Hallo ihr Lieben,
erst einmal ein liebes "Hallo" von mir
, bin nämlich noch ganz neu bei urbia, nachdem ich schon seit vielen Wochen stillen Mitleserin bin.
Ich trage mich ja schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken mich selbstständig zu machen (also selbst und ständig zu arbeiten
). Nun wollte ich mal mein Geschäftskonzept vorstellen und fragen, ob ihr euch für so etwas interessieren könntet bzw. wenn ihr Erfahrungen habt, mir ein paar Tipps geben könnt.
Ich möchte gerne einen kleinen und netten Laden für Spielwaren (vor allem Stofftiere, Stoffpuppen etc.) und Kinder/Babymode- und Accessoires eröffnen.
Aber auch Tragetücher, Babydecken etc. sollen dort verkauft werden.
Ich möchte nur mit sehr kleinen Labels und Privatpersonen zusammen arbeiten.
Ähnlich wie diese Marke hier
http://www.daspinkezimmer.de/DasPinkeZimmer.html
oder hier
http://de.dawanda.com/
Im Laden selbst sollen dann immer nur eine begrenze Stückzahl davon angeboten werden (also nicht, dass ich 20 Teile pro Label/Hersteller ordere).
Ich könnte mir auch z.B. eine Kooperation mit einer Trageberaterin vorstellen. Sie kann bei mir im Laden mit Bewirtung gratis ihre Kurse abhalten und dafür werden an diesem Abend dann meine Produkte (Tragetücher etc.) ebenfalls angeboten usw.
Auch andere Kooperationen wären vorstellbar...
Das ganze soll eher familiär/persönlich sein. Auch in der Beratung.
Zur Finanzierung:
Meine Familie würde sicherlich einen Teil beisteuern...
auch habe ich ein bisschen Geld zurück gelegt.
Der Rest müsste über einen Kredit finanziert werden (ich schätze so zwischen 7.000-10.000 Euro).
Durch die Unterstützung meines Freundes und meiner Familie müsste ich auch nicht sofort meine Lebensunterhalt alleine bestreiten können, d.h. ich hätte etwas Anlaufzeit.
Mein Freund ist Werbefachmann und könnte mir bei Flyern, Homepage etc. helfen. Auch haben wir Freunde, die eigenen Geschäfte betreiben (allerdings in ganz anderen Bereichen z.B. Bücher).
Nun wollte ich fragen, was haltet ihr von dem Konzept, der Idee?
Würde euch vor allem ein solcher Laden interessieren?
Liebe Grüße
erdbeermama
Geschäftsidee
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Beitrag von erdbeermama - 13.10.11 - 15:31 Uhr
Beitrag von bruchetta - 13.10.11 - 15:49 Uhr
Um ehrlich zu sein, ich finde einen Online-Shop, mit Vertrieb über ebay o.ä. besser, weil Du da mehr Leute erreichst.
Und Du zahlst keine Ladenmiete, Nebenkosten usw.
Aber auch im Internet mußt Du darauf achten, dass Du möglichst das anbietest, was andere nicht oder weniger anbieten.
Was ein Ladenlokal betrifft, so ist es existentiell wichtig, dass Du in einer größeren Stadt wohnst und einen Standort mit Laufkundschaft wählst (was widerrum aber teurer in der Ladenmiete sein dürfte).
Mir wäre das aber zu riskant, Läden mit Spielzeug und Kinderbekleidung gibt es wie Sand am Meer.
Ich würde so etwas nur machen, wenn ich ein Nischenprodukt hätte, das mir aus den Händen gerissen wird, aber find erstmal so etwas.
Beitrag von erdbeermama - 13.10.11 - 16:13 Uhr
In einer großen Stadt wohne ich, aber die Ladenmieten sind in der Passage dann natürlich dementsprechend teuer.
Soweit ich weiß, gibt es in unserer Stadt zwei Läden mit Kinderbedarf, eines eher konventionell, eines auch eher alternativ, aber eher so auf alles mögliche aus Holz spezialisiert.
Ich bin auch noch wirklich am überlegen. Einerseits gibt es hier das "Klientel" das solche Dinge gerne kauft (hier halten sich auch Teeläden, Pralinenläden und winzige Boutiquen) aber andererseits muss man sich dafür auch erst einmal etablieren.
Es ist auch erst einmal eine Idee und die soll auch nicht in den nächsten 1-2 Jahren verwirklicht werden, aber der Gedanke war eben da und der eigene Laden reizt mich schon sehr lange.
Am liebesten würde ich bis dahin aus eigener Kasse und durch Hilfe der Familie genug Kapital haben, dass ich keinen Kredit brauche.
Aber wahrscheinlich unterschätze ich die Kosten
Beitrag von manavgat - 13.10.11 - 17:08 Uhr
hier halten sich auch Teeläden, Pralinenläden und winzige Boutiquen
Vorsicht!!!!
Das sind meistens die Abschreibungsobjekte gut verdienender Ehemänner. Dann braucht man auch keinen Gewinn, wenn's ein Hobby ist.
Gruß
Manavgat
Beitrag von frlagathenieselpriem - 13.10.11 - 15:52 Uhr
Ganz ehrlich:
Diese Läden machen zu hauf heute auf und morgen wieder zu.
Ich habe meine Zweifel ob Du überhaupt Kredit bekommen wirst.
Agathe
Beitrag von katzenhausen - 13.10.11 - 16:24 Uhr
Ich sehe da keine Idee und kein Konzept. Den tausendste Kinderladen mit "Alleinstellungsmerkmalen" wie Beratung und familiärem Ambiente. Letzteres ist eine sichere Umsatzbremse, weil da mehr gequatscht als gekauft wird, gekauft wird dann beim großen Laden im Gewerbegebiet oder gleich im Web.
In jeder etwas größeren Stadt gibt es diese Klitschen mittlerweile, und in den meisten Fällen füttern sie höchstens Mamis Selbstverwirklungstrieb, aber kein hungriges Maul.
Beitrag von erdbeermama - 13.10.11 - 16:36 Uhr
Autsch - "etwas" hart formuliert, aber ich weiß durchaus, dass da was dran ist...aber dann sollten am Besten solche Läden überhaupt nicht mehr aufmachen/betrieben werden, da sowieso nur noch alles "im web" bestellt wird.
Ich persönlich sehe aber, dass die kleine Läden doch gut besucht sind, dass in Bio-Länden auch viel gekauft wird...vielleicht sehe ich das auch zu ideell, aber in meiner Umgebung ist sowas für die Menschen schon wichtig. Klar, wird nicht immer nur teuer/exklusiv gekauft, aber es ist ausgewogen...
ich finde man kann "alles Handarbeit", "alles Unikate" durchaus als ein Alleinstellungsmerkmal bezeichnen, zumindest gibt es das hier in diesem Bereich (Kinder) noch nicht.
Übringens meinte ich mit Geschäftsidee nicht, dass ich den vollautomatischen "Bügel/Waschmaschine/Staubsaug/Kaffee-macher" Automaten erfunden habe, ich hätte es vielleicht lieber "will mich selbstständig machen" nennen sollen.
Beitrag von katzenhausen - 13.10.11 - 17:27 Uhr
Erstmal: Ich habe das so hart formuliert, weil ich in meinem Leben oft genug "Träumer" kennengelernt habe, denen diese harte Worte die noch viel härtere Realität des Scheiterns erspart hätten.
Aber Respekt, du kannst mit Kritik umgehen, stehst mit beiden Beinen auf dem Boden und weißt, woraus es ankommt. Unter diesen Voraussetzungen kann das etwas werden, mit jeder Menge Arbeit und vielen richtigen Entscheidungen hintereinander.
Viel Glück!
Beitrag von bemmchen - 13.10.11 - 16:33 Uhr
zu der Idee an sich hast du ja schon ein paar antworten..aber was ich dir noch raten würde ist fachliche Hilfe...
beschäftige dich mit dem was ein Unternehmer alles machen muss, was er vorher (also vor Ladeneröffnung) alles in die Wege leiten muss bei Ämtern und co...vorallem aber: wenn du keinerlei Ahnung hast von buchhalterischen und steuerlichen Dingen such dir einen Steuerberater und informier dich bei dem oder lass das Ganze gleich von ihm betreuen
allerdings sind das natürlich auch alles Kosten...
Such dir vielleicht auch schon mal Leute mit denen du gern zusammen arbeiten würdest und stell denen dein Konzept vor, schau das du da vielleicht schon "okays" bekommst was die warenlieferungen und so weiter angeht...kein Hersteller liefert einfach so ohne weiteres an einen komplett neuen Laden, er wird sich absichern wollen und dich vielleicht auch kennen lernen wollen.
Du kannst auch beim Arbeitsamt nachfragen welche Unterlagen man für Zuschüsse und co braucht, da wird unter anderem ein Businessplan erforderlich...wenn du keine Zuschüsse vom Amt willst/brauchst kann es dennoch nicht schaden einen solchen Businessplan in der Tasche zu haben, auch um dir selber aufzuzeigen und klar zu machen ob das Ganze überhapt möglich ist so wie du dir das vorstellst
Beitrag von erdbeermama - 13.10.11 - 16:39 Uhr
Danke
Das wären auf jeden Fall auch meine ersten Schritte gewesen...
mich hätte nur interessiert, ob die urbia-Mamas so ein Laden interessieren würde, also einen selbst ganz persönlich...oder ob man doch lieber in einem größeren Geschäft einkauft.
Ich meine jetzt nicht Möbel, Erstausstattung, sondern eher in Richtung Geschenken, Mitbringsel, wenn man was "Besonderes" sucht?
Beitrag von bemmchen - 13.10.11 - 16:43 Uhr
Das wird denke ich unterschiedlich sein....die einen sind vielleicht generell onlineshopper und werden einen solchen Laden niemals betreten, die anderen kaufen generell nur im kleinen laden um die ecke und wiederum andere kaufen mal da mal da...aber alles auch eine Frage des preises
wenn man beispielsweise einen exklusivtollennuckel aus was weiß ich was sucht und den bei dir findet ist das toll, aber nicht wenn er dann 20 e kostet...
das muss dann alles auch im preis/leistungsverhältnis stehen und bedarf einer kleinen "marktforschung" bei dir vor ort..das kann man so nicht sagen ich glaueb die wenigsten kommen aus deinem Ort von den ganzen usern hier
Beitrag von vwpassat - 13.10.11 - 19:02 Uhr
Interessieren wird das zum Anfang sicher einige, aber ob die auch (genug) Geld bei Dir lassen?
Ich weiß ja jetzt nicht, wo Du wohnst, aber die Miete für einen kleinen Laden (20-30 m³ kann zwischen 200 und 2000 € liegen), Du wirst ständig Werbung machen müssen, Strom, Wasser, GEZ, GEMA, IHK, BG, Versicherungen, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer etc...zahlen.
Bis dahin hast Du noch nicht 1 cent verdient!
Deine Krankenversicherung und Rücklagen für die Rente wäre der nächste Posten.
Dann hast Du immer noch keinen cent verdient.
Beitrag von vwpassat - 13.10.11 - 16:45 Uhr
Ich halte das Geschäftsmodell selbst nicht für das ganz schlechteste.
Aber:
Wenn Du Fremdkapital brauchst und eine teure Gewerbeimmobilie im Zentrum anmieten musst, ist es NICHT tragbar. Hinzu kommt sicher, dass Du keine buchhalterischen Kenntnisse hast bzw. nicht ausreichend.
Ergo: Klares NEIN.
Beitrag von manavgat - 13.10.11 - 17:07 Uhr
Ich halte davon gar nichts und fürchte das Du im besten Fall Dein Geld los bist und schlimmstenfalls mit Schulden aussteigst.
Der Einzelhandel leidet seit Jahren unter Erosion. Hinzu kommt der demographische Aspekt: es gibt immer weniger Kinder und die Familien mit Kindern (die meisten) haben immer weniger Geld.
Wenn überhaupt, dann nur Onlinehandel, möglicherweise als Logistikpartner Amazon.
Gruß
Manavgat
Beitrag von schnitte19840 - 13.10.11 - 18:34 Uhr
Hätte dir das gleiche geraten.
Beitrag von schwarzesetwas - 13.10.11 - 19:06 Uhr
Eins darfst Du bei einem Laden nicht vergessen: Du musst erstmal einiges in quasi 'totes' Kapital investieren, nämlich die Ladenausstattung mit Waren, wo Du ja vorab einiges einkaufen musst.
Allein das, bricht den meisten das Genick.
Komissionsware gibt es in dem Bereich nämlich so gut wie nie, Du musst alles bar und zzgl. Mehrwerststeuer bezahlen.
Auch birgt so ein Ladenlokal meist eine ziemlich hohe Mietsicherheit mit sich, was Du auch in Deinen Kostenplan mitaufnehmen solltest.
Grundsätzlich wäre es sinnvoller erstmal einen Online-Shop aufzubauen, weil Du da kaum Lagerkosten hast bzw. direkt beim Hersteller bei Nachfrage bzw. Verkäufen bestellst.
So finanzieren sich die meisten Online-Shops.
Nochwas zu Flyern: Alles ganz gut und schön. Aber Du brauchst mit einem solchen Laden schon Laufkundschaft, also ein paar Flyer verteilen werden nicht unbedingt die notwendige Kundschaft reinbringen, da der tatsächlich Prozentanteil, wenn mit solchen Mitteln wirbt, nicht so hoch ist. Eine Zahl kann ich Dir grad nicht nennen - ist aber nicht wirklich viel.
Eher Banner schalten in Lokalwebseiten, Anzeigen in Zeitungen oder anderen Medienportalen, was wieder Kosten mit sich bringt.
Wünsche Dir viel Glück und Mut bei Deiner Gründung! 
Ach ja, zu Deiner Frage: Nein, mich interessieren solche Geschäfte weniger, weil einfach zu teuer. 
Lg
SE
Beitrag von erdbeermama - 13.10.11 - 22:54 Uhr
Ein Onlineshop würde sich leider nicht lohnen, für die Waren die ich anbiete gibt es große Portale wie dawanda, da kann man all die kleinen Labels, Designer etc. bestellen.
Die Idee war ja solche Artikel in einem Laden anzubieten, damit die Kunden die Waren tatsächlich ansehen, sich von der Qualität überzeugen können etc.
Die meisten Flyer werden tatsächlich weggeschmissen, oder kaum gelesen. Werbung würde ich daher auch nur sehr gezielt platzieren.
Das mit dem "toten" Kapital ist richtig und mir auch bewusst. Dass ich die Ware erst mal vorfinanzieren muss, habe ich einkalkuliert.
Aber wie gesagt...noch ist alles eine Idee. Und ich will mich nicht verzocken und es dann nachher bereuen. Daher werde ich das alles gründlich überlegen und planen, wenn ich dann immer noch überzeugt bin, ist es was anderes.
Aber momentan strecke ich nur mal meine Fühler aus...
Beitrag von kittythecat - 13.10.11 - 19:10 Uhr
Hallo,
grundsätzlich bin ich überhaupt kein Unternehmertyp, obwohl ich einen der klassischen freien Berufe ergriffen habe und mein Freund erfolgreicher Unternehmer ist, könnte ich mit den Unwägbarkeiten wohl nicht umgehen, aber jeder ist ja anders
.
Und trotz meiner großen Skepsis finde ich die Idee nicht ganz so mies. In der Stadt, in der ich studierte (niederbayerische Kleinstadt) gab es auch so einen Laden, der kleine, exklusivere Labels vertrieb, halt sehr spezielle Sachen - und das auch zu speziellen Preisen. Aber ich als Kinderlose habe dort gerne tolle Sachen als Geschenke gekauft. Vielleicht darf man nicht nur immer fragen, ob Eltern bereit wären 100€ für ne Kuscheldecke auszugeben, sondern ob nicht Oma/Opa/Paten/Tanten/Onkel das tun würden.
Grundsätzlich kann ich mir so einen Laden aber nur in einem szenigen Viertel mit viel Laufkundschaft vorstellen.
Vielleicht machst du`s einfach so, dass du mal einen ordentlichen Businessplan machst (ich bin z.B. extrem skeptisch, wenn man mit soviel in Vorkasse gehen muss, bevor der 1. Cent verdient ist - Laden herrichten (Makler evtl.), Interieur, Waren etc.) und diesen Businessplan der Bank vorlegst, von der du den Kredit möchtest. Ich denke, dass du dann schnell sehen wirst, wieviel deine Idee "wert" ist.
Viel Glück,
kitty
Beitrag von ballroomy - 13.10.11 - 19:55 Uhr
Prinzipiell würde ich so einen Laden schon besuchen. Was mir aber sehr wichtig ist, sind Produkte aus biologischem Anbau. Also nur Bio-Baumwolle etc. Wenn die Sachen zusätzlich noch fair produziert wurden, um so besser.
Dann gebe ich auch gerne etwas mehr Geld aus.
Wenn dann noch einsichtig ist, womit die Stoffe gefärbt wurden, also wirklich schadstofffrei für meine Kinder, dann prima!
Ansonsten: Mach einen Existenzgründungskurs mit. Die werden oft an den Unis, aber auch vom Arbeitsamt angeboten. Wenn Du vorher ALG 1 beziehen solltest kannst Du noch einen Gründungszuschuss beantragen, kann auch gut sein, dass es noch andere Förderungen gibt, einfach beim Arbeitsamt nachfragen.
Wenn auch beraten werden soll (Trageberaterin), dann stell eine vernünftige Kaffeemaschine auf und lass die Kunden dafür bezahlen. Gibts ja inzwischen in jeder Buchhandlung auch.
Viel Erfolg!
Beitrag von maryam1410 - 14.10.11 - 13:11 Uhr
hier bei mir in der nähe ist ein second-hand-laden für kindersachen, der auch solche individuellen sachen (wie von dawanda) anbietet - das läuft sehr gut ! weit besser als der second-hand-teil.
man kann dort auch individuelle sachen in auftrag geben, also kissen mit namen, kleidung ... ich habe da schon öfter gekauft, und zwar individuelle sachen nach meinen vorgaben.
oder auch dieser laden, ebenfalls in hannover:
http://www.fraulucy.de/
ich finde die idee gar nicht schlecht, und ich gehe sehr gern in solche läden.
dort kaufe ich auch - zwar dann auch mal nur EIN teil, aber das ist dann gern sehr hochpreisig.
also ich finde die idee ausgesprochen gut.
Beitrag von lichtenstein - 14.10.11 - 17:15 Uhr
Ich weiß nicht, wo Du herkommst. Hier in meiner Stadt ist es so, dass die Läden in der Haupteinkaufsstraße gut besucht werden - bis ungefähr zur Mitte. Danach kommt das obere Ende, das je nach Konjunktur mal mehr mal weniger gut besucht ist. Und dann gibt es noch die Nebenstraßen: Laufkundschaft? Sehr selten. Entsprechend hoch ist auch die Fluktuation in den Läden. Dazu kommt, dass die Mieten in den 1A Lagen unbezahlbar hoch sind und in den 1B Lagen auch nicht wirklich günstig.
Über aussergwöhnliche Lädchen freue ich mich zwar immer, aber ich weiß, dass die sich nie lange halten. Leider.
Beitrag von miau2 - 14.10.11 - 18:14 Uhr
Hi,
hier gibt es solche Läden.
Und unter den mehreren, die ich meinen gut 10 Jahren in dieser Stadt erlebt habe sogar einen oder zwei, die schon da waren als ich kam und es immer noch sind. Trotz Kaufhäusern in Laufnähe.
Jetzt kommt das große ABER.
HIER gibt es auch die Kundschaft dazu. Denn hier gibt es FAmilien, wo der Cayenne das Zweitauto ist und der andere Porsche das Erstauto. Hier gibt es Familien, die sich Häuser bauen, wenn das Grundstück bereits einen 7stelligen (ernst gemeint) Betrag kostet - na gut, manche kaufen auch schon für eine halbe Million. Oder die sich eine Wohnungsmiete von 2500 Euro (kalt) oder deutlich mehr im Monat leisten können.
Davon gibt es hier sogar - in bestimmten Stadteilen - gar nicht mal so wenige. Und die haben auch Kinder, der Trend geht bei diesen Familien hier ganz eindeutig zu 3 oder 4 Kindern.
Soweit, so gut - für die eingesessenen Geschäfte (oder das, ich weiß gerade gar nicht ob das zweite, das ich im Sinn hatte noch existiert).
Das ist EIN Laden (oder meinetwegen 2) in einer nicht wirklich kleinen Stadt, der genau diese spezielle Klientel bedient. Die können es sich leisten, familiäres Ambiente und schicke Designermarken zu bezahlen - und der Laden kann es sich leisten, nur einen sehr kleinen, ausgewählten Kundenkreis zu bedienen.
Wir verdienen auch gut. Ich war ein mal in dem Laden und bin ohne das Geschenk, das ich gesucht habe wieder gegangen. Schlicht und einfach zu teuer für mich.
Klassische Laufkundschaft wirst du da vergeblich suchen. Wer so einen Laden aufmacht und die braucht um zu überleben gehört zu den vielen, die wieder zu machen.
Und jetzt die Frage:
- gibt es bei Euch Potential in diesem Kundenkreis, der eben deutlich mehr für Artikel bezahlt, die es so (ähnlich) in jedem Kaufhaus und in jedem Babymarkt auf der grünen Wiese deutlich günstiger gibt?
- und: wenn es das gibt, warum gibt es noch keine Konkurrenz? Oder gibt es die? Wie willst du dann in den Markt kommen?
Du musst halt entweder sehr viel zu günstigen Preisen verkaufen, um deine Miete zu bezahlen (und andere Kosten). Oder relativ wenig mit deutlich höherer Marge - dann hast du aber i.d.R. einen deutlich kleineren Kundenkreis.
Das wären für mich Grundsatzüberlegungen.
Es stimmt sicher, die allermeisten dieser Läden (ähnlich wie Second-Hand-Läden, da sieht man das auch sehr oft) machen heute auf und morgen zu. Einzelne halten sich aber durchaus - aber wenn es einen etablierten, alteingesessenen gibt der einen recht engen Kundenkreis bedient wird es verflixt schwer werden, dagegen anzukommen.
Die Frage ist also: was willst du genau? Hast du mal ausgerechnet, was die Teile die dir vorschwegen im Einkauf kosten, und was deine Fixkosten sind, und dann überlegt, welche Preise du verlangen kannst und wie viel du verkaufen musst, um überhaupt am Monatsende eine 0 da stehen zu haben (wovon du dann natürlich immer noch nicht leben könntest)?
Das wären die ersten Fragen.
Die nächste wäre - gibt es das Potential an Kunden für das, was dir vorschwebt. Und die nächste wäre für mich - wenn ja, warum ist noch niemand auf diese Idee gekommen, oder - warum sind die, die das schon gemacht haben gescheitert?
"Familiär" ist super, wenn du von einem oder zwei Kunden am Tag leben kannst. Mercedes kann sich sicher eine familiärere Verkaufsstrategie leisten als Dacia - bei denen wäre es eher die Masse (bzw. Billigfabrikation).
Ich will dir gar nicht von vornherein pauschal abraten. Es kann ja tatsächlich irgendwo eine Stadt geben, wo eine Nische noch unbesetzt ist und es den entsprechenden Kundenstamm gibt. Nur sollte man
das halt vorher herausfinden.
Der x-te Online-Shop ist sicher auch keine Nische. Aber das Risiko ist evtl. geringer (je nachdem, wie aufgezogen, wie viel Ware eingekauft), da oft die Fixkosten niedriger sind.
Viele Grüße
Miau2
