Was wird in den Geschichtsbüchern unserer Enkel stehen?

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von paddelboot-neu - 20.09.11 - 21:36 Uhr

Steht da:

- Europa nach langer Krise zu tragfähiger Gemeinschaft geworden?

- Europa nach langem Kampf im Jahe 201x zusammengebrochen?

- Nach und nach sind mehrere Länger aus der Gemeinschaftswährung ausgestiegen "worden"?

- Europa seit 201x zwiegespalten, in "arme" und "reiche" Teile?

Was meint ihr???



(Klar, ist hypothetisch, aber ging mir heute so durch den Kopf)

Beitrag von 71068 - 20.09.11 - 23:20 Uhr

Für viele hat mit der Eurokrise der Anfang vom Ende Europas begonnen.
Ich befürchte somit einige Beiträge mit der Antwort B.

Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet.
Aber ich sehe die Eurokrise als Chance, die es zu nutzen gilt - um vielleicht in 30,40 Jahren eine funktionierende europäische Gemeinschaft unser eigen nennen zu können.
Wir brauchen ein Gegenstück zu Asien und Amerika, eine stabile, grosse Gemeinschaft. Wenn wir es schaffen, die momentane Krise als Eurpäer zu meistern, dann haben wir zum ersten Mal in der Geschichte Europas die Möglichkeit, Reformen für Brüssel zu erwirken, die auf Dauer eine demokratische Gemeinschaftsregierung für uns Europäer schafft, die ihren Namen auch verdient hat.
Diese Nähe zwischen den Staaten würde es ohne die Eurokrise vielleicht nicht geben.

Ich hoffe daher, dass sich Antwort A bewahrheiten wird.

Beitrag von zeitblom - 21.09.11 - 13:51 Uhr

die Hoffnung stirbt zuletzt....

Beitrag von ong_xa - 21.09.11 - 14:33 Uhr

Hoffnung ist das Seil, auf dem die Narren tanzen. ;-)

Beitrag von zeitblom - 21.09.11 - 14:43 Uhr

"Wer ohne jede Narrheit lebt, ist nicht so weise, wie er glaubt."
François de La Rochefoucauld

:-D

Beitrag von fred_kotelett - 21.09.11 - 14:56 Uhr

Hoffen und Harren hält manchen zum Narren.

Beitrag von zeitblom - 21.09.11 - 15:01 Uhr

"Die Hoffnung aufzugeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preiszugeben" Pearl S. Buck

Beitrag von ong_xa - 21.09.11 - 15:05 Uhr

Die Hoffnung ist ein umgekehrter Don Quichotte, der feindliche Schwerbewaffnete zu Windmühlen erklärt.

Beitrag von zeitblom - 21.09.11 - 15:13 Uhr

Moege der "umgekehrter Don Quichotte" so erfolgreich sein wie das Original erfolglos... ;-)

Beitrag von fred_kotelett - 21.09.11 - 15:29 Uhr

Wo wir doch schon bei Don Quichotte sind, können wir ja ach die Brücke zur Narretei wieder schlagen...

"Die Narrheit hat gewiss mehr Genossen und Schmarotzer als die Gescheitheit." (2.Teil, 13 Kapitel)




Beitrag von zeitblom - 21.09.11 - 15:58 Uhr

weil (nur) Kinder und Narren die Wahrheit sagen ??

Beitrag von fred_kotelett - 21.09.11 - 17:06 Uhr

Waren es nicht die Betrunken und die Kinder?

Beitrag von stoerfaktor - 21.09.11 - 17:10 Uhr

Kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Beides.

Beitrag von zeitblom - 22.09.11 - 08:31 Uhr

die wohl auch...(in vino veritas).... aber die bekannte Narrenfreiheit bedeutete ja, dass der Narr ungestraft unbequeme Wahrheiten aussprechen durfte...wenn auch versteckt hinter Albernheit, Sarkasmus und Ironie...

Beitrag von ong_xa - 21.09.11 - 15:35 Uhr

Solange Du als "umgekehrter Sancho Pansa" dagegenhältst ist der Erfolg gewiss. :-D

Beitrag von ..leopoldina.. - 21.09.11 - 10:49 Uhr

hypothetisch gesehen könnte da stehen:

- Europa nach langer Krise zu tragfähiger Gemeinschaft geworden.

,aber

- Europa seit 201x zwiegespalten, in "arme" und "reiche" Teile.


Wobei letzteres ja erstes nicht unbedingt ausschließt.

Beitrag von ninnifee2000 - 21.09.11 - 11:48 Uhr

Es gab schon immer arme und reiche Länder in Europa. Schauen wir 20 Jahre zurück, dann sieht man selbst in Deutschland eine deutliche Arm-Reich-Linie. BRD war reich, DDR war arm. Überhaupt war Osteuropa was Wirtschaft, Lebensstandard, etc. anbetrifft das Armenhaus Europas. Viele Länder konnten aufholen, andere brauchen noch viele Jahrzehnte. Also stellt sich diese Frage für mich nicht.

Punkt 3 kann ich mir vorstellen.

Die ersten beiden Punkte sind schlecht formuliert. Europa besteht aus ca. 50 Staaten, wobei nur ca. die Hälfte in der EU ist. Meinst du also mit Europa die EU bzw. die Staaten, die zum Euroland zählen, oder alle 50 Staaten?

Ich denke schon, dass Europa eine tragfähige Gemeinschaft sein kann. Meine Befürchtung ist nur, dass irgendwelche Honks mit kruden Gedanken (egal welcher Partei und aus welchem Land) diese zunichte machen könnten. Das würde dann zu Punkt 2 führen.

Wenn ich aber Punkt 2 lese, muss ich an den 23.12.2012 bzw. an den Film "2012" denken - Europa bricht in sich zusammen. Da sehe ich keine Europ. Gemeinschaft vor mir, sondern Landmassen, die im Meer verschwinden. Wie gesagt, einfach keine gute Wortwahl. :-p

Beitrag von c.l.e.o. - 21.09.11 - 13:03 Uhr

Ich bin Pro-Europäer und würde Europa gern als das sehen, was es sein möchte. Aber was bei Gründung der Europäischen Währungsunion passierte und worauf sich nun die Krise dieser zurückführen lässt kann ich einfach nicht gut heißen. Wie kann es sein, dass Länder wie Griechenland ihre Bilanzen geschönt haben und dies auch noch so hingenommen wurde? Man hat da gutmütig lächelnd über Basis-Fakten geschwiegen, obwohl es der Stabilität der gesamten Eurozone schaden konnte und es ja auch tut wie man aktuell sieht. Die Politiker hätten den Mut zeigen müssen, diese Länder zurückzuweisen. Aber da wir ja alle Europäer sind und man gerade dieses Gemeinschaftsgefühl bestärken musste, wurden grundlegende Dummheiten begangen.

Beitrag von ong_xa - 21.09.11 - 14:31 Uhr

Die Konstruktionsfehler der Währungsunion kann man wohl kaum ausschließlich den
PIGS anlasten. Ich glaube auch nicht, dass andere Staaten die volkswirtschaftlichen Kennzahlen nicht beschönigen.

Die was jetzt als „Eurokrise“ bezeichnet wird ist die logische Folge der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und den Konstruktionsfehlern der Währungsunion – dem Fehlen einer koordinierten Wirtschafts-, Finanz- und Währungspolitik. Wenn deutsche Politiker dies leugnen, hängt das vermutlich damit zusammen, dass Deutschland wegen der niedrigen Zinsen als momentaner relativer Gewinner der Krise gelten kann.

In keinem Staat der Eurozone sind vor der Krise die „öffentlichen Haushalte ausgeufert“, wie es Medien und Politiker in Deutschland immer wieder behaupten. Was man zum Beispiel den Griechen eher vorwerfen müsste, sind zu geringe Steuereinnahmen und die ausgeprägte Duldung der Steuervermeidung der reichen Schichten. Das machen wir in Deutschland aber ähnlich.

Wer die Ursachen der heutigen „Eurokrise“ analysieren will, sollte zwei Perioden unterscheiden – die Zeit vor, und die Zeit nach dem bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise im September 2008. Betrachtet man die finanzpolitischen Rahmendaten dazu, so erkennt man zwischen den Jahren 2007 und 2008 eine deutliche Zäsur. Die „hohe Verschuldung“ entstand erst in der Periode nach dem September 2008.

Wenn ich ein Grieche wäre, hätte ich mit Sicherheit schon jetzt einen Hals auf Merkel, Sarkozy & Co., die mit ihrer Rumdaddelei die Zinskosten für die PIGS immer weiter in die Höhe treiben.

Beitrag von marion2 - 22.09.11 - 12:23 Uhr

Hallo,

viel weltbewegenes ist ja in Bezug auf Europa noch nicht passiert. Da steht dann auch nicht viel im Geschichtsbuch.

Gruß

Beitrag von zeitblom - 22.09.11 - 13:40 Uhr

ohne es boese zu meinen: wahrscheinlich liegt es auch an dieser...aehm.... ostdeutschen Egozentrik, die auch Merkel daran hindert, die Vision eines geeinten Euiropas den angemessenen Stellenwert zu geben. Dabei haette es ohne dieser Vision kaum eine "Wiedervereinigung" gegeben.....

Beitrag von ong_xa - 22.09.11 - 14:21 Uhr

Vielleicht haben die die Ostdeutschen uns die Erfahrung voraus, dass deren „osteuropäische“ Union der kommunistischen Bruderstaaten bereits kollabiert ist und generieren daraus den Zweifel das die andere Union (die ja auch einige Konstruktionsfehler hat) langfristig lebensfähig ist.

„ohne es boese zu meinen“
#zitter
Naja, es ist schon sehr böse, die merkelsche Egozentrik auf ganz Ostdeutschland zu projizieren. Das ist mal locker die Qualifikation für die 2. Liga der Bösen – zwischen den Börsianern und Werder Bremen.

Beitrag von zeitblom - 22.09.11 - 14:46 Uhr

ok, nicht "auf ganz Ostdeutschland "...aber doch zumindest auf uns spartanische marion2....

immerhin: ist ja auch ne Qualifikation....geografisch und beruflich passt's

Beitrag von marion2 - 22.09.11 - 18:15 Uhr

ach, wir kennen uns?

Beitrag von .doctor-avalanche. - 22.09.11 - 14:41 Uhr

"viel weltbewegenes ist ja in Bezug auf Europa noch nicht passiert."

Zwei Weltkrieg im letzten Jahrhundert, danach der längste Frieden den Mitteleuropa während seiner gesamten Existenz je erlebte plus deutscher Wiedervereinigung und einer fortwährenden Suche nach noch besseren Lösungen inkl. massiven Rückschlägen......

Nur wer die Kunst des Ignorierens bez. historischer Entwicklungen und Ereignisse bis zur Perfektion gebracht hat, kann behaupten, in diesem Europa sei nichts weltbewegendes passiert.....