreuzt #schock
Würdet ihr zusehen wollen wie eure Kids immer schlechten werden und nicht eingreifen???leider hatte der Therpeut es nicht begründet, der dort war.
Ich hätte 3 geantwortet.
Und Ihr????

Ach ja, hier geht es zum Test:

http://www.stern.de/tv/sterntv/erziehungstest-was-wuerden-sie-tun-1704467.html

Würde mich mal interessieren :-)
lg Marion


Beitrag von lichtchen67 - 28.07.11 - 09:14 Uhr

Also wenn ich zurückblicke.... wir sind da irgendwie einen Mix aus allen vier bzw. drei Antworten gefahren.

Es gab eine Phase in der Schule, da war unser Sohn verdammt schlecht, hat viel geschwänzt etc. Pupertät gekoppelt mit unserer Trennung, üble Phase.

Im Prinzip war Schule sein Problem... wenn es zu schlecht wurde oder wieder irgendwas "rauskam" gab es sehr wohl Ärger und Diskussionen. Es gab auch Phasen mit Verboten bzw. Regelungen des nachmittäglichen Ablaufs wie "vor 16 Uhr keine Verabredungen". Auch konnte es vorkommen dass das Internet mal gestrichen war.

Nachhilfe und Gespräche mit Fachlehrern waren nie nötig, es war immer klar, dass es reine Faulheit ist und kein Unvermögen.

Er hat das Abi geschafft.... aber mit Noten #zitter

Lichtchen

Beitrag von bobbylino1 - 28.07.11 - 09:33 Uhr

Ich bin Profi steht da, habe alles richtig und kenne mich wohl aus mit Pubis #rofl Tja, in der Theorie ist alles leichter, Praxis sieht anders aus #schwitz

Beitrag von hustinetten - 28.07.11 - 09:39 Uhr

Ich glaube, wenn ein Jugendlicher mit 14 "keinen Bock" hat, kannst du mit den Lehrern reden und Nachhilfe anleiern so viel du willst. Wenn der Jungendliche sich verschließt ist es vergebene Liebesmüh.

Wenn man in diesem Alter schlechte Noten schreibt, weil man den Unterrichtsstoff einfach nicht versteht, es aber verstehen möchte, ist man auch selbst daran interessiert, die Situation zu ändern.

lg

Beitrag von fussverbieger - 28.07.11 - 11:49 Uhr

Ich hatte selbst ebenfalls im Pubertätsalter kein Bock auf Schule und war ansonsten auch so störrisch, wie es sonst nur bei Maultieren der Fall ist.

Zum Thema Schule habe ich (im 7. Schuljahr) eine Lektion verpasst bekommen, die ich später direkt an meine jüngere Tochter weiter gegeben hatte,- es hat bei mir gewirkt und ist auch bei ihr gut angekommen.

Ich wurde vom Vater beim blau machen erwischt und durfte direkt zu ihm ins Auto steigen. Es gab keine Schimpfe und er hat mich auch nicht zur Schule gebracht - oh Wunder hoch 3!
Wir sind zu einer seiner Baustellen gefahren, er stieg aus dem Auto aus und ich hatte die Aufgabe bekommen, im Auto zu bleiben und mir die Männer ganz genau anzuschauen. Dabei dachte ich, der Alte hat sie nicht mehr alle beisammen...
Etwa eine Stunde später kam mein Vater zurück und fragte mich, "was machen die Männer mit den gelben Helmen und was tun die mit den weißen Helmen?"- Die Gelbhelme rannten mit der Schubkarre und allem möglichen herum, schaufelten wie die Irren Speis und Sand in den Mischer und der Schweiß lief ihnen herunter.
Die beiden Weißhelme standen im Schatten und unterhielten sich, wenn sie denn mal zu sehen waren.

Nun fragte mein Vater: Wer hat wohl die Schule regelmäßig besucht und am fleißig Unterricht teilgenommen? Waren das die Gelbhelme oder die Weißhelme?-
Klar,- die Weißhelme!

Dann sagte mein Vater, "Du bist nun alt genug, um selbst entscheiden zu können, ob Du später ein Hilfsarbeiter werden willst oder einen bequemen und gut bezahlten Job ausüben willst". Damit war das Thema durch und ich war schon früher eher der bequemere Typ....


Bei meiner Tochter habe ich es etwa genau nach den selben Prinzip gemacht. Sie sollte sich beim Einkaufen die verschiedenen Frauen und Kinder anschauen sowie einen Blick in den Einkaufswagen werfen.
Man kann ja recht einfach die typischen "Hartzer- Familien" von den anderen unterscheiden.
Dann zeigte ich ihr bewusst die Frauen, die im Laden die Regale einräumen und die Geschäftsleiterin.

Meine Tochter ging dann erstmal wieder zur Schule, hatte aber zwischenzeitlich wieder Aussetzer (die meiner Ex- Frau zu verdanken sind, die meine Erziehungsmethoden missbilligte.

Nun hat sie aber ihren Abschluss, hat ihrer Mutter den Rücken gekehrt und ist nun selbst schon Mutter geworden....


Kurz um:
Man sollte den pubertierenden Kindern keine Befehle geben, weil das als Besserwisserei aufgefasst wird.
Stattdessen muss man den Kids Fakten vor die Nase setzen und sie selbst entscheiden lassen.

So handhabe ich es auch bei mir im Job. Etwa mit 13 wollen Kinder keine Einlagen mehr tragen und lassen sich alles mögliche einfallen, damit die lästigen Eltern nicht mehr mit den Einlagen nerven.
Ich lasse die Eltern darum außen vor, erkläre den Kids den Zustand der Füße, die Folgen und wie peinlich der Gang aussieht.
Dann kommt das Thema Schamgefühl ins Spiel (sie schämen sich sehr häufig tatsächlich wegen der Einlagen, geben es aber natürlich nicht zu). Wenn die Kids dann die Bezüge selbst auswählen oder kennen lernen, das es auch unsichtbare Maßeinlagen gibt, wollen sie die direkt haben.
Gegenüber den Eltern kommt dann der Spruch "ich habe mir die Einlagen ausgesucht..:"
Den Eltern bricht dabei kein Zacken aus der Krone, weil sie ja letztendlich doch das erreicht haben, was sie ursprünglich wollten,- die gesunde und natürliche Entwicklung der Beine und Füße.

Dieses so als Nebenbeispiel...

Viel Glück mit Euren Pubi´s ;)

Andreas

Beitrag von fitzcarraldo - 28.07.11 - 14:52 Uhr

Stimmt, ich hol mir meine Erziehungshinweise auch immer bei Tests von RTL. Die müssen es schließlich wissen.

Beitrag von tschika1973 - 28.07.11 - 14:56 Uhr

"Wenn ein Kind ausschließlich ältere Freunde hat, sollte man den Kontakt zu ihnen untersagen", sagt der Kinder- und Jugendtherapeut Christian Lüdke. Gerade in der Pubertät seien Gleichaltrige wichtige Bezugspersonen. Durch Ältere, die in einer anderen Entwicklungsstufe seien, könnten hingegen Grenzen des Kindes verletzt werden. "Es kann zu Störungen in Entwicklung und Persönlichkeit kommen", erklärt Lüdke

das möchte ich zu gern in der Praxis sehen...

Genau das Problem hatten wir und ich habe verboten.. damit wäre dann fast unsere Beziehung komplett den Bach runter gegangen.

Beitrag von fitzcarraldo - 28.07.11 - 15:03 Uhr

Dieser Christian Lüdke ist selbsternannter Experte für alles, der tritt am selben Tag als Kinder- und Jugendtherapeut auf und äußert sich dann über Anders Breivig und die Massenmorde in Norwegen. Immer schnell dabei mit leicht zitierbaren Weisheiten.

Dem würde ich noch nicht mal glauben, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

Beitrag von scullyagent01 - 28.07.11 - 17:37 Uhr

Ja stimmt.

Meine Eltern wollten mir auch alles verbieten, mit dem Ergebniss das ich ALLES getan habe was ich wollte, nur meine Eltern zu all dem angelogen habe.

Mit meiner Tochter will ich im Gespräch bleiben, das allein ist bei einer 14 jährigen schon schwer genug

Scully

Beitrag von manavgat - 29.07.11 - 12:52 Uhr

Das Problem ist, dass für Therapeuten die seelische Gesundheit im Vordergrund steht.


Was ein Schulversagen langfristig für Folgen haben kann, das sehen sie nicht, da sie - meistens - nicht über den Tellerrand blicken.

Ich bin im übrigen der Meinung, dass 14-jährige noch Kinder sind, die sorgende Eltern brauchen. Dazu gehört auch, Pflichten einzufordern (z. b. Hausaufgaben), Grenzen zu setzen (Alkohol, Party usw.) und einen Anker zu bieten.

"Das ist Sache der Schule" ist schlichtweg faul, passt zu Eltern, die nicht mal ansatzweise nach den Ursachen schauen. Hinzu kommt: den Lehrern ist es meist auch wurst (liegt zum Teil an der Arbeitsüberlastung) und die meinen halt, wer nicht will, der hat schon.

Mit 14 sind die Kids in der Pubertät, Weitblick (in die Zunkunft) haben sie keinen.

Ich hätte - da vom Fach - 3 geantwortet, allerdings mit der Einschränkung, dass man erst mal eine Beratung in Anspruch nimmt, Probestunden und dann - die Nachhilfe organisiert.

Gruß

Manavgat

Beitrag von marion2 - 29.07.11 - 21:30 Uhr

Hallo,

meine Mutter hat sich bis zum Abi nie rausgehalten.

Ich bin ihr dankbar dafür.

Gruß

Beitrag von unilein - 30.07.11 - 13:49 Uhr

Leider ist Dankbarkeit in einer Kind-Eltern-Beziehung kein hilfreicher Indikator. Du wärst ihr auch dankbar, wenn sie dich täglich mit dem Rohrstock verprügelt und dabei gesagt hätte, das wäre nur zu deinem Besten.

Beitrag von marion2 - 30.07.11 - 15:29 Uhr

Leider ist es so, dass du an dieser Stelle irrst.

Beitrag von fruehchenomi - 30.07.11 - 17:54 Uhr

Hätte ich mich rausgehalten, wäre mein Sohn wohl heute Hilfsarbeiter ohne Schul-und Berufsabschluß und nicht wirklich versierter IT-Mensch in einer renommierten Firma.
Er wußte von 7 Jahren bis 17 Jahren nicht, was er in der Schule eigentlich soll. Intelligent, aber sowas von stinkend faul und selbst der engagierteste Lehrer konnte ihn nicht motivieren, Schule war einfach lästig.
Aber wir haben es geschafft - ich möchts aber nicht nochmal erleben #schwitz
Theorie (Bücher) und Praxis klaffen Lichtjahre auseinander, Patentrezepte gibts nicht und jedes Kind ist anders.
LG Moni

Beitrag von cybille - 30.07.11 - 19:39 Uhr

Hallo marion,
also ich hätte auch mit 3 geantwortet und ich würde jetzt nach der Testauswertung auch nicht anders reagieren. Ist ja toll, was der Psychologe so schreibt, aber ein wenig an der Realität vorbei. Wenn ein Kind plötzlich in der Schule abruscht und mehrere schlechte Noten nach hause bringt, dann hat das auch immer eine Ursache und die sollte aufgeklärt werden. Und ich denke zumindest ein Gespräch zwischen Eltern und Fachlehrern hat noch nie geschadet. :-)
Und übrigens würde ich das nicht so laut sagen, dass Schule das Problem des Kindes ist, in einer schlechten Phase würde dann sicher sehr viele die Schule einfach hinschmeissen. Und warum gibt es in manchen Bundesländern eigentlich ein Bußgeld für die Eltern, wenn das Kind der Schulpflicht nicht nachkommt, wenn sich Eltern da raushalten sollen und Kinder das gut allein einschätzen können ?
lg

Beitrag von bambolina - 31.07.11 - 15:10 Uhr

Hallo Marion,

fange mal von hinten an ;-)

4) das ist wohl die schlechteste Lösung von allen. Hausarrest löst in dem Alter ev. nur eine stärkere Blockade aus, nach dem Motto: jetzt erst Recht.

3) sicherlich sinnvoll, wenn das Kind da auch mit macht. Was machst du, wenn dein Kind die komplett ablehnt?

2) da sind meine Gedanken zwiespältig. Zumal ich der Ansicht bin das ein Kind lernen muss, dass die guten Noten für sich selber sind und nicht für Mutti, die als Belohnung ein Handy sponsert

1) Genau da komme ich eigentlich auf Punkt 2 zurück, ein Kind muss lernen oder wissen, dass es das für sich tut. Also komplett in Ruhe lassen?

Der Test war übrigens interessant :-)
Zu der "Lösung" stand ja noch ein kleiner Kommentar, in Ruhe lasse und dem Kind Hilfe zu geben wenn es darum bittet, wo wir dann Nachhilfe anbieten könnten...

Meine Pflegetochter ging im Pupi-Alter auch in die Nachhilfe - sie wollte allerdings. Aber wie schon geschrieben, was tun bei Verweigerung. Zwingen?

lg bambolina

Beitrag von fraz - 31.07.11 - 16:14 Uhr

Hallo

Ich habe den Beitrag gestern nicht gesehen.

Eine Antwort fehlt mir aber:
Ich frage mein Kind, was seine wichtigen Gründe sind, dass die Noten so schlecht sind.

Wenn es uns gelingt, diese Frage ohne Wertung unseren Kindern zu stellen, so bekommt man vielfach genau und einleuchtende Erklärungen. Damit können wir dann weiter arbeiten.

Antwort 1 höre ich als Lehrerin von Pubertierenden nur ZU oft. Klar, es ist die einfachste Art und Weise, mit Problemen umzugehen. Aber ich bin überzeugt, dass auch ein Jugendlicher mit 16 nicht einfach alles im Griff haben kann. Seh ich im übrigen tagtäglich bei meiner 16-jährigen Tochter.....
Und was denkt sich ein Jugendlicher, deren Eltern ihm sagen, dass Schule sein Problem ist? Ich bin nicht wichtig genug für meine Eltern, denen ist das so was von egal......

Beitrag von asimbonanga - 01.08.11 - 21:00 Uhr

Hallo,
8 von 10 Punkten-das mit der Schule z.B. sehe ich anders und auch die Frage nach den älteren Freunden.

L.G.

Beitrag von derhimmelmusswarten - 04.08.11 - 20:26 Uhr

Ich würde meine Kinder in den Ferien dazu verdonnern Praktika zu machen! Und zwar in "unschönen" Handlanger-Berufen. Ich würde ihr sagen, dass sie mit schlechten Noten nur miese Jobs bekommt. Ich wünschte, meine Familie hätte das so gehandhabt. Dann hätte ich das Gymnasium nicht abgebrochen und den Realschulabschluss nicht für ausreichend erachtet. Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass diese Psychofritzen selbst einen an der Waffel haben.

Beitrag von patchworkfamily007 - 07.08.11 - 18:20 Uhr

Hallo,

na immerhin habe ich bei dem Test nicht ganz versagt :-)

Aber wenn ich ehrlich bin, vieles hätte ich aus dem Bauch anders entschieden...mich würde ja echt mal interessieren ob dieser Herr Psychologe denn auch eigene Kinder hat :-)


Ich kann die Schule nicht als Problem des Kindes sehen. Denn noch bin sorgeberechtigt und somit habe ich auch Sorge zu tragen, dass Schulprobleme mit meiner Hilfe beseitigt werden.
So sehe ich das zumindest :-)

Aber vielleicht gibt es ja durchaus auch Schulen, die das gerne anders hätten...wenn ich so an unsere Klassenlehrerin denke, hat sie es sicherlich ein manches mal verflucht, dass ich mich für schulische Belange eingesetzt habe...

Naja, aber zurück zum Test, er war interessant, aber mehr auch nicht :-)

LG
Patchwork