Soll ich meine Stelle nach 20 Jahren aufgeben ...??

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Beitrag von playboy11 - 07.09.11 - 09:22 Uhr

Hallo liebe Leser,

stehe vor der für mich größten Entscheidung meines Lebens. Zu meiner Situation:

Ich 38J, arbeite seit meiner Ausbildung in einer Art Versicherung (habe eine sichere Stelle mit überdurchschnittlicher Bezahlung). Meine Frau und ich (und unsere Kinder 5 u. 10) haben uns im März dieses Jahres unseren Traum vom eigenen Haus erfüllt.

Bei uns in der Firma ist letztes Jahr im Januar meine bisherige Tätigkeit sprich Abteilung aufgelöst worden. Meine Kollegen und ich waren gezwungen, uns intern auf andere Stellen zu bewerben. Ich habe auch, eine im Hause gut angesehende Stelle (Chefin ist voll klasse) bekommen. Allerdings habe ich sehr schnell merken müssen, dass die neue Arbeit mir einfach nicht liegt. Ich bin unsicher und es läuft einfach nicht so rund wie es laufen müsste. Alle Kolleginen (bin der einzigste Mann) in der Abteilung sind bis auf eine Person sehr nett. Die einzigste, die mir in meinen Augen das Leben schwer macht, ist auch noch hauptsächlich für mich für das Anlernen zuständig. Meine letzten 1,5 Jahre seit Eintritt in die neue Abteilung, sieht so aus, dass ich mit Unwohlsein, Magenschmerzen und Schlafstörungen zu kämpfen habe. Schon in früheren Zeiten habe ich öfters mich damit auseinander gesetzt, eventuell mir einen neuen ARbeitgeber zu suchen. Aber die gute Bezahlung, gute Sozialleistung usw. haben mich dann doch immer wieder gehalten.

Als ich vor 3 Wochen meinen Sommerurlaub beendete und ich montags wieder arbeiten gehen sollte, hatte ich abends Schweissausbrüche und weiche Knie. Ich hatte am nächsten Tag einen Nervenzusammenbruch. Mein Arzt schrieb mcih darauf 3 Wochen krank.

Fakt ist, dass bei uns in der Firma noch 25 Stellen abgebaut werden müssen. Die Personen die gehen wollen, erhalten eine sehr gute Abfindung. Ich habe lange mit meiner Frau darüber gesprochen. Wir sind zur Überlegung gekommen, dass es so mit mir nicht mehr weitergehen kann (nehme auch schon seit vielen Jahren Medikamente). Ich werde wohl nach 20 Jahren in meiner Firma das Arbeitsverhältnis beenden. Ich bin gelerneter Bürokaufmann und habe eine Zusatzausbildung zum Personalfachkaufmann (habe aber da keine Arbeitserfahrung).

Was meint ihr?? sollte ich gehen...oder bleiben und mich weiter quälen??

Danke für die Antworten.....

Beitrag von bruchetta - 07.09.11 - 09:26 Uhr

Ja, ich würde gehen.
Mein Seelenfrieden wäre mir in jedem Fall wichtiger.

Beitrag von playboy11 - 07.09.11 - 09:27 Uhr

vielen Dank für die Antwort....

Beitrag von grundlosdiver - 07.09.11 - 09:44 Uhr

Was hast Du sonst vor? Ich meine, es ist immer besser, sich erst etwas Neues zu suchen... Bewirb Dich und dann schaut weiter!!!

Beitrag von coppeliaa - 07.09.11 - 09:50 Uhr


ändern musst du auf jeden fall was, kaputt gehen - du bist am besten weg dazu - ist mmn keine option.

wie sieht es bei euch in der gegen sonst mit jobs aus? wie ist die familie im fall der fälle abgesichert (arbeitet deine frau, wäre haus auch mit gehaltseinbußen deinerseits finanzierbar?)? wäre auch ein interner jobwechsel eine option? wie lange steht dieses angebot mit der abfertigung?

bewirb dich doch schon mal bei anderen firmen und schau was da rauskommt!

lg

Beitrag von playboy11 - 07.09.11 - 09:57 Uhr

was die Abfindung betrifft, muss ich mich bis zum 30.09. diesen Monats entschieden haben. Ansonsten werden es MOnat zu Monat 10.000 Euro weniger, wenn ich mich erst Ende Oktober entscheiden würde. Und intern auf eine andere Stelle, ist so schnell nichts in Aussicht...

Beitrag von coppeliaa - 07.09.11 - 10:24 Uhr


in dem fall würde ich das geld nehmen und mir was neues suchen!

alles gute!

Beitrag von fuxx - 07.09.11 - 09:50 Uhr

Ich würde auch gehen und die schöne Abfindung kassieren.
Du bist als Mann mit 38 Jahren im besten Alter und findest sicherlich was Vergleichbares (hast Du Dich auf dem Arbeitsmarkt schon umgehört?).
Deine Gesundheit ist das Wichtigste in Deinem Leben.

Ganz abgesehen davon halte ich überhaupt nichts davon, wenn man mit 38 Jahren lediglich seinen Ausbildungsbetrieb von innen gesehen hat. Ab und an ein wenig neuer Input, neue Sichtweisen und Herangehensweisen erweitern Deinen Horizont ungemein.

Alles Gute!!

Beitrag von liki - 07.09.11 - 09:56 Uhr

Hallo,

mein Mann hat gerade eine sehr gut bezahlte, sichere Stelle aus freien Stücken aufgegeben, weil er kurz vor dem Burn Out stand.
Hätte er da weitergearbeitet, hätte ich ihn glaube ich bald nur noch im Krankenhaus besuchen können. Er war nicht mehr er selbst.

Seit dem 1.9. hat er eine schlechter bezahlte Stelle in einer anderen Firma und wir hoffen einfach, dass seine Gesundheit es ihm dankt. Alles andere (Finanzielle) werden wir irgendwie wuppen. Unter Umständen muss ich mir eine besser bezahlte Stelle suchen, aber egal.

Ich wünsche Dir alles Gute und würde Dir so wie meinem Mann auch raten, zu gehen. Deine Gesundheit ist wichtiger. Alles Andere muss sich finden.

Herzlich, liki

Beitrag von playboy11 - 07.09.11 - 10:33 Uhr

vielen Dank für die nette Antwort. Meine Frau steht auch voll hinter mir..und will notfalls ihre Stelle, die ihr viel Spass bereitet aufgeben......

Irgendwie wird es auch schon gehen...

Danke

Beitrag von parzifal - 07.09.11 - 12:08 Uhr

Mir ist nicht ganz klar was das für eine Stelle ist die Du nicht packst?

Fachlich oder seelisch?

Oder ist nicht das Problem das Beherrschen der Tätigkeit, sondern Du möchtest diese Tätigkeit nicht ausüben (obwohl Du sie zu 100 % beherrschst)?

Wenn Du keine Angst davor hast die Arbeit nicht bewältigen zu können, und dies also kein Problem darstellt, sondern Du diese Tätigkeit nicht ausüben willst, dann solltest Du aufhören.

Mir ist aber wie gesagt nicht klar was für eine unangenhme Tätigkeit das sein könnte.

Wenn Du "nur" Angst davor hast die Arbeit nicht zufriedenstellend zu bewältigen, dann wäre Dein Problem psychischer Natur und Du solltest die Ursache hierfür suchen und versuchen dies abzustellen.

Gut bezahlte Arbeit wächst nicht auf den Bäumen.

parzifal

Beitrag von scullyagent01 - 07.09.11 - 12:57 Uhr

Ich würde Dir auch eher zu einer Therapie oder Kur raten , anstatt blindlings zu Kündigen ( Abfindung - Gier frisst Hirn)

Du bist fast 40, hast jede menge Verpflichtungen und hast ( da Du bislang nur in einer Firma gearbeitet hast ) nicht wirklich das , was man einen interessanten Lebenslauf nennen könnte.

Es wird schwer werden, eine neue Stelle zu finden, die deiner Familie den jetzigen Lebensstandart erhält.


Mein Schwiegervater hat auch in mittleren Jahren eine Superposition ( 10 000 DM brutto zzgl Provisionen ) gekündigt, weil er Probleme mit seinem neuen Vorgestzten hatte. Er hat nie wieder Fuß gefasst, das Haus verloren, die Familie ist heute ein Sozialfall.

Ich würde keine Entscheidung über Knie brechen, erst recht nicht, da Du psychisch angeschlagen bist. Kümmere Dich um Dich selbst, laß dich behandeln und treffe dann eine Entscheidung - villeicht dann sogar mit neuen Angeboten in der Hinterhand

Scully

Beitrag von helly1 - 07.09.11 - 14:42 Uhr

sehe ich genauso!!!

Such dir professionelle Hilfe und dann kannst du weiter schauen!

Beitrag von manavgat - 07.09.11 - 13:39 Uhr

Was hast Du denn, außer den Medikamenten, bisher für Deine Gesundheit getan?

Kur? Psychosomatische Klinik? Psychotherapie?

Ich sehe das Problem, dass es vielleicht gar nicht an der Stelle liegt. Dann besteht die Gefahr, dass Du entweder gar keine (vernünftig bezahlte) Stelle findest oder aber, dass Du dort das Gleiche erlebst.

Gruß

Manavgat

Beitrag von diana1101 - 07.09.11 - 14:39 Uhr

Hi,

natürlich es nicht leicht nach 20 Jahren die Firma zu wechseln.. und als Familienvater mit dem (wahrscheinlich) Haupteinkommen noch schwerer..

Nur, was hat deine Familie davon wenn du irgendwann im KH oder in der Psychatrie landet.. nur weil du psyisch völlig am Ende bist.

Bewirb dich und such dir etwas neues!

LG Diana

Beitrag von kraxy - 07.09.11 - 15:12 Uhr

Hallo,

mh - interessanterweise reagierst du nur auf Meinungen, die deine vielleicht schon gefällt Entscheidung, nämlich gehen und Abfindung kassieren, befürworten...

Ich finde aber die anderen Antworten wesentlich hilfreicher, auf anderem Weg eine Lösung zu suchen - denn es ist nicht einfach, einen neuen Job zu finden (siehe Scullys Beitrag)....

Also erstmal würde ich rausfinden, was der Grund für die schlechte Gesundheit ist - wenn du schon mehrere Jahre lang Medikamente nimmst, liegt das ja nicht erst an den vergangenen anderthalb Jahren anderer Job....(siehe parzifals Beitrag)

Natürlich ist es sehr verlockend, eine hohe Abfindung zu kassieren und sich zu denken, na gut, dann such ich mir was Neues - aber so einfach ist das heutzutage leider nicht mehr.
Ich kenne einige gut qualifizierte Leute, die arbeitslos geworden sind und schwer in den Tritt kommen und suchen, suchen, suchen, weil sich so leicht denn dann doch nichts findet (mit allen möglichen Begründungen übrigens: zu alt, zu wenig Erfahrung, zu viel Erfahrung, zu hohe Gehaltsvorstellungen, zu wenig Branchenkenntnisse......)
Auch die Option: ja meine Partnerin sucht sich dann was besser Bezahltes, finde ich nicht wirklich gut - hab ihr bedacht, ob das so unproblematisch vor Ort geht, welche Auswirkungen das auf die Familie etc hat?

Also mein Vorgehen in deiner Situation wäre:
- erstmal innerbetrieblich abchecken, was sich verändern kann - andere Abteilung, Gespräch (im Beisein vom Betriebsrat) mit der Anleiterin führen, mit der Chefin reden.
- dann Bewerbungen schreiben - vielleicht tut sich ja schneller was, als du denkst und dann gibt es ein bisschen Abfindung und einen guten Job
- therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen - immerhin kannst du da wertvolle Hinweise bekommen, was du wie für dich ändern kannst
- nach Rücksprache mit dem Arzt kannst du dich ja auch noch länger krankschreiben lassen, damit du wieder zu Kräften kommst
- klaren Finanzplan machen, wo ist noch Sparpotential, wo gar nicht, wie ist die Belastung für die Familie am geringsten - und welcher Spielraum bleibt mir noch.

Auf keinen Fall würde ich jetzt einen "Schnellschuss" machen und die Abfindung kassieren.....


In diesem Sinne
führe dir nochmal alle Beiträge deines Threats zu Gemüte - schlaf ne Nacht drüber und überleg nochmal genau

alles #klee

kraxy

Beitrag von littlequeen - 07.09.11 - 17:19 Uhr

Ich würde mich aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis raus verstärkt bewerben, heißt wirklich viiiel bewerben, und erst dann kündigen wenn ich etwas neues habe, nicht das du sonst nicht nur den Job sondern auch das Haus verlierst - oder kann euch deine Frau zur Not einige Zeit über Wasser halten? Wobei selbst dann das bewerben aus einer bestehenden unbefristeten Anstellung heraus immer besser ist als von zu Hause.

Sollte es gesundheitlich gar nicht mehr gehen würde ich eine Kur oder/und Therapie ggf mit AU in Betracht ziehen, wärend derer du dich weiter bewirbst.

Alles gute und viel Erfolg

littlequeen

Beitrag von wasteline - 07.09.11 - 18:49 Uhr

Einfach kündigen und meinen, dass die Abfindung das entstehend Loch erstmal stopft, würde ich nicht.
Für Dich heißt es im Moment: bewerben, bewerben, bewerben.....und wenn Du einen neuen Job hast, dann schreibe Deine Küdigung.
Parallel solltest Du an Deiner Psyche arbeiten. Es kann in anderen Jobs ähnlich laufen wie jetzt, Du kannst aber nicht immer weglaufen.

Beitrag von gr202 - 08.09.11 - 20:26 Uhr

Egal, zu welcher Entscheidung du kommst, vergiß nicht, dass du eine sehr lange Kündigungsfrist hast (1/2 Jahr). Solltest Du einen Aufhebungsvertrag unterschreiben und sofort ausscheiden, mußt Du Dich selber krankenversichern, wenn Du eine Abfindung bekommst (schau mal § 143a SGB, glaube ich).

Solltest Du selber kündigen (oder Aufhebungsvertrag), bekommst du nach der Kündigungsfrist 3 Monate kein Arbeitslosengeld.

Und eine Abfindung wird auch noch versteuert!

Gruß
GR