Hallo zusammen,
vor einiger Zeit hatte ich schon mal geschrieben, dass ich in meinem jetzigen Beruf nicht mehr glücklich bin und darin auch keine Zukunft mehr für mich sehe. Ich wollte mehr mit Menschen zu tun haben als nur triste Zahlen schaufeln, so wie ich es jetzt tue.
Jetzt bin ich auf eine Alternative gestoßen, bei der ich meine bisherige Vorbildung gut nutzen könnte. Ich müsste aber ein komplettes FH-Studium "draufsetzen", hätte danach aber sehr gute Gestaltungsmöglichkeiten für meine weitere berufliche Laufbahn.
Die Hochschule, die für mich in Frage käme, ist zudem ausgezeichnet worden für ihr Engagement für studierende Eltern. Mein Sohnemann wäre also nicht das Problem.
Nun aber stellen sich mir folgende Fragen, auf die mir vielleicht der eine oder andere von euch Hinweise geben kann, der ähnliche Fragen stellte:
- Macht es "Sinn" mit Anfang 30 noch ein neues Studium anzugehen? Oder sollte man sich vielmehr damit abfinden, was man bisher gelernt hat? (Ganz ehrlich: mir reicht das nicht aus, um noch mehr als 30 Jahre so weiterzumachen bis zur Rente.)
- Welche Erfahrungen (positiv / negativ) habt ihr gemacht, wenn ihr euch für eine neue Ausbildung / ein Studium entschieden habt, obwohl ihr bereits Familie hattet?
Der Knackpunkt für mich ist momentan aber folgender: mein Mann und ich wünschen uns ein zweites Kind. Noch sind wir nicht konkret am basteln, aber es soll auch keine Ewigkeit mehr dauern bis es soweit ist. Was soll ich tun? Im jetzigen Beruf "aushalten" bis es irgendwann mit einem zweiten Kind klappt und ich dann sowieso erst einmal in Mutterschutz / Elternzeit bin? Oder trotz Kinderwunsch das eigene Leben schon jetzt in "richtige" Bahnen lenken und etwas für die eigene Zukunft tun auch auf die Gefahr hin, dass ein zweites Kind das Studium verzögern / unterbrechen könnte?
Bin für jede Meinung dankbar.
LG vom Sonnenstern
Neuer Beruf nach Elternzeit - die Zweite
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Beitrag von sonnenstern-115 - 17.08.11 - 12:46 Uhr
Beitrag von delfinchen - 17.08.11 - 12:57 Uhr
Hallo,
ich würde jetzt schon alles in die richtigen Bahnen lenken, wer weiß, ob du mit zwei Kindern die Energie dazu findest - wenn du aber schon begonnen hast, wirst du es sicher auch zuende führen (zumindest bei mir wäre das so, dass ich das, was ich begonnen habe, auch zuende bringe).
Wenn es finanziell nicht zu eng ist bei euch, dürfte es ja auch kein Problem sein, wenn du dann zwei Urlaubssemester nimmst und dann das Studium weiterführst.
Welches Studium hast du denn im Auge?
Liebe Grüße,
delfinchen
Beitrag von sonnenstern-115 - 17.08.11 - 13:02 Uhr
Hallo Delfinchen,
ich bringe normalerweise auch alles zu Ende, was ich begonnen habe. Außer das letzte berufsbegleitende Examen, dass ich anstrebte, habe ich während / nach der Babypause nicht weitergemacht. Das lag aber nicht am Kind, sondern daran, dass für mich zu dem Zeitpunkt bereits klar war, dass ich in diesem Beruf keine Zukunft für mich sehe. 
Ich überlege mir Wirtschaftspsychologie zu studieren. Reine Psychologie möchte ich nicht, die Wirtschaftspsychologie kann ich gut mit meinen BWL-Kenntnissen verbinden. Ziel wäre später im Bereich Personal, Personalentwicklung, Beratung, o.ä. tätig zu werden.
LG vom Sonnenstern
Beitrag von delfinchen - 17.08.11 - 13:15 Uhr
Hallo,
klingt gut - happig wird dabei sicher der Statistik-Teil, aber nachdem du schon BWL studiert hast, bereiten dir Zahlen ja keine Probleme.
Du weißt ja: wer nicht wagt, der nicht gewinnt
! - und sollte es aus welchen Gründen auch immer doch nicht klappen, hast du ja einen Beruf in der Hinterhand, in den du zurück kannst, das ist mehr, als Viele andere haben.
Viel Erfolg und interessante Seminare und Betätigungsfelder,
delfinchen
Beitrag von sonnenstern-115 - 17.08.11 - 13:20 Uhr
Ohja, die Statistik! *augenroll*
Ich habe ein sauschlechtes Matheabi abgelegt und hatte einen Heidenbammel vor der Statistikvorlesung im BWL-Studium. Habe das da aber recht gut gepackt. Ich hoffe auf ein ähnliches Gelingen... *g*
LG vom Sonnenstern
Beitrag von delfinchen - 17.08.11 - 13:25 Uhr
Ich bin auch noch immer froh, dass das Mathe-Abi zu meiner Zeit noch nicht Pflicht war
.
Na, wenn du Statistik schon mal gehört hast, dann schaffst du das auch
!
Beitrag von fuxx - 17.08.11 - 13:59 Uhr
Sinn macht es immer, wenn man danach glücklicher ist!!
Deine Kinder werden nicht ewig an Deinem Rockzipfel hängen und dann langweilst Du Dich in Deinem alten Job.
Ich denke Wirtschaftspsychologie passt super zu BWL und bekanntlich lernt man ja fürs Leben.
Ich habe auch erst mit 29 nochmal alles umgekrempelt und meinen gutbezahlten Job aufgegeben und bin zur FH gegangen. Und ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung.
Wenn die Betreuung der Kinder gewährleistet ist, gibt es doch nichts zu überlegen - und zur Not legst Du wirklich ein Urlaubssememster ein.
Beitrag von aschera - 17.08.11 - 20:00 Uhr
hallo sonnenstern,
wenn du mit deiner jetzigen situation nicht zufrieden bist, solltest du es in jedem fall machen! und am besten sofort, denn einfacher wird dieser schritt nicht. ich habe im letzten drittel meiner elternzeit mit meinem aufbaustudium begonnen, das ist zwar ein berufsbegleitendes studium, aber dennoch mit den gewöhnlichen wochenstunden eines "vollzeitstudiums". inzwischen arbeite ich auch wieder (30h/woche) und versuche kind, job und studium zu vereinbaren...in der prüfungszeit bin ich dabei echt an meine grenzen (physisch und psychisch) gekommen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit meiner entscheidung. natürlich plagt mich ständig mein schlechtes gewissen: bei den vorlesungen denke ich, ich vernachlässige meine kind, bei der arbeit denke ich, ich sollte eigentlich lernen und wenn ich mit zwergi im sandkasten sitze, denke ich daran, dass ich eigentlich noch das bad putzen müsste. aber diesen druck mache ich mir selbst und ich versuche diesen abzulegen, es muß ja kein einser-abschluss sein und meine wohnung muß auch nicht glänzen. man muß wirklich lernen mit seiner kraft zu haushalten. aber ich hab jetzt fast die hälfte geschafft ![]()
also nichts wie ran an dein studium! ob du alles mit 2 kindern schaffst, weißt du nicht, du weißt eigentlich überhaupt nicht was in einem jahr ist, vielleicht lässt das zweite auch etwas auf sich warten (ich hoffe natürlich, dass dem nicht so ist).
alles gute für euch
asch
Beitrag von a79 - 18.08.11 - 14:20 Uhr
Hallo Sonnenstern,
es gibt viele Studenten, die während des Studiums Kinder bekommen und trotzdem erfolgreich fertig studiert haben. Dass Deine FH nun zudem als sehr engagiert bezüglich vereinbarkeit mit Familie ausgezeichnet wurde, ist sicherlich hilfreich, nichts desto trotz ist es anstrengend und muss vor allem gut organisiert werden und Du brauchst ein gutes Netzwerk.
Warum sollte es keinen Sinn machen, mit Anfang dreißig nochmal ein Studium anzugehen? Abfinden MUSST Du Dich mit gar nichts, zu keiner Zeit und für Dich hast Du doch schon Gründe gefunden, die für das Studium sprechen also lass es Dir nicht madig machen und geh´es an!
Ich habe letztes Jahr im September mein Studium begonnen mit 31 und zwei Kindern im Alter von damals 1 und 4 Jahren und ich bereue es bisher nicht. Mein Mann steht glücklicherweise hinter mir, sonst wäre das alles gar nicht möglich. Praktika sind organisationstechnisch eine echte Herausforderung, ebenso die sich ändernden Semesterpläne und etwaige Krankheitsausfälle durch die Kinder...aber auch die lassen sich meistern. Bisher habe ich nur positive Rückmeldungen bekommen bezüglich meines späten Studiums, sowohl von Eltern als auch von Bekannten und Verwandten und ich glaube, als Eltern ist man disziplinierter, was die Erledigung der Aufgaben angeht, da man weniger Zeitfenster hat und diese nutzen MUSS, wenn man alle SCheine bestehen möchte...
Eine Kommilitonin aus höherem Semester hat während des Studiums ihre erste Tochter bekommen und studiert weiter, sie hat zwar in den letzten Semestern weniger SCheine gemacht und daher verlängert sich die Studienzeit etwas aber auch das ist zu schaffen. Im ersten halben Jahr hat sie die Kleine sogar mit in den Vorlesungen gehabt...schlief die meiste Zeit...und jetzt hat sie eine Tagesmutter (habe ich für meinen Kleinen übrigens auch).
Wenn Du jetzt schon weisst, dass Du es machen willst, würde ich nicht erst warten, bis das zweite Kind da ist....vielleicht fällt Dir dann die Entscheidung nochmal schwerer...und jünger wirst Du auch nicht (ohne Dir zu nahe treten zu wollen
)...
LG
Andrea mit ihren beiden Jungs, die das Studium ihrer Mama glücklicherweise auch gut wegstecken
