Wiedereingliederung - wer kennt sich aus?

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Beitrag von merry-go-round - 21.10.11 - 10:52 Uhr

Hallo,

ich habe das große Glück nicht arbeiten gehen zu müssen.
Und darf mich theoretisch um Kinder, Haushalt, Garten und co. kümmern.

Im großen und ganzen bin ich gerne Hausfrau und Mutter.
Gerne möchte ich auch weiterhin viel für meine Kids da sein
und strebe daher zukunftig eine Teilzeitstelle an.

Hinzu kommt, das ich mich zwischen allen meinen Freunden und Bekannten
total Minderwertig fühle.
Alle gehen wieder arbeiten oder sind trotz Kinder immer im Beruf geblieben.
Viele haben keine Kinder und steigen die Karriere leiter nach oben.
Nein, es ist nicht mein Ziel beruflich ganz nach oben zu kommen,
aber es ist auch kein schönes Gefühl immer nur die "Hausfrau" zwischen

allen zu sein.
Mir fehlt irgendwie wieder eine Aufgabe und besonders wichtig dabei ist
es mir, auch etwas Geld zu verdienen und meinem Mann nicht auf der "Tasche zu liegen". :-)

Nun zu meinem "Problem". Aus meinem Beruf (Grafikerin)
bin ich eigentlich schon seit gut 6 Jahren raus.
Das heisst, ich habe hier und da mal einen Auftrag (Malerei, Zeichnung, Flyer, Visitenkarten usw) angenommen,aber nichts großes.

Leider hat sich in diesem Bereich sehr viel getan.
Ich habe schon sämtliche Jobbörsen durchwühlt und festgestellt,
das ich überhaupt nicht mehr in deren Zielgruppe passe.

Das größte Problem ist, das ich auf ganz andere Programm geschult worden bin,
als es heute in den Agenturen benötigt wird.
Jetzt fühle ich mich erst recht mies, weil ich gemerkt habe, wie die Branche an mir vorbei gezogen ist und ich das meiste aus dem Bereich anscheinent nicht mehr beherrsche.
Und nun?

Ich habe gelesen, es gibt Wiedereingliederungsprogramm?
Sind diese eigentlich für alles Berufgruppen geeignet
und bekommen ich diese auch, wenn ich nur in Teilezeit arbeiten möchte?
Wie gehe ich da am besten vor?
Vielleicht hat das hier schon jemand hinter sich.

Viele Grüße
Merry

Beitrag von machtans - 21.10.11 - 13:59 Uhr

Wiedereingliederung ist eigentlich für Arbeitswillige nach einer Schweren Krankheit oder Operation um sich langsam wieder an die Arbeit gewöhnen.

Vielleicht wäre erst mal eine Art Praktikum was für dich um so langsamm an die Programme zu kommen. Vielleicht kann dadurch eine Teilzeitstelle entstehen.

Beitrag von merry-go-round - 21.10.11 - 14:18 Uhr

Ok... mit SD-Krebs war ich zwar gerade 8 Monate "krank" bzw. ist meine Behandlung noch nicht abgeschlossen, aber für Wiedereingliederung reicht es dann sicher nicht.

Wegen Pratika habe ich schon rumgefragt. Die großen Firmen beschränken sich auf

Praktikanten für 6 Monate und am liebsten Vollzeit.

In der Werbebranche wird gerne ausgebeutet, da habe ich schon etwas bammel vor mich 6 Monate auslutschen zu lassen und dann gegen einen neuen Praktikanten ausgetauscht zu werden. Teilzeit überhaupt eine Stelle zu finden ist schon eine Herrausvorderung.
Da muss ich einfach weitersuchen.

Beitrag von king.with.deckchair - 21.10.11 - 14:58 Uhr

"Ok... mit SD-Krebs war ich zwar gerade 8 Monate "krank" bzw. ist meine Behandlung noch nicht abgeschlossen, aber für Wiedereingliederung reicht es dann sicher nicht."

Das würde ich nicht so pauschal sagen. Einfach mal bei der Arbeitsagentur in Sachen berufliche Reha-Maßnahmen (welche auch z.B. Qualifizierungen beinhalten kann) erkundigen. Ebenso bei der Rentenversicherung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berufliche_Rehabilitation

Beitrag von king.with.deckchair - 21.10.11 - 14:59 Uhr

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/MB6-Foerd-der-berufl-Weiterbildung-f-AN.pdf

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Berufsorientierung/Durchstarten-Berufliche-Reha-Ausgabe-2010.pdf

Beitrag von merry-go-round - 21.10.11 - 18:39 Uhr

Vielen Dank!

Bei mir scheint es sich alles viel komplizierter zu gestalten als ich dachte. #kratz

Ich habe mich vorhin mal erkundigt.
Es ist wohl so, da ich lange Selbstständig war bzw. danach direkt in die Babypause gewechselt bin, mein Anspruch auf Arbeitslosengeld verjährt wäre.
Im Klartext heisst es soviel, nur wer dem Staat auf der Tasche liegt,
der hat gute Chancen mit einem Bildungsgutschein wiedereingeliedert zu werden.
Und wer eben nichts bekommt, weil er wie ich keinen Anspruch mehr drauf hat, bekommt auch wahrscheinlich keine Förderung (Bildungsgutscheine).
Im Prinzip ist es von Kreis zu Kreis etwas anders geregelt,
aber meine Chancen sind daher nicht die Besten.

Naja.... versuch macht wohl Klug.

Beitrag von king.with.deckchair - 21.10.11 - 19:54 Uhr

"Im Klartext heisst es soviel, nur wer dem Staat auf der Tasche liegt,
der hat gute Chancen mit einem Bildungsgutschein wiedereingeliedert zu werden."

Das ist so nicht ganz richtig. Auch bei Bildungsgutschein nach § 77 SGB III (was etwas anderes ist als "Wiedereingliederung") sind bestimmte Beschäftigungszeiten eine der Voraussetzungen.

Ich finde es immer nicht so schön, wenn man - weil man gerade in einer Notlage oder einem Engpass hockt - nach unten tritt. Macht nur bitter, festigt die falschen Bildzeitungs- und Stammtischansichten, die man sich da drauf geschafft hat und kostet Kraft.

Gruß
Ch.

Beitrag von lilianliddy - 21.10.11 - 20:30 Uhr

ich weiß, dass man anspruch auf einen bildungsgutschein hat, wenn man z.b. alg I bezieht und mindestens 8 wochen arbeitslos, unter leistungsbezug, ist.

sicherlich wird das einen nicht hinterher geworfen, sondern muss sich dann kümmern, ob man anspruch bei alg II hat, kann ich nicht genau sagen.

lg

Beitrag von machtans - 24.10.11 - 10:38 Uhr

Frag auch mal bei der Zuständigen LVa nach. Bei meinem Mann läuft das Momentan auch alles darüber.

Beitrag von lilianliddy - 21.10.11 - 14:44 Uhr

Vielleicht solltest du nach nach Weiterbildungen in deinem Berufszweig schauen.

Gezielt suchen, weiß nicht, ob du arbitslos bist, dann der Vermittlerin Vorschläge bringen...was danach entschieden wird...

Kurz gesagt, Hintern hoch und selbst die Initiative ergreifen. Mehr als ein NEIN gibt es nicht. Dann lieber nochmal ein Crashkurs, wenn es das in deine Branche gibt.

LG

Beitrag von king.with.deckchair - 21.10.11 - 14:55 Uhr

Du kannst Dich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden und Dich dann bzgl. einer Maßnahme für Berufsrückkehrerinnen erkundigen. Und Entgegen der landläufigen Meinung kann auch ein nur arbeitssuchender Mensch von der Agentur z.B. Qualifizierungsmaßnahmen erhalten.

Beitrag von merry-go-round - 28.10.11 - 10:51 Uhr

Richtig normal ja.... aber da ich lange Selbstständig war und danach 6 Jahre aus meinen Beruf raus. Bekomme ich nicht mal Arbeitslosengeld und kann mich nicht Arbeitssuchend melden.
Und da ich kein Anspruch auf Arbeitslosengeld /Hilfe) habe, bekomme ich auch keine Förderung.

Ich habe mir diverse Stellenangebote rausgesucht.
Abesehen davon (wohne auf dem Dorf) mein Arbeitsweg min. 1 Std. betragen würde,
was sich bei einem Teilzeitjob weniger lohnt.
Aber egal... hauptsache wieder einen Job und ich komme wieder rein.
Leider passe ich überhaupt nicht mehr auf die Stellenprofile. #heul

In meinem Beruf werden Grafikprogramme benötigt.
Leider kenne ich die aktuellen Grafikprogramme, die in den Agenturen heute
verwendet werden gerade mal vom Namen. Geschweige habe ich Ahnung davon.
Viele suchen Personal mit sehr guten Englischkenntnissen.
Die habe ich nicht.
Puh... ich bin gerade etwas geknickt, weil ich jetzt weis,
das es erstmal ein langer Weg ist meine Qualifikation mit Kursen aufzupeppen.
Die ich wohl auch noch selber zahlen muss.
Davon ist mein Mann natürlich nicht begeistert, weil er meint, das ich nicht arbeiten gehen muss/brauche. :-(

Momentan tendiere ich daher eher dazu meinen alten Beruf komplett an den Nagel zu hängen und mir eine Putzstelle zu suchen.
Mein Mann findet zwar das es unmöglich von mir wäre so einen Job such machen,
aber mal ehrlich... meine Bekannte bezahlt für ihre Putzfrau 15 euro die Stunde.

Ich bin gerade wirklich gefrustet. Sorry fürs jammern.