Hallo,
mein Großer hat das Asperer-Syndrom. Um ihm ein normales und eigenständiges Leben zu ermöglichen, stehen momentan recht viele Therapien an.
Leider bleibt mir sehr wenig Zeit für meine zwei kleinen Mädchen. Irgendwie werden sie halt immer "mitgeschleift" und/ oder "zwischengeparkt", wenn ich sie nicht mitnehmen kann. Vor allem meiner Mittleren gegenüber wächst mein schlechtes Gewissen jeden Tag an. Sie hat so gut wie keine Exklusivzeit mit mir. Mein Mann arbeitet sehr viel, meine Schwiegereltern wohnen in der Nähe, sind aber keine wirkliche Hilfe und meine Eltern wohnen einfach zu weit weg.
Wie ist das bei Euch?
Habt ihr auch ein schlechtes Gewissen Euren anderen Kindern gegenüber?
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Beitrag von mrs.smith - 21.10.11 - 09:49 Uhr
Beitrag von ananova - 21.10.11 - 10:04 Uhr
Hi!
Ich muß sagen, das es bei mir genau anders rum ist!
Meine Große ist "normal" entwickelt und sie darf zum Judo, zum Tennis.....hatte 2 Jahre lang Klavierunterricht.....darf alleine raus.....darf dies und das.....! Mein Sohn (Entwicklungsverzögert, Grenze zum Autismus, und und) darf das Alles nicht, oder besser: kann das teilweise nicht!
Er ist so "schwierig" das er nicht mal beim Kinderturnen mitmachen kann, da der Trainer nicht mit ihm klar kommt und die andren Kinder das Turnen nicht genießen können......ohne Aufsicht kann ich ihn auch nicht lassen, da er so orientierungslos ist und Gefahren überhaupt nicht einschätzen kann....usw.....ABER er bekommt es mit und ist oft sehr traurig, das er so nix machen kann.....!
Also wird er immer mitgeschleift, wenn ich die Große da und dorthin fahre......!
Auch hat er keine Freunde, weil er einfach sehr anstrengend ist und die Kinder nicht wissen, was sie von ihm halten sollen......er tut mir immer so leid, wenn meine Große eine Freundin da hat oder so....!
Jetzt ist er in eine Förderschule gekommen und bis jetzt sieht es nicht so aus, als ob er einen Freund findet
!
Nun werde ich ihn zu einem Schwimmkurs anmelden, da er gerne im Wasser ist und hoffe auf ein Neues, das es dort klappt und er wenigstens eine Sache hat, die er machen kann!
......und er ist eigentlich ein ganz lieber und so lustig......
......
Ana
Beitrag von nicolee2207 - 21.10.11 - 13:06 Uhr
Hi, wie sehen denn Eure Vormittage aus? Der Große geht doch sicher in die Schule und die Kleinen? Schon in die Kita oder so? Wenn nicht wäre dann doch der perfekte Zeitpunkt etwas zu unternehmen, oder?
Bei uns ist es auch manchmal so, dass ich denke, die kleine hat gar keine Hobbies, weil die Große doch viele Termine hat, aber so schlimm ist es nicht für sie,solange sie dort überall spielen kann...
Samstags gehen wir zum therapeutischen Reiten mit der Großen und dann "mieten" wir für die kleine ein Pony mit und sie hat riesigen Spass.
Wenn dein Sohn eine PS hat könntest du dir über die Verhinderungspflege ja ab und zu mal ne AUszeit mit den Mädels gönnen und dein SOhn wird in der Zwischenzeit betreut.
Vielleicht sehen es die gesunden Kinder gar nicht so eng mit der Exklusivzeit solange sie gaaaanz viel Liebe bekommen!!!! Meine kleine kommt eigentlich fast jede Nacht mit in mein Bett und kuschelt (vielleicht ihre Exklusivzeit mit mir)
Lg, nicole
Beitrag von krokolady - 21.10.11 - 13:47 Uhr
japp, schon von anfang an.
Die erste Zeit lag ich mit Kimberly dauernd im KKH........danach wars immer so das ich dauernd Rücksicht nehmen musste auf Kimy, und das ist noch heute so.
Schwimmbadbesuche gingen/ gehen absolut nicht.
Und bis vor etwas über 1 Jahr wars auch so das mein Mann nur am WE da war........unter der Woche konnt mir also keiner die Kleine abnhemen damit ich mal was mit den Großen unternehmen konnte.....
Beitrag von skbochum - 21.10.11 - 16:35 Uhr
Hallo,
ja, manchmal hab ich auch ein schlechtes Gewissen. Besonders morgens, wenn ich beide für den Kindergarten fertig mache. Der Kleine ist fix angezogen und den Großen muss die komplette Zeit anhalten den nächsten Schritt nicht zu vergessen.
Wenn ich die Beiden dann im KiGa habe, denke ich manchmal, dass ich den Kleinen kaum wahrgenommen habe....
Da ich den ganzen Tag arbeite und mein Mann halbtags arbeitet begleitet er die Therapien und ist hauptsächlich am Tag mit ihnen zusammen.
Am Wochenende versuche ich den Kindern gerecht zu werden (abends natürlich auch). Dadurch das der Große fordernder ist ist mein schlechtes Gewissen dem Kleinen gegenüber häufig da.
Das erste Jahr hab ich Pekip mit dem Kleinen gemacht und jetzt werde ich mir einen neuen Kurs für mich und den Kleinen suchen.
GrussGruss Susanne
Beitrag von elofant - 22.10.11 - 07:58 Uhr
Darf ich Euch da mal was fragen? Aber bitte nicht falsch verstehen!!
Wenn das erste Kind ein besonderes Kind ist, wieso entscheidet man sich dann für noch ein Kind und noch eins und noch eins...???
Sicher kommen dann solche Fragen auf wie "wie werde ich allen Kindern gerecht" etc.
Wenn ich sowas lese, wie "zwischengeparkt" oder "mitgeschleift" werde ich irgendwie traurig.
Und was ist, wenn das 2. und/oder 3. Kind auch ein besonderes Kind ist/wird?
Ich hoffe, ihr versteht mich nicht falsch. Ich möchte hier auch niemand vor den Kopf stoßen. Aber solche Fragen stelle ich mir immer wieder, wenn ich sowas wie das hier lese.
Persönlich kenne ich auch eine Familie, bei der das so ist. Ich finde es einfach nur schade, für alle Beteiligten.
Beitrag von ananova - 22.10.11 - 09:42 Uhr
Hi!
Bei uns ist das 2. Kind "betroffen"......unser 3. Kind ist ungeplant entstanden.....
.....aber bei mir ist es ja so, das ich das Gefühl habe, das mein 2. Kind etwas hinten angestellt wird....(habe ich aber schon beschrieben)...
....aber anstrengend in dem Sinn finde ich es nicht und gerecht werde ich den Kindern auch, er tut mir nur leid und es tut mir im Herzen weh, wenn er traurig ist.....
Aber ich denke, das diese Probleme nur zeitlich begrenzt ist und wenn er älter wird, dann läuft es bestimmt besser......es läuft ja jetzt schon besser, als vor 1nem Jahr! Die Therapien bekam er immer im Kiga und jetzt in der Schule.......also muß ich nicht mehr extra zu Therapieterminen fahren......(außer 1mal im Monat zum Psychiater)!
Das nur zur Verteidigung! 
Ana
Beitrag von mrs.smith - 22.10.11 - 13:42 Uhr
Hallo,
ich finde Deine Frage traurig. Es gibt so viele Familien mit besonderen Kindern, die mehr als ein Kind haben und sich auch ausdrücklich dafür entschieden haben, neben ihrem besonderen Kind noch ein zweites oder drittes zu bekommen.
Meine Wortwahl zwischengeparkt und mitgeschleift ist vielleicht nicht ganz korrekt, so fühlt es sich aber momentan für mich an.
Liegt sicher auch daran, dass meine zwei Mädels eben noch so klein sind, dass sie hauptsächlich auf mich angewiesen sind. Später können sie dann bei den Terminen bei Freunden spielen oder sind in einem Verein.
In unserem Falle ist es so, dass wir die Diagnose Asperger erst vor einem Jahr erhalten haben! Es muss sich jetzt eben alles erst einspielen und meine Liebe reicht für alle drei Kinder, auch wenn ich momentan nicht gleich viel Zeit mit jedem Einzelnen verbringen kann.
Beitrag von 2froesche - 22.10.11 - 19:23 Uhr
Diese Frage hat mich jetzt echt entsetzt.
Vielleicht war die Wortwahl "zwischengeparkt" und "mitgeschleift" nicht ganz glücklich gewählt, aber mal im Ernst geht es doch den meisten Eltern so mit mehreren Kindern. Gerade, wenn die Kinder noch klein sind, werden sie halt "mitgeschleift" und "zwischengeparkt", in meinen Augen ist das das ganz normale Schicksal von Geschwisterkindern, egal, ob sie nun Geschwister von gesunden oder behinderten Kindern sind.
Warum sollte ein behindertes Kind als Einzelkind aufwachsen? Warum sollte man als Eltern eines behinderten Kindes nicht den Wunsch verspüren dürfen, ein "normales" Kind zu haben, das sich normal entwickelt, mit dem man nicht zu allen möglichen Therapien rennen muß, mit dem man den ganz normalen Alltag erlebt?
Vielleicht ist es so, dass Geschwisterkinder von behinderten Kindern manchmal auf etwas verzichten müssen, aber sie entwickeln sich durch das Zusammenleben mit einem Behinderten auch oft zu ganz besonderen Menschen mit großen Fähigkeiten im sozialen Bereich.
Und - ehrlich gesagt - finde ich auch den Wunsch, dass das behinderte Kind später, wenn man selbst mal nicht mehr ist, nicht allein ist, nicht unmoralisch und abwegig.
Zu unserer Geschichte: wir haben nach einem gesunden Sohn einen behinderten Sohn bekommen. Bis er 4 war, hatten wir keine Diagnose, aber schon unser 3. Kind, eine Tochter. Sie hat den gleichen Gendefekt, ist aber bei weitem nicht so schlimm betroffen.
Wir wussten nicht, dass es etwas vererbbares ist, hatten lange auch keine Ahnung von der geistigen Behinderung, er war halt entwicklungsverzögert. Und ja, wir haben uns ganz bewusst noch für ein 3. Kind entschieden. Unser Familienalltag ist vollgepackt, so wie er halt ist mit 3 Kindern. Ich selbst finde nicht, dass eins meiner Kinder zu kurz kommt, es gibt für jedes Kind Tage, an denen ich nur mit dem einen jeweiligen Kind etwas mache, genau wie mein Mann. Hier ist gar nichts schade, für keinen Beteiligten.
Und ich bin für meinen behinderten Sohn dankbar und glücklich, dass er noch 2 Geschwister hat, die für ihn da sein können, wenn es mich und meinen Mann nicht mehr gibt.
Wahrscheinlich kommst Du Dir jetzt falsch verstanden vor, aber tatsächlich finde ich Deine Frage auch echt schlimm, verletzend und blöd.
LG,
2froesche
Beitrag von elofant - 22.10.11 - 20:10 Uhr
Ich denke schon, das ihr mich alle falsch verstanden habt. Sicherlich wollte ich hier niemand verurteilen, vor den Kopf stoßen o. ähnliches!
Es war eine Frage, wie ich sie mir manchmal stelle, wenn ich solche Threads wie den oben lese. Ich bin auch noch bei rehakids.de angemeldet, da liest man solches Sachen ja noch öfter.
Ich kann es eben nicht wirklich nachvollziehen, dass man sich bewusst(!) für ein weiteres Kind entscheidet, wenn das erste schon ein besonderes Kind ist. Eben wegen dem "mitschleifen", "zwischenparken" und "gerecht werden".
Vielleicht bin ich auch die Einzige, die so denkt. Aber ich steh dazu, genau wie ihr zu Euren Kindern steht. Wobei ich Euch allen dies nie absprechen wollte und würde.
Unser Sohn kam "nur" mit einem Herzfehler zur Welt. Aber schon da wußten wir, dass er "allein" bleibt. Nun haben wir hier ein mehrfach körperl. behindertes Kind, nach einem Schlaganfall. Jetzt kann ich es mir erst recht nicht mehr vorstellen, nochmal ein Baby zu bekommen.
Wie gesagt, ich wollte hier niemand vor den Kopf stoßen. Nur mal die "Gedankengänge" hinterfragen.
In diesem Sinne, ein schönes Wochenende.
Beitrag von s_jehle - 24.10.11 - 07:49 Uhr
Huhu,
also ich habe sogar 4 Kinder und die dritte Maus hat den frühkindlichen Autismus! Bei uns war zwar Nr. 4 auch nicht geplant, aber soll ich mich deswegen für Abtreibung entscheiden, weil ein vorheriges Kind ein Handicap hat?
Ich bin mittlerweile froh große, wie auch kleine Geschwister für Sarah zu haben! Sie lernt dadurch mit Kindern umzugehen und zu akzeptieren und die Geschwister tuen Ihr sehr gut!
Klar ist es schwieriger ein Alltag zu stemmen, aber mit der richtigen Orga klappt das ganz gut
Nichts für Ungut, aber auch eine Familie mit einem Handicapkind, hat das Recht noch ein Kind zu bekommen und die Frage mit : werde ich allen Kindern noch gerecht? Stellen sich doch auch ehrlich gesagt Müttern mit "nur" gesunden Kindern!
LG Silke
Beitrag von patizi - 22.10.11 - 18:13 Uhr
Auf die Gefahr hin, dass jetzt auf mich eingedrochen wird, denke ich dass dein Problem hausgemacht ist. Dein ÄLTESTES Kind hat diese Probleme, es war also DEINE Entscheidung noch witere Kinder zu bekommen (wofür ich dich nicht verurteile). Wenn man schon ein gesundes Kind hat und dann ein behindertes Kind bekommt, dann hat man nicht mehr die Wahl, dann ist das gesunde Kind einfach schon da, das einen auch braucht. Aber wenn das älteste Kind eine Beeinträchtigung hat und man sich für weitere Kinder entscheidet, dann muss man diese Einschränkungen schon in Kauf nehmen. Dein schlechtes Gewissen kann ich schon verstehen, man möchte ja allen Kindern gerecht werden, aber ich denke auch, deine Tochter lernt so schon früh Rücksicht zu nehmen und sich selbst nicht so in den Vordergrund zu drängen. Schade nur, wenn sie durch die Krankheit des Bruders komplett untergeht und ich finde deshalb, dass du ihr zeitlich schon zumindest EIN Hobby einräumen solltest, und wenn du dir für die Zeit einen babysitter nach Hause holen musst.
Beitrag von stin79 - 24.10.11 - 10:50 Uhr
Tja, so ist das mit "Vorurteilen" oder Unwissenheit! Manchmal ist der Weg durchs Leben eben nicht gerade und JEDES gesunde Kind kann morgen schon ein massives Handycap haben.
Ich finde es unverschämt, es als "Hausgemacht" zu bezeichnen, wenn man die Umstände und der einzelnen Familie gar nicht kennt oder hinterfragt!
Sorry, auf ein ratsuchendes Posting geht so eine Antwort einfach nicht!
Beitrag von jasmin24 - 24.10.11 - 12:42 Uhr
Hast du schon mal überlegt, dass man nicht alle Behinderungen sofort nach der Geburt feststellen kann? Besonders Asperger-Autisten werden oft erst spät diagnostiziert.
Meine Tochter ist zwar Einzelkind bei ihr besteht seit kurzem aber auch der Verdacht, dass sie Asperger-Autistin sein könnte, wir warten derzeit noch auf einen Diagnosetermin - sie ist übrigens fast 5,5 Jahre alt, der Verdacht besteht erst seit sie 5 ist - viele andere FAmilien haben da schon ihr 2. oder auch 3. Kind, und vielleicht vorher gar nicht gewußt, dass das älteste eine Behinderung hat. Wie sollen die Eltern da denn reagieren?
Soweit ich mitbekommen habe, werden gerade Asperger-Autisten oft im Schulalter, viele erst wenn sie schon 10 Jahre oder älter sind überhaupt diagnostiziert - dann müsste ich bei jedem Kind ja einen riesigen Altersunterschied abwarten, bevor ich ein neues bekomme, weil es könnte sich ja irgendwann herausstellen, dass mein 1. Kind vielleicht irgendeine Behinderung zeigen könnte - ganz abgesehen davon, dass Kinder plötzlich auch durch einen Unfall behindert werden können.
Weiß man von Geburt an, dass man ein behindertes Kind hat, dann kann das jeder für sich selbst entscheiden, ob man ein zweites oder mehrere Kinder haben möchte - aber ich denke, wenn man mehrere Kinder möchte macht man das sicher nicht davon abhängig, ob ein behindertes Kind in der Familie ist oder nicht und man kann allen Kindern gerecht werden.
