Wie beurteilt ihr diese Zeugnis?

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Beitrag von a79 - 28.09.11 - 16:36 Uhr

Hallo,

ich habe gerade im Rahmen meines Studiums der Pädagogik der Kindheit und Familienbildung ein 3,5monatiges Praktikum in einer integrativen Kindertageseinrichtung absolviert.
Folgende Auszüge aus dem Abschlusszeugnis (den ersten Absatz habe ich weggelassen mit Namen, Geburtsort und Rahmen des Praktikums):

Ihre Aufgaben umfassten im Rahmen ihres Studiums das Beobachten einzelner Kinder und das Ausarbeiten einer didaktischen Handlungskonzeption auf der Basis ihrer Beobachtungen. Frau ... war hoch motiviert. Sie zeigte eine sehr gute Übersicht und Arbeitseinteilung, vo allem auch in Situationen, in denen es stressig wurde.

Frau ... erledigte mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ihre Aufgaben.
Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie mit großem Fleiß und Interesse.

Den Kindern gegenüber war sie immer freundlich und offen. Dadurch wurde sie gerne als Spielpartner ausgewählt. Sie verstand es sehr gut, mit Kleingruppen zu arbeiten. Sie bezog auch erfolgreich Außenseiter in die Gruppe ein. Bei der Planung der pädagogischen Arbeit berücksichtigte sie die Lebenssituation und das Umfeld der Kinder.

Den Kollegen gegenüber war sie stets offen und hilfsbereit. Dies zeigte sich ganz besonders darin ,dass sie spontan unterstützend in eine Regelgruppe wechselte, um dort die Kollegin zu unterstützen.

Frau... gelang es sehr gut, einen vertrauensvollen Kontakt zu den Eltern aufzubauen.

Wir wünschen ihr, dass es ihr gelingen möge, in gleicher Weise Hervorragendes zu leisten und wünschen ihr darüber hinaus für die Zukunft alles Gute."

Was haltet ihr davon? Also sein sollte es eine 1-2 -ist es das auch?

LG

Andrea

Beitrag von suny123 - 28.09.11 - 16:46 Uhr

Dieses "immer freundlich und offen", ich weiß nicht genau, wie man dieses "offen" wertet oder werten kann, ich hoffe nicht als geschwätzig.

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 16:55 Uhr

Hm, das hoffe ich auch...aber bezogen auf die Arbeit mit den Kindern hat es vielleicht einen anderen Stellenwert...wenn es jetzt auf den Kontakt zu den Eltern bezogen wäre...wäre es vielleicht etwas anderes..., oder?

Beitrag von nobility - 28.09.11 - 16:55 Uhr

Richtig !

Beitrag von suny123 - 28.09.11 - 17:00 Uhr

Glaube ich auch, aber bei den Kollegen wiederholt es sich, ich hoffe es ist da dann auch so gemeint.

Lg

Beitrag von nobility - 28.09.11 - 16:55 Uhr

Alles ist bestens. Jedoch der letzte Satz gefällt mir nicht.

Und zwar;

" Wir wünschen ihr, dass es ihr gelingen möge, in gleicher Weise Hervorragendes zu leisten ".

Solll das heißen, dass dir woanders diese Leistung nicht gelingt ? Ich meine, wenn du Hervorragendes zu leisten vermagst, kommt es nicht darauf an wo und bei wem und mit wem. Darüber braucht man auch keine Hoffnung zu haben indem man dir das besonders wünscht.

Eine andere Schlussformulierung könnte besser aussehen zu dem sonstigen gut geschriebenen Zeugnis.

Gruß
Nobility

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 16:59 Uhr

Na ja, dazu muss man vielleicht wissen, dass ich erst im zweiten Semester des Studiums bin und halt noch viel vor mir habe -ich denke, dass es eher darauf bezogen ist. Meine Noten bisher sind prima -habe einen SChnitt von 1,4.

LG

Andrea

Beitrag von manavgat - 28.09.11 - 17:11 Uhr

Entweder, diejenige die das geschrieben hat, hat keine Ahnung vom Zeugnisschreiben oder aber es hat ein Problem mit Deiner Person gegeben.

Ich lese das als übermotiviert

spontanes Einspringen (war das ohne Absprache?)

die Qualität Deiner Konzepte, bzw. deren Anwendbarkeit fehlt völlig.

und der letzte Satz liest sich wie: wir sind froh, wenn sie andere nervt, da sie sich überschätzt.

Wie gesagt, wenn es nicht so ist, dann haben die keine Ahnung vom Zeugnisschreiben.

Gruß

Manavgat

Beitrag von suny123 - 28.09.11 - 17:17 Uhr

Hallo,
ich habe auch geantwortet, irgendwas hat mir da nicht gefallen, aber du bringst es auf den Punkt, übermotiviert und warscheinlich zu "offen".

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 17:20 Uhr

Klingt ja schlimm!

Nein, das Einspringen war nicht ohne Absprache, sondern ich wurde vorher gefragt, ob ich das machen würde!

Gesagt bekam ich für meine Projekte, man wäre traurig, wenn ich gehe, weil es so sei, als wäre ich schon immer da gewesen. Mir hat nie jemand gesagt, ich solle mich mehr zurückhalten oder irgendwas an meinen Projekten sei schlecht geplant o.ä....ich habe mich immer sehr gut aufgehoben da gefühlt und wir waren uns einig, dass man mit mir offen reden kann, wenn meine Arbeit nicht o.K. ist...

Bin total verwirrt.

Beitrag von suny123 - 28.09.11 - 17:28 Uhr

Naja, aber wenn du dich nur mit dem Zeugnis bewirbst, dann kennen ja die anderen Firmen nicht die Hintergründe, sondern sie lesen nur dieses Zeugnis.

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 17:22 Uhr

Sollte ich also nochmal nachhaken? Bzw. das Gespräch mit der Anleitung und Gruppenleitung suchen?
Habe ihr das Zeugnis nach dem ersten Durchlesen schon gegeben, weil so viele Rechtschreibfehler drin waren....will ihr doch auch nix böses

Beitrag von suny123 - 28.09.11 - 17:30 Uhr

Die wollen dir auch nichts böses, warscheinlich kennen sie sich nicht so richtig aus.

Beitrag von silberfunken - 28.09.11 - 18:00 Uhr

Hi,

das Zeugnis ist super.

Man darf und sollte dies nicht mit einem Zeugnis vergleichen, welches in der Wirtschaft angewandt wird.

Hier sind Termini einer Kindertagesstätte und das Zeugnis werden eben auch Leitungen von Kindertagesstätten lesen.

Der Schluß mit dem Hervorragenden ist vielleicht etwas zu Dick aufgetragen, aber ansonsten kann man das in diesem Bereich nicht anders verstehen.

Viele Grüße,

Silberfunken

Beitrag von lisasimpson - 28.09.11 - 19:17 Uhr

Das ist ein typisches zeugnis einer kita- und in diesem sinne absolut super!

Zum Glück müssen wir Pädagogen noch nicht so verquere Zeugnisformulierungsphrasen verwenden, sondern schreiben wie es ist.

jeder halbwegs vernüftige mensch in diese mbereich liest dein zeugnis als:
du wars sehr motiviert, alles hat gepaßt.

welche neindruzck hattest du denn, daß du jetzt hier fragen mußt?
es gab doch sicehr auch persönliche rückmeldungen ,doer?!

Sinnvoll ist so ein praktikum nur dann, wen ndu am ende eine realsitische selsbt. und fremdeinschätzung mit rausnimmst- wenn du nicht weiß, was die stelle über dich dachte, ist was schief gelaufen

lisasimpson (p.s. du studierst in köln, gelle- bei welchem prof bist du denn da, wenn ich fragen darf?!)


Beitrag von a79 - 28.09.11 - 19:59 Uhr

Hallo,

ich habe sehr gute Rückmeldungen bekommen, und hatte auch das Gefühl, man gehe sehr offen mit mir um. Nach meinem eigenen Ermessen hatte ich großes Glück mit dieser Praxisstelle, weil alles sehr harmonisch lief und ich gut reingekommen bin, sowohl in das Team als auch in der Arbeit mit den Kindern. Ich hatte nur den Eindruck, meine Gruppenleitung hätte sowas noch nicht so häufig geschrieben und wollte daher mal nachfragen -soviel zum Hintergrund.

Ich bin bei Prof. Strätz, Prof.Stieve (Studiengangsleiter) und Frau Prof. Tschöpe-Scheffler.

LG

Andrea

Beitrag von lisasimpson - 28.09.11 - 20:11 Uhr

genau das lese ich aus dem Zeugnis raus.
mich hats nur verwunder, daß du hier nochmal nachfragst- denn mir erschien doch alles klar gewesen zu sein

ach so- du studierst an der B.a- jetzt verstehe ich auch die 3 Monate Praktikum...

schade, ich dachte du bist an der Uni köln:)

lisasimpson

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 22:21 Uhr

Wieso schade?

Beitrag von lisasimpson - 28.09.11 - 22:30 Uhr

nein, nein, ich dachte du könntest ein bißchen "aus dem nähkästchen" plaudern.
Ich kenne dort den ein oder anderen...

lisasimpson

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 22:43 Uhr

Ne, entschuldige, kann nicht aus dem Nähkästchen plaudern...hast du dort studiert?
Ich bin trotzdem immer ganz begeistert, mit welchen Professoren unsere FH so "ausgestattet" ist...da sind ein paar echte Vorbilder für mich dabei...

LG

Andrea

Beitrag von lisasimpson - 28.09.11 - 22:52 Uhr

schön wenn es dir gut gefällt.

nein, ich habe nicht dort studiert- habe aber freunde dort

lisasimpson

Beitrag von a79 - 28.09.11 - 23:01 Uhr

Danke auf jeden Fall für Deine Antwort! Nach dem Post von mangavat habe ich schon rumüberlegt, ob ich doch irgendwas übersehen hatte und mir dort jemand was böses will...alles quatsch! Wenn ich mir meine Kommilitonen so anhöre, habe ich echtes Glück gehabt: ich durfte viel ausprobieren und meine eigenen Erfahrungen machen. Man hat mir zwar mit Rat und Tat zur Seite gestanden, sofern ich dies wollte, mir sonst aber auch viel Freiraum gelassen. Den kollegialen Austausch dort fand ich erstklassig - so viel Reflexion hatte ich mir während der Praxisphase nicht vorgestellt...das hat mich wirklich weitergebracht! Von daher werde ich meine Praxisstelle wohl mit einenm lachenden und einem weinenden Auge verlassen - lachend, weil es doch sehr zeitaufwändig war, 13 Wochen mit 35 Wochenstunden, 2 Kindern und den Aufgaben für die FH zu meistern und weinend, weil mir die Einrichtung, die Kinder, Erzieher und auch manche Eltern so ans Herz gewachsen sind...

Ich freue mich aber auch scon wieder auf meine 3-Tage-Woche an der FH...und mein Mann und meine Kinder auch!

LG

Andrea

Beitrag von lisasimpson - 28.09.11 - 23:09 Uhr

aber kommst du nicht nochmal dorthin ins Praktikum?

ich kenne das Konzept der BA: nur aus Baden-Würtemberg (und natürlich auch nur aus Diplom-zeiten)- da waren praxis und Studium immer im 3- Monats-wechsel (und du hast in der zeit auch Geld verdient)

aber laß dich blos nicht irre machen wegen des zeugnisses- das ist genau das, was dir auch mitgeteilt wurde.
nur weil irgendwelche damen hier denken, jeder müßte hohle phrasen verfassen und wolle einen doch immer nur irgendwie übers ohr hauen- so ist das im realen leben doch nicht immer so.

dann wünsche ich dir gute nerven und viel erfolg- ist sicher nicht einfach das ganze mit Familie gebacken zu bekommen!

lisasimpson

Beitrag von kleine1102 - 28.09.11 - 22:24 Uhr

Hallo Andrea,

so weit erstmal ganz okay.


"Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie mit großem Fleiß und Interesse."

Dieser Satz würde mich stören. Klingt wie, "Sie hat sich sehr bemüht, aber es hat nicht so wirklich gut geklappt.". Besser wäre, "... erledigte sie stets zu unserer vollen/vollsten Zufriedenheit.".


"Frau... gelang es sehr gut, einen vertrauensvollen Kontakt zu den Eltern aufzubauen."

In diesem Satz wäre das Wörtchen "angemessen" noch gut. "Nur" "vertrauensvoll" klingt (übertrieben gesagt), als wärst Du schnell mit den meisten Eltern "per Du" gewesen und hättest ihnen Deine halbe Lebensgeschichte erzählt.

Der erste Teil des letzte Satzes ist absolut merkwürdig, hört sich an, als ob eine solche "Glanzleistung" nur einmal "vollbracht" werden könne ;-) :-p!

Der "Rest" klingt ganz gut, Note aus meiner Sicht eher 2-3 (Tendenz "Richtung 3"). Das Problem ist, dass Vieles anders gelesen/wahr genommen wird, als es geschrieben wurde/gemeint ist. Letztlich liegt es immer im Ermessen des Einzelnen, wie er/sie urteilt.

Viele Grüße,

Kathrin