wie macht ihr es?

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von unsicher8981 - 26.10.11 - 09:06 Uhr

Ich habe einen zweieinhalbjährigen Sohn. Er ist an sich ein ganz ordentliches Kerlchen finde ich. Natürlich hat er die normalen Trotzanfälle eines Zweijährigen, aber bisher habe ich mir insgesamt nicht so viele Gedanken gemacht.
Gestern fiel mir auf dem Spielplatz jedoch auf, dass er recht ungehobelt ist. Er brüllt laut nach mir, wenn er will, dass ich ihm helfe und schaut mich nicht an wenn ich mit ihm rede. Ich habe jetzt beschlossen, etwas mehr durchzugreifen und von ihm zu verlangen, dass er zu mir kommt und mich in normalem Ton bittet. Ich denke das sollte in dem Alter auf jeden Fall drin sein.
Ich merke, dass ich recht lax bin in der Erziehung, was nicht heißt, dass er alles dürfte oder alles bekommt. Doch im Gegensatz zu anderen Kindern (Kindergarten, Spielplatz ...) lasse ich ihm recht viel durchgehen. Ich merke auch, dass mir aufgrund der erneuten SS of die Kraft für ihn fehlt und er seitdem auch frecher geworden ist.
Ist jemand in einer ähnlichen Situation?
Wie habt ihr für euch dir richtige Linie gefunden? Auf was legt ihr in diesem Alter besonders wert? Wie setzt ihr das durch wenn ihr selbst müde seid?

Lg Moni

Beitrag von lisasimpson - 26.10.11 - 09:27 Uhr

hm... hört sich für mich alles ein bißchen komisch an.

was ist dir denn wichig im umgang miteinander?
"durchgreifen"?
oder ein freundliches miteinander?

Ich persönlich glaube, daß dsa zwei paar schuhe sind.
Ich möchte ein freundliches und höfliches umgehen innerhalb meiner familie.
daher gehe ich mit meinen kindern so um.
weil ich das mache, kann ich sie darauf hinweisen, wie unser allgemeiner umgang miteinander ist, wenn ich mit ihrem umgangston nicht zufrieden bin usw..

du schreibst über dich
- mir fehlt die kraft, bin müde usw... (hört sich für mich an wie ein: ich verabschiede mich aus meinem Engagement)
und erwartest aber gleichzeitig von deinem kind, aß es sich plötzlich mehr einbringt.

das wird nicht so funktionieren.

ich kann dir sagen, was ich in den von dir beschriebenen situationen mache.

1. ich brülle auch nicht über den ganzen spielplatz, wenn ich etwas von meinen kinder nwill. ich stehe auf, gehe hin und spreche vernüftig mit ihnen- das gleiche erwarte ich von ihnen auch. war nie ein problem.

2. wenn ich müde bin/ schlapp/ krank,... dann organisiere ich den tag so, dßa wir Aktivitäten machen, bei denen sie so wenig wie möglich auf meine hilfe angewiesen sind.
da unserer wohnung z.b. so gestaltet ist, daß sie hier fast alles selbst machen können, ist ds nie ein großes problem gewesen. Da sie sich immer viel ausprobieren durften können sie eben auch vieles selbst machen.
daß sie es aber machen MÜSSEN- muß die absolute ausnahme bleiben.

dafür, daß du schwanger bist, kann dein sohn nichts.
laß es ihn nicht ausbaden.
mach ihn fit und laß ihn selbständig werden, denn mit säugling wird das nicht besser- du wirst eher noch gehandicpater werden als jetzt.
bestärke ihn und zeige ihm, daß kooperation für euch beide jetzt de sinnvollerer weg ist als ein "gegeneinander kämpfen"

zeig ihm, welche vorteile es hat, gemeinsam an einem strang zu ziehen- dafür mußt du ihm aber auch die möglichkeit geben mitzubestimmen.

Beitrag von unsicher8981 - 26.10.11 - 11:19 Uhr

hmm, ich denke gerade darüber nach. Ich dachte, dass ich von ihm nichts Unmögliches erwarte. Es geht wirklich um ein freundliches Miteinander. Dazu gehören eben auch bestimmte Umgangsformen. Ich weiß auch, dass ich mir hier und da definitiv selbst an den Kopf fassen muss, was das angeht, jedoch versuche ich schon ihm das vorzuleben. Ich brülle auch nicht über den ganzen Spielplatz! Nur weiß er eben tatsächlich, dass ich reagiere, wenn er das tut. Und ich werde ihm erklären das ich in Zukunft gerne eine freundliche Frage hätte.

Die Kraft fehlt mir aber wirklich. Daran kann ich einfach nichts rütteln. Ich versuche ihn das möglichst wenig merken zu lassen, aber manchmal geht es einfach nicht mehr. Ich weiß auch, dass er nichts dafür kann und es tut mir auch unheimlich leid, dass ich oft einfach nicht mehr so auf ihn eingehen kann wie vor der SS, aber ich schaffe es definitiv nicht mehr. Ich arbeite jeden Tag 7 bis 8 Stunden und muss mich danach nahtlos übergehend um ihn kümmern. Oft schmerzt mir schon alles, wenn ich ihn aus der Kita abhole und mein Mann kommt auch erst spät nach Hause. Ich hatte gehofft, die Omas könnten mich ein bißchen mehr unterstützen, aber das klappt auch nicht. Und zwingen kann ich sie ja schlecht, sie haben ja auch noch ein Leben.
Ich hoffe es wird ab Weihnachten besser, denn dann muss ich nicht mehr arbeiten (Urlaub und Muschu).

Trotzdem werde ich meine Einstellung überdenken!

Moni

Beitrag von lisasimpson - 26.10.11 - 12:49 Uhr

nein, du erwartest auch nichts unmögliches von ihm.
aber es ist jetzt vielleicht nicht die günstigste zeit, von ihm dinge zu erwarten, die du vielleicht nicht (mehr) so leisten kannst.

von daher
- schau auf dich- organisier dir hilfe, wo du nur kannst. vielleicht fragste einfach mal bei der oma an, wie es denn am tag xx aussieht, ob sie da 1-2 stündchen den kleinen zu sich holen kann,
vielleicht gibts freunde, zu denen er nach dem kiga mal gehen kann?
schau, daß du auch für dich Entlastung bekommst.
vielleicht kann er ne stunde länger im kiga bleiben, daß du auch mal zeit für dich hast?

- und dann achte darauf, daß du ihm klar sagst, was du von ihm möchtest. Kinder wollen in aller regel ihren eltern gefallen und tun daher das, was sie denken, was die eltern von ihnen erwarten (auf de einen seite)- wenn sie jedoch nicht wissen/ erraten müssen/ jedes mal eine ander reaktion aufs (scheinbar?) gleiche verhalten bekommen, dann haben si keine ahnung, was wirklich von ihnen erwartet wird. andereseits wollen alle Kinder selbständigkeit erlangen. unterstütze beides bei ihm
* zeigt ihm, was er alles schon selbst kann und seiod gemeinsam stozl drauf

* und sag ihm klar, was du wann wie von ihm erwartest und reagiere verläßlich (konsequent - nur verwende ich das wort hier nicht so gerne, denn das wird bei urbia ein bißchen anders interpretiert)

ansonsten: locker werden; dein kind muß auch wege austesten und ausprobieren, die dir auf den ersten blick nicht gefallen. es muß0 auch eine eigene position finden (und die findet man erst mal, in dem man sie als gegenposition zum anderen entwirft).
dein kind lernt gerade erst, daß er eine eigen person ist- losgelöst von anderen menschen, mit eigenen wünschen und kompetenzen, diese umzusetzen.
sei ein bißchen nachsichtig, wenn nicht alles so "funktioniert", wie man sich das als schwangere nach einem 8 stunden- arbeitstag mit kleinkind so vorstellt und versuche vielleicht auch das spannende an gerade dieser Entwicklungsstufe deines kindes zu erleben und zu genießen.

das klappt aber viel besser, wenn man selsbt auch ein bißchen "zu sich" kommen kann , zeit für sich selbst hat und nicht selsbt am "anschlag"ist..

ich wünsche euch viel spaß dabei

lisasimpson

Beitrag von thyme - 26.10.11 - 09:44 Uhr

Wenn das (erste) Baby kommt, schaltet Mami automatisch auf 24h-Rundumservice. Jede kleinste Äusserung wird sofort wahrgenommen, interpretiert und darauf reagiert.
Das Kind wächst heran, wird zum Kleinkind, während Mama immer noch darauf geeicht ist, jedwelches Bedürfnis sofort zu befreidigen.

Dann kommt auf einmal der Tag, an dem Mutti feststellt, dass ihr Baby kein Baby mehr ist und sie hört auf, sofort zu rennen. Stattessen beginnt sie Forderungen zu stellen und Erwartungen zu hegen. Und dann steht vor der verblüfften Mutter ein zorniger kleiner Wurtteufel, der die Welt nicht mehr versteht und seine Wut lauthaus darüber äussert.

Und dann wirds eine Weile lang ziemlich haarig, bis Mama den Bogen wieder raus und der kleine Wutteufel die neuen Regeln verinnerlicht hat. Was, je nach Temparament oder Trotzfähigkeit, schnell oder langsam geht.

Und da musst du nun durch. Stähle deine Nerven, gehe in dich, finde deine innere Mitte oder was auch immer und lächle zuversichtlich. Wenn du durchhältst kommt alles gut. Irgendwann ;-)

Lg thyme

Beitrag von unsicher8981 - 26.10.11 - 11:25 Uhr

Naja von einem Tag auf den anderen passiert das ja nicht, aber ein bißchen habe ich mich gestern auf dem Spielplatz schon so gefühlt.

Ich will natürlich nicht von Baby-Tüddeln zu Nur-Fordern übergehen, aber den Bogen müssen wir wirklich wieder rausbekommen.

Das mit der inneren Mitte und dem Lächeln gefällt mir.

Danke für das Mut machen :-)

Moni

Beitrag von josili0208 - 26.10.11 - 10:45 Uhr

Hallo,

bei Deinem Beispiel ist es ganz einfach: Du reagierst einfach gar nicht mehr wenn er brüllt oder unhöflich ist, das funktioniert hervorragend solange er etwas von Dir will ;)

Auch bei Bitte-Danke läuft das so am besten, einfach erst reagieren, wenn Dein Sohn höflich mit Dir redet.

lg jo

Beitrag von lisasimpson - 26.10.11 - 10:53 Uhr

das heißt also :"sei unhöflich, wenn du höflichkeit forderst?"

Beitrag von josili0208 - 26.10.11 - 11:18 Uhr

Nein das heisst "rede mit anderen wie Du willst das mit Dir geredet wird".
Natürlich setze ich eine Ankündigung/ Erklärung voraus: "Ich komme erst, wenn Du mich nett bittest..." oder so. Das hatte ich vergessen zu erwähnen.

lg jo

Beitrag von unsicher8981 - 26.10.11 - 11:26 Uhr

Das hört sich schon logisch an.

Beitrag von lisasimpson - 26.10.11 - 13:23 Uhr

na,ja,- und dann?

die frage ist doch- machst du eine kampfansage "wenn...dann...." und einen machtkampf draus (ich bleib aber so lange sitzen, bis du tust was ich will)
oder machst du ein gespräch draus, aus dem hervorgeht, daß wir auf kooperation angewiesen sind?

im ersten fall wirste probleme bekommen ,wenn du es miteinem eingigermaßen cleveren 3 jährigen zu tun hast, denn de will wissen, ob das stimmt ,was du sagst.
spätestens wenn er fröhlich pfeiffend das spielplatzgelände verläßt wird die hochschwanger mutti (oder alternativ die gerade den säugling stillende mutter) eben DOCH aufstehen und kommen.

wir müssen begreifen, daß wir das verhalten eines anderen menschen niemals steuern können.
versuchen wir das doch, wird es häufig zu problemen kommen.
wenn wir aber verstehen, daß UNSER verhalten einfluß auf das verhalten unserer mitmenschen hat, dann ist das etwas vollkommen anderes, auch wenn es sich auf den ersten blick ähnlich anhört.

ich würde daher eben nicht sagen ""Ich komme erst, wenn Du mich nett bittest..."

sondern "ich möchte, daß du zu mir kommst, wenn du etwas von mir willst, weil es mich stört, wenn jemand über den ganzen spielplatz brüllt"
oder ein kurzes "wenn du hilfe brauchst, dann komm doch bitte zu mir und sag mir bescheid"

das kann ich einem kleinkind, das es vielleicht mal wieder vergessen hat auch 3 mal sagen ohne in einen machtkampf zu gehen und ohne daß ich mir untreu werde.

Beitrag von josili0208 - 26.10.11 - 14:55 Uhr

Es wird aber bei einem Kind in diesem Alter zu mind. 50%iger Wahscheinlichkeit nicht funktionieren, es lieb zu bitten weil es Dich "stört" wenn es schreit, weil sich ein Kind in diesem Alter nicht in Dich und Deine Gefühle hineinversetzen kann. Ein Dreijähriger versteht nicht, warum Dich das stört und was das überhaupt heisst und warum ER aufhören soll zu brüllen, wenn es DICH stört und nicht IHN. In diesem Alter brauchen die Kinder einen direkten Zusammenhang zwischen den Dingen, und der ist mit "Wenn..., dann..." nunmal am ehesten gegeben, was nicht unbedingt heisst, dass es in Erpressung ausartet. Es ist einfach nur ein Fakt, dass wenn mein Kind nicht nicht bitte sagt, wenn es ein Glas Milch möchte, es diese auch nicht bekommt. Punkt.

Und wenn es über den Spielplatz brüllt "Mamaaa komm´ma!" und ich komme nicht, dann ist das auch eine logische Konsequenz. Für vom Spielplatz verschwinden gibt es dann wieder andere Regeln, die einzuhalten sind, sonst folgt eine andere Konsequenz, zb. nach Hause gehen.

lg jo

Beitrag von sillysilly - 26.10.11 - 13:58 Uhr

Hallo

ich war von Anfang an recht gradlinig, auch schon im Kleinkindaltern
habe viel erklärt und wenn ich etwas nicht wollte, habe ich das auch besprochen
klar, verhalten die Kinder sich trotzdem, anders aber ich habe halt vermittelt, daß ich das so nicht mag z.B. der Ton, ungerechtfertigter Trotz ect. - nicht mit Strafen, aber sie merkten, daß man da mit Mama nicht so gut weiter kommt

habe oft einen Kompromiß, eine Erklärung angeboten, Hilfestellung, Trösten - und halt abgewartet ( beim Trotzen ) bis das Kind das Angebot annehmen konnte - oft wenn die erste Wut verraucht ist

Schreien wenn er was will - ich habe die Kinder gebeten, es mir nochmals mit netterer Stimme zusagen, mit dem Zusatz, daß ich ihnen gerne helfe wenn sie normal, bzw. freundlich mit mir reden ..... dem Kind gesagt, daß es nicht schön für mich ist - so angeschrieen zu werden
Und je Älter sie werden, desto mehr verlange ich es dann auch von ihnen - z.B. helfe ich dem Kleinkind, kleinen Kindergartenkind trotzdem - bei meiner 6 Jährigen - sitze ich das dann aber auch mal aus

Wenn du nach deiner Einschätzung recht "lax" bist, dann wird er es so gewöhnt sein, auch seine Freiheiten und seinen Willen zu bekommen
überlege dir was dir wichtig ist, und wo du weiter großzügig sein willst .....
aber wenn du nicht willst, daß du von ihm gegängelt wirst, dann muß er auch Lernen wo deine Grenzen, deine Regeln wo du bist.

Bist du "lax" weil du es als Erziehungsstil gewählt hast, quasi soviel Freiheit für das Kind wie möglich, Individualismus ect.
oder bist du "lax" weil dir Regeln, Konsequenz, Begleitung, Lenken zu anstrengend ist ????

wenn du ihm kein Gegenüber bis -kein Ansprechpartner aber auch mal der "Buh-mann" - dann wird er noch mehr Austesten- Grenzen erfahren wollen

Auf was ich Wert lege
daß wir alle Spaß im Alltag haben- und damit meine ich auch mich
ich nehme mich nicht in allen Situationen zurück für mein Kind, sondern die Kinder sollen erleben, daß es auch mich mit meinen Wünschen gibt, meinen Grenzen
daß wir nett, sozial miteinander umgehen
Rücksichtnahme, Teilen
einfach soziales Verhalten
und auch das einhalten von Regeln - wie nicht schlagen, nicht unnötig fies werden, nicht den hilfloseren Part ärgern,

aber auch nicht immer nur an sich zu denken - lernen sich selbst mal zurück zu nehmen, abzuwarten ect.

Grüße Silly

Beitrag von marion2 - 26.10.11 - 14:01 Uhr

Hallo,

"Wie bitte? Komm bitte her, ich versteh dich von da hinten nicht."

Klappt.

Es ist gut, wenn du ihm viel "durchgehen" lässt. Zu viel Strenge ist Mist, dann wissen die Kleinen gar nicht, was wirklich wichtig ist.

Konzentrier dich bei den Erziehungsversuchen auf die wirklich wesentlichen Dinge.

LG Marion