Wenn eines im Leben sicher ist, dann dass für jeden für uns früher oder später die letzte Stunde kommen wird. Mich würde interessieren, ob Ihr Euch bewusst mit Eurer Endlichkeit auseinandersetzt bzw auf die letzte Stunde, den Prozess des Sterbens, vorbereitet.
Verdrängt Ihr diesen Gedanken ? "Jeder andere stirbt irgendwann nur ich nicht" ?
Glaubt Ihr, Ihr werdet eines Tages vom Tod überrascht und - zack - alles ist vorbei? Hofft auf einen Unfalltod? Als ob es keinen Sterbensprozess gäbe?
Oder versucht Ihr jeden Tag in Vorbereitung auf den Tod zu leben, d.h. so zu leben, dass keine Schuldgefühle, keine offenen Kriege, keine verpassten Chancen, unerledigten Lebensthemen etc übrigbleiben ?
Schaut Ihr Euer Leben an in Hinblick auf den Tod ? Euer Handeln und Denken? Eure Lebenslügen?
Könnt Ihr guten Gewissens sagen: "wenn ich heute sterben werde, gehe ich in Frieden, mein Leben ist gut, so wie es ist und nichts Wichtiges ist unerledigt geblieben" ?
Vorbereitung auf die letzte Stunde
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Beitrag von ashwini - 07.10.11 - 21:58 Uhr
Beitrag von schnuppell - 07.10.11 - 22:29 Uhr
Ich habe im letzten Jahr meine Schwiegermutter sehr intensiv in den letzten Wochen ihres Lebens begleitet und war auch da, als sie gestorben ist. Sie hatte ein gutes, erfülltes Leben und ich würde sagen, dass sie sehr reflektiert mit ihrem kommenden Tod umgegangen ist. Dennoch war es für alle unglaublich schmerzhaft - sie war ein wunderbarer Mensch und wir vermissen sie nach wie vor an jedem einzelnen Tag.
Da ich persönlich aber sicher bin, dass der Tod nicht das Ende, sondern nur ein Übergang zu etwas Neues ist und man sich dort wiedertrifft, habe ich vor meinem eigenen Tod keine Angst. Egal, wann er kommt. Ich habe aber Angst vor dem Schmerz, den mir der Tod eines geliebten Menschen bereitet. Und auch Angst vor dem Schmerz, den mein Tod anderen bereiten würde.
Beitrag von julia2809 - 09.10.11 - 00:55 Uhr
Wenn man sich dort wiedertreffen würde, dann stellt sich mir die Frage, in welcher Form das sein sollte.In zeitlicher Reihenfolge betrachtet ist man dann ja gleichzeitig Enkel, Kind, Mutter, Großmutter wenn man alle seine Lieben wiederträfe. Oder man war dement zum Zeitpunkt des Todes.Ist man es dann auch?
Und wenn es so sein sollte, stellen sich weitere Fragen: Sind dort(wo überhaupt?!) nur Menschen oder auch Tiere? Was werden all die Hühner sagen, die man gegessen hat? Oder sind dort doch keine Tiere? Aber dann muß das Jenseits ja irgendwann angefangen haben, denn irgendeiner deiner weit entfernten Vorfahren war ja der Übergang zum modernen Menschen.Und was macht "Menschen" aus? Bewußtsein? Was ist dann mit geistig behinderten Menschen oder verstorbenen Babies?
Ich glaube eher an ein "Aufgehen im Gesamten". Die Atome aus denen ich bestehe, werden sich irgendwo wiederfinden- in einem Baum, in Tieren und in anderen Menschen....und alle, was ich in diesem Leben mache, jede Entscheidung, die ich treffe, alles, was ich mitanderen Menschen teile oder an sie weitergebe, verändert diese Welt- selbst wenn es nur minimal ist.Insofern ist jeder in gewisser Weise unsterblich.
Beitrag von schnuppell - 09.10.11 - 14:39 Uhr
Hallo,
ich persönlich glaube daran, dass jeder Mensch eine Seele hat - die kann nicht behindert, dement o.ä sein. Ich denke, dass man nach dem Tod die Seelen der verstorbenen Menschen, die man während seines Lebens geliebt hat, wieder sieht - dabei ist egal, ob Oma, Tante, Enkel oder Mutter.
LG
P.S. Was ich in Bezug auf Tiere glaube, weiß ich nicht... Aber bisher hatte ich zumindest nicht die Vorstellung, dass man deren Seelen auch nach dem Tod wieder trifft.
Beitrag von julia2809 - 09.10.11 - 18:48 Uhr
Was ist denn die Seele? Das, was den Menschen ausmacht? Das ist aber doch in verschiedenen Lebensabschnitten sehr verschieden....
Und wann ist man "Mensch"? Mit der Zeugung? Der Geburt? Ab wann gibt es überhaupt "den Menschen"?
Lg Julia
Beitrag von havanna0804 - 08.10.11 - 10:02 Uhr
Hallo,
das ist eine interessante Frage und auch ich mache mir diesbezüglich oft Gedanken.
Vorab möchte ich jedoch sagen, daß ich weder den Gedanken an den Tod verdränge, noch jeden Tag so lebe, als ob es mein letzter wär.
Ich mache mir da keine Illusionen, daß das irgendwann mal ganz schnell geht und ich davon überrascht werde. Schön wäre es natürlich. Mit zunnehmenden Alter gewinnt man diesbezüglich jedoch an Erfahrung dazu und wird oft eines besseren belehrt. Die Anzahl derer, mit deren Tod man sich auseinandersetzen muß, steigt ja schließlich auch mit dem eigenen Lebensalter. Ich kenne Fälle, da ging es ganz schnell, unerwartet und sie waren teilweise noch jung. Dann kenne ich Fälle von Leuten, die sich quälen mußten und teilweise nicht mehr der Mensch waren, den man vorher kannte.
Ich habe für mich beschlossen, daß wenn es einmal soweit sein sollte, ich mich so gut es geht um meine Mutter kümmern bzw. dies pflegen werde. Ihr verdanke ich alles. Selbiges gilt für meinen Mann.
Andererseits: Sollte es jedoch bei mir mal soweit sein, hoffe ich, daß ich im Kopf noch so klar sein werde, den entscheidenen Schritt zu gehen, um meinen Kindern nicht zur Last zu fallen. Sowohl psychisch, als auch finanziell. Sie sollen ihr eigenes Leben leben.
-Könnt Ihr guten Gewissens sagen: "wenn ich heute sterben werde, gehe ich in Frieden, mein Leben ist gut, so wie es ist und nichts Wichtiges ist unerledigt geblieben" ?-
Ich glaube, es gibt niemanden in unserer Generation, der diese Frage bejahen könnte. Hast Du Kinder, willst Du diese aufwachsen sehen. Oma willst Du auch noch werden, und was von Deinen Enkeln haben. Und dabei gesund sein und nur so vor Power strotzen.
Mein Gewissen läßt sich gut mit meinem Handeln und Denken vereinbaren. Da habe ich mir nichts vorzuwerfen und Fehler macht schließlich jeder. Das gehört zum Leben dazu und läßt sich im Nachhinein sowieso nicht mehr ändern. Lebenslügen, was sind das? Meinst Du Geheimnisse, wo es besser ist, diese für sich zu behalten? Es kommt drauf an: wenn man weiß, man tut damit jemanden im letzten Moment noch weh, dann lässt man es bleiben, selbst wenn man sich einen kurzen Moment der Erleichterung verschaffen kann. Ist es wohlwollend, dann ist es gut. Schließlich bleibt der andere zurück, und muß damit dann leben, während ich gehe. Für die, die zurückbleiben, ist es sowieso schwerer. Darum denke ich eher an diese, für den Fall, daß mir morgen was passiert.
Ich muß aber zugeben, daß ich mir um das Thema erst so richtig Gedanken mache, seitdem ich Verantwortung für zwei kleine Menschen übernommen habe: meine Kinder. Da verändert sich das Sichtfeld schon ziemlich. Aber das macht es bei weitem nicht einfacher.
Tja, wahrscheinlich sind das jetzt die typischen Herbstgedanken...
LG Sandra
Beitrag von ashwini - 08.10.11 - 14:00 Uhr
Hallo Sandra,
vielen Dank für Deinen Beitrag, eine interessante Sichtweise.
Zu Deiner Frage, mit Lebenslügen meine ich, wenn Menschen sich selbst nicht treu sind und nicht authentisch leben. Der Mann dem Geld verdienen wichtiger ist als alles andere, bis sich die Frau scheiden lässt und die Gesundheit ruiniert ist.
Die Frau die ihre eigenen Träume begräbt weil sie denkt, neben Mann, Kindern, Haushalt keinen Platz für die eigene Persönlichkeit zu haben.
Alle die in für sich selbst eigentlich nicht erträglichen Lebenssituationen ausharren und sich dabei einreden, mit dem Leben zufrieden zu sein, weil der Mut fehlt zum Ausbruch.
Alle, die sich selbst nicht mehr fühlen und gar nicht mehr wissen, wie die eigenen Gefühle, Träume etc eigentlich aussehen.
Beitrag von havanna0804 - 08.10.11 - 15:33 Uhr
Ok, das habe ich wohl falsch verstanden. Ich dachte mehr an Lebenslügen im Sinne von: "Was ich Dir noch sagen wollte..."- und dabei sein Gewissen erleichtert.
-Der Mann dem Geld verdienen wichtiger ist als alles andere, bis sich die Frau scheiden lässt und die Gesundheit ruiniert ist.-
Da steck ich nicht drin, zum Glück. Du meinst, irgendwann irgendwas bereuen? Das wird sicher bei jedem so sein. Jeder nach seinen Prioritäten. Vielleicht frage ich mich auch irgendwann: Hättest Du nicht doch 2 Jahre mit Deinen Kindern zu Hause bleiben sollen? Hättest Du beruflich nochmal neu anfangen sollen (bin in meinem Job ziemlich unglücklich und hadere derzeit mit mir)? Und für manche ist eben Geld verdienen IHR Sinn des Lebens.
-Die Frau die ihre eigenen Träume begräbt weil sie denkt, neben Mann, Kindern, Haushalt keinen Platz für die eigene Persönlichkeit zu haben.-
Das hat heute (zumindest hierzulande) niemand mehr nötig. Das muß Frau auch selbst erkennen. Die Wege sind noch nicht ganz ohne Steine, aber zumindest geebneter, als noch vor ein paar Jahrzehnten. Sicher ist es immer noch schwerer für Frauen ihre Wünsche zu erfüllen, aber viele wollen es ja auch so haben und begeben sich "freiwillig" in solch finanzielle und mentale Abhängigkeit. Am Zugeben haperts dann aber. Es mag sein, daß solche Frauen ihren Way of Live auf dem Sterbebett bereuen, andere wiederum nicht.
-Alle, die sich selbst nicht mehr fühlen und gar nicht mehr wissen, wie die eigenen Gefühle, Träume etc eigentlich aussehen.-
Das sind dann wohl diese, die in Depressionen oder Burn-Out abrutschen . Oder einfach nur unglücklich sind und das schlimmste überhaupt: resignieren. Diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht. Wichtig ist es, sich in diesem Fall professionelle Hilfe zu holen. Und das derzeitige Leben zu überdenken. Man hat nur das eine. Und jeder geht so nackt, wie er gekommen ist. Und die Zeit dazwischen muß jeder nach bestem Wissen und Gewissen nutzen. Das muß man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen.
Mein Sinn des Lebens sind meine Kinder. Ich dachte vorher, ich habe ein schönes Leben. Aber SIE sind die wirkliche Bereicherung. Alles was ich mache, mache ich für sie. Trotzdem lebe ich (mal mehr mal weniger) auch noch mein Leben. Aber es ist gut so wie es ist, und solange ich mit mir im Reinen bin...Wann ist schon alles perfekt? Jetzt bin ich etwas off topic, aber was solls.
LG Sandra
Beitrag von ashwini - 09.10.11 - 20:36 Uhr
Ich denke, Du hast es auf den Punkt gebracht, "mit sich selbst im reinen sein, es ist gut so wie es ist". Das ist für mich die Definition von Glück und wer das von sich sagen kann ist gut vorbereitet.
Beitrag von gustav-g - 12.10.11 - 10:57 Uhr
ich bin schon im 4. Viertel meines Lebens und habe habe mich vor kurzem zum letzten mal von meiner Mutter verabschiedet. Wir hatten einander alles wichtige gesagt.
Sie hatte keine Angst vor dem Tod und hat alles für ihr Begräbnis vorbereitet. Sie war bei klarem Verstand und hat zum Schluss Essen und Trinken verweigert.
"... daß ich im Kopf noch so klar sein werde, den entscheidenen Schritt zu gehen"
Was dürfen Menschen verlangen, wenn sie gelähmt sind und sterben wollen?
Beitrag von suny123 - 08.10.11 - 10:30 Uhr
Es ist dein Schicksal, wenn du gehen mußt, deshalb hat man auch keine unerfüllten Aufgaben oder noch Dinge zu erledigen... Wenn die Zeit gekommen ist, ist deine Aufgabe hier abgeschlossen, dein Leben war nicht weiter geplant, niemand geht vor seiner Zeit.
Beitrag von lagefrau78 - 08.10.11 - 13:21 Uhr
Hallo!
Glaubst Du wirklich an ein vorherbestimmtes Leben? An Schicksal? An einen "Plan", der Deinem Leben zugrunde liegt?
Auf welcher Grundlage?
Beste Grüße!
Beitrag von havanna0804 - 08.10.11 - 13:38 Uhr
-Wenn die Zeit gekommen ist, ist deine Aufgabe hier abgeschlossen, dein Leben war nicht weiter geplant, niemand geht vor seiner Zeit.-
Sagst Du sowas dann auch zu einem alleinerziehenden Vater mit Kindern von 2 und 4 Jahren, dessen 30-jährige Frau (sagen wir mal an Brustkrebs) verstorben ist? Nicht wirklich, oder?
Beitrag von suny123 - 08.10.11 - 18:19 Uhr
"Sagst Du sowas dann auch zu einem alleinerziehenden Vater mit Kindern von 2 und 4 Jahren, dessen 30-jährige Frau (sagen wir mal an Brustkrebs) verstorben ist? Nicht wirklich, oder? "
Ich habe meine Meinung zu diesem Thema, ob ich sie jedem ins Gesicht sage, NEIN ! Aber ich habe selbst sehr schlimme Schicksalsschäge hinter mir, so viel zu diesem Thema!
Beitrag von havanna0804 - 08.10.11 - 20:21 Uhr
Das tut mir leid.
Ich dachte, Du LEBST diese Meinung auch. Es kam so rüber. Aber wenn es Dein Weg ist, die Trauer zu verarbeiten, ist es ok.
LG
Beitrag von ashwini - 08.10.11 - 13:46 Uhr
Auch ich glaube dass die Stunde vorbestimmt ist, auch wenn ich sicherlich durch meine jetzige Lebensweise einen gewissen Einfluss darauf habe. Ich kann mir jedoch eine Menge unerledigter Dinge vorstellen. Z.B. wenn ich sinnlos mit einem engen Familienmitglied einen Streit vom Zaun breche, dann plötzlich sterben muss und keine Zeit mehr habe, mich zu versöhnen.
Auf solche Dinge bezog sich meine Frage mit der Vorbereitung. Ich glaube, wenn man es schafft sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein, dass man dann viel bewusster lebt. Sich Gedanken macht was man an Lebenszielen erreichen möchte, wo man steht im Leben. Sich offener mit seinen Mitmenschen auseinandersetzt und vielleicht viele Dinge nicht so eng sieht.
Beitrag von schullek - 13.10.11 - 10:57 Uhr
ich verstehe deinen gedanken udn sehe es auf eine art auch so. aber du drückst es etwas platt aus. so wie du es sagst, klingt es so, vor allem niederschmetternd für menschen mit jung verstorbenen, als sei es ok.
das ist es aber nicht, auch wenn man es so sieht wie du oder mit änderungen ich.
mein vater bspw. starb mit 36, mein oma mit glaube ich 29. jeder nahe verwandte sieht darin schwerlich einen sinn oder ein vollständiges leben.
aber wie gesagt, dennoch kann ich deinem gedanken schon lange etwas abgewinnen.
lg
Beitrag von .doctor-avalanche. - 08.10.11 - 10:45 Uhr
Wenn es eines Tages so weit sein wird, dann hoffe ich, dass der Tod zu mir kommt wie ein guter Freund, der mich schnell mit sich nimmt. Und ich ihn empfangen kann wie einen Freund und ich mich nicht lange bitten lassen muss.
Christen und andere Religionen glauben an ein Leben nach dem Tod. Es wird sehr interessant sein, das herauszufinden.
Allerdings werde ich wohl am Ende das Gefühl haben, aus meinem Leben viel zu wenig gemacht zu haben und arge Verschwendung betrieben zu haben. Es bleibt aber wohl noch etwas Zeit, wenigstens noch einige Dinge zu richten.
Insgesamt ein sehr interessantes Thema.
Beitrag von daddy-69 - 08.10.11 - 15:40 Uhr
"Christen und andere Religionen glauben an ein Leben nach dem Tod. Es wird sehr interessant sein, das herauszufinden. "
Tröstlich: Wenn dem nicht so ist, wirst Du wenigstens nicht enttäuscht sein.
Beitrag von barbarelle - 09.10.11 - 13:35 Uhr
Wenn es eines Tages so weit sein wird, dann hoffe ich, dass der Tod zu mir kommt wie ein guter Freund, der mich schnell mit sich nimmt. Und ich ihn empfangen kann wie einen Freund und ich mich nicht lange bitten lassen muss.
Lieber Dr.,
das finde ich eine wunderschöne Sichtweise. Die werde ich mir notieren. Darf ich? 
LG
B.
Beitrag von felis02 - 08.10.11 - 12:41 Uhr
Ich hoffe, dass ich noch laaaaaaaaaaaaaaaaaaaange halbwegs gesund lebe und beschäftige mich tatsächlich sehr ungern mit dem Tod!
Ich habe auch das Gefühl, dass ich noch einiges zu erledigen habe.
LG
Beitrag von sarahg0709 - 08.10.11 - 14:22 Uhr
Hallo,
ich versuche mein Leben zu leben, ohne an den Tod zu denken.
Wobei ich vermute, dass ich noch etwa 20 Jahre vor mir habe. Woher ich das weiß? Ist so ein Gefühl. Ich versuche es zu verdrängen.
Aber wahrscheinlich ist es auch besser so, wenn man nicht so alt wird. Man bekommt eh keine Rente mehr, ist vielleicht ständig krank, in Pflege. Und all das möchte ich nicht.
LG
Beitrag von dornpunzel - 08.10.11 - 14:49 Uhr
'Oder versucht Ihr jeden Tag in Vorbereitung auf den Tod zu leben, d.h. so zu leben, dass keine Schuldgefühle, keine offenen Kriege, keine verpassten Chancen, unerledigten Lebensthemen etc übrigbleiben ?'
Ich versuche, keine so großen Fehler zu machen, dass ich Schuldgefühle haben müsste deswegen. Ich versuche, es gar nicht erst zum 'Krieg' kommen zu lassen und Chancen, die sich mir bieten, zu nutzen. Auch bemühe ich mich, jeden Abend mit mir so im reinen zu sein, dass es keine unerledigten Lebensthemen für mich gibt. Das alles mache ich nicht als Vorbereitung auf den Tod, sondern um zu leben.
Ich möchte nicht die nächsten dreißig, vierzig Jahre damit verbringen, mich auf den Tod vorzubereiten. Ich bemühe mich so zu leben, dass ich das Ende, wenn es dann kommt, akzeptieren kann.
Beitrag von lavala - 08.10.11 - 18:09 Uhr
Da ich meinen Tod niocht mehr bewusst erleben werde, mache ich mir auch keine Gedanken darum und bereite mich auch nicht darauf vor.
Ich habe genug zu tun, um mein Leben jeden Tag so zu leben, dass ich mit mir zufrieden bin. Ich wünsche mir, dass ich mein Leben insofern gesund bis zum Ende leben kann, dass ich meine Verstandeskräfte behalte und physisch in der Lage bin, mich selbst zu versorgen. Ich genieße bewusst, was ich um mich herum habe, was später damit wird, beschwert mich nicht.
Da ich als Kind sehr stark gefühlsmäßig miterleben musste, wie der Selbstmord eines wesentlich älteren Halbbruders meinen Vater belastete, würde ich einen solchen Weg aus dem Leben für mich nur wählen, wenn mich eine Krankheit erfasst, die mir ein sehr qualvolles Aushalten bis zum Schluss antun würde. Ansonsten muss ich das Leben meiner Kinder und Enkel nicht mit einer solchen Tat belasten.
Was ist am Leben nach dem Tod dran? Wenn niemand mehr an einen denkt und sich niemand mehr erinnert, bin ich wirklich tot. So habe ich das mal einem meiner Enkel erklärt, dem die Frage nach dem Tod zu diesem Zeitpunkt sehr zugesetzt hatte. Ganz pragmatisch habe ich ihm dabei erklärt, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass der menschliche Körper nur für eine gewisse Zeit funktionieren kann und dann damit aufhört, weil ständig neue Menschen geboren werden und für diese Platz gemacht werden muss.
Beitrag von ashwini - 09.10.11 - 20:42 Uhr
>>Da ich meinen Tod niocht mehr bewusst erleben werde, mache ich mir auch keine Gedanken darum und bereite mich auch nicht darauf vor.<<
Und was anderes ist der Sterbensprozess als ein bewusstes Erleben des eigenen Sterbens ? Durch Sterbensbegleitung in Altenheimen weiss ich dass nicht einfach ein Schalter umgelegt wird und das war es dann...
