1. Klasse- Problemchen...

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Beitrag von schnucki75 10.09.11 - 18:57 Uhr

Hallo,

Bennet geht nun seit 3 Wochen zur Schule.
Ihm gefällt es gut.
Nun hatte er am Fr. einen Eintrag im Hausaufgabenheft:" Bennet hört mir nicht zu, er ist abgelenkt und nur am Schwatzen"

Habe heute mit der Lehrerin gesprochen. Sie sagt, er quasselt im Unterricht rum und hört nicht was sie sagt.
Außerdem fehlt ihm etwas der Ehrgeiz. Was er nicht mag, macht er nur sehr langsam oder sagt er kann es nicht.
Er kann schon lange lesen. Nun müssen wir sogar seine Schreibtischunterlage auswechseln, da er immer die Länder im Unterricht liest und so eben wieder abgelenkt ist...
Was können wir den tun um ihn mehr zu motivieren und das quasseln unter Kontrolle zu bringen?
Sie sagt auch, das er meist hinterfragt, warum er die jeweilig gestellte Aufgabe erledigen soll...

Wäre dankbar für Anregungen!

LG. schnucki mit Bennet 6 J.

Beitrag von saccy 10.09.11 - 19:35 Uhr

ich würde sagen das dein sohn gelangweilt ist vom unterricht da er schon lesen kann und andere kinder noch nicht. einige kinder werden noch nicht mal die buchstaben kennen.

versuch mit der lehrerin noch mal zu reden ob sie ihn vielleicht was geben kann was etwas schwerer ist. also das er schon verschiedene wörter schreiben soll oder im buch schon weiter hinten aufgaben machen soll.

das macht die lehrerin bei meiner tochter in der klasse. da ist auch ein mädchen was schon alle buchstaben kann.

Beitrag von mandeloehrchen 10.09.11 - 20:16 Uhr

Ich kann mich da nur anschließen. Rede doch noch mal mit der Lehrerin und analysiert gemeinsam, woran sein Verhalten liegen kann. Dafür gibt es eigentlich immer einen Grund. Wenn es dran liegt, dass er sich langweilt, dann sollte sie ihm etwas geben, dass ihn mehr fordert. Individuelle Förderung wäre hier das Stichwort. ;)

Beitrag von aubergine 11.09.11 - 19:36 Uhr

kann mich meinen vorrednerinnen eigentlich anschließen

ABER!!!:

Ich finde es echt manchmal zum K*** dass Eltern sich da drum kümmern müssen bzw sollen!!!

Ich komme auch aus dem Pädagogischen Bereich, aber keine Schule, und bei uns lassen sich auch nciht die Eltern pädagogische Angebote einfallen sonern WIR die die päd. Ausbildung haben !!!

Vorallem dann wenn ein Kind "auffällig" ist

Es ist ein Unding, meiner Meinung nach sowas ins Hausaufgabenheft zu schreiben....

Wenn!!! kann man sowas bei einem Elterngespräch anreißen und EVTL gemeinsam eine Lösung finden....

aber was soll denn eine Mutter mit dieser Info anfangen??

Es ist die Aufgabe der Lehrerin die Kinder in der Schule aufzufangen und klar wenn er schon lesen kann dass es ihm langweilig ist...

manno da könnt ich mich aufregen !!!!

LG

Beitrag von manavgat 12.09.11 - 11:27 Uhr

Er kann schon lange lesen. Nun müssen wir sogar seine Schreibtischunterlage auswechseln, da er immer die Länder im Unterricht liest und so eben wieder abgelenkt ist...


Aha. Da geht also ein Kind in die Schule, das schon lange lesen kann und man erwartet, dass er stundenlang dabei sitzt, sich langweilt und brav ist.


Fragt sich, wer da nicht mehr alle beisammen hat!


Ich kann Dir sagen, dass das nicht funktioniert. Die Anforderung heißt: differenziert unterrichten und jedes Kind fördern. Wenn er nur beim Lesen und Schreiben zu weit ist, dann muss! er für diese Zeit andere (spannende!) Aufgaben bekommen. Vielleicht kann er irgendwas anderes nicht so gut, dann sollte er das üben dürfen.

Wenn er jedoch insgesamt viel zu weit ist, dann musst Du die Schulspychologin ins Boot holen, damit ihm geholfen wird.

Gruß

Manavgat

PS: ich weiß, wovon ich rede. Ich bin in der 2. Klasse regelmässig bestraft worden, weil ich unter dem Tisch ein Buch oder die Tageszeitung hatte!

Beitrag von uzeme 22.09.11 - 19:00 Uhr

Hallo schnucki75,
ich kenne dein Problem, es ging mir mit meiner kleinen Tochter (jetzt 10 J.) nicht anders.
Schon in der 1. Klasse fing es bei uns an, aber nicht bei allen Lehrern, nur bei einer. Das ganze zog sich bis zum Schluss der 4. Klasse hin.
Sie schrieb gute Arbeiten, aber durch die negative Mitarbeit im Unterricht blieb es trotz guter Arbeiten bei mittleren Zensuren. Warum das so ist, ist mir klar, aber es demotivierte doch ständig meine Tochter.
Sie flog ständig aus dem Unterricht, stand ständig vor der Tür (ohne Aufsicht), erhielt Strafarbeiten (z.B. 20x schreiben "Ich darf im Unterricht nicht mit dem Radiergummi spielen"), wurde angeschrien etc.
Eines Tages, am ende der 3. Klasse, kam es sogar zu einer Klassenkonferenz, mit dem Ergebnis, dass sie sich mehr Mühe geben soll und die Lehrerin sie nicht für alles verantwortlich machen soll, was gerade in der Klasse schief läuft.
Gebessert hatte es sich dann nur ca. 3 Wochen, bis die Herbstferien begannen, danach war wieder alles beim alten. :-(

Natürlich habe ich ihr immer wieder ins Gewissen geredet, allerdings von Strafen zu Hause, für schon bestraftes Fehlverhalten in der Schule, abgesehen. Dies ist für mich, obwohl es von den Lehrern gewünscht war, nicht akzeptabel, da es eine Doppelbestrafung für die gleiche Tat ist. Nicht mal ein Schwerverbrecher muss 2x seine Strafe für das Gleiche absitzen, warum also mein Kind.

Mittlerweile ist sie in der 5. Klasse...
Der Anfang war schön, es stellte sich aber schnell heraus, dass es wieder eine Lehrerin gab (gleicher Unterricht) bei welcher sie extrem "schwatzt" und unaufmerksam ist. Natürlich gibt es auch andere Lehrkräfte, bzw. Unterrichtsfächer, wo sie mal schwatzt, aber nicht so extrem.
Sie steht im Unterricht meist draußen, oft sogar die ganze Stunde, oder wird zum Schulpädagogen geschickt, bei dem sie dann malt oder ähnliches macht... na super #schrei
Diese Woche hat sie z.B. von 6 Unterrichtsstunden der Lehrerin nur knapp 1 mitbekommen. Klasse, wenn die nächste Arbeit dran ist, dann hat sie "null Plan" was die überhaupt durchgenommen haben.
Aber wahrscheinlich schreibt sie trotz allem wieder eine 1, genau wie das vorherige mal. Irgendwie frage ich mich, wie das zustande kommt, wenn sie doch ständig unaufmerksam ist und meist draußen steht.

Und nun geht es in die 2. Runde...
Wieder Klassenkonferenz.. bla bla bla... weil ich doch meine Tochter disziplinieren müsse. Nu soll besprochen werden, wie ich das machen soll... na ich bin gespannt.

Nun habe ich aber einen Vergleich und habe bemerkt, warum sie "schwatzt". Lehrerin redet und redet und redet und irgendwann kommt sie auf den Punkt, manchmal erst kurz vor Ende der 1. Stunde (sie hat immer 2 aufeinander folgende Stunden) und sagt "Nun macht ... ".
Soweit so gut, aber meine Tochter will arbeiten und nicht immer nur ihr "Gerede" hören.
Kommt z.B. mal ein Kind nicht mit, müssen alle die Stifte hinlegen und sich alles mitanhören. Andere Lehrer gehen dann zu dem Kind und klären es mit diesem, ohne die anderen Kinder bei der Arbeit zu unterbrechen.

Mir scheint, dass es nicht nur an meiner Tochter liegt, sondern auch daran, wie der Unterricht gestaltet wird. Langwierige Erklärungen können Kinder ermüden lassen, bzw. es kommt schnell Langeweile auf und manche Kinder beschäftigen sich dann eben anderweitig.

Das Hinterfragen deines Kindes kenne ich auch, denn sehr oft ist einem Kind nicht klar, warum es dies oder das nun tun soll. Vor allem sehr aufgeweckte Kinder, welche auch zu Hause mit Erklärungen erzogen werden und nicht nur mit Strafen, hinterfragen für sie "idiotische" Anweisungen.
Genau das ist es aber, was die Lehrer stört. Irgendwie haben die Lehrer wohl nicht mitbekommen, dass die heutigen Kinder nicht mehr so sind, wie vor 10 oder 20 Jahren.
Die Erziehungsmethoden der jetzigen Eltern beruht meist nicht auf Angst, wie früher, sondern auf Verständnis und Erklärungen. Somit sind wir Eltern ein Teil einer Gemeinschaft, wenn auch der mit dem "letzten Wort" ;) und nicht nur der alleinige Machtinhaber.
Meist beanspruchen Lehrer für sich aber ein alleiniger Machtinhaber zu sein und damit kommen diese Kinder nicht zurecht.

Ich erinnere mich da nur an den Spruch der Grundschullehrerin meiner Tochter "Hier habe ich die Macht und auch deine Mutter hat hier nichts zu sagen." NA SUPER.. "Hier habe ich die Macht" .. ich dachte ich bin im falschen Film.

Ich bin übrigens schon 50, habe 3 Töchter (30, 24 und 10) und 3 Enkel und weiß daher, dass sich die Zeiten geändert haben und habe mich angepasst. Schade nur, dass viele Lehrer nicht bereit sind das Gleiche zu tun.

LG Uzeme