Hallo zusammen!
Kurz zu meiner beruflichen Laufbahn: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt Fremdsprachen absolviert und war anschließend im kaufmännischen Bereich beschäftigt, viel in Kontakt mit GB und Irland.
Seit Geburt meiner Tochter (2004) habe ich nicht mehr arbeiten können, weil ich in 2006 eine schwere OP hatte und es mich Jahre gekostet hat, mich fast vollständig davon zu erholen.
Seitdem bin ich chronisch krank und schlucke 10 Tabletten am Tag.
Ich habe dann meine Erwerbsminderungsrente beantragt, die natürlich nicht bewilligt wurde.
Seit November letzten Jahren arbeite ich freiberuflich im Außendienst als Kundenberaterin für ein Institut.
Das geht mittlerweile immer mehr den Bach runter, so dass ich kaum noch Termine bekomme und in den letzten 3 Monaten vielleicht € 100 verdient habe.
Ich habe mich also entschlossen, mir einen Teilzeitjob im Büro zu suchen.
Nun ist meine Mutter vor Jahren schon an Demenz erkrankt, lebt allein und kommt fast gar nicht mehr zurecht. Meine Schwester lebt 500 km entfernt und den Pflegedienst läßt sie nicht (oder sehr selten mal) rein.
Die können aufgrund ihrer starken Abwehrhaltung gegenüber fremden Situationen und Personen so gut wie gar nichts machen.
Also fahre ich 3-4 mal die Woche zu meiner Mutter, kümmer mich um sie, erledige ihre Bankgeschäfte, kaufe ein, mache sauber, baue sie auf, mache Essen für sie, versuche sie dazu zu bringen, sich und ihre Haare zu waschen, mache auch mal einen Spaziergang mit ihr usw. usf.
Einen Nachmittag fährt mein Mann zu ihr, um den Garten zu machen.
Um 13 Uhr hole ich meine Tochter von der Schule ab, mach Mittagessen, sorg dafür, dass sie ihre Hausaufgaben macht.
Nachmittags mache ich meinen eigenen Haushalt, fahre meine Tochter zum Schwimmen usw.
Mal angenommen, es geht noch 3-4 Jahre so weiter, dann bin ich 46 oder 47 und kriege beruflich gar kein Bein mehr auf den Boden.
Da das Pflegegeld der Pflegestufe 1 mit € 225,-- monatlich eigentlich auch ein Witz ist (zumindest wenn der Ehemann auch nicht so toll verdient), habe ich mich jetzt entschlossen, abends auf € 400,-- Basis (da hab ich ja noch Zeit) wieder Pizza zu fahren. Das habe ich vor der Geburt meiner Tochter nebenberuflich schon mal 7 Jahre lang gemacht.
Aber glücklich bin ich damit nicht.
Wie soll es beruflich weitergehen?
Eigentlich müßte ich noch über 20 Jahre arbeiten und möchte ja auch was für meine Rente tun.
Ich bin mir sicher, dass ich es schaffe, täglich 4 Stunden arbeiten zu gehen. Aber dann noch meine Mutter, Haushalt und was sonst noch so anfällt.
Ich bin seit meiner Erkrankung nicht wirklich ohne Ende belastbar.
Die Verzweifelte
bruchetta
Pflege meiner Mutter - beruflich am Ende
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Beitrag von bruchetta - 17.09.11 - 10:36 Uhr
Beitrag von salome25 - 17.09.11 - 10:59 Uhr
Hallo erstmal
ich habe dein Posting in einem anderen Forum hier auch gelesen und beantwortet.
Die Pflege eines Demenzkranken ist kein Spaziergang und kann viele viele Jahre in Anspruch nehmen und irgendwann, je nach Verlauf, auch dazu führen, dass sie 24 Std. Betreuung brauchen, weil einfach gar nichts mehr geht. Und wenn es dir jetzt schon zur Last wird und du dir Sorgen machst über deine berufliche Zukunft, solltest du vielleicht jetzt schon darüber nachdenken andere Formen der Betreuung ins Auge zu fassen. Es gibt die Tagespflege z.B. Da geht deine Mutter über tags hin, meist von 8-17 Uhr. In der Zeit hast du Möglichkeit zu arbeiten und dich um die anderen Dinge DEINES Lebens zu kümmern. Meine Mutter ist auch schon alt, ich bin bald Altenpflegerin und auch ich denke daran, was ist, wenn meine Mutter mal dement wird. Glaub mir, es gibt geschultes Fachpersonal, die sich mit speziellen Konzepten um Demenzkranke kümmern, google mal Mäeutik! Das ist ein solches Konzept. Das kann nicht jeder x-beliebiger Altenpfleger. Man hat immer das Bild im Kopf von überfüllten Pflegeheimen, in denen nur das Nötigste abgespult wird und wo katastrophale Bedingungen herrschen. Demenz allerdings ist eine so schwer greifbare Erkrankung, da kann man nicht Schema F abspulen, dafür gibt es spezielle Tagespflegeangebote z.B. Hattest du dich zwischenzeitlich mal an das Gesundheitsamt gewendet??? Die werden dir helfen und die Orientierung geben!
LG
salome
Beitrag von salome25 - 17.09.11 - 11:01 Uhr
Achso, du wirst dich fragen, wie du deine Mutter, die ohnehin derzeit auf Abwehr geschaltet hat, dazu bewegst, dort hinzugehen in die Tagespflege...auch da bist du beim Gesundheitsamt gut beraten oder auch bei der Caritas oder der Diakonie. Alleine schafft man das selten...inwieweit bist du über die Krankheit informiert?
Beitrag von bruchetta - 17.09.11 - 11:44 Uhr
Hallo Salome,
ja, ich erinnere mich an Deine Antwort auf meinen anderen Thread. Danke Dir dafür!!
Es ist nicht so, dass die Betreuung meiner Mutter mir zur Last fällt. Eigentlich ist meine Alltagssituation sogar ganz entspannt, selbst wenn sich das mit meinen Aufzählungen vielleicht anders liest.
Aber ich mache mir in der Tat Sorgen um mein Berufsleben.
Ich habe am kommenden Donnerstag einen Termin mit meiner Mutter am Nachmittag in der Tagespflege.
Ich weiß aber nicht, ob ich sie dahin bekomme (eigentlich bin ich aber recht einfallsreich
).
Aber dass sie jeden Tag dorthin geht, damit ich vormittags arbeiten kann, wird sicher ein längerer Weg.
Über einmal pro Woche würde ich mich schon freuen.
Die 24 Stunden Betreuung haben wir auch im Auge, wenn gar nichts mehr geht.
Aber man kann ja schlecht sagen, wann es soweit ist. Bis vor kurzem hat es noch gereicht, wenn mal ein bis zweimal die Woche kurz vorbei schaut, das ist aber jetzt definitiv zu wenig.
Beitrag von witch71 - 17.09.11 - 13:06 Uhr
Zählen wir mal auf:
- Grunderkrankung, nicht voll belastbar und sicherlich auch nicht in jedem Job vermittelbar. Aber offensichtlich sehr arbeitswillig.
- Mann, Kind, Haushalt
- Minijob
- Pflege der Mutter, welche durch ihre Erkrankung sowieso immer schwieriger zu pflegen sein wird. Realistisch: Irgendwann kann sie nicht mehr ohne "Aufsicht" und gewisse Sicherheitsmassnahmen alleine wohnen.
Und Du schreibst hier allen Ernstes, Dein Tag wär ja eigentlich ganz entspannt? Puh. Wir sollten mal tauschen.. dann weisste, was ein entspannter Tag ist. :-P
Ich vermute stark, dass die Pflege Deiner Mutter Dir Kraft abverlangt, die Du anderswo auch benötigen könntest. Psychisch und physisch, es ist sicher nicht einfach..
Geh mal bitte ein paar Tage in Dich, rede vielleicht mit Deinem Mann oder einer Freundin, dir Dich gut kennt und wehre mal den Gedanken nicht ab, dass Du auf lange Sicht die Pflege Deiner Mutter sowieso anderen Menschen anvertrauen musst.
Beitrag von bruchetta - 17.09.11 - 13:48 Uhr
Ich weiß, dass das nicht ewig so weiter geht. Irgendwann braucht sie die 24 Stunden Betreuung.
Im Moment ist es aber, wie gesagt, noch nicht mal möglich, dass der Pflegedienst regelmäßig bei ihr reinkommt.
Dafür ruft sie mich aber, teilweise im 5-Minuten-Takt an, ob und wann ich denn nun wiederkomme.
Mein Hauptproblem liegt darin, dass ich, sollte ich mich noch -sagen wir mal 2 Jahre- um sie kümmern, keinen beruflichen Einstieg mehr finden werde.
Ich habe auch keinen Bock bis zur Rente auf € 400,-- Basis Pizza auszufahren.
Beitrag von witch71 - 17.09.11 - 21:50 Uhr
Das Problem ist, dass man als Aussenstehender den Eindruck hat, dass es jetzt bereits Zeit wird, die 24-h-Betreuung anzugehen. Weil DU eben andere Baustellen hast und Dein Leben nicht für sie ruinieren darfst. Das würde sie doch auch nicht wollen.
Nur.. auf dem Ohr biste ein bissle taub *stups*. 
Bin mal gespannt was mit der Tagespflege heraus kommt und drücke die Daumen.
Beitrag von manavgat - 17.09.11 - 17:27 Uhr
Das wirst Du nicht hören wollen:
das Beste wäre wohl, Du würdest für Deine Mutter einen Platz in einer guten Einrichtung suchen. Demenz wird immer schlimmer, d. h. Dein Aufwand wird mehr. Wenn die Rente nicht reicht, dann wird der Rest vom Sozialamt übernommen werden, da bei Dir "nichts zu holen" ist, zumindest habe ich das so verstanden.
Und dann musst Du Dich dringend darum kümmern, einen Job zu finden, damit Du ausreichend versichert bist (Erwerbsunfähigkeit, Rente).
Deine Familie, bes. Deine Tochter, braucht Dich. Du kannst Dich nicht völlig verausgaben. Irgendwann klappst Du zusammen.
Gruß
Manavgat
Beitrag von oma.2009 - 17.09.11 - 21:48 Uhr
Hallo,
ich weiß, was es heißt, einen nahen Angehörigen zu pflegen (ich habe meinen Mann fast 3 Jahre lang gepflegt).
Aber ich habe mal eine ganz kurze Frage: Dei Post liest sich so, als würdest DU das Pflegegeld bekommen? Ist das so? Dann pass bitte auf, denn das Pflegegeld steht nicht der pflegenden Person zu sondern der ZU pflegenden Person. Nicht, das du evtl. das Pflegeld zurückzahlen musst.
Ansonsten, versucht doch, eine höhere Pflegestufe zu bekommen, führe ein Pflegetagebuch und stellt den Antrag. Und wenn deine Mutter den Pflegedienst nicht in die Wohnung lässt, dann überlasst dem Dienst doch einen Schlüssel, dann können sie klingen und anschl. die Wohnung betreten.
LG
Beitrag von zubbeline - 18.09.11 - 13:28 Uhr
wieso sollte sie das Pflegegeld zurück zahlen müssen?
Der zu Pflegende darf ihr das Geld doch als Anerkennung zukommen lassen, für die Pflege, die sie übernimmt. Dafür ist es doch gedacht.
Beitrag von oma.2009 - 18.09.11 - 17:53 Uhr
Hallo zubbeline,
klar, der zu Pflegende darf das Pflegegeld weiterleiten.... aber der Text der Te ließ vermuten, dass das Pflegegeld direkt an sie ausgezahlt werden würde und DAS ist nicht zulässig. Dadurch könnte es evtl. Schwierigkeiten geben.
LG
