Hallo zusammen ,
ich war gestern zufällig Zeuge wie mein Patenkind (12 Jahre) einen ziemlich heftigen Streit mit seinen Eltern hatte. Daraufhin hat er sich in eine ruhige Ecke verzogen . Nach einiger Zeit bin ich zu ihm und wollte mit ihm reden , weil wir ein relativ gutes Verhältnis haben.
Ich fragte ihn was los sei. Er fing an zu weinen , er meinte seine Eltern gingen ihm auf den Keks , er hätte weinig Freizeit weil die Schule jeden Tag ziemlich lange gehen würde und er dann keine Zeit für Hobbys , Freunde etc hat da ja auch noch die Hausaufgaben zu erledigen seien.
Des weiteren hat er gemeint er hat auch große Probleme in der Schule mit Lehrern und mit Klausuren er sei wohl ziemlich schlecht. Nachhilfe würde seiner Meinung nach nichts bringen er hätte ein ganzes Jahr gehabt aber er kommt auch mit den Nachhilfelehren nicht klar.
Als ich mit seiner Mutter sprach meinte diese er würde nichts zuhause erzählen , er wäre sehr verschlossen , sein Zimmer sei nicht aufgräumt , sie könne bei ihm genauso gut an eine Wand reden das würde aufs gleiche rauskommen. Ich muss sagen seine Mutter ist auch keine einfache Person sie macht mein Patenkind für vieles Varantwortlich und ist meiner Meinung nach auch oft ungerecht zu ihm .
Sein Vater ist eigentlich den ganzen Tag auf der Arbeit und kommt abends spät nachhause kriegt wenig von der familiären Situation mit und wenn er dann doch mal da ist dann wird er bei dien Kindern auch ruck zuck mal laut und verhält sich meiner Meinung nach auch nicht ganz fair.
Kann ich irgendwas für mein Patenkind tun ? Könnt ihr mir Tips geben ich würd ihm gern helfen weil er mir ziemlich leid tut. Er ist ein sehr netter Junge und ich find es echt schlimm wie ich ihn da gestern gesehen hab.
Lg Katerine
Mein Patenkind - Probleme mit Eltern,Schule usw.... 12 Jahre alt
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Beitrag von katerine84 - 19.09.11 - 20:30 Uhr
Beitrag von blaue-rose - 19.09.11 - 21:21 Uhr
Hallo Katerine ,
ich denke der Junge hat große Probleme. Die Frage ist aber welche Probleme er hat.
Es kann sein das er einfach keinen Bock hat und daher alles schleifen lässt.
Es kann auch eine Protestreaktion sein.
Wie sieht es denn aus, hättest du Zeit dich ein wenig um ihn zu kümmern?
Ich denke du kommst sehr nah an ihn ran und vielleicht schaffst du es das er sich dir gegenüber öffnet.
Biete ihn an ihn bei den Hausaufgaben zu unterstützen und versuch mit ihm zu lernen( setzt natürlich voraus das es deine Zeit erlaubt und auch das seine Eltern damit einverstanden sind). Sollte er dein Angebot ausschlagen , dann würde sich bei mir die Frage stellen ob er wirklich keine Lust hat.
Freundliche Grüße
blaue-rose
Beitrag von babybaer4 - 19.09.11 - 21:46 Uhr
Hallo,
ich erzähle mal von meiner Tochter .
Ihr war auch alles zuviel.Schule ,Hausaufgaben,Nachhilfe,Zähne putzen,Zimmer aufräumen,dreckige Wäsche in den Wäschekorb oder einfach nur ihren Teller in die Spülmaschine räumen.
Natürlich waren wir die Bösen ,da wir sie "Zwangen"diese fiesen Sachen zu machen.Sie hielten sie ab Freizeit zu haben.
Sie hatte überhaupt keinerlei Einsicht das manche Dinge einfach gemacht werden müssen.
Ihr wäre es am liebsten gewesen nur zur Schule um Freunde zu treffen,danach die Tasche in die Ecke schmeißen ,Diener Mama und Papa direkt an ihrer Seite während sie "Chillt"
Nachhilfe hatte sie auch,aber da diese sie von ihrer Freizeit abgehalten hat wurde sie abgrundtief gehasst und verweigert.Notenmäßig hat sich nichts geändert.Aber natürlich lag es nicht an ihr ,sondern an der Nachhilfe!
Das wir ihr nach gewissen Provokationen nicht mehr bei den Hausaufgaben geholfen haben lag natürlich an uns.
Ich könnte jetzt Endlosbeispiele bringen....
Wir hatten Hilfe in Form einer Familienhilfe,die unserer Tochter genau das gesagt hat was ich wohl mehr der Wand(guter Zuhörer)gepredigt habe als unserer Tochter.
Unsere Tochter ist übrigens auch ein sehr liebes ,ruhiges,hilfsbereites Kind bei anderen und auch bei uns kann sie es sein.
Momentan sieht sie ein das Hausaufgaben ordentlich gemacht werden müssen und das regelmäßig.Ihr Zimmer räumt sie auch nach Aufforderungen meistens auf und die Wäsche landet auch mal natürlich auch nur mit Aufforderung im Korb.
Ich kenne deinen Patensohn und deren Eltern nicht,aber du solltest beide Seiten hören und vielleicht ein wenig vermitteln.
Lg Sabine
Beitrag von jazzbassist - 20.09.11 - 10:44 Uhr
Ich finde das ziemlich schwierig zu beurteilen, weil ich hier die Grenze zwischen »Das ist ein normaler pubertärer 12-Jähriger mit mehr oder weniger normalen pubertären 12-Jährigen Problemen bezüglich Schule und Eltern« und »Das ist ein Kind mit ziemlich ernsten Problemen« gefährlich nahe beieinander sehe.
Also ich würde meine Frau und mich nicht als sonderlich schwierige Eltern für einen 12-Jährigen bezeichnen und, ich würde auch meinen Sohn nicht als sonderlich schwierigen 12-Jährigen bezeichnen … aber, Sie hätten auch bei uns - im falschen Moment - zufällig Zeuge eines ziemlich heftigen Streites werden können, nachdem mein Sohn dann auch ein Häufchen Elend im Kinderzimmer unter der Bettdecke weinend gewesen wäre. Würden meine Frau und ich gerne vermeiden; würde unser Sohn sicherlich gerne vermeiden … scheint aber ab und an nicht vermeidbar zu sein.
Wissen Sie denn, ob das dort in der Familie eher der Regelfall ist, dass es mal dermaßen eskaliert? Oder ist das dann doch eher die Ausnahme, dass es mal dermaßen eskaliert? Kennen Sie zufällig den Auslöser des Streites?
Zwischen Ihren Zeilen ließt sich eher heraus, dass das wohl eher ein Dauerzustand ist. Denn, hätten Sie meine Frau oder mich nach solch` einem »heftigen« Streit angesprochen, hätten wir als zweites Problem (Erklärung für diese Situation) sicherlich nicht gesagt: »Sein Zimmer sei nicht aufgeräumt«. Das ist nämlich eher ein alltägliches Problem, wo es mMn zumindest nicht bedenklich ist, wenn man da das Gefühl hat, dass man dann bei einem Teeny mit einer Wand spricht. Das sollte also nicht der Auslöser solch eines ziemlich intensiven Streites gewesen sein.
Ich denke, dass Zeitproblem (Hobbys/Freunde/Freizeit etc.) lässt sich bei einem 12-Jährigen noch recht leicht lösen. Wann endet denn für ihn der Schultag? Wann ist er dann zu Hause (Bus/Zugfahrt/weiter weg?)? Wie lange braucht Er dann für die Hausaufgaben? Hat er im Haushalt irgendwelche größeren Pflichten, die Zeit beanspruchen? Wie lange darf er Abends draußen bleiben? Wann muss/geht er Abends ins Bett? Also meines Wissens nach gehen 12-Jährige entweder auf eine Ganztagsschule bis 15-16 Uhr (haben dann aber auch keine Hausaufgaben mehr auf), oder auf eine »normale« Schule, die dann irgendwann gegen 13:30/14:30 endet und die Kids zu 30-60 Minuten Hausaufgaben/Lernen nötigt.
Das können wir einem 12-Jährigen leider nicht abnehmen, aber, eventuell besser organisieren/strukturieren und sich fragen: »Wo geht hier gerade die Zeit verloren und wieviel Freizeit hat er täglich eigentlich überhaupt, wo er machen kann, was er möchte?« Beispiele: Mehr Freizeit gewinnt man dadurch, in dem man länger draußen spielen darf. Es wird sicherlich auch noch Eltern geben, die von einem 12-Jährigen verlangen, dass er Abends um 18 Uhr zum Abendbrot zuhause ist und dann nicht mehr rausdarf. Hier sollte man dann mit den Eltern reden, dass das jetzt eher Uhrzeiten für Grundschulkinder sind. Auch die Hausaufgaben … wenn die übermäßig lange dauern, kann das ein Zeichen dafür sein, dass er dort einfach überfordert ist. Wenn die halt zwischen den normale 30-60 Minuten liegen … kann man die zeitlich Problemlos nach hinten verlegen. Er wird halt abends irgendwann zu Hause sein müssen; es wird dann aber sicherlich noch ein wenig zeit vergehen, bis er dann mal ans schlafen gehen denkt: Auch in dieser Zeit lassen sich Hausaufgaben lösen - auch so kann man Nachmittags 30 bis 60 Minuten gewinnen. Also wo ist die Ursache für das zeitliche Problem?
Was Eltern und Ungerechtigkeit angeht: Haben Sie die Mutter darauf mal angesprochen? Also haben Sie das Gefühl, dass sie selbst sich dessen bewusst ist? Zumindest hier auf Urbia kann man so gut wie täglich lesen, dass Eltern immer wieder in so eine Art Trotzreaktion verfallen. Das Kinder/Jugendliche nicht immer das tun, was wir Eltern gerne wollen, ist absolut normal. Dann entwickeln sich so Situationen wie: »Naja, er räumt sein Zimmer nie auf, also erlaube ich ihm jetzt auch xyz nicht«. Jedoch nicht als Erziehungsmaßnahme, sondern einfach nur aus Trotz, weil man gerade einfach ziemlich wütend auf sein Kind ist. I.S.v.: Solange du ungerecht zu mir bis, bin ich auch ungerecht zu dir. Ich denke, hier entwickelt sich schnell ein Teufelskreis, aus den Eltern eventuell alleine nicht mehr rauskommen. Zumindest ist es bei meinem Sohn so, dass, je ungerechter er sich behandelt fühlt, so anstrengender wird er. Hier gibt es also auch ganz viele Möglichkeiten, zu helfen, wenn man da die Ursache kennt.
Was die Schulprobleme angeht … wenn Sie Ihr Patenkind kennen … woran liegt es? Haben Sie hier eher das Gefühl, dass er die Erwartungshaltung, die Eltern/Lehrer/Nachhilfe an ihm haben, gar nicht erfüllen kann? Also: Ist er einfach auf der falschen Schulform; dieses typische Realschul/Gesamtschulkind, dessen Eltern meinen, dass das Kind aufs Gymnasium gehört und die schlechte Schulleistung mit Faulheit begründen? Ist er vielleicht wirklich faul, was den schulischen Komplex angeht? Kann ich mir nicht vorstellen, wenn er Ihnen vorheult, dass ja so viel Zeit für die Hausaufgaben draufgehen. Hätte er vielleicht irgendwann einfach besser mal eine Schulklasse wiederholen sollen? Schulstoff (Gerade in Hauptfächern) baut halt in der Regel aufeinander auf. Und, sind bei einem Kind die Kenntnislücken aus Klasse 6 einfach zu groß, so dass er sich die selbst nicht mehr erarbeiten kann, wird es in Klasse 7 ganz zwangsläufig scheitern oder sich irgendwie noch mit vieren und einer fünf in die nächste Klasse mogeln. Das wird ein Kind alleine nie auf die Reihe kriegen, da ja immer noch neuer Stoff hinzukommt. Und natürlich verliert ein Kind dann blitzschnell das Interesse, wenn es merkt: »Aber ich hab doch gelernt … und es wieder nur eine 4 geworden…«
Ich denke schon, dass man hier total gut helfen kann; doch man muss erst wissen, welche Ursachen die Probleme eigentlich haben. Und in ihrem Beispiel kann es die unterschiedlichsten Ursachen für diese Probleme geben. Fragen Sie doch mal den Jungen: "Was müssten seine Eltern anders tun, damit er nicht mehr das Gefühl hat, dass die ihm täglich auf dem Keks gehen?" Fragen Sie doch mal die Mutter: "Gibt es Situationen, wo es ihr besonders wichtig wäre, nicht mehr gegen eine Wand zu sprechen?"
Beitrag von bambolina - 20.09.11 - 10:59 Uhr
Hallo
ich glaube, du siehst die Sache ziemlich einseitig.
Dein Patenkind ist 12, vielleicht schon vorpupertär und wie das in der Pupertät so ist... "plötzlich" fangen die Eltern an, schwierig zu werden.
Er erzählt nichts zu Hause, räumt sein Zimmer nicht auf, kommt mit den Nachhilfelehrern nicht klar, hat große Probleme mit den Lehrern - aber die Mutter ist eine schwierige Person???
Geht er aufs Gym? Das ist nunmal kein Zuckerschlecken und es wird von den Kids viel abverlangt. In der Real oder Hauptschule ist es dagegen noch "relativ" locker, was den Schulstoff angeht.
So wenig Freizeit, wie er behauptet zu haben - dann müsste er viel lernen und hat trotzdem schlechte Noten? Entweder er übertreibt mit dem Schulstress, weil er in der Null-Bock-Phase ist oder er packt das wirklich nicht, dann sollte die Mutter mal mit den Lehrern reden, woran es liegt und was man tun kann.
Ein Jahr Nachhilfe nichts gebracht? Er kommt mit den Nachhilfelehrern nicht klar? Vielleicht hat er auch keine Lust zum Lernen oder konnten die den Schulstoff nicht vermitteln? Wurde mal mit den Nachhilfelehrern gesprochen?
lg bambolina
