Hallo liebe urbianer,
mich würde mal interessieren wie Ihr es mit Mindestlohn seht, ist ja doch bei den Löhnen momentan aktuelles u wichtiges Thema wie ich selbst finde.
Ich bin nach einem Job im Call Center (Wurde zum 30.06.2011 gekündigt) wieder auf Arbeitssuche u muss erschreckend feststellen wie niedrig doch die Bezahlung der Löhne in so ziemlig jeder Branche sind (Kann mich in mehreren Branchen bewerben da Ausbildung Gastronomie u Umschulung im Büro.).
Es kann doch nicht sein, das man für eine 40ig Std. Woche inkl. "Überstunden" wie oft bei steht 1000€ u weniger im monat Netto zur Verfügung hat u man noch beim Amt anklopfen muss um den rest aufstocken zu lassen. Zumindest müssen die Meisten dies o arbeiten in Zwei Jobs.
Mindestlohn Ja o Nein?
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Beitrag von hasenpfote-1-2-3 - 24.09.11 - 18:21 Uhr
Beitrag von manavgat - 24.09.11 - 19:06 Uhr
Wenn wir den asozialen Oberschichtlern und Besitzern der Produktionsmittel nicht unser komplettes Land überlassen und obendrein die Demokratie gefährden wollen, dann brauchen wir einen Mindestlohn.
Den gibt es in Frankreich schon seit ewig (SMIC) und das Land ist nicht untergegangen.
Gruß
Manavgat
Beitrag von marion2 - 24.09.11 - 19:56 Uhr
Hallo,
ich hab für mich einen persönlichen Mindestlohn festgelegt, seit mir angeboten wurde: 20 h a 8,00 Euro -> bezahlt, in der Freizeit: Rufbereitschaft - unbezahlt.
Mit Personalführung natürlich 
Gruß
Beitrag von widowwadman - 24.09.11 - 23:14 Uhr
Hier in UK gibt es auch einen Mindestlohn. Leben ohne Zuschuesse kann da aber auch niemand von
Beitrag von manavgat - 25.09.11 - 13:09 Uhr
es geht auch darum, dass die sozialen Kassen nicht weiter ausbluten.
Wenn jemand mehr verdient, dann wird da auch mehr eingezahlt, selbst wenn noch (kleine) soziale Hilfen erforderlich sind.
Gruß
Manavgat
Beitrag von .doctor-avalanche. - 25.09.11 - 21:38 Uhr
Das ist - Verzeihung - volkswirtschaftlich betrachtet, völlig irreleavant.
Bei den Mindestlöhnen geht es v.a. um den sog. Niedriglohnsektor. Was da durch Anhebung an zusätzlichen Einnahmen in die Sozialkassen käme - bemessen an den Mindestlöhnen, die diskutiert werden - ist absolut zu vernachlässigen.
Sinnvoller wäre es, eben auch Einkünfte aus Kapitalerträgen sozialversicherungspflichtig zu stellen. Hier durch liessen sich nach konservativen Schätzungen ca. 40 Mrd. Euro zusätzlich in die Sozialkassen einfahren.
Beitrag von ong_xa - 26.09.11 - 12:50 Uhr
Ein gesetzlicher Mindestlohn beträfe - je nachdem wie hoch man ihn ansetzt - 1,5 bis 4,9 Millionen Beschäftigte. Das würde ich nicht als "volkswirtschaftlich irrelevant" bezeichnen.
Zu Punkt 2:
Beitrag von .doctor-avalanche. - 26.09.11 - 13:09 Uhr
Die Anzahl derer, die davon profitieren ist die eine Sache, die Summe, die den Sozialkassen zugute käme, eine andere. da es sich eben um Niedriglöhne handelt, wäre der positive Effekt weit geringer als Beispiel 2.
Für mich ist das jedenfalls kein besonders zwingendes Argument FÜR den Mindestlohn.
Beitrag von ong_xa - 26.09.11 - 13:20 Uhr
Der Effekt pro einzelnen Beschäftigten mag vielleicht nicht so hoch sein, aber in Summe wäre es für jeden einzelnen Sozialversicherungszweig eine ernstzunehmende Größe - mal ganz abgesehen von der Steuerkasse, aus der die derzeitigen Aufstockungen betrieben werden müssen.
Beitrag von binnurich - 25.09.11 - 16:13 Uhr
ich habe mich lange mit den Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt und bin (trotz einigen Bedenken) definitiv dafür.
Ich bin aber auch - achtung und jetzt wird es abenteuerlich - der Ansicht, das der alte (und von mir eigentlich gar nicht so verehrte) Karl Marx Recht hatte mit seinem Satz: Proletarier aller Länder vereinigt euch.
Jeder Mensch sollte in der Lage sein, mit der eigenen Hände Arbeit sich einen menschenwürdigen Lebensunterhalt zu sichern.
Und es kann nicht sein, dass es in Deutschland Menschen gibt, die eine ordentliche allseits anerkannte Arbeit machen und davon nicht leben können.
Aber dafür müssen wir uns auch alle an die eigene Nase fassen (ich auch), alles wollen wir so billig wie möglich.
Beitrag von .doctor-avalanche. - 25.09.11 - 16:26 Uhr
"Und es kann nicht sein, dass es in Deutschland Menschen gibt, die eine ordentliche allseits anerkannte Arbeit machen und davon nicht leben können. "
Es kann auch nicht sein, dass 1 Milliarde Menschen auf diesem Planeten täglich hungern und 2 Milliarden Menschen mit weniger als 50 Euro im Monat auskommen müssen.
Menschen handeln nicht moralisch sondern handeln nach ihrer Gier.
Wer Mindestlöhne fordert, sollte den Menschen bitte auch ehrlicherweise mitteilen, dass es einen Teil dieser betreffenden Jobs nach Einführung eines (auskommenswürdigen) Mindestlohns dann gar nicht mehr existieren wird.
Beitrag von adalgisa - 25.09.11 - 17:56 Uhr
"Wer Mindestlöhne fordert, sollte den Menschen bitte auch ehrlicherweise mitteilen, dass es einen Teil dieser betreffenden Jobs nach Einführung eines (auskommenswürdigen) Mindestlohns dann gar nicht mehr existieren wird."
Nur rein interessehalber: Du hast diese Weisheit bestimmt aus den belastbaren Statistiken, aus denen auch zweifelsfrei nachzuweisen ist, wieviele Arbeitsplätze durch den Mindestlohn zum Beispiel in Frankreich, Luxemburg, den Niederlande oder Belgien vernichtet wurden, oder? Könntest Du uns bitte einen entsprechenden Link zur Verfügung stellen?
Beitrag von stoerfaktor - 25.09.11 - 18:19 Uhr
Gleich eine Gegenfrage: Kann man diese Länder (mit einer anderen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc) mit Deutschland vergleichen, was solch ein Szenario betrifft?
Beitrag von adalgisa - 25.09.11 - 18:29 Uhr
Gegenfrage: Muss man zwingend immer den schlechteren Weg wählen (unserer führt zu massenhafter Altersarmut! Schon mal darüber nachgedacht?) oder kann man auch mal bei den Nachbarn schauen, wie es vielleicht besser wäre?
Beitrag von stoerfaktor - 25.09.11 - 19:18 Uhr
Natürlich kann und soll man bei den Nachbarn schauen, was man adaptieren kann.
Trotzdem bleibt die Frage, ob das, was beim Nachbarn funktioniert, auch bei uns Erfolg hat.
Und das mit dem "schlechteren Weg" - worauf basiert das? Dein Gefühl? Oder ist es nicht einfach nur die logische Konsequenz aus der wirtschaftlichen Entwicklung?
Beitrag von adalgisa - 25.09.11 - 20:35 Uhr
"Trotzdem bleibt die Frage, ob das, was beim Nachbarn funktioniert, auch bei uns Erfolg hat."
Was spricht Deiner Meinung nach dagegen?
Beitrag von stoerfaktor - 25.09.11 - 22:27 Uhr
Wie ich ein bisschen weiter oben schon schrieb: Kann man diese Länder (mit einer anderen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc) mit Deutschland vergleichen, was solch ein Szenario betrifft?
Beitrag von adalgisa - 25.09.11 - 22:43 Uhr
Dann beschreibe mal bitte, worin sich Deiner Meinung nach die anderen Länder in puncto Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc von Deutschland unterscheiden und vor allem - warum!
Beitrag von stoerfaktor - 26.09.11 - 06:22 Uhr
Warum sollte ich - und vor allem kann ich es nicht en detail. Deswegen habe ich doch gefragt, ob Du die Unterschiede kennst.
Dir mag Deine Argumentation schlüssig erscheinen, aber ich gehe mal davon aus, dass Dein Hintergrundwissen ein nur sehr beschränktes Szenario dieser Sachverhalte zulässt.
Deswegen erscheint Dir Deine Argumentation auch schlüssig. Weil Du die Hintergründe nicht ausreichend kennst, um Dir ein Urteil zu bilden.
Natürlich kann man trotzdem darüber diskutieren. Nur der oberlehrerhafte Ton ist dann nicht angebracht.
Aber vielleicht kannst Du ja meine Frage beantworten.
Beitrag von adalgisa - 26.09.11 - 06:51 Uhr
Tja, wenn Du keine Unterschiede kennst oder benennen kannst, dann war diese Argumentation deinerseits also nur ein Schuss ins Blaue...
Genau darum hatte ich nachgefragt. Das hat mit Oberlehrer nichts zu tun, sondern sollte Dich nur ein wenig zum Nachdenken anregen
Beitrag von stoerfaktor - 26.09.11 - 07:13 Uhr
Wo habe ich argumentiert? Ich habe Dich etwas gefragt, dass Du mir bis jetzt noch nicht beantwortet hast.
Beitrag von adalgisa - 26.09.11 - 07:14 Uhr
Dito.
Beitrag von stoerfaktor - 26.09.11 - 08:41 Uhr
Ich fasse zusammen:
Meine Frage:
Kann man diese Länder (mit einer anderen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc) mit Deutschland vergleichen, was solch ein Szenario betrifft?
Deine Frage:
Gegenfrage: Muss man zwingend immer den schlechteren Weg wählen (unserer führt zu massenhafter Altersarmut! Schon mal darüber nachgedacht?) oder kann man auch mal bei den Nachbarn schauen, wie es vielleicht besser wäre?
Ich habe danach ausführlich beschrieben, dass ich auf Deine Frage keine Antwort geben kann, weil ich nicht so tief im Thema bin.
Bleibt also nur noch Deine Antwort offen.
Kannst Du mir eine geben oder nicht?
Beitrag von adalgisa - 26.09.11 - 18:24 Uhr
"Kannst Du mir eine geben oder nicht?"
Klar kann ich, nur muss ich zuvor bei Dir rückfragen.
Du schreibst: "Kann man diese Länder (mit einer anderen Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc) mit Deutschland vergleichen, was solch ein Szenario betrifft?"
und um diese Frage zu beantworten möchte ich von Dir vorab gerne wissen, welche relevanten Unterschiede Du bei Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsdynamik etc. zwischen beispielsweise Frankreich oder England und Deutschland siehst, welche Deiner Meinung nach der Einführung eines Mindestlohnes entgegen stehen. Wenn also 20 von 27 Ländern alleine in Europa einen Mindestlohn haben, ohne dass man dort auch gravierende Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu den Ländern ohne Mindestlohn nachweisen kann, dann machen die ja irgend etwas richtig, was wir in Deutschland Deiner Meinung nach offensichtlich falsch machen... Was könnte das sein und warum sollten wir es weiterhin falsch machen und nicht mal schauen, wie es die Nachbarn geschafft haben?
Verständlich genug?
Beitrag von stoerfaktor - 26.09.11 - 21:04 Uhr
Was genau an "dass ich auf Deine Frage keine Antwort geben kann, weil ich nicht so tief im Thema bin" hast Du nicht verstanden?
Das Argument "bei 20 von 27 Ländern klappts" finde ich nicht haltbar. Ich glaube nicht, dass man hier ein Mehrheitsprinzip anwenden kann.
Schließlich ist auch 1 von 27 Ländern Exportweltmeister (lange gewesen bzw. immer noch knapp dran. Das sind ja wohl wir. Heißt also, dass wir da irgendwie eine Sonderstellung haben, oder nicht.
Warum schreibst Du nicht einfach mal ein paar Fakten, von denen Du so überzeugt scheinst? Ich weiß nicht, wozu Du dafür noch Infos von mir brauchst.
