"Imagine" von J. Lennon und Religionslehrer

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Beitrag von delfinchen - 05.08.11 - 21:26 Uhr

Hallo ihr Lieben,

bin nicht ganz sicher, ob der Beitrag hier richtig aufgehoben ist, aber nötigenfalls muss man ihn eben verschieben.

Wollte nur mal eure Meinung zu einem Sachverhalt hören:
Im Abschlussgottesdienst der Schule wollte der Schulchor "Imagine" singen, die Religionslehrer, die den Gottesdienst ja überwiegend gestalten, verboten das jedoch mit der Begründung, die Textzeile "Imagine theres no heaven" sei nicht mit Kirche/Religion vereinbar.

Hm, ich war ja eigentlich immer der Ansicht, dass das Lied ein Aufruf zu mehr Toleranz (auch der Religionen untereinander) ist und kann den Aufstand der Religionslehrer nicht so ganz nachvollziehen.

Wie seht ihr das?
Hab ich den Text falsch verstanden und bin ich eher zu festgefahren in meinem Denken und meiner kritischen Haltung gegenüber der Kirche (bin Atheist) oder haben unsere Religionslehrer die Botschaft des Liedes nicht verstanden und sich mit ihrem Verbot etwas "lächerlich" gemacht??

Liebe Grüße,
delfinchen

Beitrag von king.with.deckchair - 05.08.11 - 22:32 Uhr

"Hab ich den Text falsch verstanden"

Ja, hast du.

"Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too #aha
Imagine all the people
Living life in peace "

Beitrag von delfinchen - 05.08.11 - 22:38 Uhr

Ja, stimmt, #klatsch
das mit dem "no religion, too" war die zweite Stelle, die sie angekreidet haben.

Aber es ja nun nicht so, dass Religion grundsätzlich zu einem friedlichen Miteinander geführt hat ...

Beitrag von lisasimpson - 05.08.11 - 22:37 Uhr

nun ja, eine der kernaussagen des liedes ist es, daß Religionen und der glaube an ein leben nach dem tod die menschen davon abhalten in frieden zu leben.

dazu kann man nun stehen wie man will- aber als Religionsvertreter würde ich mir schon überlegen, ob die kirche der richtige ort ist, dies zu verkünden

lisasimpson

Beitrag von delfinchen - 05.08.11 - 22:58 Uhr

hm, ja, da hast du auch wieder Recht :-)

Beitrag von ludwigvan - 06.08.11 - 09:13 Uhr

Das Lied ist nicht mit Religion vereinbar und hat daher in einer Kirche nichts, aber auch gar nichts verloren.

Die Religionslehrer haben sich nicht lächerlich gemacht, sondern unter Beweis gestellt, dass sie hinter dem stehen, was sie erzählen und bereit sind, einen Standpunkt gegen Widerstand zu vertreten. Das finde ich richtig gut.

Ich versteh eh nicht, warum nun auch noch Kirchen von der Popkultur überschwemmt werden sollen.

Beitrag von delfinchen - 06.08.11 - 11:47 Uhr

Weil sonst erst recht keiner mehr reingeht?
Wie soll man denn sonst 11 - 15jährige Teenager in einen Gottesdienst bringen, wenn nicht mal was so gestaltet wird, wie sie das wünschen und mal nicht nur alte Lieder gesungen werden?

Aber gut, dass das besagte Lied religionsfremd ist, das habt ihr mir klargemacht und es stimmt auch - ich habe halt nur an die Friedensbotschaft gedacht - die fehlt mir bei den Religionen irgendwie.

delfinchen

Beitrag von daisy80 - 06.08.11 - 14:41 Uhr

Da gibts aber noch eine ganze MEnge anderer "moderner" Lieder, die das vermitteln :-)

Beitrag von manavgat - 06.08.11 - 15:31 Uhr

Verbote dieser Art sind immer lächerlich.

Kein Wunder, dass den Amtskirchen die Schäflein abhanden kommen.

LG

Manavgat

Beitrag von daisy80 - 06.08.11 - 15:48 Uhr

Was ist lächerlich daran, wenn man für das einsteht, woran man glaubt?

Beitrag von manavgat - 06.08.11 - 16:11 Uhr

Für etwas einstehen und demokratisch eine Einigung herbeiführen widerspricht sich ja nicht.

Verbote sind per se - zumindest bei so harmlosen Fragen - kontraproduktiv.

Gruß

Manavgat

Beitrag von delfinchen - 06.08.11 - 20:18 Uhr

Hallo,

stimmt, für die Schüler wars das natürlich. Sie sind nicht in den Abschlussgottesdienst.
Denke, da hätte man auch einen Kompromiss finden können, vielleicht die "no religion, too"-Strophe weglassen oder so.

LG,
delfinchen

Beitrag von misspiggy74 - 19.09.11 - 21:54 Uhr

es heißt ja auch "IMAGINE" also könnte man es ja auch so anwenden,dass der pfarrer dann gesagt hätte:ja,aber wir haben eine relegion und frieden auf erden"

brüller garantiert.

Beitrag von sarahg0709 - 06.08.11 - 16:41 Uhr

Hallo,

das Problem ist, das es hier nicht um die Versöhnung verschiedener Religionen geht, sondern einfach darum, die Religion an sich abzuschaffen und damit zu erreichen, dass sich die Menschen besser verstehen. Also ein echt kommunistischer Ansatz.

Ein katholischer Religionslehrer könnte damit also wirklich Probleme haben.

In einer evangelischen Kirche habe ich es aber schon einmal gehört, bei einer Konfirmation. Da haben es die Konfirmanden gesungen.


LG

Beitrag von delfinchen - 06.08.11 - 20:20 Uhr

Immer diese Katholiken :-), ich denke, das ist für einen Schülergottesdienst doch ganz schön eingefahren, zumal ja auch beinahe 17$ der teilnehmenden Schüler dem Islam angehören ....

LG,
delfinchen

Beitrag von delfinchen - 06.08.11 - 20:21 Uhr

Sorry, sollte 1/4 heißen, nicht 17$ :-)

Beitrag von zeitblom - 08.08.11 - 10:47 Uhr

" Also ein echt kommunistischer Ansatz"

Was ist daran kommunistisch? Abschaffen durch Liquidation??

Beitrag von ong_xa - 08.08.11 - 12:44 Uhr

etwas später im Text kommt noch:

"Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man"

Beitrag von ludwigvan - 08.08.11 - 14:00 Uhr

Das ist noch nicht einmal Kommunismus, das ist einfach geistloser Quatsch.

Beitrag von zeitblom - 08.08.11 - 14:32 Uhr

naja, traeumen wird man doch duerfen.... dass die meisten Utopien realisiert letztlich eher die Hoelle auf Erden sein wuerden, ist ja gerade das Problem....

Beitrag von zeitblom - 08.08.11 - 14:12 Uhr

naja, im Kommunismus ist Besitz ja nicht abgeschafft, sondern als Gemeingut idealisiert. Diebstahl oder Beschaedigung wird daher folgerichtig strenger bestraft als wenn individueller Besitz betroffen waere.

Beitrag von ong_xa - 08.08.11 - 14:31 Uhr

Die Idee des Kommunismus ist eine Utopie und der "real existierende Sozialismus", den wir in unserer Jugend zu verachten lernten, hat damit nur wenig zu tun.

Beitrag von zeitblom - 08.08.11 - 14:39 Uhr

Auch als Utopie und ohne Stalin und Mao ist er zu Ende gedacht eine Hoelle.... wie uebrigens das christliche Paradies.

Beitrag von ong_xa - 08.08.11 - 14:48 Uhr

Das Problem mit den Utopien besteht darin, das die Menschen scheinbar dieses universale Bedürfnis haben, alles zuende denken zu wollen.

"naja, traeumen wird man doch duerfen.... dass die meisten Utopien realisiert letztlich eher die Hoelle auf Erden sein wuerden, ist ja gerade das Problem.... "

Der Bursche hat es ganz gut getroffen. Scheint ein schlaues Kerlchen zu sein. ;-)