Evolution, damals und heute

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Beitrag von stoerfaktor - 04.10.11 - 15:38 Uhr

Natürliche Selektion, das Überleben der Stärkeren - das ist die gängige Definition der Evolution. Nun könnte man sagen, dass dies nicht mehr notwendig wäre, dass genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um alle Menschen zu ernähren und ein lebenswertes Leben leben zu lassen.

Aber dem ist ja nicht so. Täglich verhungern eine Vielzahl an Menschen, werden in Konflikten getötet. Eigentlich kein Unterschied zu dem, was die Natur Urzeiten ausmacht. Selektion.

Ist das unsere neue Definition der Evolution? Sorgen wir somit dafür, dass unser Planet nicht überbevölkert wird? Ist die Solidargemeinschaft ein Modell, für das wir eigentlich gar nicht geeignet sind? Und haben wir nicht, im Kleinen wie im Großen ein System dass die Starken bevorzugt?

Das ging mir mal so durch den Kopf.

Beitrag von .doctor-avalanche. - 04.10.11 - 15:44 Uhr

Die Frage, die sich mir dabei zunächst stellt: Ist der Mensch noch Teil dieser Evolution oder steht er außerhalb und kocht sein eigenes Süppchen, parallel zur Natur und ihrer Evolution?

Beitrag von stoerfaktor - 04.10.11 - 15:55 Uhr

Wenn wir die Evolution als Prozedur sehen, die den Stärksten, Fähigsten selektiert, ohne Berücksichtigung der physischen oder intellektuellen Fähigkeiten - dann sind wir noch mitten in der Evolution.

Ob es eine Variante einer Amöbe ist, die sich gegen andere durchsetzt oder ein Mensch, ist dann egal.

Man könnte fragen, ob man noch das einzelne Wesen oder einen Verbund von Wesen betrachtet - letzteres könnte ein agressiver Staat sein, der andere militärisch in die Knie zwingt.

Beitrag von ninnifee2000 - 04.10.11 - 15:59 Uhr

Selektion gehört für mich zur Evolution.

Daher denke ich doch, dass der Mensch noch Teil der natürlichen Evolution und Auslese ist.

Große Fische fressen auch kleine Fische und tragen zu derem Verschwinden bei (nur ein einfaches Beispiel). Oder andere kleine Fische lernen sich mit irgendwelchen Hilfsmitteln zu wehren. Alles Evolution...

Beitrag von stoerfaktor - 04.10.11 - 16:20 Uhr

Ja. Und es ist eben nicht nur die Stärke, die bei den Menschen den Schwächeren (im übertragenen Sinne) fressen lässt.

Wir fressen nicht die schwächeren und pflanzen uns danach fort. Wir betrügen, hintergehen, täuschen. Eine Weiterführung der Selektion bzw. Evolution.

Beitrag von serafina.1 - 09.10.11 - 11:22 Uhr

natürlich ein teil dieser evolution
- wenn er auch denkt, er würde sein eigenes süppchen kochen..;-)
LG
serafina.

Beitrag von ninnifee2000 - 04.10.11 - 15:50 Uhr

Du hast es auf den Punkt getroffen.

Beitrag von roscoe - 04.10.11 - 16:25 Uhr

Ist es doch noch immer so, dass die Stärkeren überleben. Evolution halt. Doch die Selektion findet nicht mehr über schiere körperliche Kraft und Überlegenheit statt.

Wer hat die Waffen?

Wer hat die Nahrungsmittel?

Wer hat Bildung und Know-How?

Wer hat die Rohstoffe und Bodenschätze?

Sind das nicht die modernen Insignien der "Stärkeren"? Und ja, ich denke, "wir" setzen die Insignien der Stärkeren dafür ein, um möglichst lebens- und konkurrenzfähig zu sein. Und ebenfalls ja, "wir" sind kaum in der Lage dazu (oder Willens?), eine weltweit-gerechte Verteilung anzustreben.

Warum? Besitzstandswahrung? Ist "uns" überhaupt daran gelegen, dass wir anderen dabei helfen, auf unser Niveau kommen?

Ein gleichstarker "Mitspieler" bedeutet immer auch einen potentiellen Konkurrenten und eine latente Gefahr für die bisherigen Kräfte- und Machtverhältnisse. Und da hast du es wieder: Der Stärkere setzt seine Pfunde ein, um möglichst weit oben auf den Stufen zum persönlich-egoistischen Olymp zu stehen. Und natürlich betreibt er dadurch auch mittelbar eine Art der Bevölkerungskontrolle.

Beitrag von serafina.1 - 09.10.11 - 11:28 Uhr

nicht der, der der stärkere ist, sondern laut darwin der "passendere".
passender insofern, als er mehr nachkommen hinterlässt.
es geht nicht darum, was vorher, währenddessen und nachher passiert, -
ob der mensch jetzt besitz hat und wissen und wenn ja, in welcher form ist völlig egal- für die evolution zählt nur, wer sich genetisch für die zukunft durchsetzt ggü der konkurrenz- und das ist nun mal derjenige der am meisten nachkommen hinterlässt.
ob er und seine nachkommen jetzt mozart hören und drei chalets besitzen oder in einer lehmhütte wohnen ist dabei völlig egal.
ich würd sogar etwas zynisch sagen, der überlebenstrieb ist in der lehmhütte sicher höher..;-)
übrigens: der persönlich-egoistische olymp ist für die, die genetisch aussterben wollen, sicher eine tolle und interessante option :-)
LG
serafina

Beitrag von roscoe - 04.10.11 - 16:38 Uhr

"Ist die Solidargemeinschaft ein Modell, für das wir eigentlich gar nicht geeignet sind?"

Das "Erfolg" einer Solidargemeinschaft nimmt mit der zunehmenden Zahl ihrer Mitglieder ab. Je weniger Menschen beteiligt sind, desto erfolgversprechender ist eine natürliche Solidargemeinschaft (im Gegensatz zu einer angeordneten Solidargmeinschaft, z.B. eines Staates)

Ein Fahrgemeinschaft unter Arbeitskollegen wird immer harmonischer und erfolgversprechender sein, als riesige Solidarprojekte wie z.B. die Welthungerhilfe. Warum? Weil die einzelnen Mitglieder dieser Solidargemeinschaften immer um Ausgleich bestrebt sind/sein werden. Bei der Fahrgemeinschaft heißt es dann: "Heute fahre ich, dann fährst morgen du." Fehlt dieser Ausgleich, wird es schwierig für den inneren Halt dieser Gemeinschaft. Denn wenn z.B. immer nur einer fahren muss und der andere sich zum Ausgleich nicht einmal an den Benzinkosten beteiligt, ist der innere Halt sehr schnell gefährdet.

Beitrag von stoerfaktor - 04.10.11 - 16:50 Uhr

Ich stimme Dir zu, aber vielleicht geht es nur zum Teil um die Größe der Gemeinschaft, sondern eher um die Vielfalt, die Heterogenität.

Beitrag von roscoe - 04.10.11 - 16:58 Uhr

Hmm, ich befürchte ich weiß grad nicht, wie du das meinst.

Ich denke, eine natürliche Solidargemeinschaft ist wohl überwiegend ein Projekt von Philanthrophen und Idealisten - und damit doch eine recht homogene Truppe, oder?

Beitrag von stoerfaktor - 04.10.11 - 17:10 Uhr

Ich meinte eine Mischung von Gutsituierten und Schlechtsituierten. Solange es einigermaßen ausgewogen ist, kann das funktionieren.

Wenn der Gutsituierte den Eindruck hat, die Zahl der Schlechtsituierten wächst stetig und er muss zuviel zu deren Auskommen beitragen, wird er sich irgendwann querstellen.

Beitrag von widowwadman - 04.10.11 - 20:24 Uhr

Du scheinst nicht wirklich zu verstehen was Evolution ist, dein Posting ist reiner Bloedsinn.

Hier mal ein Einsteigerlektuere Tip
http://www.amazon.de/Flosse-neuer-Blick-Ursprung-Arten/dp/3455112471/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1317752575&sr=1-4

Beitrag von ..leopoldina.. - 04.10.11 - 20:51 Uhr

Ja. Merkwürdig seine "gängige" Definition von Evolution.
Was er meint, ist sicher Soziobiologie des Menschen. http://de.wikipedia.org/wiki/Soziobiologie Aber wer will schon über eine Pseudowissenschaft diskutieren.

Beitrag von stoerfaktor - 05.10.11 - 11:07 Uhr

Danke für den Tip, aber ich dachte es wäre aus meinem Post klar erkennbar auf was ich hinaus wollte.

Beitrag von zeitblom - 04.10.11 - 20:54 Uhr

"Überleben der Stärkeren"

Keine Ahnung, woher diese falsche Uebersetzung kommt bzw. wer sie in den Umlauf gebracht hat. Es geht aber darum, dass nicht der Staerkere ueberlebt sondern wer "fit" ist, also faehig, anpassungsfaehig, ueberlebensfaehig.

Beitrag von purpur100 - 04.10.11 - 22:52 Uhr

fit = angepasst, passend - Du und deine Wortklaubereien:-p wenns ums Überleben geht, ist der am besten angepasste letztlich der Stärkere.

Beitrag von .doctor-avalanche. - 05.10.11 - 10:01 Uhr

Das Wort "Stärke", was man mit physischer Kraft und Überlegenheit, Größe und Ausdauer gleichsetzt, ist aber missverständlich.

Überlebt hat stets die Spezies, die sich den jeweiligen Umweltbedingungen am Besten anpassen konnte. Stärke in benannten Sinne hat damit eigentlich gar nichts zu tun.

Beitrag von purpur100 - 05.10.11 - 10:25 Uhr

Stärke im bekannten Sinne? Die missverständliche Interpretation des Wortes?

Besteht wohl nur bei bestimmten Menschen und da mit Absicht nach dem Motto "wer anderer Meinung ist dem zieh ich eins über". Oder so #cool

Beitrag von lassiter - 05.10.11 - 13:25 Uhr

Manche verwechseln Stärke auch mit Hinterfotzigkeit und Lügen.



Josef

Beitrag von zeitblom - 05.10.11 - 15:08 Uhr

Verstehen ist Deine Staerke aber nicht, oder? Aber vielleicht hast Du andere Staerken, und man darf Dich zu Recht stark nennen???? Dann aber frage ich mich, wer oder was nicht stark ist....

Beitrag von serafina.1 - 09.10.11 - 11:37 Uhr

richtig.
anpassen im sinne von:
unter den jeweiligen umweltbedingungen am meisten nachkommen hinterlassen.
LG
serafina

Beitrag von stoerfaktor - 05.10.11 - 11:05 Uhr

Einigen wir uns auf Stärke als Attribut für die Anpassungsfähigkeit.

Beitrag von julia2809 - 05.10.11 - 00:33 Uhr

Evolution ist die Veränderung der Allelhäufigkeit eines Genes im Laufe der Zeit innerhalb einer Population.
Die Natur "denkt"sich nichts dabei. Manche Anderungen sind vorteilhaft, andere nicht.
Menschen nehmen eine Sonderstellung ein, denn wir sind der Natur-zumindest hier- nicht mehr unmittelbar ausgeliefert. Frauen, die ein sehr schmales Becken haben, entbinden heute per sectio und vererben diese Beckenkonfiguration an ihre Töchter und die natürliche Selektion ist ausgeschaltet.
Diese Sonderstellung innerhalb der Natur ist durch unsere Intelligenz begründet. Diese große intellektuelle Leistungsfähigkeit führt auch zu dazu, daß wir sowohl als Individuen als auch als Gesellschaft eine riesige Bandbreite an Entscheidungsmöglichkeiten haben.
Die Triebfeder für Individuen ist und bleibt dabei eine Form von Egoismus.
Wohnen alle in Lehmhütten und einer besitzt ein Fahrrad, so weckt das die Begehrlichkeiten der anderen und sie möchten auch eins besitzen.
Wohnen alle in Häusern und haben Autos, so ist die Hütte mit Fahrrad nicht mehr viel wert.Neben einem absoluten Wert haben die Dinge also auch einen relativen Wert, der vom jeweiligen Zeit- und Kulturkontext abhängig ist.
Im Laufe unserer Sozialisation lernen wir, daß es auch Dinge gibt, die uns indirekt zugute kommen und daß wir Tauschgeschäfte eingehen müssen. Niemand zahlt gerne Steuern, aber weil ich weiß, daß davon meine Kinder unterrichtet werden und im Winter die Srrassen geräumt werden, sehe ich es ein.Letztlich muß ich das Gefühl haben, von einer Sache zu profitieren. Je abstrakter und weiter entfernt die Dinge sind, umso seltener stellt sich das Gefühl ein einen Nutzen aus etwas zu ziehen.
Wenn man irgendwen auf der Staße fragt, ob er es besser fände, wenn kein Kind irgendwo mehr hungern müßte, so werden die wenigsten "nein" sagen. Würde man jedoch zusätzliche Steuern erheben um das Geld in die Entwicklungshilfe zu stecken, gäbe es Proteste.Würde man den Leuten irgendwie plausibel machen, daß sie auch einen Nutzen davon haben( Weihnachten gibts dafür ein gutes Gewissen für Spenden), dann würde niemand verhungern.
Evolution und Empathie sind zwei verschiedene Paar Schuhe......