Wenn das Kind nicht mehr zu Papa möchte

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Beitrag von uttinger6048 08.10.11 - 13:06 Uhr

Ich weis nicht was ich davon halten soll, das es irgendwann soweit kommen würde, war mir bewußt.
Aber das es so schnell passiert kann ich nicht fassen.

Meine Tochter 9 Jahre alt, kam bis jetzt jede Ferien zu mir, auch ist dies in den Oktoberferien geplant.
Gestern am Telefon teilte sie mir mit das sie ja eigentlich gar nicht zu mir möchte wegen ihren Freunden und das sie ja langsam ein Teenager wird.

Ich war so geplättet das ich darauf gar nix sagen konnte, ich denk mal das sie auf jeden Fall kommen wird auf Grund der Planung usw. aber wie wird es in der Zukunft aussehen?
Werd ich mein Kind dann fast gar nicht mehr sehen, weil auf Grund der entfernung seh ich sie halt nur in den Ferien und nicht aller 14 Tage.

Also an der Kindesmutter liegt es definitiv nicht, weil wir haben ein super Verhältnis zueinander.

Beitrag von witch71 08.10.11 - 13:21 Uhr

Tja, das Schicksal teilst Du wohl mit drölfzig Millionen Eltern. Wenn die Kinder flügge werden, sind die Eltern nur noch unnützer Ballast.
Dass sie Dir das so unverblümt sagt ist zwar hart, aber zeigt auch, dass Du eine selbstbewusste Tochter hast, die für ihre Interessen einsteht.

Wäre es möglich, die Umgangstage bei der Tochter wahr zu nehmen? Damit Ihr dort vor Ort was unternehmen könnt? Wieviel Entfernung trennt Euch denn?
Wahlweise lade ab und zu eine der Freundinnen mit ein, das wäre noch besser, als gar nichts.

Beitrag von uttinger6048 08.10.11 - 13:30 Uhr

Ja das es so kommen würde hat ich mir schon gedacht aber schon mit 9 Jahren, hmm naja.

Also zwischen mir und ihr liegen so ca. 430km und mit Freundin einladen denk ich mal wird kompliziert, da sie ja dann meistens 2 Wochen am Stück oder länger da ist.

Beitrag von zenturio 08.10.11 - 14:32 Uhr

Was sagt denn die Mutter dazu?

Die Begründung erscheint mir für ein neunjähriges Kind nicht altersgerecht. Mag ja sein, dass sie ihre sozialen Kontakte pflegen möchte, aber das kann man ja organisatorisch in den Griff bekommen. Der Umgang mit dem Vater ist eben so wichtig, wie der Umgang mit Freunden.

Beitrag von 3.zwerg 08.10.11 - 14:41 Uhr

Hi,

damit beschäftige ich mich langsam auch in Gedanken, obwohl meine etwas älter sind, aber die weite Entfernung zum Vater ebenfalls vorhanden.

Sicherlich ist es unterschiedlich, in welchem Alter Kinder die Freunde vor den Eltern bevorzugen, ich finde deine Tochter für diese Entscheidung etwas zu jung. Bei uns werden die Ferien auch konsequent eingeteilt - wahrscheinlich bei euch ja auch, wenn schon geplant - und daran wird auch nicht gerüttelt.

Hat sie bei dir Bekannten oder Freundinnen?

Später kann sie vielleicht auch alleine fahren. Wenn es für dich nicht zu viel ist, kannst du ja anbieten, dass sie vielleicht eine Freundin mitnimmt?

#winke

Eva

Beitrag von redrose123 09.10.11 - 12:02 Uhr

Hm schwer, wie entscheidet man? Sein Recht durchsetzen oder die Wünsche des Kindes berücksichtigen?

Ich würde sie vieleicht immer in die Planung einbinden, vieleicht einen Teil der Ferien nehmen so schwer das auch für dich wird.

Beitrag von zenturio 09.10.11 - 12:46 Uhr

Es ist ja eigentlich eine noble Haltung, dass du dir Gedanken um die Wünsche des Kindes machst. Aber man muss einiges bedenken.

Es geht für den Vater eben nicht darum, sein Recht durchzusetzen. Kinder brauchen beide Eltern. Das ist keine neue Erkenntnis, wird aber immer gerne mal ignoriert.

Ja, ich weiß. Es gibt genug Kinder, die auch ohne einen Elternteil groß geworden sind und aus denen trotzdem etwas geworden ist. Dennoch ist es schon alleine eine statistische Gewissheit, dass zwei engagierte Eltern für ein Kind mehr bewirken können, als einer alleine. Ich vermute sogar, dass es einen direkten Einfluss auf den späteren sozialen Status eines Menschen haben kann, ob er sich auf beide Eltern stützen kann oder nur auf einen.

Die Wünsche des Kindes werden auch immer gerne als Vorwand genommen, um den Ausschluss des Vaters vom Umgang mit dem Kind moralisch zu begründen. Letztlich eine sehr wiedersprüchliche Haltung, bedenkt man, dass man im Alltag die Wünsche des Kindes auch nur dann zulässt, wenn sie übergeordneten Interessen nicht entgegen stehen. Das geht los beim Zimmer aufräumen und endet bei der Schulpflicht.

Der familiäre Umgang mit beiden Elternteilen sollte mindestens eben so hoch gewertet werden wie die Schulpflicht. Aber Familie bezieht in Deutschland die Väter zu wenig mit ein, erst recht wenn sie getrennt leben. Nicht umsonst bezeichnen Interessenvertretungen für die Rechte der Väter das "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" als "Ministerium für alle außer Väter".

Es ist nach wie vor eine gesellschaftliche Grundhaltung, dass getrennte Väter für die Entwicklung der Kinder weniger Bedeutung haben, als Mütter und gebundene Väter.

Beitrag von redrose123 09.10.11 - 13:05 Uhr

Ich meinte deshalb ja auch das er Ihr vorschlägt sie ein paar Tage am zu nehmen damit sie einen Teil der Ferien mit Freunden verbringen kann.

Klar brauchen Kinder beide Eltern, aber ich denke das es mit weniger druck auch gerner und dann auch mal länger kommt. Als mit dem Gedanken au mann ich MUSS zu Papa und wenn nicht ist er sauer, traurig oder entäuscht.

Ich meine damit ja nicht das er sich absolut zurückziehen soll, um gottes Willen. Ein Mittelweg sollte gefunden werden, ich denke beim TE wird es aufgrund der Entfernung schwerer, bei uns leben die Kinder nur 5 km entfernt, ich denke da ist es später dann mal einfacher.

Beitrag von zenturio 09.10.11 - 15:05 Uhr

Ja, ich hatte dich schon verstanden. Dass du den Umgang nicht grundsätzlich in seinem Sinn anzweifelst, kann man deinem Beitrag schon entnehmen.

Ich wollte nur auf einen Mangel in der Argumentation hinweisen, wenn die Wünsche des Kindes höher priorisiert werden, als der Umgang mit dem Vater. Dieser Umgang hat durchaus noch einen anderen Sinn, als nur die Wünsche des Vaters zu erfüllen. Das ist eben schon etwas Grundsätzliches und muss deswegen erwähnt werden.

Denn eben so wie die Mutter, hat auch der Vater ein natürliches Bedürfnis, für sein Kind zu sorgen. Insofern kann man zwar schon sagen, dass der Vater damit auch einem eigenen Bedürfnis nachkommt, wenn er sein Kind versorgt, es kommt aber eben primär dem Kind zu Gute.

Eine Grundsatzdiskussion, wie man sie mir unten vorwirft, wäre also gar nicht erforderlich, wenn man das endlich mal anerkennen würde. Leider wird aber grade der Kindeswille als finales k.o.-Kriterium genommen, wenn es darum geht, den Umgang zwischen Vater und Kind endgültig zu unterbinden. Denn der Wille eines Kindes kann leicht beeinflußt werden.

Daher ging es mir mit meinem Beitrag nicht darum, dir zu wiedersprechen, sondern dich darauf hinzuweisen, dass deine Argumentation grade von entziehenden Müttern sehr gerne verwendet wird. Mir ist klar, dass Menschen, die so etwas nie selber erlebt haben, niemals auf diesen Gedanken kommen können, denn letztlich hört sich das ja gut an, "den Willen des Kindes respektieren". Nur dass der Wille des Kindes in einem Loyalitätskonflikt alles andere als frei ist.

Auf den Ausgangsfall will ich mich damit aber gar nicht beziehen, sondern lediglich auf eine problematische Argumentation hinweisen. Hoffe das ist verständlich.

Beitrag von redrose123 10.10.11 - 07:37 Uhr

Stimmt schon, nur sagt er ja selbst das es nicht von der KM kommt da sie einen sehr guten Kontakt haben, wenn diese Aussagen und Wünsche nur kommen weil die KM es direkt/indirekt einredet ist es wieder was anderes.

Das Verhältniss der Eltern ist ja in dieser Situation auch wichtig und sollte man mitbedenken, geht es um eine Aussage von einem Kind wo die Mutter Ihre negativen Gefühle auf das Kind projeziert oder geht es um ein Kind wo die Eltern wirklich als Eltern agieren. Vieleicht sollten die zwei als Eltern mal sich zusammensetzen und darüber reden, wie man weiter die Lage handhabt.

Ja verständlich ist dein Beitrag auf alle Fälle ;-) Ich hoffe für den TE das es sich regelt im Sinne von allen Beteiligten. #winke

Beitrag von hart-aber-herzlich 09.10.11 - 13:22 Uhr

Verstehe nicht wie Mann jetzt wieder hier eine Grundsatzdiskussion anfängt.

Die Userin redrose hat doch völlig recht. Hier stehen sich allein die Wünsche der Tochter und die Wünsche/Rechte des TE gegenüber. Um nichts anderes geht es. Auch die Mutter ist nicht "schuld" an diesem Gesinnungs-bzw. Interessenwandel bzw. ist das Verhältnis zwischen den Eltern sehr gut.

Hier allein geht es um die Wünsche einer 9jährigen. Ihre Interessen haben sich verändert bzw. einen anderen Stellenwert erlangt. Hier muß also nach einem für Vater und Tochter gleichermaßen akzeptablen Mittelweg gesucht werden.

Um nichts anderes geht es im Eröffnungsthread!

Gruß

Beitrag von krypa 09.10.11 - 15:11 Uhr

Hallo hart-aber-herzlich,

so eine Frage ist immer auch eine ''Grundsatzdiskussion'!

Die Aussage des Kindes, sie sei ja ''langsam ein Teenager'' ist völlig untypisch für das Alter und auch einfach unzutreffend obendrein.

Kinder maßen sich gerne Rechte Größerer an.

Ich wundere mich zuerst, dass die Mutter einer 9-Jährigen so viel Raum (Gehör) gibt, den geplanten Umgang in Frage zu stellen.


Wir kennen natürlich nicht die Lebensverhältnisse des Kindes sowohl beim BET als auch beim UET. Außerdem wissen wir nicht, wie die Trennung aus Sicht des Kindes verlief und wie die Distanz zustandekam.

Es ist auch unbekannt, wieviele ''Freunde'' das Kind denn hat und welche Qualität diese Freundschaften haben.

Ein Kompromiß wäre, wie schon hier geschrieben, den Umgang am Ort des Kindes stattfinden zu lassen, was natürlich auch teuer ist.
Ein weiterer wäre, dass das Kind evtl. eine der Freundinnen zum Umgang mitbrächte....

Eine weitere Idee wäre, z.B. per Skype, Telefon und ICQ, Facebook....
den Kontakt etwas vom Nur-Ferienumgang zu entkoppeln und damit auch evtl. etwas mehr Alltagsbezug in das Verhältnis zu bringen.

Zu überprüfen wäre zudem, wie weit die Mutter in der Lage ist, vor dem Kind eine positive Repräsentaz des Vaters zu gewährleisten.


MfG krypa

Beitrag von hart-aber-herzlich 09.10.11 - 15:51 Uhr

Hallo krypa,

du vermutest demnach einen Einfluss von Dritten (der Mutter?), wenn die Tochter sagt, sie sei ja nun auch langsam ein Teenager? Kann ich nicht beurteilen. Vielleicht auch eine Interpretation des Vaters bzw. ein Resultat eines Gespräches zwischen den Eltern. Aus meinem persönlichen Umfeld kann ich aber bestätigen, dass sich die Kinder zwischen 9 und 12 enorm verändern was ihre Aktivitäten und ihr Umfeld anbelangt.

Daß die Mutter den geplanten Umgang in Frage stellt, kann ich dem Beitrag des Vaters allerdings nicht entnehmen.

Ansonsten stimme ich dir zu.

Gruß

Beitrag von krypa 09.10.11 - 18:16 Uhr

Hallo hart-aber-herzlich,

ich ''vermute'' gar nichts, ich habe höchstens einen dringenden Verdacht anhand 1. der Wortwahl des Kindes und 2. der Tatsache, dass ein 9-Jähriges auf die Idee kommt, einen geplanten Umgang in Frage zu stellen.

Kinder stellen nur etwas in Frage wenn sie den Eindruck haben, es bestehe ein Freiraum dazu.

Wie geschrieben, es sind noch zu viele Fakten hier unbekannt.

Natürlich könnte man/frau hier auch auf die Idee kommen, dem Wunsch des Kindes nachzukommen und z.B. als Vater dann zu sagen, ok., Du brauchst nicht zu kommen...

Natürlich wissen wir, dass Kinder sich nach und nach 'abnabeln'. Es ist dann aber die Frage, ob ein ohnehin seltener (Ferien) Umgang im Zuge dieser Abnabelung ausfallen soll/darf. Der Bezug zm UET ist ja sowieso schon rar. Von 'Miterziehung' ist dann ohnehin keine Rede mehr.

Die Frage ließe sich einzelfallbezogen nur dann klären wenn man/frau wüsste, ob die Eltern hier in der Lage sind, in ihren Kontaktzeiten vor dem Kind eine positive Repräsentanz des gerade abwesenden Elternteils zu bieten.

Ein 9-Jähriges kann sicher nicht weitblickend einschätzen, was zu seinem Wohl sei - das können ja oft 17-Jährige nicht.

''Viele Freunde'' können auch z.B. ein Fluchtpunkt für das Kind vom Erlebnis des (verdrängten) Getrennt-Seins der Eltern sein....


Tja, mache Differenzierungen mit Verständnis für die Kinder können konkret meist nur Fachleute (mühsam) eruieren.....


Mfg krypa

Beitrag von zenturio 09.10.11 - 15:16 Uhr

Ja, verstehe ich schon. Meine Erklärung habe ich redrose123 bereits geschrieben.

Aber mal anders gefragt: wenn das Kind morgen sagt, ich will nicht mehr zur Schule gehen, bleibt es dann zu Hause?

Ein neunjähriges Kind kann noch nicht entscheiden, was zu seinem Wohl ist und was nicht. Daher ist die Argumentation mit dem Willen des Kindes sehr gefährlich.

Dass im vorliegenden Fall Lösungen gefunden werden können, bezweifel ich ja gar nicht. Ich würde dem Kind durchaus auch ein bißchen mehr Zeit für Freundschaftsbesuche lassen, wenn es das möchte. Gleichzeitig würde ich daran arbeiten, das Kind mehr für die Besuche beim Vater zu begeistern und diese vielleicht mit etwas mehr Leben fülle. Das ist ein Punkt, wo man den Kindeswillen als Vater auch sehr gut einfließen lassen kann, ohne dass dadurch die elterliche Sorge eingeschränkt wird.

Ja, ich weiß. Es geht hier um den Umgang. Aber erfüll mal deine Sorgepflicht ohne Umgang.

Beitrag von zenturio 09.10.11 - 15:19 Uhr

krypta war schneller. #winke

Beitrag von hart-aber-herzlich 09.10.11 - 16:08 Uhr

Hallo zenturio,

die Pflicht zur Schule zu gehen mit der Pflicht? den Vater zu sehen halte ich für nicht geeignet. Damit stellst du den Umgangsbesuch als zu erzwingende bzw. unbedingt einzuhaltene Pflicht seitens des Kindes dar. Dies kann ja nicht das Ziel sein.
Ein 9jähriges Kind kann sicher einschätzen, was zu seinem Wohl ist und was nicht. Daß die Vaterfigur bzw. beide Elternteile wichtig für die Entwicklung des Kindes ist, wissen wir. Dahingehend Einfluß auf die Kinder zu nehmen, ist natürlich richtig. Aber erzwingen kann man es ab einem gewissen Alter nun nicht mehr. Denn von Zwang wäre ja die Rede, wenn es aus feien Stücken nicht mehr möchte.
Nicht nur Väter müssen irgendwann einmal erkennen, dass die geliebten Kinder nun anfangen, ihre persönlichen Rechte wahrzunehmen. Daß fängt bei der eigenen Wahl der Hobbys an über die Wahl der Kleidung, Freunde und Freizeitaktivitäten. Dies muß auch respektiert werden. Da spielt dann leider bei einem 9jährigen Kind der 450 km entfernt lebende Vater eben nicht mehr die ganz große Rolle.
Bei diesem einmaligen Vorfall würde ich an der Stelle des TE nun nicht gleich panisch werden. Das Mädel liebt doch sicher ihren Vater und wird entsprechend handeln.
Ansonsten stehen ja die bereits genannten Vorschläge im Raum.

Gruß

Beitrag von zenturio 09.10.11 - 20:13 Uhr

Hallo "hart-aber-herzlich".

Der Vergleich mit der Schulpflicht war ganz bewußt gewählt. Denn die Schulpflicht wird hierzulande notfalls polizeilich durchgesetzt, Umgang mit dem Vater nicht. Über die Bedeutung von beidem läßt sich vortrefflich streiten. Manche sind der Meinung, Väter seien entbehrlich - seltsamerweise trifft das immer ganz besonders auf getrennte Väter zu.

Ich bin völlig deiner Meinung, wenn du sagst, dass Zwangsmaßnahmen gegen Kinder, in welcher Form auch immer, vermieden werden sollten. Auch stimme ich dir darin zu, dass die große räumliche Distanz nicht optimal ist, den Umgang in einem angemessenen Umfang stattfinden zu lassen. Aber ich stimme nicht überein, den Umgang mit dem Vater in seiner Bedeutung mit der Wahl eines Hobbys zu vergleichen, noch darin, dass ein Kind mit neun Jahren die geistige Voraussetzung hat, selber zu entscheiden, ob es seinen Vater sehen möchte oder nicht. Frühestens ab 12/13 Jahren würde ich Ansätze sehen, dass die Kinder sich von den Eltern lösen. Ihre Entwicklung haben sie dann noch lange nicht abgeschlossen und gerade in der Pubertät halte ich beide Eltern in der Vorbildfunktion für besonders wichtig.

Es ist aber ein ganz großes Problem in der Anwendung des Familienrechts hierzulande, dass der Kindeswillen mit dem Kindeswohl oftmals gleichgesetzt wird. Gerne wird dann die Parole ausgegeben: "Man kann das Kind doch nicht zwingen", womit man den Umgang gleich als dem Kindeswohl entgegengesetzt darstellt. Gleichzeitig aber gibt man entziehenden Müttern damit einen Persilschein in die Hand. Denn wenn der Wille des Kindes genügt, den Vater vom Umgang auszuschließen, so muss nur der Kindeswille entsprechend gelenkt werden. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, Informationen über PAS einmal zu lesen.

http://www.pas-eltern.de/InfosDownloads/page3/files/Andritzky%20Verhalten%20PAS.pdf

Wie bereits weiter oben gesagt, beziehe ich das nicht auf den Fall des TE, sondern nur auf die hier angeführte Argumentation, den Willen des Kindes als maßgebliches Kriterium für eine Entscheidung über Umgang mit dem Vater zu sehen.

Beitrag von litalia 09.10.11 - 18:56 Uhr

hat sie bei dir denn freunde? bekannte?

ansonsten, wäre es mein kind dann würde ich ihr deutlich sagen wie enttäuscht ich darüber bin! ihre freunde hat sie schließlich ständig um sich und ihren vater??? ... also ich wäre sauer und das könnte mein kind auch wissen.

es ist wohl von einem 9!!! jährigen nicht zu viel verlangt in den den ferien ihren vater zu besuchen, das sollte sie eigentlich gerne und mit freude machen.

ist sie denn jede ferien bei dir? die kompletten?
ansonsten könnte man das ja auch aufteilen, wenn ihr die ferien mit den freunden soo wichtig ist.

sprich, wenn 2 woche ferien sind ist sie eine davon bei dir.

Beitrag von uttinger6048 09.10.11 - 19:23 Uhr

Danke erstmal,

Naja die Aussage mit dem Teenager war genauso wie ich es geschrieben habe. Der Besuch in den Oktoberferien wird auch definitiv stattfinden und vor allem auch ein klärendes Gespräch mit ihr.
Denn wenn sie mit ihrer Mutter wegfahren sollte, bleibt sie ja auch net allein zu Hause wegen ihrer Freunde. Und ihre Freund bleiben auch net zu Hause wegen ihr und lassen die Eltern allein in den Urlaub fahren.

Meine Meinung is Freunde kommen und gehen aber die Familie bleibt für immer.
Und das werd ich versuchen ihr irgendwie zu erklären.
Ich hoffe das es gut laufen wird, zumindest bis sie wirklich in das entsprechende Alter kommt.

Beitrag von dassmarti 11.10.11 - 10:39 Uhr

Hallo,
erstmal ein Lob dafür, daß Du Dir viele Gedanken machst und die Mutter verteidigst (hier wird ja schnell mal eine Seite angegriffen, ohne die Familie zu kennen)!
Mein Sohn ist acht und es fängt auch langsam so an, Freunde sind eben an erster Stelle wenn Kinder flügge werden.
Aber ich habe seinem Papa den Tipp gegeben, sich mit ihm ein gemeinsames Hobby zu suchen, welches hoffentlich die Pubertät übersteht:
Z.B. reiten lernen (gemeinsame Ausritte als Ritual),
klettern lernen,
Werkstatt einrichten und mit Holz etwas bauen/schnitzen/zimmern,
zelten gehen,
für ein Schwimmabzeichen trainieren.
Außerdem gehen die beiden nun zweimal im Jahr von der Familienbildungsstätte auf so ein Papa-Kind-WE, da sind dann viele Kinder und sie machen trotzdem etwas Tolles zusammen, was die Verbindung stärkt und schöne Erinnerungen bringt.
Viel Glück!
Marti

Beitrag von fasike 17.10.11 - 18:24 Uhr

Hallo,

ich bin Mama und habe eine 9 jährigen Sohn. Ich komme mit dem Kindsvater ebenfalls gut klar. Mein Sohn ist bis jetzt zwar nicht regelmäßig, aber immer dann wenn einer von beiden Zeit und Lust hatte, zu Papa gegangen. Wir haben da keine feste Regelung, da beide selbst entscheiden dürfen/sollen. Wir wohnen nicht weit von einander weg und somit sind kurzfristige Treffen auch kein Problem.

Seit knapp einem halben Jahr möchte er aber auch nicht mehr zu seinem Vater. Ich kann es auch nicht wirklich verstehen. Selbst am Telefon ist er mittlerweile sehr zurückhaltend geworden. Er sagt, dass er halt einfach keinen Bock mehr drauf hat. Warum weiss ich auch nicht. Vorgefallen ist aber angeblich nichts....?!

LG fasike