Studienplatz bekommen - wovon leben?

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Beitrag von sunshine7505 - 29.07.11 - 07:42 Uhr

Hallo zusammen,
ich habe wider Erwarten gestern die Zusage für einen Studienplatz bekommen. Soziale Arbeit an der Fachhochschule hier in Hamburg. Die FH ist eine halbe Stunde von mir zu Hause weg. Es hat beim ersten Versuch hingehauen trotz miserblem Abi-Schnitt. Der Sozialberuf ist schon lange ein Traum von mir. Es ist alles in einem ein Riesen-Grund zur Freude.
Nur: ich habe mich kürzlich von meinem Mann getrennt.
Ich lebe gerade von Unterhalt von ihm und vom Kindergeld.

Wie soll ich jetzt das Studium finanzieren?
Die Betreuung meiner Kinder (3 und 6) wäre durch Kita, Schule und Hort bis zu 10h/Tag abgedeckt. Das ist nun nicht das Problem.
Arbeiten gehen könnte ich also eine gewisse Zeit und in den Semesterferien. Aber kann ich davon meine kleine Familie ernähren?
Wisst ihr ob mein Mann an mich weiterhin Betreuungsunterhalt bezahlen muss?
Habe ich Chancen auf Bafög oder einen Ausbildungskredit?
Ich denke, dass notfalls meine Eltern auch noch einspringen würden, aber das möchte ich nur im Notfall.

Kennt sich jemand aus mit der Befreiung von den Studiengebühren? Hier in HH sind die ab nächstes Jahr abgeschafft, aber für dieses Semester müsste ich noch bezahlen.

Es wäre so eine Riesen-Chance für mich, zumal ich mit meiner ersten Ausbildung (Journalismus) auf keinen grünen Zweig mehr komme. Ich möchte das Studium UNBEDINGT.

Ist das in meiner Situation zu schaffen?

LG und #danke für Antworten!
Katja mit Julia (6) und Sebastian (3) #sonne

Beitrag von mami05-08 - 29.07.11 - 08:16 Uhr

Warum macht man sich über sowas nicht vorher gedanken #kratz verstehe ich nicht ....

Beitrag von sunshine7505 - 29.07.11 - 08:25 Uhr

Sehr hilfreicher Beitrag. #augen
Ich antworte trotzdem: als ich mich für den Studienplatz beworben hatte stand das mit der Trennung noch nicht fest. Zudem habe ich nicht ernsthaft damit gerechnet genommen zu werden, zumindest nicht dieses Semester.
LG Katja

Beitrag von seikon - 29.07.11 - 09:42 Uhr

Naja aber du hast dich dennoch beworben. Also hast du es ja zumindest versucht und musstest ja schon damit rechnen auch angenommen zu werden.
Da ist die Frage schon berechtigt, wieso du dir dann nicht schon vorab Gedanken gemacht hast.

Aber zu deiner Frage.
Also Trennungsunterhalt muss dein Mann auf jeden Fall weiter bis zur rechtskräftigen Scheidung zahlen. Da kommt er auch nicht raus. Unterhalt für die Kinder dann natürlich auch nach der Scheidung weiter.
Da deine Kinder schon 3 und 6 sind könnte es mit nachehelichem Betreuungsunterhalt schwierig werden. Ich nehme an, du hast schon eine abgeschlossene Berufsausbildung und vor den Kindern gearbeitet?
Ich denke nicht, dass dein Mann dann verpflichtet ist, dir dein Studium durch Betreuungsunterhalt zu finanzieren. Du bist in erster Linie angehalten, dein Leben selbst zu finanzieren.
Meister Bafög wird bei einem FH Studium auch flach fallen. Es gibt dann noch Schüler/Studenten Bafög. Allerdings glaube ich, dass du das nicht mehr bekommst, da du schon 36 Jahre alt bist.
Bafög muss vor dem 30. bzw. 35. Lebensjahr beantragt werden.

Du solltest dich mal mit der Studentenberatung deiner FH in Verbindung setzen. Die können dich dahingegend beraten. Vielleicht hast du die Möglichkeit eine Art Härtefall zu beantragen, wenn du belegen kannst, dass es dir aufgrund der Kindererziehung unmöglich war, früher mit dem Studium zu beginnen. In Ausnahmefällen wird dann auch über das 30. Lebensjahr hinaus Bafög gewährt.
Allerdings solltest du dich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass du das Studium nicht aufnehmen kannst.

Beitrag von zwiebelchen1977 - 29.07.11 - 10:02 Uhr

Hallo

Ich denke, das muss man sich leisten können. Finde es unverschämt zu denken, das dein Mann weiterhin für dich zahlen soll.

Du bist 36! Da sollte man schon mit beiden beiden fest im Berufsleben stehen und Geld verdienen.

Bianca

Beitrag von sassi31 - 29.07.11 - 15:21 Uhr

Du bewirbst dich um einen Studienplatz, obwohl du nicht damit rechnest, genommen zu werden? #kratz

Aber man ernsthaft. Meine Vorschreiberin hat schon Recht. Man macht sich doch erst Gedanken, wie es finanziell zu bewerkstelligen ist und bewirbt sich dann um einen Studienplatz. Eine Trennung ist sicherlich ein Grund, dass man nun plötzlich nicht weiter weiß. Aber wie sieht es mit Unterhaltszahlungen für euch aus?

Beitrag von hannah696 - 29.07.11 - 09:43 Uhr

Kannste dir doch auch sparen, oder? Unmöglich.

Beitrag von sassi31 - 29.07.11 - 15:23 Uhr

Ich finde die Frage berechtigt.

Man plant doch kein Studium ohne sich vorher zu überlegen, ob man das finanziell überhaupt hin bekommt.

Beitrag von jeroniemo - 29.07.11 - 10:38 Uhr

Typischer Urbia-ich-weiß-nichts-bin-aber-trotzdem-frech-und-überheblich-Beitrag.

Beitrag von sassi31 - 29.07.11 - 15:23 Uhr

Sie hat aber Recht.

Beitrag von jeroniemo - 29.07.11 - 15:39 Uhr

Wenn sie sich vor der Trennung vom Mann beworben hat und die Finazierung darauf gebaut war, wohl kaum.

Woher sollen wir hier die gesamten Hintergründe kennen!?

Beitrag von sassi31 - 30.07.11 - 02:45 Uhr

Und was hätte die TE gemacht, wenn der Mann plötzlich arbeitslos wird? Das ist heute nicht ungewöhnlich (AG in Insolvenz o. Ä.). Da würde ich mir schon vorab Gedanken machen, ob ein Studium auch in dem Fall machbar ist.

Die Hintergründe kennen wir nicht. Aber es ist nie verkehrt, für die Frage relevante Infos mit anzugeben.

Beitrag von 123bhtrsfe456 - 30.07.11 - 13:31 Uhr

Ja, dann kann ja niemand ein Studium planen!

Oder ein Haus finanzieren oder Kinder bekommen.....

Beitrag von amory - 29.07.11 - 08:30 Uhr

Hallo,

Anlaufstellen sind das Bafög-Amt, der Asta und das Studentenwerk.
Es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, z.B. Sozialfonds oder auch Stipendien.
Wenn sonst nichts geht, kannst du dich auch mal wegen eines Studienkredits erkundigen (bei der KFW gibt es sehr gute Konditionen, von anderen Banken würde ich die Finger weg lassen), dass würde ich aber erst machen, wenn sonst wirklich gar nichts geht. Denn ob du den so leicht zurückzahlen kannst, ist fraglich.
Es kann gut sein, dass du überhaupt keine Studiengebühren bezahlen musst wegen deiner Kinder, so war es bei meinem Partner, der bekam iene Befreiung wegen unserer Kleinen.

Ich wünsche dir viel Erfolg.

Grüße, Amory

Beitrag von bleathel - 29.07.11 - 08:36 Uhr

Hi,

Ich habe in Bayern studiert, dort wird man u.a. auf Antrag von den Studiengebühren befreit wenn man ein Kind unter 10 hat. Lies doch die entsprechende Verordnung für Hamburg.

Bzgl. Unterhalt würde ich vermuten, dass sich dieser erst ändert, wenn du mehr verdienst, kenne mich aber nicht aus.

Was ich dir dringend rate: mach einen Termin mit der Studienberatung oder quäl dich selbst durch die entsprechenden gesetzliche Regelungen.

Ich habe während meines Masterstudiums teils voll gearbeitet nebenher, teils vom Elterngeld gelebt, also machbar ist das, allerdings solltest du den Stress nicht unterschätzen, das ist irre anstrengend, und ich hatte die volle Unterstützung meines Mannes, der komplett zu Hause war.
Lg
Bleathel

Beitrag von jeroniemo - 29.07.11 - 10:36 Uhr

Ich habe in NRW an der Uni studiert und war von der Studiengebühr befreit, weil ich Kinder habe.
Informiere dich mal, wie das an deiner FH ist.

Bafög müsstest du doch auch bekommen?
Habt ihr einen AstA? Die helfen doch von vorne bis hinten.

Beitrag von seikon - 29.07.11 - 10:42 Uhr

Könnte schwierig werden. Sie ist 36. Normalerweise ist die absolute Höchsgrenze (für Masterstudiengänge) bei 35. Normal bei 30.
Außerdem hat sie schonmal 4 Semester studiert.
Sie müsste schon nachweisen können, wieso es absolut nicht ging, dass sie früher studiert hat und auf eine Härtefallentscheidung hoffen.

Beitrag von pati_78 - 29.07.11 - 12:52 Uhr

Sie fällt nicht unter Härtefallregelung, weil die in diesem Sinne kein Härtfall ist.

Beitrag von pati_78 - 29.07.11 - 12:49 Uhr

Hallo!

Glückwunsch! Ich habe jetzt auch ein Studienplatz (wider Erwarten) bekommen und fange im September an, auch meine FH ist etwa halbe Stunde von Zuhause weg, weil wir ausserhalb von Hannover wohnen.
Einziger unterschied - bin noch verheiratet.
Ich versuche nun so gut wie möglich Deine Fragen zu beantworten, ausgehend von der Situation, wie sie in Hannover ist (wo ich auch studieren werde).

Das wirchtigste ist bei Dir ja schon geregelt - die Kinderbetreuung. Sollte es jedoch trotzdem Engpässe geben, so würde ich Dir raten, Dich an die Sozialberatung der Hochschule zu wenden.
Bafög steht Dir, glaube ich nicht zu, da Du bereits über 30 bist.
Aber: Du hast als Studentin eine Menge Vergünstigungen. Ich denke mal, dass Du in Deiner Situation nicht wirklich viel Kigakosten tragen musst.
Dein Mann ist Dir gegenüber unterhaltspflichtig.
Ausbildungskredit bekommst Du höchstwahrscheinlich von der KfW - erkundigen!
Studiengebühren musst Du nicht zahlen. Du benötigst lediglich den Antrag auch die Befreiung (Seite der Hochschule), Haushaltsbescheinigung und Geburtsurkunden Deiner Kinder.

Es ist auf jeden Fall zu schaffe, es ist alles der Sache der Organisation. Ich drücke Dir die DAumen.
Du musst natürlich Dich richtig gut informieren und zu diesem Zweck am besten die Sozialberatung aufsuchen!
Viel Glück!!!!!

Beitrag von manavgat - 29.07.11 - 13:57 Uhr

Ich lebe gerade von Unterhalt von ihm und vom Kindergeld.

Er muss Dir weiterhin Unterhalt zahlen! Sollte er querschießen, dann beauftrage eine Anwältin. Allerdings wird er ein gesteigertes Interesse daran haben, dass Dein Unterhalt irgendwann wegfällt. Vermittel ihm den Nutzen.

Wende Dich an den ASTA der FH. Es gibt mehr Frauen, als Du glaubst, die in der gleichen Situation sind. Du musst also kein Rad neu erfinden.

Viel Erfolg beim Studium.

Manavgat

Beitrag von sunshine7505 - 29.07.11 - 14:06 Uhr

Vielen Dank euch! #blume
Ich werde mich nächste Woche gleich an den Asta wenden.
Heute kommt man da per Tel gar nicht durch. #gruebel
Für die "Nörgler": ich möchte mir das Studium weitgehend selbst finanzieren. Ich denke, das werden drei "magere" Jahre, aber dann sind die Jobaussichten gut und unterm Strich verdiene ich mehr, als wenn ich mich noch 30 Jahre mit Aushilfstätigkeiten über Wasser halten muss. Ich möchte schließlich unabhängig von Unterhalt und Sozialleistungen sein.
Da ich die Chance auf einen Studienplatz wahrscheinlich nie wieder bekomme, möchte ich das jetzt durchziehen.
LG Katja mit Julia (6) und Sebastian (3) #sonne

Beitrag von pati_78 - 29.07.11 - 15:31 Uhr

Richtige Einstellung! #liebdrueck

Beitrag von 123bhtrsfe456 - 29.07.11 - 20:29 Uhr

Du sollst das auch durchziehen!

Aber warum willst Du das denn unbedingt selbst finanzieren?

Ich habe ohne Kinder studiert und konnte zeitweise definitiv nicht neben dem Studium arbeiten.

Sei nicht stolz auf Kosten dieser Chance und sucht Dir alle Hilfe, auch finanziell die Du bekommen kannst.


Beitrag von a79 - 29.07.11 - 19:31 Uhr

Hallo,

mach Dich mal kundig, ob Du als Mutter überhaupt Studiengebühren zahlen musst -ich studiere Kindheitspädagogik an der FH in Köln und muss wegen meiner zwei Kinder keine Gebühren zahlen...
Zu BaFög kann ich Dir nichts sagen aber stell Dir das mit dem Nebenverdienst nicht zu einfach vor -wir haben im Semester eine alleinerziehende Mama, die an zwei Tagen die Woche noch als Erzieherin arbeitet -allerdings müssen wir auch nur an drei Tagen die Woche an der FH sein...Semesterferien sind bei uns allerdings als Praxisphasen von jeweils 400 Stunden verplant und daher nicht wirklich für nebenberufliche tätigkeiten geeignet...erkundige Dich mal lieber, wie das bei Dir so ist....

ansonsten: Organisation ist alles...

LG

Andrea

Beitrag von ladyblue80 - 29.07.11 - 23:48 Uhr

Arbeiten ist neben einem sozialen Studium problemlos möglich. Die Frage ist halt wieviel Geld man verdienen will/muss?

Warum sollte Dein Mann Dir gegenüber unterhaltspflichtig sein wenn Du arbeiten könntest, es aber nicht tust weil Du lieber studieren möchtest? Durch den Unterhalt soll doch eigentlich die Kinderbetreuung sicher gestellt werden. Die übernehmen aber doch anscheinend eh andere und nicht Du?

Was ich außerdem vorsichtig zu bedenken geben möchte bevor ein Bildungskredit oder ähnliches beantragt wird:

im sozialen Bereich verdient man nicht das meiste. Wenn ich manchmal höre das Sozialpädagogen froh sind 2000 oder 2500 brutto zu haben, dann schlackern mir die Ohren. Mit dem Verdienst und 2 Kindern wirst Du ja froh sein überhaupt über die Runden zu kommen und kaum in der Lage sein einen Kredit abzuzahlen.

Warum arbeitest Du nicht ganz normal (zur Not halt im Call Center) und verdienst Dein Geld selber? Zusätzlich würde ich an Deiner Stelle eher ein Wirtschaftsaufbaustudium oder ähnliches per Fernstudium machen. Da ist definitiv weit mehr Verdienst drin als im sozialen Bereich.

Trotzdem viel Erfolg, wie immer Du Dich entscheidest.