Es geht um folgendes:
Bei uns im Landkreis wurde vom Kreis eine Initiative gestartet.
Alle frisch gebackenen Eltern bekommen Post.
Dort wird zum Kind gratuliert und geschrieben,dass man ja gerne persönlich gratulieren möchte und deshalb eine Mitarbeiterin vorbeischickt (Termin ist auch gleich mit dabei)
Dies wird von einem freien Träger durchgeführt, der im Auftrag des Kreises und des Jugendamtes fungiert.(das steht natürlich nicht mit dabei
)
Kann man aber nach langem Suchen auf der Homepage des Kreises nachlesen.
Das heisst mit dem Deckmantel der "Neugeborenenbegrüßung" kommen Sozialarbeiter ins Haus und sollen sich mal umschauen ob sie was auffälliges entdecken
Ich finde das hat schon was von Überwachung,die ich persönlich nicht möchte.
Natürlich kann man sagen,wer nichts zu verbergen hat,kann sie doch reinlassen.
Aber kommt euch das nicht bekannt vor?
Genau das gleiche wurde damals bestimmt von der Stasi vor ner Hausdurchsuchung gesagt.
Das U-Untersuchungen zur Pflicht geworden sind,kann ich verstehen,aber das geht eindeutig zu weit.
Welche Meinung habt ihr dazu?
Pflichtbesuche für alle vom Jugendamt,was haltet ihr davon?
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Beitrag von becky100 - 05.09.11 - 11:27 Uhr
Beitrag von paula179 - 05.09.11 - 11:43 Uhr
Geht garnicht!!!
Dann könnte man ja auch sagen, in jedes Kinderzimmer kommt eine Überwachungskamera, ist ja nur zum Wohl des Kindes.
Man muss schon was tun, aber an anderer Stelle.
Wenn die Leute vom Jugendamt so viel Zeit haben, dann sollen sie sich doch mal eine Woche in einen Kindergarten setzten und die Kinder "beobachten". Da kann man dann vielleicht auch schon Auffälligkeiten sehen.
Ich meine, gut, dafür sind die Erzieher da, aber vielleicht hat jemand, der möglicherweise eine spezielle Ausbildung hat, da einen anderen Blick für.
Lg paula
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 11:55 Uhr
Hallo,
diese Besuche sollen der Prävention dienen und den frischgebackenen Eltern die Möglichkeiten geben, ganz ohne Rennerei einen Ansprechpartner für ganz viele Belange zu finden.
Diese Damen kommen mit vielen regionalen Informationen zu den Themen, Kinderbetreuung, Freizeitgestaltung, Mütter-Treffs, Kinderärzten etc. und sie helfen einem bei Anträgen und haben einfach mal ein offenes Ohr.
Es soll die Hemmschwelle senken, sich bei Problemen an Fachleute zu wenden und nicht zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen.
Die Mitarbeiter des Jugendamtes sind keine Unmenschen und sind auch nicht immer der Feind. Sie wollen in erster Linie Familien und Kindern helfen.
Und wenn bei so einem Besuch tatsächlich festgestellt werden sollte, dass da Not am Mann ist, kann frühzeitig gehandelt werden, bevor wieder alle Geier sich auf die Nachrichten von vernachlässigten Kindern stürzen.
Es soll ein Angebot an Eltern sein und keine Bespitzelung alla Stasi. Aber das sieht man wohl nur, wenn man mal das Jugendamt nicht immer nur als die schlechteste Behörde von Deutschland sieht. Mittlerweile sind ja sogar schon die Finanzbeamten beliebter.
In diesem Sinne
M.
Beitrag von becky100 - 05.09.11 - 12:01 Uhr
Ich habe nichts gegen das Jugendamt,aber die Art und Weise wie sich Zutritt verschafft wird,finde ich unmöglich.
Prävention o.k., aber da müssen andere Wege gefunden werden.
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 12:31 Uhr
Dann mach mal einen Vorschlag, wie für dich denn diese Prävention aussehen soll und wie sie umgesetzt werden soll.
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 12:04 Uhr
Prävention sollte in allererster Linie durch Hebammen stattfinden, die die Familien nämlich wirklich kennen lernen. Aber die werden durch unsere Politik ausgelöscht, so schnell kann man gar nicht gucken.
Wer hilfe braucht, sollte sich an Fachpersonal wenden und nicht ans Jugendamt. Die wollen ganz viel und können ganz wenig
Beitrag von ayshe - 05.09.11 - 12:09 Uhr
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Prävention sollte in allererster Linie durch Hebammen stattfinden, die die Familien nämlich wirklich kennen lernen. Aber die werden durch unsere Politik ausgelöscht, so schnell kann man gar nicht gucken.
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An die Hebammen oder vielmehr an "meine" Hebamme damals habe ich als erstes gedacht.
Sie kam schließlich jeden Tag vorbei.
Du hast recht, sie und ihre Arbeit sind inzwischen schon erledigt, wenn es um die Nachsorge geht.
Und wie viele Frauen haben überhaupt noch täglichen Kontakt mit einer Hebamme, besonders eben nach der Geburt?
Viele bleiben einfach eine Weile im Kh, wo sie selbstverständlich das Kind bekamen und zuhause ist dann nichts mehr. 
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 13:59 Uhr
Der Kontakt mit den Hebammen wird immer mehr eingeschränkt. Oft werden sie durch Ärzte gar nicht empfohlen.
Dann gibt es natürlich auch die, die ihre Wöchnerinnen abarbeiten und denen das drumrum im prinzip egal ist.
Hebammen müssten viel länger in den Familien bleiben können und von Beginn an der Ss begleiten. Denn auch da entstehen ja bei ganz vielen Frauen Ängste, die man schon im Vorfeld eindämmen kann mit Gesprächen etc.
Ganz ganz erschreckend finde ich, das in Lübeck Familienhebammen arbeiten, die aktive Sektenmitglieder sind! Und das sind sog. Familienhebammen des Jugendamtes! Da hat es mich wirklich gegruselt. Da wird schon auf den Homepages der werten Damen fleißig mit Lichtarbeit, Deksha und Co geworben!
Und sowas gefördert vom Jugendamt! das sich allerdings keinerlei Schuld bewusst ist und das völlig normal findet
lg
Beitrag von marion2 - 05.09.11 - 12:19 Uhr
Hallo,
es gibt keine Pflicht sich eine Hebamme zu suchen.
Gruß Marion
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 13:54 Uhr
Es gibt auch keine Pflicht das JA reinzulassen. Aber Hebammen sollten frisch gebackenen Müttern viel eher ans Herz gelegt werden, was häufig nicht passiert.
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 12:33 Uhr
Die Einschätzung der Umstände allein den Hebammen zu überlassen ist nicht ausreichend, denn häufig verschinden die nach einigen Wochen und das war es dann.
Und warum arbeitet beim Jugendamt kein Fachpersonal? Oder bezog sich das allein auf den medizinischen Aspekt?
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 12:35 Uhr
Ich schenke mir noch ein w. Es sollte "verschwinden" heißen.
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 13:51 Uhr
Die Hebammen müssten viel länger in den Familien bleiben können. In den ersten Wochen sehen sie bei häufigen Besuchen allerdings sicherlich immernoch mehr als bei einem einzigen Willkommensbesuch vom Jugendamt.
Im Gegensatz zum Jugendamt darf eine Hebamme ein tatsächlich gefährdetes Kind sofort in Obhut nehmen. Dieses Gesetz stammt noch aus der Reichsversicherungsordnung. Sie hat da also ebenfalls ausreichend Möglichkeiten.
lg
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 13:56 Uhr
Warum darf das Jugendamt kein Kind direkt in Obhut nehmen?
Wo hast du diese Information her?
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 14:00 Uhr
Das Jugendamt lässt man doch viel eher vor der Tür stehen als die Hebamme. Natürlich kann es, mit viel Tamtam, ein Kind in Obhut nehmen. Die Hebamme hat es da aber viel leichter und hat vor allem viel viel mehr Einblick in die Situation!
Gegen das Jugendamt kann mann allerdings einstweilige Verfügungen erwirken (wer macht das schon bei seiner Hebamme?) und DANN sollen sie dir mal was nachweisen
lg
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 14:09 Uhr
Wenn das Jugendamt bei Gefährdung ein Kind aus der Wohnung holt, stehen mindestens 2 Beamte in Grün bzw blau daneben, denen du den Zutritt nicht verweigern darfst.
Die Beamten dienen auch dem Schutz des Kindes und der jeweiligen Person des Jugendamtes, denn bei einer Inobhutnahme kann es zu Szenen kommen, die du nicht genau geschildert haben willst.
Und was macht die Hebamme eigentlich dann mit dem Kind, wenn sie es mitnehmen sollte?
Lg
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 14:15 Uhr
Genau, da steht dann die Polizei und es gibt ein riesen Trara. Da sehen die Eltern nur die Bedrohung, in keinster Weise aber Hilfe.
Die Hebamme darf das Kind vorerst in Obhut behalten, bis es bei Pflegeeltern unterkommt (meine Hebammen haben hier ein Netz für Notfälle, wo solche Kinder aufgefangen werden). 2 mal in ihrer ganzen Laufbahn mussten sie ein Kind aus der Familie zum eigenen Schutz mitnehmen, wobei es kein Theater gab, weil die Frauen diese Aktion der Hebamme als Hilfe sahen mit einer realistischen Aussicht darauf, das Kind zurück zu bekommen.
Das vertrauen so jemandem sein Kind zu überlassen im Fall der Fälle ist doch auch viel größer als bei einer fremden Jugendamtsmitarbeiterin.
Zumal bei der Hebamme der Kontakt zwischen Mutter und Kind weiterhin stark gefördert wird, damit keine Entfremdung stattfindet.
lg
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 14:20 Uhr
Bevor das Jugendamt Kinder aus der Familie holt, sind vorher viele andere Maßnahmen getroffen worden und es gab Hilfen, um die Situation zu verbessern, wenn die nicht greifen, holt man das Kind raus.
Bei Säuglingen ist der Zeitdruck natürlich höher als bei einem 10jährigen.
Und die Hebammme wird nicht allein entscheiden könne, wann und ob das Kind in die Familie zurück geht. Sobald eine Pflegefamilie mit ihm Spiel ist, sitzen auch die entsprechenden Stellen der Behörden mit ihm Boot.
Und die Hebamme wird auch nicht entscheiden, ob der Kontakt zwischen Mutter/Vater und Kind förderlich ist oder unterbunden werden muss.
Diese Rechte hat eine Hebamme nicht.
Das fällt in die Zuständigkeit des Familiengerichts und des Jugendamtes.
LG
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 14:28 Uhr
Hebammen da einiges als Mittel, was sie einsetzen. Die lassen sich nicht einfach so abbügeln. Natürich kann sie da keine alleinigen Entscheidungen treffen, aber sie ist schon ein wichtiger Faktor, der gehört und auf den geachtet werden muss beim weiteren Verlauf. Zumal sie die Frauen ja weiter betreut und so am dichtesten dran ist.
Das Jugendamt leistet sich leider eindeutig zu viele Fehlentscheidungen und guckt da weg, wo es wirklich gebraucht wird.
lg
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 15:58 Uhr
Es mag ja sein, dass die Hebamme weiter die Familie betreut, aber die reicht doch nicht aus, um die Umstände dauerhaft verändern zu können.
das gibt auch die normale Ausbildung einer Hebamme nicht her.
Dazu muss sie so einige Fortbildungen drauf setzen, um kompetent eine Familie begleiten zu können.
Sie mag dir bei der Säuglingspflege kompetent zur Seite stehen, aber wie sieht es mit anderen Bereichen aus?
Anträge für Zuschüsse, Pflichten der Väter, wenn nicht im Haushalt vorhanden, die aktuelle Betreuungssituation in der jeweiligen Stadt mit entsprechendem Ansprechpartner. usw.
Und eine SPFH beispielsweise ist genauso nah dran wie die Hebamme, teilweise sogar noch näher, denn die verschwindet nicht nach 6 Wochen.
"Das Jugendamt leistet sich leider eindeutig zu viele Fehlentscheidungen und guckt da weg, wo es wirklich gebraucht wird. "
Du willst doch das Jugendamt nicht im Haus haben, wie sollen die denn dann hinsehen und handeln?
Da widersprichst du dir.
LG
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 17:14 Uhr
Die Hebammen die ich kenne sind über Hilfsangebote und Stellen die Unterstützen äusserst gut informiert.
Es gibt ja auch Familienhebammen, die sehr lange in den Familien bleiben, nur davon eben viel zu wenige.
Und wenn ihr etwas auffällt, hat sie ja auch durchaus die Möglichkeit, weitere Hilfe für die Frau und ihre Familie hinzuzuziehen.
Ich hatte leider schon recht viel Kontakt mit dem Jugendamt, erst weil ich von meinem Erzeuger misshandelt wurde, dann weil ich mit 16 auszog, dann als ich mein erstes Kind bekam, da die Familie mir unbedingt einen auswischen wollte, dann wurde die Hausgeburt meiner jüngsten dort gemeldet und man fühlte sich bemüßigt einzuschreiten und schlussendlich wegen fehlenden Karten von U Untersuchungen (die selbstverständlich alle zeitgerecht stattgefunden hatten) woraufhin wir dann eine einstweilige Verfügung gegen diesen Verein erwirkt haben, weil wir auf diese Terror keine Lust mehr hatten.
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 17:19 Uhr
Tja so gibt es eben immer 2 Seiten der Geschichte.
Ich habe schon sehr viele gute Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht.
Und Fehler können passieren, auch bei deinen so gepriesenen Familienhebammen.
Und ich bin mir bis jetzt nicht so ganz sicher, ob du über die Ausbildung der Mitarbeiter des Jugendamtes etwas weißt.
Du hast einen negativen Blick auf diese Leute und den werde ich hier auch nicht verändern, aber ich möchte einfach wissen, ob du weißt, wie diese Menschen in diesen Büros gelandet sind.
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 17:24 Uhr
Du ich hab die nie gefragt, wo die ihren Job herhaben. Offensichtlich war nur leider immer, das sie völlig weltfremd sind und aboslut keine Ahnung hatten.
Das ist genau wie mit dem recht auf einen Kita Platz. Da stellt das JA sich fast grundsätzlich dumm
Beitrag von lena1309 - 05.09.11 - 17:33 Uhr
Aber wie kannst du jemandem die fachliche Eignung absprechen, wenn du nicht mal weißt, welche Ausbildung die Menschen vor dir haben?
Und bei uns läuft die Verteilung der Kindergartenplätze nicht über den Allgemeinen Sozialen Dienst, die für die Hilfen innerhalb der Familien zuständig sind, sondern über eine andere Abteilung des Jugendamtes, denn da gibt es Unterschiede.
Und nur weil du die Entscheidungen nicht immer gut gefunden hast, heißt das ja nicht, dass der jeweilige Mitarbeiter seine Aufgabe nicht gut gemacht hat.
Ich stelle dir mal einen Link ein. Der ist zwar für eine bestimmte Stadt, aber da gibt es keine gravierenden Unterschiede innerhalb von Deutschland.
Er ist etwas länger, aber vielleicht hilft es, die Arbeit zu beurteilen.
http://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/51/Verfahrenstandards8a_2006.pdf
Beitrag von nisivogel2604 - 05.09.11 - 18:24 Uhr
Die Ausbildung sagt nicht zwingend aus, das jemand seinen Job toll macht.
JA Mitarbeiter, die nicht willens sind, Kinder vor einem gewalttätigen Elternteil zu schützen, zu doof sind um zu lesen, das eine Hausgeburt nICHT illegal ist und mir vorgaukeln, sie dürften mein Kind gegen meinen Willen körperlich Untersuchen disqulifizieren sich völlig selbstständig.
lg
