Hallo,
um alles ganz genau zu erläutern, reicht mir nicht die Zeit und ich glaube auch nicht, dass ihr wirklich alles lesen wollt.
Es geht darum, meine Mutter ist Kindergartenleiterin eines katholischen Kindergartens. Sie war längere Zeit krank, was nicht das Problem war, was ihr jetzt aber anscheinend zum strick gedreht wird. Die Vertretung hat in diesem Zusammenhang die restlichen Kolleginnen gegen meine Mutter aufgehetzt und meine Mutter ist sich keiner Schuld bewußt- sie wurde nie mit Problemen konfrontiert, es wurde scheinbar immer hinter vorgehaltener Hand hinter ihrem Rücken getuschelt. Sie hat nun schon etwas länger das Gefühl, dass sie gemobbt wird. Wenn sie die Kolleginnen fragt, ob was nicht stimmt, dann weichen diese konkreten Fragen aus, behandeln sie oft wie Luft, lassen sie weinend in der Ecke sitzen- lügen ihr sogar teilweise ins Gesicht!
gestern Nachmittag hat sie eine 'Einladung' zu einem Gespräch von ihrem Vorgesetzten bekommen- mit dabei sind alle Kolleginnen, der Chef, die Mitarbeitervertretung und der Elternbeirat. Thema: Unzufriedenheit der Kolleginnen und Personalwechsel- es ist zwingende Anwesenheit gefordert!
So. meine Mutter geht nun schwer davon aus, dass die Kolleginnen sich über sie bei den Vorgesetzten und MAV beschwert haben (und sie weiß bis heute nicht, worüber) und dass sie ihren Leitungsposten aufgeben muß (was sie nach all dem liebend gerne macht, weil sie echt keine Lust mehr auf das alles hat, der Zickenkrieg geht ihr echt an die Substanz). Jetzt hat sie vorhin weinend angerufen, und mich gefragt, ob ich mit bei dem Gespräch dabei sein kann (was für mich absolut außer Frage steht!!). Sie ist einfach so emotional, dass sie die Befürchtung hat, dort keinen klaren Gedanken fassen zu können geschweige denn sich mit guten Argumenten zu rechtfertigen/wehren. Und sie hat mir aufgezählt, wer alles dabei ist und sie hat nun einfach Angst, dass alle auf ihr einhacken und sie niemanden da sitzen hat, der sich bisher überhaupt mal ihren Standpunkt angehört hat oder hinter ihr steht. Ich hab ihr gesagt, dass sie erstmal an ihren Vorgesetzten eine Email schreiben soll, dass der auch mal ihren Standpunkt über die aktuelle Situation erfährt (auch wenn sie nicht genau weiß, was genau ihr vorgeworfen wird, aber sie kann ja beschreiben, wie sie es grade erlebt) und in der sie ihn davon in Kenntnis setzt, dass sie zur Unterstützung meine Anwesenheit wünscht. Ich möchte wie gesagt nur für sie einspringen, wenn ich merke, es geht unter die Gürtellinie, es werden Vorwürfe laut, die mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben o.ä. notfalls, um das Gespräch abzubrechen, wenn ich merke, dass meine Mutter nicht mehr kann. ansonsten soll sie schon das Gespräch führen (ich weiß ja auch nicht genau, was in welcher Situation war).
So, jetzt zu meiner Frage: was meint ihr, haben wir wirklich die Möglichkeit, dass ich da unterstützend dabei sitze? oder muß meine Mom da echt alleine durch? ich hab echt Angst, dass sie wie ein geprügelter Hase da sitzt und kein Wort rausbringt, weil alle auf ihr rumhacken...
oh man, brauche Rat :-( längere Geschichte :-(
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Beitrag von lilie80 - 30.07.11 - 11:32 Uhr
Beitrag von anarchie - 30.07.11 - 12:02 Uhr
Hallo!
Ich vermute mal, es wird schon klar gehen, wenn deine Mutter dich als begleitung wünscht, aber...
1. sie hat eine leitungsposition und sollte dementsprechend auftreten.
heulend dasitzen geht garnicht.
2. wenn man ihre immer ausweicht, warum hat sie dann nichtmal schriftlich was gemacht?
Sinngemäss so in etwa:
leibe kolleginnen, für ein gutes klima ist es wichtig, probleme anzusprechen..daher bitte ich euch, mit innerhalb von 2 Wochen ein schriftliches feedback zu geben, ob ihr irgendwelchen probleme habt...
Entweder, die sachen kommen auf den Tisch: prima!
Oder sie hat was Schriftliches, dass angeblich Keiner ein Problem hat.
3. als Leitung sollte sie ohne ihre Tochter an der Hand in der lage sein, sich dem Problem zu stellen.
Sie hat sich nichts vorzuwerfen und das muss ie hinkriegen.
Wenn du mitgehst, wird es kein besseres Licht auf sie werfen.
Sie hat jetzt nur einen Weg:
ruhig und gelassen ihre Sicht der Dinge darlegen und abwarten, was passiert.
Aber natürlich ist es nicht gerade nützlich, vor Anderen zu weinen oder sich einafch abspreisen zu lassen.
Sie ist die leitung und hat sie nicht wie Eine benommen.
Sorry, ist aber so...
lg und viel Glück
melanie
Beitrag von lilie80 - 30.07.11 - 12:43 Uhr
vielen Dank für deine Meinung. das sind wieder neue Gesichtspunkte, die wir uns bisher so noch gar nicht überlegt haben. ich werde es auf alle Fälle mit meiner Mutter durchsprechen. 
ich bin leider selber mal in so einer Situation gewesen, wo ich alleine vor der Führungskraft war und er auf mich 'eingeprügelt' hat. ich weiß also genau um ihre Ängste und Befürchtungen. Ich war da zwar keine Leitung, aber in diesem Moment hat man wirklich keinen klaren Gedanken.
muß dazu sagen, dass meine Mutter sich selber darüber ärgert, dass sie bei sowas gleich losweint. ich werde versuche, ihr aufmunternd (im Vorfeld) zur Seite zu stehen, wir werden Argumente und Sachverhalte vorher schriftlich festhalten, dass meine Mutter notfalls einen Leitfaden während des Gespräches hat, an dem sie sich festhalten kann. vielleicht hilft ihr das ja, in der jeweiligen Situation die Nerven zu behalten.
Das Wochenende ist echt gelaufen
und bis Donnerstag ist auch noch eine ewig lange Zeit 
LG
Beitrag von tabea33 - 30.07.11 - 14:15 Uhr
Hallo,
ich denke, dass es für deine Mutter sicher besser ist, diese Stelle aufzugeben. Zum einen scheint sie einer Führungsposition generell nicht gewachsen zu sein (weinen auf der Arbeit? Tochter mit zur Aussprache nehmen?) und zum anderen ist die Situation offenbar schon verfahren. Wenn sie mehrfach weinend von denjenigen gesehen wurde, die sie eigentlich anleiten soll, dann dürfte es auch nicht mehr zu kitten sein. Wie soll sie da wieder zu einer Autorität werden?
Wie war es denn vor der Erkrankung? War sie da in der Lage, wie eine Führungspersönlichkeit aufzutreten? Und bitte ganz ehrlich. Gerade Kindergartenleiterinnen neigen zu einem mütterlichen Führungsstil, der schnell mal ins zu Vertrauliche kippen kann. Falls sie es früher konnte, sollte sie sich erstmal stabilisieren und vielleicht in einem anderen Kindergarten neu anfangen. Aber sicher wird sowas nicht ganz einfach zu finden sein.
Mir ist es auch schon so gegangen, dass eine Abteilung mich abgelehnt hat, weil der vorherige Chef (männlich, über 55) so völlig anders war als ich. Gesicht wahren musste ich trotzdem. Wer sich widersetzt hat, den habe ich zum Einzelgespräch gebeten. Bei einem Kollegen half nur der Termin beim nächsthöheren Vorgesetzten. Offene Meuterei gab es nicht, man muss aber auch sofort handeln. Trotzdem habe ich mich bei nächstbester Gelegenheit versetzen lassen...
LG und viel Glück
Tabea
Beitrag von lilie80 - 30.07.11 - 20:57 Uhr
also, wir suchen momentan auch aktiv nach einer neuen Stelle für sie. die Strecke ist eh recht weit zu fahren und das war ihr immer schon ein Dorn im Auge. dass sie da jetzt nirgends Rückhalt hat, 'erleichtert' ihre schon längst überfällige Suche nach einer neuen Stelle.
Momentan werden hier auch einige Erzieherinnen gesucht (wie gesagt, sie will keine Leiterin mehr sein, selbst Gruppenleiterin ist ihr mittlerweile zu viel Verantwortung). Allerdings hatte sie auch früher schon Absagen bekommen, weil sie schon wieder ZU viele berufsjahre hat und deshalb teurer wäre. also wäre sie jetzt quasi überqualifiziert. und vom Alter her ist sie jetzt nun auch nicht mehr die Jüngste. aber wir versuchen es trotzdem. sie meint, sie kann diesen falschen Weibern da eh nicht mehr ins Gesicht schauen, da ist einfach zu viel vorgefallen.
Also, meine Mutter ist in meinen Augen keine geborene Führungskraft. sie hat eine sehr starke Fachkenntnis und Berufserfahrung, aber dass sie IMMER sachlich und neutral und autoritär auftritt, das kann ich so nicht unterschreiben. das ist sie vom Typ her einfach nicht. sie versucht eben, es immer allen recht zu machen, was in so einer Position sicher nicht immer der beste Weg ist.
danke auch für deine Meinung!
Beitrag von a79 - 30.07.11 - 14:08 Uhr
Mal ganz ehrlich -wenn Deine Mutter Leiterin eines Kindergartens ist, muss sie in der Lage sein, sich mit einer solchen Situation allein auseinanderzusetzen!
Klar, es wird ihr sicher nicht leicht fallen, denn wer hört sich schon gerne Vorwürfe an, von denen er bisher nichts ahnte....aber sie ist doch Erwachsen und wie sieht es aus, wenn ihre Tochter ihr Händchen hält? Würde ich dabei sitzen und die Leiterin des Kindergartens käme mit ihrer Tochter als Unterstützung herein, würde ich sie nicht mehr ernst nehmen können...
Ich fürchte, da muss sie alleine durch.
Lg und alles Gute!
Andrea
Beitrag von lilie80 - 30.07.11 - 21:07 Uhr
danke, da hast du allerdings recht. ich werde es mit ihr durchsprechen. vielleicht hilft es ihr auch zu wissen, dass ich draußen (im Auto??) auf sie warte und für sie da bin...
das schwierige in der Situation ist eben, dass sie sich nciht nur ihren Kolleginnen oder ihrem Chef stellen muß, sondern dass das halbe 'Kriegstribunal' aufgefahren wird und scheinbar auch schon eine Entscheidung gefallen ist (siehe Thema der 'Einladung') und sie weiß bis dato nicht, was man ihr eigentlich vorwirft. sie meint, wenn sie jetzt ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hätte, irgendein Vorfall war, dann könnte sie es ja noch irgendwo verstehen. aber es ist wie eine Vorladung zu einem Gericht, ohne einen Anwalt in der Hinterhand zu haben (also in ihrem Fall einen Fürsprecher) und man weiß nicht einmal, was man gemacht haben soll! es kommt die komplette MAV, also die, die personalrechtliche Entscheidungen treffen, die Elternbeiräte, ihr Träger, ihre Kolleginnen- alle auf einmal gegen 1- ist ja klar, dass man da schnell mal die Nerven verlieren kann... also, ich versteh sie da völlig!
danke für deine Meinung
Beitrag von manavgat - 30.07.11 - 14:31 Uhr
was ist das für eine Führungskraft, die heulend in der Ecke sitzt?
Wenn ich meinen Laden nicht im Griff habe, dann passiert bei meiner Abwesenheit genau das: einer der meinen Posten haben will, wiegelt auf und die anderen machen mit.
Entweder, sie hat jetzt den Arsch in der Hose, haut auf den Tisch und wehrt sich. Oder sie riskiert nicht nur den Leitungsposten, sondern auch Arbeitslosigkeit. Wenn die andere die Leitungsstelle kriegt, dann wird das Mobbing auch noch belohnt und Deine Mutter findet sich in einer unerträglichen Situation wieder, die sie nie und nimmer aushält.
Sollte die Situation verfahren sein, so würde ich den Träger bitten, in eine andere Einrichtung aber mit der gleichen Aufgabe versetzt zu werden.
Gruß
Manavgat
Beitrag von lilie80 - 30.07.11 - 21:19 Uhr
das komische an der Sache ist, dass genau die, die ihre Vertretung war bzw. die an ihrem Stuhl sägt, sich jetzt wegversetzen läßt und meiner Mutter am Donnerstag noch an den Kopf geknallt hat, dass sie es wegen ihr (als 2.Grund) macht. Diese Frau spricht mit gespaltener Zunge. als meine Mom aus der krankheit zurück kam, hat sie zu ihr nur gesagt: gott sei dank, bist du wieder da, mir ist das alles viel zu viel auch an Verantwortung geworden. endlich kann ich den leitungsposten abgeben.
und hinter ihrem Rücken hat sie zeitgleich mit dem Träger rumgemauschelt udn wird jetzt auf eine andere Stelle gesetzt, wo sie stellv. Leiterin ist und nächstes Jahr den Leitungsposten übernehmen wird. sie hat also überhaupt keine Veranlassung, meine Mutter von ihrem Posten zu stürzen, Meine Mutter hatte nach der Krankheitsphase auch mehrfach die anderen Kolleginnen und die gefragt, ob die Vertretung das zukünftig übernehmen soll, wenn sie so viel besser war als meine Mutter. da haben alle nur gemeint, nein nein, es ist alles in bester Ordnung- so, und nun das??? die Vertretung ist im gesamten Team halt mega beliebt und ich denke mal, dass sie den anderen gesagt hat, dass sie sich wegen meiner Mutter wegversetzen läßt und die anderen werden das so ausgeklügelt haben, dass doch nicht DIE weggehen muß, sondern meine Mom gehen kann (was tüftelt man nicht alles im Kopf aus
). ich denke eben, dass die wollen, dass die andere bleibt und dort gleich den Führungsposten übernehmen soll...
meiner Meinung nach wäre das auch die beste Lösung aus der Situation. allerdings wird meine Mom sich auf der neuen Stelle auch nicht wohl fühlen, weshalb sich eine Bewerbung in eine völlig andere Gemeinde sicher nicht umgehen läßt.
ich werde jetzt mal mit ihr besprechen, wie sie innere 'Kälte' aufbauen kann, um in der Sitzung cool zu bleiben (innere Einstellung LMA, ich hab mir nichts vorzuwerfen, ich werd mich eh wegbewerben, ich bring das jetzt einfach mal hinter mich...) und hoffe, dass sie das souverän über die Bühne bringt.
Vielen Dank für deinen Rat!
Beitrag von manavgat - 31.07.11 - 14:37 Uhr
weshalb sich eine Bewerbung in eine völlig andere Gemeinde sicher nicht umgehen läßt.
Das würde ich nur machen, wenn vertraglich vereinbart wird, dass sie mit der gleichen Vergütung eingestellt wird.
Leider ist es bei den Erzieherinnen so, dass mit einem Wechsel der Einrichtung wieder in der unteren Entgeltgruppe angefangen wird.
Gruß
Manavgat
Beitrag von frau.s.aus.b. - 01.08.11 - 09:17 Uhr
"gestern Nachmittag hat sie eine 'Einladung' zu einem Gespräch von ihrem Vorgesetzten bekommen- mit dabei sind alle Kolleginnen, der Chef, die Mitarbeitervertretung und der Elternbeirat. Thema: Unzufriedenheit der Kolleginnen und Personalwechsel- es ist zwingende Anwesenheit gefordert!"
Wenn es tatsächlich um Deine Mutter geht bei dieser Sitzung, dann finde ich, ihr Vorgesetzter hat einen sonderbaren Führungsstil. Das naheliegendste wäre doch, dass er erst einmal das Gespräch mit Deiner Mutter sucht. Wenn er irgend etwas im Zusammenhang mit ihrer Arbeit klären will...dann nicht in diesem Rahmen! Was ist das denn für eine Art? Sehr befremdlich!
An der Stelle Deiner Mutter würde ich mich sofort mit Ihrem Chef in Verbindung setzen und mich aufklären lassen, worum es bei diesem Termin geht. Am besten telefonisch. Vielleicht geht es ja um etwas ganz anderes?! Wenn doch nicht, soll er ihr die Vorwürfe gegen sie nennen, so kann sie sich schon mal auf den Termin besser vorbereiten. Und den Chef würde ich mal fragen, warum er das Gespräch mit ihr nicht sucht, sondern solch ein Tribunal einberuft.
"...dass sie erstmal an ihren Vorgesetzten eine Email schreiben soll, dass der auch mal ihren Standpunkt über die aktuelle Situation erfährt..."
Auf keinen Fall! Wieso sollte sie sich verteidigen?
Das nun Deine Mutter Dich auch noch mitnehmen will...da fehlen mir die Worte.
Vielleicht verstehe ich ja das Ganze nicht. Ist der ganze Betrieb eher so familiär angelegt? Bist Du öfters bei Personalsitzungen dabei? Sitzen da auch noch andere Kinder und Familienmitglieder mit dabei?
Wenn nicht, dann solltest Du dort selbstverständlich auch nicht auftauchen.
