langsam verzweifelt

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Beitrag von heimchen82 - 22.10.11 - 19:43 Uhr

Hallo!

Louis hat (myoklonische) Epilepsie und ist mit Lamictal Tabl. (sind ganz dünn und lösen sich schnell im Mund auf) eingestellt. Alles prima!

Jetzt hat Louis seit letzter Woche Mittwoch (12.10) Magen-Darm. 2 Tage extrem, dann nur 1 bis 3 mal am Tag. Haben alles versucht, aber er hat alles an Medikamenten verweigert. Verschiedene Säft, Pulver, Tropfen, Schonkost etc. mit Ablenkung, Bestechung, Drohen, Vormachen - alles verweigert oder er hat gewürgt, dass er noch zusätzlich gebrochen hat.
Letzten Donnerstag waren wir wieder bei der KiÄ: Louis ist sonst topfit, hat Hunger und Durst. Ist aber natürlich keine Dauerlösung. Seit gestern bekommt er Kügelchen und Iberogast Tropfen (in heißem Wasser gelöst, mit Zucker gesüßt und dann unter ein Getränk gemischt) und heute war der Stulh breiig #huepf
Jetzt hat er aber gestern und heute seine Epilepsie Medikament verweigert. #schwitz Gestern beim Versuch mit Schokolade hinterher > alles ausgebrochen. Heute hat er schon gewürgt, als er den Mund aufgemacht hat :-( Habe versucht es aufzulösen und unterzumischen, aber das schmeckt echt so ekelhft, dass er es wieder ausgespuckt hat :-(

Bin echt verzweifelt :-( Hat noch jemand ein Kind, was so einen extremen Zirkus mit Medikament macht? Wie kann ich ihm die Tabletten unterjubeln?

Danke, Jenny

PS: Werde morgen im KH anrufen, ob sein behandelnder Arzt vielleicht sogar Dienst hat...

Beitrag von krokolady - 23.10.11 - 08:00 Uhr

also da war ich immer ganz streng: Die Medis müssen sein!
Selbst als meine Tochter im komatösen Zustand war hab ich die aufgelösten Medis in den Mund geträufelt.....der Schluckreflex war ja da.

Wenn sich das Zeug gut auflöst dann besorg dir puren Sirup....also den aus Waldmeister z.B. ......ganz winzige Menge Wasser dazu und die Tablette drin auflösen.
Mit ner Spritze in den Mund spritzen und sofort etwas pures Wasser aufziehen und hinterhergeben.........wenns sein muss auch mit "Gewalt"

Meine Tochter hatte früher oft Phasen wo sie verweigern wollte......aber das liess ich nicht durchgehen......die Medis waren wichtig und mussten rein

Beitrag von heimchen82 - 23.10.11 - 09:27 Uhr

Hört sich blöd an, aber hast Du ihr dann den Mund 20 Minuten zugehalten? Meine wg. anschließendem Erbrechen.....

Beitrag von krokolady - 23.10.11 - 10:01 Uhr

nö, ich spritze rein und sofort danach das Wasser zum nachspülen......die erste Ladung aus der Spritze wird spätestens dann geschluckt, ist ja nen Reflex.
Anstatt Wasser kannst auch Saft nehmen.....schmeckt halt besser.

Das Erbrechen ist psychisch bzw. ein Druckmittel vom Kind!
Wenn man drauf reagiert wirds dann natürlich immer wieder einsetzen!
Ich würde dann nicht zwangsläufig erneute Medis geben, aber so tun als ob.......
Dein Kind hat Dich total in der Hand damit......und das musst Du umdrehen.

Bei Hustensaft oder so seh ich das auch lockerer - aber nicht bei wirklich dringenden Medis

Beitrag von barzoli - 23.10.11 - 16:43 Uhr

Hallo,

wir kennen das Problem. Kaufe Himbeersirup und 5 ml Spritzen in der Apo.

dann versuche mal, die Tablette in der Spritze mit etwas Wasser aufzulösen und dann das Himbeersirup dazu. Nur ganz wenig Wasser, damit sich die Tablette gerade so auflöst. ( Bei uns war das Sirup immer zu zähflüssig und die Tablette löste sich nicht auf).

Bei uns hat das gut funktioniert, aus der Spritze trinken ist ja auch toll. Wenn sie gar nicht wollte, waren wir auch streng ( allerdings mit schwerem Herzen)

Gruss und viel Erfolg.

Barzo

Beitrag von guido75 - 24.10.11 - 12:24 Uhr

Hallo Jenny.

Ich glaube, jede Mutter eines chronisch kranken Kindes, das Medikamente nehmen muss, weiß, wie es Dir gerade geht. Es macht die Sache zwar nicht einfacher, aber es ist beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine so einen kleinen Dickkopf zuhause hat.

Wir haben auch keine Ausnahme gemacht. Medis müssen sein. Wir machen generell wenig Aufsehen um die Medi-Gabe (aufgelöst in einer Spritze) und machen das immer eher beiläufig beim Frühstück und Abendessen. Denn sobald unsere Tochter spitz bekommen würde, dass sie da ein Mitspracherecht hätte, dann würde sie das auskosten.

Aber wir haben natürlich auch schon Phasen der totalen Verweigerung hinter uns und sicher auch noch vor uns. Wir haben auch schon alles ausprobiert und waren auch in letzter Konsequenz sehr streng. Aber meistenst klappt es immer ganz gut, wenn sie z.B. bei mir verweigert und ich sie dann frage, ob Papa ihr das Medi geben soll. Dann hat sie sozusagen das Wahlrecht und fühlt sich gut ;-)

Sei tapfer und beruhigt, diese Phase wird (zumindest vorübergehend) wieder vorbei gehen!!! Halte durch!

LG guido75