Einzelfallhelfer in der Schule

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Beitrag von syfh - 11.10.11 - 14:24 Uhr

Hallo zusammen,

an dieser Stelle habe ich schon mehrere Diskussionen über Einzelfallhelfer an Schulen gelesen und eine Menge dazugelernt.

Nun bin ich in einen Fall aus meinem Bekanntenkreis um Rat gebeten worden, weil ich aktiv Elternarbeit betreibe. Ich muß allerdings zugeben, daß ich ein wenig ratlos bin und darum für jeden Ratschlag dankbar wäre.

Die Situation: Das Kind, geistig behindert, besucht die 3. Klasse einer Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Die Eltern haben für dieses Kind einen Einzelfallhelfer beantragt; sowohl Stadt als auch Schulärztin befürworten den Antrag, nur die Rektorin will keinen Einzelfallhelfer an der Schule. Ein Gespräch mit der Schulleiterin verlief ergebnislos; sie argumentiert letztlich gar nicht, sondern lehnt Einzelfallhelfer an "ihrer" Schule einfach ab?

Hat jemand eine Idee, was in der Situation noch unternommen werden kann?

Ich bedanke mich jetzt schon mal für die Hilfe - ich bin wirklich für jeden Rat dankbar!

Beitrag von flummie - 11.10.11 - 16:58 Uhr

Versucht euch doch mal ans zuständige Schulamt zu wenden?

LG Flummie

Beitrag von syfh - 11.10.11 - 17:13 Uhr

Hallo Flummie,

besten Dank erst mal für den Tip.

Das ist das, was mir zunächst auch so eingefallen war.

Aber genau genommen haben wir da schon das nächste Problem: Wer genau ist das "zuständige Schulamt"? Da hätten wir zum einen die Region als Schulträger und dazu die Landesschulbehörde als "vorgesetzte Dienststelle". Vorsorglich also gleich mal an beide, weil hier voraussichtlich der Schwarze Peter hin und her geschoben werden wird. Und eigentlich wollte ich den "langen Weg durch die Behörden" vermeiden, weil damit eine Lösung meist in weite Ferne rückt.

Aber wahrscheinlich wird es tatsächlich keinen anderen Weg geben ;-((


Hasta luego!

syfh

Beitrag von flummie - 11.10.11 - 21:49 Uhr

Ich muss leider passen, wie das bei euch ist.

Aber deine Idee beide zu kontaktieren, finde ich nicht schlecht! :-)
Wünsche euch viel Glück!

Beitrag von krokolady - 11.10.11 - 19:05 Uhr

hm....da würd ich mich echt mal bei höherer Stelle schlau machen......denn wenn es die "zuständige" Schule ist und keine andere Schule in direktem Umkreis ist kann es sein das sie gar nicht ablehnen darf.
Denn was macht sie denn Z.B. wenn da ein Kind mit schwerer Epilepsie ist? Diese Kinder brauchen ja auch immer wen an ihrer Seite.

Meine Tochter hat auch eine Schulbegleitung während der gesamten Schulzeit - ohne würde es gar nicht gehen.
Bei uns an der GB-Schule ist es aber zum Glück gern gesehen

Beitrag von alpenbaby711 - 12.10.11 - 13:09 Uhr

Ich bin der Meinung sie darf das gar nicht ablehnen weil sie damit Behinderte benachteiligt. Aber wie gesagt weiß ich nicht alles frag daher lieber beim Schulamt nach und mach dich selbst schlau. Mein Sohn selbst hat nämlich ne I-Hilfe dabei. Die erste Grundschule war da auch nicht wirklich interessiert.
Ela

Beitrag von syfh - 12.10.11 - 13:25 Uhr

Prinzipiell sehe ich das genau so, das hilft aber leider kurzfristig überhaupt nichts ;-((

Aber wir sind inzwischen auch so weit, daß es ohne Einschaltung der Landesschulbehörde keine Lösung geben wird - und mit Einschaltung der LSB wohl keine kurzfristige, Behörden arbeiten halt selten im Akkord. Schulamt wird wenig bringen, die sind als Schulträger nun mal nur für Schule (als Bauwerk) und materielle Ausstattung (plus Hausmeister und Schulsekretärin) in Form von Haushaltsmitteln zuständig und haben wenig Einflußmöglichkeiten auf Lehrer, die vom Land (also LSB) gestellt werden; einbinden sollten wir das Schulamt aber trotzdem.

Genau das ist für mich das deprimierende, hier werden sich möglicherweise erst mal zwei Instanzen den Schwarzen Peter gegenseitig zuschieben und eine schnelle Lösung verhindern, das ganze wie üblich auf dem Rücken der Betroffenen.

Hasta luego!

syfh

Beitrag von krokolady - 12.10.11 - 17:56 Uhr

also an Regelschulen hat der Rektor wirklich die Möglichkeit Schulbegleiter abzulehnen - aber das gilt für gesunde Kinder!

Gab es denn in letzter Zeit Situationen wo die Lehrer Deinem Kind nicht gerecht werden konnten? Denn dann kannst du darauf pochen das die dauerhafte Aufsichtspflich nicht gewährleistet ist - so ist es nämlich bei meiner Tochter.
die GB-Schule hat ganz klar gesagt das sie nicht garantieren können das immer jemand bei meinem Kind sein kann, und sie niemals aus den Augen gelassen wird. Das hat die Schule so auch dem Sozi gesagt als es um die Beantragung für den Schulbegleiter ging.
Ich selbst würde mein Kind auch nicht in der Schule lassen wenn ich nicht wüsste das sie immer unter Aufsicht ist.

Hat Dein Kind Weglauftendenzen? Braucht es Hilfe beim Toilettengang?
Wie wurde die Betreuung denn bisher bewerkstelligt, und wo gab es Probleme?

Beitrag von b.kissi - 12.10.11 - 22:50 Uhr

Der Klassenlehrer kann den Integrationshelfer ablehnen, nicht der Rektor.

Gruß Barbara

Beitrag von alpenbaby711 - 12.10.11 - 19:34 Uhr

Ich weiß das der Weg hart und steinig ist. Zwar hatte ich in Sachen SChule soweit das glücklichere Händchen als du, aaaaaaaaaaber ich hatte hier Kämpfe mit dem Jugendamt wegen Integrationshilfe die waren vom feinsten. Das sie zahlen was nicht das Problem aber stellenweise wieviel und wie sie die Leute da noch bescheissen wollten war nicht mehr OK. Jetzt hab ich nach langer Zeit den Kampf gewonnen. Ich wollte schon zur Zeitung gehen wenn sie mir die letzten I-Hilfen nun auch noch versaut hätten.
Da kann ich deinem letzten Satz nur beipflichten..... "das ganze wie üblich auf dem Rücken der Betroffenen"

Ela

Beitrag von b.kissi - 12.10.11 - 22:55 Uhr

Der Klassenlehrer entscheidet über den Integrationshelfer nicht der Rektor.

Gruß Barbara

Beitrag von tinaxx - 13.10.11 - 20:14 Uhr

Hallo!

In Niedersachsen gibt es zu jeder Schule einen zuständigen Dezernenten bei der Landesschulbehörde. An den solltet ihr euch zuerst wenden.

Was mich wundert: An einer Förderschule mit Schwerpunkt "geistige Entwicklung" gibt es bisher keinen einzigen Einzelfallhelfer? Stimmt das wirklich?
Und was ist das für eine Schulleiterin, die für einen ihrer Schüler Hilfe ablehnt, um die sie sich noch nicht mal kümmern muss? Verstehe ich nicht...

Ihr könnt natürlich auch an die Presse gehen, wenn die Sache gar nicht ins Rollen kommt. In der HAZ sind ja ab und zu Artikel zu schulischen Themen und Missständen. Öffentlicher Druck ist oft sehr wirkam!

Viel Erfolg wünscht
Tina (HS-Lehrerin, die in einer I-Klasse arbeitet, und selbst ein Kind hat, das eine I-Helferin benötigt).