Hallo!
Und zwar geht es um meinen Sohn, bei dem jetzt ADHS festgestellt wurde.
Habe schon immer gewußt er ist "anderst". Jetzt endlich haben wir auch einen Namen für den Grund das er so ist wie er ist. Nur kenne ich mich jetzt in dieser Materie noch überhaupt nicht aus. Was ist ADHS genau? Und eigentlich meine wichtigste Frage: Wie erkläre ich jemand das mein Sohn ADHS hat und was muß man bei ADHS Kindern genau beachten?
Stern8
Wer kennt sich aus mit "ADHS"?
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Beitrag von stern8 - 19.10.11 - 10:16 Uhr
Beitrag von 3erclan - 20.10.11 - 08:33 Uhr
Hallo Stern
du kannst mich gerne anschreiben ich habe 2 ADHS Kinder.
lg
Beitrag von stern8 - 20.10.11 - 09:59 Uhr
Hallo 3erclan!
Danke, das ich diech anschreiben kann.
Ich habe mich mit dieser Diaginose unseres Kindes sehr schwer getan. Muß mich jetzt damit abfinden das wir ein ADHS ´Kind haben. Mein Mann und der Kinderarzt haben gemeint, das wir es mit Medikinet mal versuchen sollen. Wobei ich voll gegen Tabletten war. Er nimmt jetzt denoch die Tabletten und es geht ihm bedeutend besser (Wirkungsdauer, so das er die Schule gut übersteht). Nachmittags ist er wieder der "alte". Wobei mein Sohn( 7 Jahre) jetzt auch meint, ob wir nicht mal die Retard Tabletten ausprobieren sollen. Er selber findet es besser, das er nicht mehr so am zappeln ist. Und auch besser mit seinen Mitschülern auskommt.
Jetzt liegt mir aber nur schwer im Magen, erzähle ich es meinen Eltern und Geschwister? Das unser Sohn ADHS hat und Tabletten nimmt?
Mein Vater ist sowieso der meinen das unser Sohn eh der buh Mann ist und nimmt ihn immer in Schutz. Muß dazu noch sagen, wir haben 2 Jungs. Und der kleine (4 Jahre) stichelt oft den Großen. Ich weiß nicht ob er es verstehen würde. Und mein Bruder eh so ein ich weiß alles besser und gebt nicht gleich Tabletten es gibt andere Wege...
Aber es ist schon ein anstrengedes Leben finde ich zumindest mit einem ADHS Kind.
Und dann halt auch noch die Frage, erzähl ich es den Eltern seinen Klassenkameraden mit denen wir öfters Kontakt haben? Nicht, das es dann heißt ah der kann sich nicht benehmen und ah, hat er heute seine Tablette wohl nicht genommen...
Was soll ich tun. Selbst der Lehrerin haben wir es noch nicht erzählt, das unser Sohn Tabletten nimmt. Da ihr es egal ist wie es den Kindern geht. Ihr spruch es sind halt Kinder, wenn sie sich mal wieder die Köpfe einschlagen und was soll sie da machen.
So, jetzt nerv ich dich nicht mehr länger.
Danke fürs zuhören und sorry für den etwas längeren Text.
Beitrag von accent - 20.10.11 - 17:29 Uhr
Hallo,
meine Tochter hat auch ADHS, wenn auch in etwas abgeschwächter Form.
Ganz wichtig ist eine geregelte Struktur im Tagesablauf, keine Reizüberflutung, viel auspowern lassen (Sportverein zum Beispiel) und wenig Fast-food. Anne hatte eine Zeitlang Medikinet eingenommen. Das hat zwar die Konzentration gefördert, aber sie war irgendwie nicht mehr sie selbst. Deshalb haben wir das Medikament wieder abgesetzt und nehmen lieber die Zappelei in Kauf, was aber oft sehr nervenaufreibend ist.
Anne ist mittlerweile im 13. Lebensjahr und es wird von Jahr zu Jahr besser. Wenn Du möchtest, schicke ich Dir gerne ein Buch über ADHS-Kinder.
Linda
Beitrag von bin.zurueck - 21.10.11 - 20:57 Uhr
Wie läuft es denn in der Schule? Welche Noten bringen solche Kinder nach Hause? Wie sind die Mitschüler zu den Kindern? Ich frage, weil wir bald einen Termin beim Neurologe haben, wegen ADS/ADHS...
lg
Beitrag von accent - 21.10.11 - 22:10 Uhr
Hallo,
die Noten von Anne sind sehr unterschiedlich. In der 4. Klasse haben wir mit Medikenet angefangen, weil sie wirklich total absackte. In der 5. Klasse - mit einem sehr motivierenden Lehrer und sicher mit Hilfe des Medikaments - war sie an der Spitze und hat es aufs Gymnasium geschafft. Anne hat das Medikament nicht lange eingenommen; sie sage, sie fühle sich "innerlich so schwammig". In der Schule war sie aber nie verhaltensauffällig, sie konnte sich nur nicht konzentrieren und tut sich auch heute noch wahnsinnig schwer. Sie hat und hatte immer Freunde. Sie ist jetzt 12 1/2 Jahre und es wird wirklich besser und die Zappeltage werden immer weniger. Heute war allerdings so ein Tag, der wieder eine arge Zerreissprobe war. Wir sind dann in den Wald gegangen und haben einen langen Spaziergang gemacht, damit sie wieder runterkommt. Ich habe aber das Glück, dass ich erstens bei meinem Mann arbeite und mir eine Auszeit nehmen kann und zweitens eine Oma hab, zu der ich Anne schicke, wenn es mir zuviel wird. Sie schafft es dann, dass das Ganze nicht eskaliert.
Die Zeit, die hinter uns liegt, war hart. Wir waren schon soweit, dass wir sie für eine Zeit stationär in eine therapeutische Einrichtung geben wollten.
Wenn Ritalin oder Medikent unter ärztlicher Aufsicht und unter ständiger Beobachtung gegeben wird, ist das sicher für viele Betroffene eine Hilfe.
Wir mussten übrigens viele Instanzen durchlaufen, bis wir die Diagnose hatten. Unsere Freunde, die Großeltern und sogar die Klassenlehrer bekamen Fragebögen, auf dem sie das Verhalten unserer Tochter beurteilen sollten.
Ich wünsche euch allen viel Kraft und vor allem deinem Kind, dass es auf viel Verständis stößt und dass sein Verhalten nicht als böse eingestuft wird. Es kann nichts dafür.
Linda
Beitrag von andreab1406 - 09.11.11 - 21:10 Uhr
Hallo
auch ich habe 2 Kinder mit ADHS. Meine große hat zu dem ADHS sogar leider noch Autismus.
Meine mittlere Tochter nur ADHS. Sie ist sehr zappelig, unkonzentriert und quatscht was das Zeug hält. In der Schule beschäftigt sie sich lieber mit irgentwas anderes und bekommt vom Unterricht kaum etwas mit. Die schreibt auch immer schlechte Noten
besonders in Mathe. Zwischendurch ruft sie laut in die Klasse, oder steht einfach auf um ihren Gedanken nach zu gehen. Sie brauch auch immer eine lange Zeit, um mit den Aufgaben anzufangen. Jetzt ist sie auch auf Mediknet eingestellt und es wird besser. Morgens bekommt sie das Medikinet retard und eine halbe tbl. von den sofortwirksamen. Das reicht bis Schulende und nach der Schule bekommt sie nochmals eine halbe Tabl., um die Hausaufgabensituation zu überstehen. Freundinnen hat sie genug, da hat sie keine Probleme damit.
Wichtig ist, das man den Alltag so gestaltet, das es eine feste Struktur einnimmt. Auch ist es wichtig, Grenzen und Konsequenz richtig zu setzen. Ich arbeite z. b. mit einem Verstärkerplan bei den Hausaufgaben. Bleibt sie ruhig sitzen bei den HA, bekommt sie ein Smily und konzentriert dann auch einen Smily. Vorher wird eine Anzahl festgelegt, wofür sie sich dann, bei erreichen der Anzahl, etwas aussuchen darf. Ich versuche auch immer, den Tag so reizarm wie möglich zu gestalten. Ich hab gemerkt, das sie sehr unruhig wird, je mehr reize auftauchen.
Es ist alles nicht so einfach, aber du schaffst es, man lernt mit der Zeit, damit umzugehen.
LG
Andrea
