Anders sein unerwünscht? Oder wirklich bedenklich? SORRY LANG!

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Beitrag von fruehnebel - 07.10.11 - 12:04 Uhr

Hallo zusammen,

normaler Weise bin ich eher stille Mitleserin im Forum Kindergartenalter, aber jetzt benötige ich dringend Euren Rat bzw. Meinung.

Ich versuche mal von vorne anzufangen:
Mein Sohn (3 Jahre und 3 Monate) hatte lange Zeit unbemerkte beidseitige Paukenergüsse, so dass er lt. Hörtest erst ab 50db Geräusche wahr nehmen konnte. Bei der OP im Februar wurden Röhrchen eingesetzt und Polypen entfernt. Durch die Beschaffenheit des Sekrets kam die Schlussfolgerung des Arztes, dass er diese Ergüsse MINDESTENS sechs Monate hatte. Was soll ich sagen, wir haben es einfach nicht bemerkt :-( Immer wenn ich beim KiA seine schlechte Sprache anmerkte, meinte dieser: Ach das ist alles noch im Rahmen...

Mal von den Vorwürfen abgesehen, das nur zur Vorgeschichte...

Ich hatte nun ein Gespäch mit der Kita, in die mein Sohn seit vorigem Jahr geht (hier ist auch aufgefallen, dass er nicht richtig hören kann).

Erst wurde angemerkt, dass es "Wahnsinn" sei, wie er sprachlich aufgeholt hat in einem halben Jahr. (Von vielleicht zehn undeutlichen Wörtern zu kompletten Sätzen, auch teils in der Richtigen Zeitform).

Allerdings gibt es unzählige Dinge, die den Erziehern wohl zu denken geben... Ich versuche mal alles Stichpunktartig zusammenzufassen:
- Er kann es nicht ertragen, wenn ein Kind kleckert oder krümelt. Es MUSS weg gemacht werden.
- Er findet keinen Kontakt mehr zu Gleichaltrigen. Nur zu ganz kleinen oder viel älteren Kindern
- Er spielt anders, als Kinder in seinem Alter. Andere spielen z.B. "Situationen" (Feuerwehr löscht das Feuer), ihn interessiert nur der Schlauch. Wie ist er befestigt? Wie weit lässt er sich biegen? usw. Er baut nur gerade Linien, die auch immer exakt sein müssen und niemand anfassen darf. Das gleiche mit Autos. Alle müssen aufgereiht sein und keins darf aus der Reihe genommen werden. Er spielt immer alleine #schmoll
- Er kann wohl manches nicht nachvollziehen. Warum er vor den Schuhen, die Hose anziehen soll.

Naja, die Liste ging noch weiter, aber das fällt mir spontan jetzt ein #schwitz

Wenn ich darüber nachdenke, ist es zu Hause genauso. Er spielt machche Sachen besonders gerne und auch sehr ausgiebig. Aber ist das so komisch?

Dann wurde ich noch gefragt, ob er Rituale hat? Naja, sein ganzer Tag ist ein Ritual. Das muss auch immer so sein. Aber sagt man nicht, Kinder brauchen so was?

Weiter... Was ich finden würde, was er besonders gut kann...
- Ich sage ihm wo wir hin fahren (Oma, Einkaufen, Stadt, Kita, bestimmte Personen) und er weiss immer genau den Weg. Wehe ich muss noch Tanken oder einen anderen Zwischenstop einlegen... Dann werde ich immer sofort angemault... :-p
- Er interessiert sich für Formen, Funktionen und so. Alles technische und Geradlinige. Schwer zu beschreiben #hicks

Wenn ich ihn frage, wer denn sein bester Freund in der Kita sei, dann sagt er: Ich selbst :-( Wenn ich weiter nachfrage, dann kommt: "Natürlich Mama, wer auch sonst."

Mir wurde nahegelegt mich an die Frühförderstelle zu wenden. Habe nun auch einen Termin Ende des Monats.

So, bitte ihr jetzt ... Warum ist das alles so bedenklich? Ja, er ist mit Sicherheit "anders", aber ist das so falsch?

Bin einfach total verwirrt. #schmoll und will ja auch nicht, dass er zum Aussenseiter oder so wird.

Danke fürs Lesen #danke

Beitrag von xyladecor - 07.10.11 - 13:18 Uhr

Hallo,
ich habe mir deine Schilderung durchgelesen und vermute nun, dass die Erzieherinnen ausschließen wollen, dass dein Sohn eine autistische Störung (Asperger oder atypischer A., welches beide eher mildere Formen sind als der frühkindliche) entwickelt.
Vielleicht macht sich die Tatsache stutzig, dass dein Sohn Beziehungen zu Gleichaltrigen ablehnt, starr auf seine Gewohnheiten beharrt und sich eher fürs Detail als fürs Ganze interessiert. Das alles können Symptome einer autistischen Störung sein, die im Kindergartenalter entstehen kann.

Es schadet sicher nicht, wenn das abgeklärt wird. Es kann sich auch sehr gut herausstellen, dass dein Kind einfach nur eher ein Einzelgänger ist und sich Sicherheit durch Rituale holt, schließlich hat sich seine Welt durch das plötzlich verbesserte Hörvermögen enorm verändert und nun muss er sich plötzlich damit zurechtfinden. Da ist es mehr als verständlich, dass er erst mal keine weiteren Veränderungen wünscht.

Aber wie gesagt, ich vermute, dass die Erzieherinnen einfach ausschließen möchten, dass sich da eine Störung anbahnt. Wenn sich herausstellt, dass alles ganz normal ist, kann man einfach in bestimmten Situationen besser reagieren, als wenn man dauernd im Hinterkopf hat: "Vielleicht ist da doch...!!"


Aber bitte mach dich nicht verrückt. Was du geschildert hast, erinnert an Autismus, aber die Wahrscheinlichkeit liegt in etwa bei 3-5 zu 1000..., also ist es eher unwahrscheinlich.

Wenn es dich interessiert, kannst du ja mal hier nachlesen, das finde ich eine recht gute Seite mit verständlichen Beschreibungen. Du kennst dein Kind am besten und kannst ja evtl. beim Durchlesen schon feststellen, dass das auf ihn nicht zutrifft.

http://www.onmeda.de/krankheiten/autismus.html

Ich wünsche dir alles Gute!!
LG

Beitrag von fruehnebel - 07.10.11 - 13:43 Uhr

Lieben Dank für Deine Antwort und den Link.

Beim Lesen der Seite habe ich schon ein sehr komisches Gefühl gehabt :-(

Es passt wirklich viel. Vor allem die Asperger-Form hat doch sehr viele Parallelen zu seinem Vehalten.

Aber ich werde einfach abwarten. Bleibt mir ja nichts anderes übrig #schmoll

Du kennst Dich so gut aus. Hast Du selber oder Dein Kind damit Erfahrungen?

Das wirbelt mich alles so unglaublich auf. :-(

Beitrag von xyladecor - 07.10.11 - 13:55 Uhr

Ich selber bin Sonderpädagogin und Sprachheilpädagogin und habe daher oft mit den unterschiedlichsten autistischen Störungen zu tun.

Ganz wichtig ist jetzt, dass du dich nicht verrückt machst. Klar, das Verhalten deines Kindes ist nicht so wie das der anderen Kinder, aber es muss nicht gleich eine Störung sein. Außerdem gibt es Asperger-Autisten, bei denen nur ein Fachmann wirklich feststellt, dass ein Autismus vorliegt und die Kinder führen dann ein ganz normales Leben.

Aber es schadet nicht, sich mal langsam mit der Thematik zu befassen, halt einfach nur ein paar Eckbegriffe zu kennen. Aus meiner Erfahrung sind die Diagnosen am schlimmsten für die Eltern (egal ob es sich um eine leichte Einschränkung oder eine wirklich schwere Störung handelt), wenn es sie völlig unvermittelt trifft. Eltern, die vorher schon mal von einem Störungsbild gehört haben und vielleicht auch schon (z.B. im Internet) viele Beispiele gefunden haben, wo es einfach klappt, dann fällt es ihnen viel leichter, sich der neuen Herausforderung zu stellen und an ihr zu wachsen und das Besondere am Kind schätzen zu lernen.

Wenn nix ist, ist die Freude natürlich um so größer!!

Ich wünsche dir alles Gute!

Beitrag von krokolady - 07.10.11 - 14:11 Uhr

ich schliesse mich meiner Vorschreiberin an: Es deutet vieles auf Autismus hin - darum wäre ein Check wirklich angebracht.

Klar brauchen Kinder Rituale......aber nicht zwingend für Alles! Sondern eher fürs Zubett gehen z.B.........diese Rituale sind dafür da das Kinder beruhigter sind.
Wenn aber Rituale den Tagesablauf bestimmen müssen damits dem Kind gut geht ist das nicht "normal"

Mach einen Termin im SPZ und gleich bei Terminvereinbarung sagst am besten das Du mit dem Arzt über Autismus-Verdacht sprechen willst......denn es kann sein das dann gar nicht erst ins SPZ musst, sondern direkt in eine Autismus-Sprechstunde / Ambulanz.

Beitrag von kati543 - 07.10.11 - 16:43 Uhr

Als ich deine Geschichte gelesen habe, habe ich das selbe gedacht, wie meine Vorschreiberinnen. Und als allernächstes ist mir noch etwas aufgefallen. Irgendwie gibt es in letzter Zeit sehr viele solcher Kinder und Erwachsene, die "plötzlich" Autisten sind (meine Söhne haben seit Jahren so eine Gratwanderung zwischen Autist und Nicht-Autist). Ja, viele dieser Dinge, die du genannt hast, sind Dinge, die Autisten tun. Es sind aber auch Dinge, die teilweise gesunde Kinder gern tun. Dinge untersuchen auf ihre FUnktionsweise ist nichts unübliches. Es ist nie falsch, anders zu sein. Alle sind anders. Niemand gleicht dem anderen und das ist gut so. Aber FALLS dein Sohn Autist ist, wird er VIELLEICHT füher oder später Verhaltensweisen an den Tag legen, die dich zum Verzweifeln bringen. Und dann ist es gut zu wissen, warum er das macht, bzw. noch besser wäre es, wenn er vorher gelernt hätte, genau das zu vermeiden. Dein Sohn würde Anrecht auf gewisse Nachteilsausgleiche im Leben haben. Sowohl in der Schule, als auch in seiner Freizeit.
Die neueste Definition der "Autismusspektrumsstörung" ist viel weitreichender gefasst, als früher der "reine" Autismus.

Beitrag von loewenhummel - 07.10.11 - 21:43 Uhr

"- Er findet keinen Kontakt mehr zu Gleichaltrigen. Nur zu ganz kleinen oder viel älteren Kindern "

Ich kenne mich nicht so sehr aus, aber bei Autismus ist doch eher generell die Kontaktaufnahme beeinträchtigt. Das mit den Altersunterschieden wird oft bei sehr intelligenten (gesunden!) Kindern gesehen.

Das "Anmaulen" beim Tanken: Nörgeln würde ich normal finden, bedenklich wäre eher brüllen oder kreischen.

Meine (aber erst knapp zwei Jahre alte) Tochter mag es auch nicht, wenn ihr was beim Essen runterfällt, dann biegt sie sich auch vom Hochstuhl in alle Richtungen, um zu sehen, wo es hin ist und will es unbedingt wieder haben.

Das mit den Schuhen vor der Hose: Kann auch ein purer Dickkopf sein (haben wir auch hin und wieder, aber wie gesagt jünger).

Vielleicht beruhigt dich das erstmal und du kannst die Zeit bis zum Arzttermin entspannter hinter dich bringen!

Beitrag von froehlich - 08.10.11 - 00:27 Uhr

Oh je! Dein Kind ist DREI! Ganz ehrlich? Bei allem Respekt vor den Erzieherinnen, die vielleicht übervorsichtig sind und (wie andere hier schrieben) bestimmte Krankheitsbilder ausschließen wollen.....ist dieser Hype wirklich nötig?! JETZT schon? Ich sag Dir was: ich bin hier eigentlich nur stille Leserin, habe zwei gesunde Jungs zu Hause....aber vieles, von dem Du schreibst kenne ich von den Kleinkinderjahren meines heute 8-jährigen Sohnes nur zu gut. Unser Großer hatte richtige Ticks...bestimmte Dinge mussten/durften IMMER so und nicht anders gemacht werden, das ging so weit, daß Türen nur auf eine bestimmte Art und Weise geöffnet werden durften, er hatte richtige "Drehbücher" im Kopf, und wehe wenn etwas anders lief als erwartet... . Situationen nachspielen war auch NIE was für ihn (er hat auch nie wirklich mit Playmobil etc. gespielt), dafür war er mit 4 schon ein kleiner Weltraumforscher. Und so weiter.... . Wir haben das alles sehr gelassen gesehen. Heute ist er in der zweiten Klasse, ein super Schüler, beliebt, aber immer noch einer von denen, die lieber öfter auch mal was für SICH spielen und keine Lust auf ständige Kontakte haben. Na und? Man muß nicht in ALLES irgendwas hineininterpretieren. Vielleicht wird Dein Sohn mal einer von diesen Ein-Mann-Welt-Umseglern, die einen Rekord im Einhandsegeln aufstellen oder Höhenbergsteiger ODER er wird was ganz anderes und hat mit vielen Menschen zu tun. Er ist klein jetzt und er hat gerade riesige Umwälzungen in punkto Ohren hinter sich gebracht. Mein Rat: lass Dich nicht verunsichern, lass Dich nicht verrückt machen. Warte ab und LASS ihn erst mal. Wenn Du erst mal in der Untersuchungsmühle drin bist, kriegst Du schnell einen Stempel ab. Und das ist nun (beruflich!) einfach wirklich meine Erfahrung, die ich keinem meiner Kinder zumuten wollen würde.

LG, babs

Beitrag von krokolady - 08.10.11 - 10:13 Uhr

Du hälst es also für übertrieben und unnötig eine evtl. vorhandene Krankheit auszuschliessen?

Wenn eins Deiner Kinder häufig über Kopfweh klagt......sagst Dir dann auch das des normal ist, grad vielleicht zu Beginn der Pupertät.......???
Dann will ich Deine Reaktion mal sehen wenn hinter den Kopfschmerzen ein Tumor steckt der nicht mehr behandelbar ist weils zu spät erkannt worden ist.....

Stell dir mal vor das Kind der TE hat wirklich irgendwelche Wahrnehmungsprobleme oder sogar eine Form des Autismus, und die TE hats nicht abklären lassen weil Leute wie du ihr davon abraten.......

Lieber etwas ausschliessen lassen, als die Augen vor verschliessen und es damit evtl. noch verschlimmern

Beitrag von froehlich - 08.10.11 - 21:59 Uhr

Du schießt doch einfach weit über's Ziel hinaus! Bist Du irre? Einen Tumor (!) mit SOWAS zu vergleichen?! Komm mal wieder auf den Teppich! Ich habe mich nur gegen eine Form von Diagnose- und Förderwahn ausgesprochen, wie er nun mal leider hier in Deutschland manchmal grassiert - und habe zum ABWARTEN geraten, nicht zum Kopf in den Sand stecken! Meine Güte.....wie alt sind denn Deine Kinder? Wenn Du ältere Kinder hast/hättest(!?) wüsstest Du, wie oft irgendwelche Spleens oder Auffälligkeiten einfach von selbst wieder vergehen... . Gott sei Dank haben wir einen fitten, netten Kinderarzt, der genauso denkt und auch nicht gleich aus einer Mücke einen Elefanten macht. Übrigens auch bei deinem Kopfweh-Beispiel....da gibt's tausend Gründe für und deswegen wird heute nicht mehr jedes Kind gleich in den Computertomographen gesteckt.

Beitrag von krokolady - 08.10.11 - 22:19 Uhr

wie alt meine Kinder sind steht in der VK....und die Jüngste hat neben ihrer schweren Epi und geistigen Behinderung starke Autistische Züge.......und nicht nur "Spleens"

Wenn ein Verdacht auf irgendeine Krankheit besteht sollte man das abklären lassen.....und nicht einfach abtun als "Spleen" oder normal.
Sollte das Kind wirklich eine form des Autismus haben ist es wichtig es früh genug festzustellen und dementsprechend zu therapieren.
Ergibt die Untersuchung nix ist das prima......aber die Mutter kann sich später keine Vorwürfe machen das sie es nicht ernst genommen hat.

Beitrag von kati543 - 09.10.11 - 11:11 Uhr

"Meine Güte.....wie alt sind denn Deine Kinder? Wenn Du ältere Kinder hast/hättest(!?)"

Autsch... manchmal ist es besser die VK vorher zu lesen.


Im übrigen können dir fast alle Eltern behinderter Kinder bestätigen, dass Kinderärzte ihre Bedenken nicht ernst genommen haben. So wurde teilweise ein schwerbehindertes Kind jahrelang als angeblich normal entwickelt "durchgewunken", obwohl es nahe dem Tod war. So auch meine Söhne (damals 3 und 1 Jahr). Und als Mutter/Vater ist man nun erst einmal beruhigt, wenn der Spezialist (also der Arzt) sagt, alles ist in Ordnung. Mehr wollte man ja selbst nicht hören. Im U Heft meiner Kinder ist es einfach nachweisbar. Bei der alten Kinderärztin waren sie normgerecht entwickelt und unauffällig. Bei dem neuen Kinderarzt waren sie auffällig in allen Bereichen. Die alte Kinderärztin hat auch nicht erkannt, dass mein Jüngster einen Trigonocephalus hat, der normalerweise operiert werden muß im ersten Lebensjahr. Oder dass mein Großer einen Microcephalus hat. Oder die massive Fußfehlstellung. Oder dass mein Großer (was ich ihr erzählt habe) nicht mehr laufen kann und jeden 3. Schritt hinfällt - war ihrer Meinung nach normal. Das mein Großer nicht gesprochen hat, fand sie OK. Die etwas eigenwillige Ernährung meines Jüngsten fand sie auch normal.
Als wir das erste mal zum neuen Arzt (ist eine Gemeinschaftspraxis eines Ehepaars) gegangen sind (wegen einer U des Großen - ich hatte natürlich den Kleinen auch dabei), kam die Frau rein und sagte als allererstes "Oh Gott, das kann ich gar nicht, da muß ich meinen Mann holen." Nur zur Erläuterung: Ihr Mann ist Kinderneurologe. Als ich 2 Stunden später diese Praxis verlies, hatte er beide Kinder untersucht und gesagt, beide massiv auffällig. Ich hatte 7 Überweisungen in der Hand und sollte mich bei der Frühförderstelle und im SPZ für beide Kids melden.
Später hat mir die Lebenshilfe (die die Frühförderung macht) auch geraten, die Pflegestufe und den Schwerbehindertenausweis für beide Kinder zu beantragen.

Daniel hat seitdem die Pflegestufe 1 und zus. Betreuungsl. und den SBA 100 mit B, G, H und Omar hat die zus. Betreuungsl. und den SBA 70 mit H.
Und das haben 2 angeblich völlig gesunde Kinder - zumindest völlig gesund nach Meinung ihrer 1. Kinderärztin.

Beitrag von froehlich - 09.10.11 - 20:46 Uhr

Also sorry - das ist doch ein absolutes Extrembeispiel! Wie oft kommt denn sowas vor? Natürlich ist das furchtbar für Dich und ich kann sehr gut verstehen, daß Du Dein Vertrauen in die Ärzte verloren hast - aber weißt Du, umgekehrt kenne ich aus meiner Arbeit auch genügend Fälle, wo's umgekehrt war und den Kinder alles mögliche "angehängt" wurde, was sich später als nichtig herausgestellt hat..... . Deswegen: aufmerksam sein - JA - aber bitte abwägen und nicht immer gleich vom Schlimmsten ausgehen!

Beitrag von kati543 - 10.10.11 - 00:36 Uhr

Nein, das ist es eben leider nicht. Geh ins rehakids Forum, Schau etwas weiter oben in diesem Forum, da wurde auch ein Thread ueber dieses Thema aufgemacht. Aerzte blocken zu 99% immer die Bedenken der Eltern ab - meistens haben sie ja auch Recht, da fast alle Kinder gesund Sind. ABER: Es gibt nun mal auch Behinderte Kids. Die wenigsten Aerzte tun ihren Job gut und schauen wirklich, was dem Kind fehlt. Und dabei wurde Kindern schon mancher Schaden zugefuegt. Mein Juengster haette die OP gehabt - so war und ist es noch - eine Zitterpartie, ob das Gehirn nicht gequetscht wird. Mein Grosser haette viel eher mit Logo anfangen koennen und so waere ihm jetzt wahrscheinlich eine Sonderschule erspart geblieben. (Und bevor jetzt Steine fliegen: Nein, ich habe nichts gegen Sonderschulen, aber ich habe etwas gegen einen 27km langen Anfahrtsweg). Die FF haette fuer beide viel eher beginnen koennen. So waere der Entwicklungsrueckstand nicht so gravierend,...

Beitrag von anja570 - 09.10.11 - 23:52 Uhr

Zu Deinen Antworten sage ich auch nur Oje!

Wenn Du 2 gesunde Kinder hast, kannst Du wohl nicht wirklich mitreden.

Was hat das bitte mit Hype, oder Diagnose-u. Förderwahn zu tun?

Lies bitte mal weiter oben einen neuen Beitrag von heute, es gibt leider noch immer Kiä, die viel zu lange nur abwarten, damit wird kostbare Zeit vergeudet, die schon in Therapie zum Nutzen des Kindes hätte investiert werden können.

Unser 1. Kia war auch lange der Meinung, dass unser Sohn nur ein Spätentwickler ist.

Als wir im SPZ mit 18 Monaten die Diagnose schwere Mehrfachbehinderung bekamen, kam irgendwann kleinlaut von ihm der Satz, es täte ihm leid, er hätte die ganze Entwicklung von Anfang an mitgemacht...

Hat er, aber er hat unsere Bedenken nicht ernst genommen, nichts unternommen und viel zu spät die 1. Therapie- KG verordnet.
Und das auch nur, nachdem eine Uni Alarm schlug und sagte, unser Sohn ist total hypoton, die Entwicklung ist auffällig..., wir waren wegen was ganz anderem in der Uni.

In die Frühförderung sind wir allein gewechselt, ohne von ihm drauf hingewiesen worden zu sein und der SBA und die PS ging mit 18 Monaten sofort durch, obwohl er es noch für zu früh hielt.

Ein weiteres Extrembeispiel?
Leider nicht, dass kommt nicht so selten vor.

Er war die längste Zeit unser Kia gewesen, wir zogen wenige Monate später um, wechselten schon vor dem Umzug zu einer anderen Kiä, die uns ernst nahm.

Beitrag von froehlich - 10.10.11 - 21:02 Uhr

Na klar - dieses Totschläger-Argument (hast zwei gesunde Kinder und kannst deshalb nicht mitreden) musste ja kommen....hab schon drauf gewartet. Machst Du Dir auch nur über Dinge Gedanken, die Dir selbst widerfahren oder abstrahierst Du auch (mal) Deine eigene Situation? Und im Übrigen: auch gesunde Kinder sind mal krank, auch mit gesunden Kindern ist man/frau beim Kia und auch gesunde Kinder haben mal bedenkliche Phasen (sowohl physisch als auch psychisch) - DAS und nichts anderes habe ich gesagt - UND: ich weiß aus meinem beruflichen Umfeld, daß es eben auch Kinder gibt, die "krank" geredet werden und es nicht wirklich sind...so ist das nun mal und diesen Standpunkt habe ich eingebracht. Nicht mehr und nicht weniger...sehr gutes Beispiel ist mein jüngster Sohn, dem kürzlich die abenteuerlichsten Sehschäden "angedichtet" wurden, weil er einen dieser Standard-Tests, die dreidimensionales Sehen abfragen (angeblich) nicht bestanden hatte....totale Hysterie auf Seiten der Kiä und wenn ich mich sofort hätte kirre machen lassen hätte mein Sohn ne OP plus Brille und weiß ich nicht was noch alles buchstäblich auf's Auge gedrückt bekommen. Habe das Ganze dann nochmal von einem Augenarzt abklären lassen - und siehe da: kompletter Fehlalarm. Es stellte sich heraus, daß Sohnemann (mit seinen gerade mal 2 Jahren) die "Katze", die er hätte erkennen sollen einfach für einen Fuchs hielt und deshalb stur dabei blieb, auf dem Sehtestblatt sei rein gar nicht zu sehen.... . Und von meinem älteren Sohn könnte ich Dir verhaltenstechnisch ähnliches berichten. Aber gut - jeder guckt die Welt durch seine Brille an und wenn Du Dich besser damit fühlst, Deinen Standpunkt für den einzig wahren zu halten dann ist das für Dich ja auch o.k.

Beitrag von anja570 - 10.10.11 - 22:05 Uhr

Großer Irrtum, ich mache mir über sehr viele Dinge Gedanken, nicht nur über die, die mir oder meinen Kindern selbst widerfahren.

Ich habe nicht nur ein schwer beh. Kind, ich habe noch 2 weitere gesunde Kinder und weiß daher aus jahrelanger Erfahrung, dass auch gesunde Kinder mal krank werden, so viel dazu. :-)

Mein Ältester ist schon 19, mir ist nicht neu, dass gesunde Kinder auch bedenkliche Phasen haben können, vor allem in der Pubertät.

Fragt sich wer hier die Welt aus seiner Brille anguckt, so wie Du es hier darstellst, kann man es jedenfalls nicht verallgemeinern.

Es wurde hier schon mehrmals drauf hingewiesen, dass es viele Kiä gibt, die Eltern überhaupt nicht ernst nehmen und nicht auf ihre Bedenken eingehen.

Beispiele bekamst Du mehrere dafür geliefert und würdest Du Dich regelmäßig mit Eltern beh. Kinder austauschen, wüsstest Du, dass es keine Extrembeispiele sind und nicht nur Einzelfälle, sondern oft genau so wie hier geschildert vorkommen.

Wenn es einen Verdacht gibt und dieser vielleicht sogar durch das Betreuungspersonal in Kiga oder Schule mit ausgesprochen wird, nicht nur den Eltern allein auffällt, die beunruhigt sind, dann sollte es abgeklärt werden.

Ob es sich bestätigt und Therapien bedarf, wird sich zeigen, das steht auf einem anderen Blatt, nicht in jedem Fall bedarf es gleich einer Therapie.

Aber Eltern sind beruhigt, wenn sie ernst genommen werden und wenn etwas unternommen wird.

Beitrag von minkabilly - 08.10.11 - 10:38 Uhr

Es gibt vieles, wie es auch mein Sohn (7) zeigte.
Wir erhielten mit 5 Jahren die Diagnose "Autist".
P.S. Laß es einfach mal abklären, denn so eine Diagnose dauert lange. Termin beim KJP zur Abklärung dauert meist lange...oft bis zu 6 Monate bis man einen Termin bekommt

Beitrag von fruehnebel - 08.10.11 - 14:10 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten!

Ich werde es definitiv abklären lassen, denn ansonsten findet man doch keine Ruhe und wenn es wirklich so sein sollte, kann man vielleicht schon frühzeitig Fördern bzw. Helfen.

Ich werde Euch Bescheid geben, wie es weiter geht.

Ist denn die Frühförderstelle die richtige Anlaufstelle für mich?

Lieben Dank.

Andrea

Beitrag von ihmrala - 08.10.11 - 15:54 Uhr

Also ich habe mit unserer Frühförderstelle gute Erfahrungen gemacht. Dort wurde nach der Entwicklung geschaut und dann beraten was weiter zu tun ist. Ich habe selber zwei Kinder mit Handicap und ich finde es sehr wichtig das man so früh wie möglich schaut wenn etwas nicht normal erscheint. Wichtig ist das soviel wie möglich abgeklärt und geförtdert wird bevor das Kind in die Schule kommt. Daher finde ich es richtig das du schauen lässt, ist alles im Normbereich ist es ja auch beruhigend, wenn das jemand anders einem sagt. Sonst macht man sich einfach dauernd Gedanken.

Viele Grüße, Irene

Beitrag von scrollan01 - 09.10.11 - 11:41 Uhr

Ich finde, dein Sohn hat zwar schon einige Tendenzen zum Asperger oder so!

ABER: er hat quasi von Beginn an durch das schlechte Höhren in einer nur begrenzten Welt leben können und wenn Kinder dies so erleben, entwickeln sie sich natürlich schon u.U. anders.

Vielleicht hat es mit Unsicherheiten zu tun, dass er so viele Rituale hat etc. pp.

Meine 5 jährige war soooo unglaublich autistisch! Da hätte sie jedem Kanner den Rang ablaufen können, aber sie ist chronisch krank und niemand wusste es vorher!
Sie hatte ihre Gründe warum sie so war ... heute ist fast alles weg - ein paar Klinigkeiten halt, aber die benötigt sie für ihr inneres Gleichgewicht!

LG

Beitrag von scrollan01 - 09.10.11 - 11:41 Uhr

Ich finde, dein Sohn hat zwar schon einige Tendenzen zum Asperger oder so!

ABER: er hat quasi von Beginn an durch das schlechte Höhren in einer nur begrenzten Welt leben können und wenn Kinder dies so erleben, entwickeln sie sich natürlich schon u.U. anders.

Vielleicht hat es mit Unsicherheiten zu tun, dass er so viele Rituale hat etc. pp.

Meine 5 jährige war soooo unglaublich autistisch! Da hätte sie jedem Kanner den Rang ablaufen können, aber sie ist chronisch krank und niemand wusste es vorher!
Sie hatte ihre Gründe warum sie so war ... heute ist fast alles weg - ein paar Klinigkeiten halt, aber die benötigt sie für ihr inneres Gleichgewicht!

LG

Beitrag von alpenbaby711 - 09.10.11 - 15:02 Uhr

Ehrlich gesagt ähnelt dein Sohn meinem, und meiner ist Autist. Ich will dich damit nicht erschrecken aber lass es abklären.
Ela

Beitrag von anja570 - 10.10.11 - 00:00 Uhr

Hallo,

ich schließe mich den Meinungen an, lass es abklären.

Es muss sich nicht bestätigen, aber Du wirst beruhigt sein.

Frühförderung ist eine gute Ansprechstelle, auch ein SPZ.

Für Autismusdiagnostik gibt es meist sehr lange Wartezeiten, dafür müsstest Du sicher in eine KJP, bzw. eine Autismusambulanz.

Wir waren vor ein paar Jahren in einer Autismusambulanz, haben 9 Monate auf den Termin gewartet.

LG
Anja

Beitrag von 3wichtel - 10.10.11 - 08:48 Uhr

Dein Kleiner ist erst drei Jahre alt. Das heißt, das wirklich alles (noch) ganz normal sein kann.
Trotzdem schadet es nicht, mal einen "Profi" draufschauen zu lassen. Mein mittlerer Sohn ist 8 Jahre alt und hat das Tourette-Syndrom, Zwangsstörungen und atypisches ADHS.
Wir haben einen sehr langen Diagnose-Weg hinter uns. Und ich wäre ehrlich froh und dankbar gewesen, wenn jemand anders uns früh motiviert hätte, einen Fachmann aufzusuchen!

Letztlich ist die Untersuchung für Euch doch kein Drama: Es wird alles spielerisch getestet, niemand tut Deinem Kind weh, die Krankenkasse wird vermutlich alle Kosten übernehmen und anschließend weißt Du Bescheid. Wenn was gefunden wird, dann könnt ihr wirklich sehr früh mit den entsprechenden Therapien beginnen, was ein ganz klarer Vorteil ist. Und wenn nichts gefunden wird: umso besser!

Übrigens muss das Verhalten Deines Sohnes nicht unbedingt autistisch sein. Wenn er jetzt sehr schnell die Sprache aufholt und lieber mit Kindern anderer Altersklassen spielt und an technischen Details interessierter ist als am reinen Spiel, dann kann das auch auf ein sehr hohes technisches Verständnis hindeuten und eine insgesamt sehr gute Intelligenz.
Und das wäre doch eher schön ;-)