Hallo,
Meine Kollegin ist gerade im Erziehungsurlaub und will danach kündigen. Finanziell hat sie es nicht nötig, weiterzuarbeiten, ihr Mann verdient sehr gut. Sie will sich dann arbeitslos melden, damit das Amt die Krankenversicherung übernimmt, ihr Mann ist nämlich privat versichert und so müsste sie das dann selbst zahlen, eine kostenlose Familienversicherung gibt es da ja nicht.
Übernimmt das wirklich das Arbeitsamt? Und dann muss sie denen doch zur Verfügung stehen, also auch nen Job annehmen, oder?? Sie meint, sie würde dann nur Bewerbungen schreiben müssen, alle paar Monate. Ich glaube nicht, dass das soooo einfach ist. Oder??
LG!
Arbeitslos und Krankenversicherung?
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Beitrag von tinalein1990 - 22.10.11 - 20:11 Uhr
Beitrag von shiningstar - 22.10.11 - 20:20 Uhr
Nein, schön wär's 
Mein Mann ist Beamter und über die Heilfürsorge versichert (weil Polizei und Feuerwehr durch ihr Berufsrisiko niemals eine private KV zahlen könnten). Die nehmen aber keine Familienangehörigen auf. Also bin ich mit meinem Sohn freiweillig gesetzlich versichert, dazu wird die Hälfte des Gehaltes meines Mannes berechnet und davon zahle ich die 14 %.
Deine Freundin hat folgende Möglichkeiten: Gesetzlich versichern oder provat versichern.
Die Arge zahlt die KK nur dann, wenn man ALG II empfängt. Und das wird sie wohl eher nicht, wenn sie es sich leisten kann nicht zu arbeiten ;)
Beitrag von tinalein1990 - 22.10.11 - 20:37 Uhr
Ah, dachte ich mir's doch. Danke für die Info! Ist nur ne Kollegin, keine Freundin. 
Gesetzlich ist dann in dem Fall genauso teuer wie privat, oder? Genau das wollte sie nämlich nicht, sich privat versichern, wegen der Kosten.
Beitrag von shiningstar - 22.10.11 - 21:31 Uhr
Sie wird ja wahrscheinlich ALG I erst einmal bekommen, da kenne ich mich nicht mit aus.
Sie hat aber keinen Anspruch auf ALG II und muss sich somit selbst versichern.
Ob privat oder gesetzlich teurer ist... Mmh, ich würde sagen privat, denn dort muss man jede Person einzeln versichern. Ihr Kind wäre aber in einer gesetzlichen bei ihr mit versichert.
So ist es bei uns -mein Sohn ist bei mit versichert und mein Mann hat seine eigene Krankenkasse. Von den Kosten her ist die gesetzliche günstiger. Ich brauche auch keine Chefarzt-Behandlung :p Vielleicht schließen wir für meinen Sohn irgendwann eine PKV ab, wenn ich auch was verdiene.
Beitrag von susannea - 22.10.11 - 23:32 Uhr
Ja, man merkt, dass du dich mit ALGI nicht auskennst.
Über das ALGI ist man natürlich ganz normal weiter gesetzlich kostenlos krankenversichert.
Aber da muss man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Beitrag von king.with.deckchair - 23.10.11 - 00:45 Uhr
"Die Arge zahlt die KK nur dann, wenn man ALG II empfängt."
Sie fragte aber nicht nach der "Arge" (die es so eh nicht mehr gibt), sondern nach dem Arbeitsamt. Und auch, wenn man ALG I (eins) bezieht, ist man darüber versichert.
Beitrag von shiningstar - 23.10.11 - 06:30 Uhr
Okay, wieder was dazu gelernt ;)
Habe zum Glück noch nie ALG beziehen müssen!
Aber sie wird ja nicht für immer ALG I bekommen, d.h. nach einem Jahr wird sie kein ALG II bekommen und somit muss sie sich selbst versichern dann. So meinte ich das
Beitrag von sunshine1176 - 22.10.11 - 21:09 Uhr
Wenn sie sich beim Arbeitsamt arbeitslos meldet und Leistungen bezieht, dann zahlt das Amt auch die Krankenkasse (für 12 Monate). Allerdings muss sie dann auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sie wird sich dort regelmäßig zu Terminen einfinden und zeigen müssen, dass sie sich bewirbt.
Es kann ihr auch passieren, dass sie an bestimmten Maßnahmen teilnehmen muss. Ausserdem wird sie Probleme bekommen, wenn sie einen Vertrag angeboten bekommt und diesen dann ablehnt.
Beitrag von daisy80 - 22.10.11 - 21:10 Uhr
Nein, sooo einfach ist das nicht.
Wer Leistung bekommen will, muss Gegenleistung bringen, ist ja klar 
Ob sich jemand um den Job drückt, merkt man als ARGE/Agentur-Mitarbeiter doch recht schnell.
Aber da sie nicht auf Leistung angewiesen ist (und wahrscheinlich dann auch gar nicht ALG2-berechtigt wäre, wenn sie aus ALG1 raus ist), braucht sie sich dort auch nicht zu melden, muss sich dann aber natürlich selber versichern und auch überlegen, was sie denn für ihre Rente tut. Wenn ihr Mann ihrer irgendwann mal überdrüssig werden sollte, hat sie sonst den Salat.
Also einfach nur melden, KV "kassieren" und nix weiter dafür tun bzw. absichtlich schlechte Bewerbungen schreiben is nich
Beitrag von tinalein1990 - 22.10.11 - 21:13 Uhr
Finde ich auch logischer als das was sie mir erzählt, aber ich glaube, sie hat sich gar nicht informiert und denkt sich das nur so schön.
Die Rente von ihm wird sicher auch mal "nett" sein, aber stimmt, wenn er sie verlässt... Ehevertrag haben sie keinen, das weiß ich. Von daher wird sie die Dumme sein, wenn sie ihren Job für ihn aufgibt. Diese Position wird sie dann nämlich nicht mehr bekommen, wenn sie irgendwann wieder arbeiten muss...
Beitrag von daisy80 - 22.10.11 - 21:30 Uhr
Vielleicht ist sie ja so umsichtig und informiert sich nochmal
Beitrag von manavgat - 23.10.11 - 11:02 Uhr
Diese Asozialen hab ich gefressen! Wieso soll die Allgemeinheit dafür aufkommen, weil sie keinen Bock auf Arbeit hat? Sie kann freiwillig in die gesetzliche einzahlen, das ist bei 0 Euro Einkommen nicht viel. Das Kind muss privat versichert werden, dass ist aber auch wenn sie arbeitet der Fall.
Gruß
Manavgat
Beitrag von katja.philipp - 23.10.11 - 11:14 Uhr
Hallo,
wird da nicht als Berechnungsgrundlage 50% des Gehalts des Mannes genommen? Das ist die Info, die ich habe, überlege nämlich auch, aufzuhören. Aber dann nur mit zusätzlichem Ehevertrag. 
VLG
Beitrag von shiningstar - 23.10.11 - 12:58 Uhr
Ja so ist es bei uns auch -ich arbeite nicht (Elternzeit nach meinem Studium), mein Mann ist Beamter und Familienversicherung daher nicht möglich. Mein Sohn ist bei mir mit versichert und es wird 50 % des Gehaltes meines Mannes gerechnet.
Bei 0 € Einkommen zahle ich über 200 € monatlich für die Krankenkasse (gesetzlich).
Beitrag von katja.philipp - 23.10.11 - 13:17 Uhr
Das geht ja sogar noch, bei uns werden es weit mehr sein. Julian ist auch bei meinem Mann privat mitversichert. Ein teurer Spaß, das alles! Und wir sind echt nie krank...
Beitrag von shampoo - 23.10.11 - 14:11 Uhr
"Und wir sind echt nie krank... "
Aber den Arzt nehmt ihr dennoch in Anspruch , oder nicht?
Zahnarzt, Kinderarzt, Frauenarzt...
Im übrigen wirst Du ja sicherlich Dein Kind nicht ohne ärztliche Betreueung entbunden haben. Warst sicherlich auch regelmäßig zu den Untersuchungen...
Am besten bezahlen die ewigen Nörgler über krankenkassenbeiträge zukünftig mal direkt bar die Rechnungen der Ärzte, dann erinnern sich alle mal dran, wie oft sie beim Arzt waren.
Beitrag von katja.philipp - 23.10.11 - 14:26 Uhr
Wir zahlen alle Rechnungen selbst und reichen sie nicht ein, da sie die monatlichen Beiträge weit unterschreiten. Bekommen deshalb von der Versicherung jedes Jahr Prämien zurück.
Ich bin sicher kein Nörgler, aber es fällt eben auf, dass wir wirklich nie krank sind, im Vergleich zu anderen. Ist eben so. Schlimm?
Beitrag von manavgat - 23.10.11 - 20:08 Uhr
wer wollte denn die private Versicherung?
Gruß
Manavgat
Beitrag von katja.philipp - 23.10.11 - 20:11 Uhr
Für den Kleinen meinst Du? Da hatten wir keine Wahl, er musste bei meinem Mann mitversichert werden und der ist privat. ich bin gesetzlich versichert.
Beitrag von cgwkmg - 24.10.11 - 10:34 Uhr
Huhu,
reg Dich nicht auf - das ist nur der Neid, dass Dein Mann in eine private kann. Wir haben die gleiche Konstellation und wurden hier auch schon extrem angefeindet - Sozialneid nenne ich das nur noch!
Nach der EZ arbeite ich mit 400,01 Euro brutto, damit zahle ich nur ca. 20 Euro in die gesetzliche KV. Mein Mann und die Kinder sind privat, wir behandeln uns selbst (Internist und Apothekerin - wie praktisch) und nehmen jedes Jahr hohe Rückzahlungen aus der privaten KV gerne entgegen. Und wenn was wäre hätten wir eine top Absicherung ohne einen Cent Eigenanteil.
Es wäre zwar kurzfristig schon toll, kostenlos beim Mann mitversichert zu sein und nur zuhause zu sein aber mal ehrlich - ab einem gewissen Bildungsstand macht Frau doch sowas nicht und 400,01 Euro sind schnell verdient. Anfangs geht was für den Babysitter ab aber die Kinder werden ja älter.
Aber pass auf - gleich findet auch bei meinem Lebensmodell einer ein Haar in der Suppe
cgwkmg
Beitrag von cgwkmg - 24.10.11 - 10:40 Uhr
Und wo wir schon dabei sind - aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind wir auch gleich noch ausgetreten. Kann ich auch nur empfehlen! Doppelte Rente bei gleichen Einzahkungsbeträgen - geht aber nur mit bestimmten Berufen.
Achtung: Gleich kommt wieder der Sozialneid.......
PS: Da ich noch in der gesetzlichen KV bin - nehme ich natürlich auch bei meinem dritten Kind wieder MuSchu-Geld mit sowie jede bezahlte Leistung......und da, wo ich schon seit fast 6 Jahren keinen Cent mehr eingezahlt habe - danke an alle, die mir das ermöglichen
Aber um euch zu beruhigen - ich hab mal was eingezahlt
Aber wie so ein System kostenneutral arbeiten soll ist mir eh schleierhaft.......und ich hab einen großen Bekanntenkreis mit der gleichen Konstellation und noch mehr Kindern.......
Beitrag von katja.philipp - 24.10.11 - 18:42 Uhr
Hallo,
danke für Deine Antworten, Du sprichst aus, was ich mir nur gedacht habe... 
Das mit dem 400 + x Job habe ich mir auch als Alternative überlegt. Geht aber in meinem Job nicht (bin Stewardess), müsste also etwas ganz anderes machen. In meinem vorherigen Job als Grundschullehrerin möchte ich auf keinen Fall mehr arbeiten, kommt also auch nicht in Frage. Also erst mal abwarten, bis ich sicher weiß, ob ich noch ein Kind möchte oder nicht - na klar, das nehme ich dann noch mit! - und dann entscheiden wir.
Aus der gesetzlichen Rentenversicherung würde ich SOFORT austreten, wenn das ginge. Geht aber bei uns nicht.
Doch - Dein Lebensmodell gefällt mir. 
Liebe Grüße!!
P.s.: Hast Du schon das dritte Kind oder kommt das noch?
Beitrag von manavgat - 25.10.11 - 00:45 Uhr
Dummes Geschwätz.
ich bin freiwillig gesetzlich versichert. Ich könnte privat, aber ich bin doch nicht bescheuert.
Ich treffe oft Leute beim Rheumatologen, die mir vorjammern, dass die private! sie auf den Arztrechnungen sitzen lässt. Ist auch häufig in den Medien zu lesen.
und als Rentner kann man dann die Grundversorgung nehmen, weil man die Beiträge nicht mehr leisten kann.
Gruß
Manavgat
Beitrag von king.with.deckchair - 25.10.11 - 18:06 Uhr
"das ist nur der Neid, dass Dein Mann in eine private kann"
Was für ein dummes und kindisches Gesalle. Du bist doch höchsten Apothekenhelferin - und zwar eine ganz kleine.
Beitrag von nick71 - 23.10.11 - 16:51 Uhr
Im ALG1-Bezug wird das gehen...aber das ist ja auch nicht für immer, denn auf ALG2 hat sie vermutlich keinen Anspruch, wenn ihr Mann sehr gut verdient. Sprich; sie wird sich also füher oder später eh über ihn versichern lassen müssen, und das kostet in einer privaten Krankenversicherung extra.
Und, ja, sie muss natürlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wenn sie Leistungen vom Arbeitsamt bezieht. Inwiefern man sich da "dumm" stellen kann, also so, dass kein Arbeitgeber einen einstellt, entzieht sich meiner Kenntnis...aber wer partout nicht arbeiten will, findet wahrscheinlich entsprechende Wege, das zu umgehen.
