nur verwöhnt oder stimmt etwas nicht

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Beitrag von tiffysb - 27.10.11 - 12:29 Uhr

Hallo,

ich hoffe hier mal auf ein paar Erfahrungen denn im Moment weiß ich nur, dass etwas mit unserer Tochter nicht stimmt. Den Auslöser kann ich aber im Moment nicht so ganz deuten. Mein Mann ist der Meinung, das Kind wäre einfach nur zu sehr verwöhnt, was auch stimmen mag aber für mich nicht wirklich ausreichend als Erklärung ist.

Ich fange mal mit den "Symptomen" an:

- als Baby sehr schnelle Entwicklung. Mit 9 Monate Nuckelflasche verweigert und gleich aus Gläsern getrunken mit Besteck gegessen. Nie gegrabbelt - auf ihren 1. Geburtstag aufgestanden und direkt sicher gelaufen. Milchgebiss mit 1 Jahr auch komplett.

Allerdings keine Sprache entwickelt. Alles war nur "da". Extremste Verlustängste. Niemals alleine gespielt oder alleine in einem Raum geblieben. Selbst wenn ich nur zur Toilette ging, wurde das Haus zusammen gebrüllt.

Der Kinderarzt meinte damals, jedes Kind ist anders, machen Sie sich keinen Stress - alles normal.

-als Kiga-Kind mit 3 von heute auf morgen nahezu perfekt gesprochen, sowohl Grammatik als auch Aussprache. Sozialverhalten laut Erzieher damals vorbildlich. Keinerlei Aggressionen, befolgt Regeln als hinge Ihr Leben davon ab. Hilft anderen wo es nur geht und versteht die Welt nicht mehr, wenn ein Kind eine Regel missachtet.

Als 5-jährige sich selbst Rechnen beigebracht. Schreibübungen in der Vorschulgruppe die reinste Katastrophe. Keinerlei Gefühl für Buchstaben. Verlustängste nach wie vor, sie will immer bei Mama sein, geht auch selbst nicht ohne mich zur Toilette. Ich darf auch nicht alleine ins Bad - Kind kommt immer mit.

Der Kinderarzt meinte, alles im grünen Bereich, jedes Kind ist anders.

- Kind wird als Kann-Kind auf Empfehlung der Erzieherinnen eingeschult, weil man sie im Kindergarten nicht mehr beschäftigen könne.

Sie ißt kein Gemüse mehr, davon muß sie brechen - sagt sie, ist nie passiert !

- 1. Schuljahr, Rechnen kein Problem, Deutsch Katastrophe. Kann weder schreiben noch lesen.

Lehrer meinte hierzu, jedes Kind ist anders, dauert vielleicht noch.

-2. Schuljahr, Rechnen immer noch kein Problem, wird sogar vom Lehrer immer gelobt, wie gut sie rechnen kann. Deutsch wird immer schlimmer.

Lehrer empfiehlt Legasthenie-Test. Test durchgeführt - Test negativ, dafür IQ von 120.
Das Kind wäre halt einfach (noch) nicht soweit, dass sie lesen oder schreiben lernen will.

Die Schlamperei fängt an, Hausaufgaben werden gerne mal vergessen oder nur hingesaut. Aufgaben in der Schule wegen kein Bock nur zur Hälfte gemacht.

Immerwieder Atemnöte. Interesse sich mit anderen Kinder zu verabreden schwinden. Zumal die Kinder auch nur zu uns kommen dürfen, woanders geht sie nur ungerne oder gar nicht hin. Begründung: das Wasser dort schmeckt mir nicht, das Klo ist da schmutzig, die hat die falsche Barbie etc. - Nichtigkeiten

Angst vor Feuer kommt hinzu. Immer und überall. Wir müssen vor sie schlafen geht, dreimal in der Küche nachsehen ob der Herd auch wirklich aus ist. - Es hat niemals irgendwo gebrannt !

Ein Sparwahn kommt hinzu. Sie dreht mir während des Zähneputzens das Wasser aus, weil es Geld kostet. Möchte kein Eis mehr essen, weil es Geld kostet etc. - Wir haben keine Geldsorgen !

Alleine ins Bad darf ich noch immer nicht ! Sie geht auch nicht alleine Zähneputzen.

- 3. Schuljahr. Rechnen wird schlechter, nicht wegen nicht-können, sondern wegen fehlender Konzentration. Aufgaben werden erst gar nicht mehr gelesen. Lesen ansich wird verweigert. Sei es bei Büchern, bei DS-Spielen selbst Einladungskarten zum Geburtstag werden verweigert.

Ein neuer Verfolgungswahn kommt dazu. Sie kann nicht mehr schlafen, weil Mücken in ihrem Zimmer sind. Es summt. Allabendlich kommt jetzt noch eine Mückenjagd auf Mücken, die gar nicht da sind hinzu !

Die Bettdecke muß im rechten Winkel auf dem Bett liegen und faltenlos glatt sein. Notfalls wird die Decke eine Viertelstunde zurecht gezupft. Die Kuscheltiere (12 Stück) müssen in einer bestimmten Anordnung auf dem Kopfkissen liegen.

Heimweh kommt auch neu hinzu. Kann nicht mehr bei Oma oder Opa schlafen (sie wohnen auf der anderen Straßenseite), weil Sie ihre Mama und ihr Bett so vermißt.

Freundinnen dürfen auch nicht mehr bei uns übernachten, weil die ja nachts atmen.

- 4. Schuljahr schulische Leistungen sind unter aller Sau. Aktuelle Noten. Sachkunde 5, 6.

Deutsch 4, Mathe 4. Selbst Verbesserungsvorschläge vom Lehrer werden ignoriert.

Hat jetzt den Wunsch geäußert, die 4. Klasse wiederholen zu wollen.

Neue Macke: Schläft nachts nicht mehr, weil die Heizkörper knacken könnten.
Geht nicht mehr vor die Tür spielen, weil sie dann nicht mehr zu Hause ist - irgendwo logisch.

So, das war jetzt mal das Leben unserer Tochter kurz beschrieben. Ist das noch normal ? Ist das ein verwöhntes Kind ?

Um mir nicht nachsagen zu müssen, dass ich nur schlecht von meiner Tochter rede auch mal die positiven Dinge. Sie ist sehr lieb, sie ist verkuschelt ohne Ende und auf sie 1000%-tig Verlass. Sie hilft jedem und allem wo sie kann.

Ich würde mir wünschen oder erhoffen, dass Ihr hier, die Ihr ja auch alle Kinder mit größeren oder kleinen Problemen habt, mal dazu etwas sagen könntet.

Ich werde mich jetzt erstmal um einen Termin beim Klassenlehrer bemühen, wie er die Sache sieht und dann muß ich mal weitersehen, vielleicht habt Ihr ja Tipps.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von netzhaut - 27.10.11 - 15:15 Uhr

Hallo Tiffy,

das sind ziemlich viele Zwangshandlungen auf einmal und ich kann gut verstehen,dass du dich sorgst.
Vielleicht gehst du mit deiner Tochter mal zu einem Psychologen?Schaden kann es ja nicht und vielleicht weiß er rat.
Die Gesamtheit der "Symptome" hat mich gerade an's Asperger-Syndrom erinnert,aber soweit ich weiß,tritt das meist erst nach dem 4ten LJ auf.

Liebe Grüße und alles Gute

Beitrag von tiffysb - 27.10.11 - 15:42 Uhr

Hallo Netzhaut,

danke für Deine Antwort.

Wir waren ja damals in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wegen des LRS-Testes.

Leider hat die Psychologin immer nur alleine mit meiner Tochter gesprochen, von daher weiß ich jetzt nicht, ob es hier hätte auffallen können/müssen. Ich weiß auch nicht was sie mit meiner Tochter damals besprochen hat.

Aber Du hast Recht, notfalls müssen wir da wieder hingehen. Im Moment scheue ich mich noch davor, weil 1. 30km Fahrt, 2. Termine nur morgens 3. Wartezeit mindestens 9 Monate.

Aber wenns nicht besser wird - was sollen wir machen.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von netzhaut - 27.10.11 - 15:57 Uhr

Hey :-)

Also mal zu der Psychologin:Wenn sie mit deiner Tochter allein gesprochen hat,konnte sie wohl kaum "das Gesamtbild" bewerten,denn ich gehe mal davon aus,dass deine Tochter von sich aus keins der "Symptome" genannt hat,die dir aufgefallen sind.Mag aber auch daran gelegen haben,dass sie nur die LRS testen sollte.Vielleicht machst du es diesmal andersherum?Also zuerst Du zur Psychologin (für deine Tochter),gibst ihr alles Info's und beschreibst die Situation und dann deine Tochter.
Den Termin würd' ich mir (nicht nur bei einer Praxis) allerdings schonmal geben lassen,denn die Wartezeiten sind leider fast überall so lang.

Liebe Grüße

Beitrag von kati543 - 27.10.11 - 16:30 Uhr

Ich würde sagen, ihr braucht dringend wieder einen Termin bei der KJP. Allerdings diesmal etwas umfassender. Das klingt schon auf die Entfernung ziemlich stark nach Zwangshandlungen bzw. Autismus. Ohne Hilfe kommt sie da nicht raus...falls es überhaupt möglich ist

Beitrag von paula74 - 27.10.11 - 16:38 Uhr

Hallo Tiffy
Ich finde auch, dass Deine Tochter auffällig ist. Aber dann musst DU doch handeln. Und es sollte Dir doch egal sein, ob die Termine vormittags liegen oder 30 km oder sogar 100 km entfernt sind!!!
Die Psychologin hat halt damals ihre vorgeschriebenen Tests für die LSR gemacht, nicht mehr und nicht weniger. Hellsehen kann sie ja gewiss nicht.
Ich würde aufgrund der Zwangshandlungen und Ängste einen Kinder- und Jugendpsychiater aufsuchen, denn ich nehme an, Deine Tochter wäre auch glücklicher ohne diese Symptome. Psychische Krankheit definiert sich z.B. auch darüber, dass das der Betroffene eine eingeschränkte Lebensqualität und einen Leidensdruck hat. Ich nehme an, Du würdest Deine Tochter nicht als glückliches Kind beschreiben, oder?
Also los, versuch ihr das Glück zurück zu bringen!
Paula

PS Ich denke Deine Tochter ist nicht verwöhnt. Unsere -die manchmal verwöhnt wird ;-) - hat auch Ängste beim Einschlafen. Aber diese Ängste hindern sie nicht an einem normalen Leben, denn sie lassen sich durch eine Taschenlampe o.ä. auch wieder aus der Welt schaffen.

Beitrag von tiffysb - 27.10.11 - 20:09 Uhr

Hallo,

klar werde ich handeln. Aber ich habe ja nur ein Kind und weiß es nicht besser, deswegen habe ich hier ja auch nachgefragt, ob es nur mir komisch vorkommt.

Denn ich habe sooft von Ärzten gehört, dass alles o.k. ist.

Und dann einen Termin bei einem Psychologen zu machen, Zeit und Schultage zu opfern nur um dann zu hören, dass alles in Ordnung ist, wollte ich uns halt ersparen.

Aber wenn Ihr das auch so sieht, dass irgendetwas nicht stimmt, werde ich das natürlich in Angriff nehmen.

Unglücklich ist sie eigentlich nicht, sie macht halt mehr ihrer Umwelt das Leben schwer.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von sarahg0709 - 27.10.11 - 17:22 Uhr

Hallo,

mit verwöhnt sein hat das gar nichts zu tun. Deine Tochter entwickelt Psychosen und Zwangsstörungen.

Du solltest schnellstens einen Kinder-Psychologen aufsuchen.

LG

Beitrag von anja1968bonn - 27.10.11 - 17:43 Uhr

Hallo Tiffy,

das klingt mir schon nach ganz schön vielen Zwangshandlungen, die Deine Tochter da entwickelt hat, und sicher braucht ihr da professionelle Hilfe. Bin ganz erschrocken, dass das bei euch mit einem Termin so lange dauert. Bei meinem Sohn (9) hatten wir eine Wartezeit von drei Monaten. Als dann aber plötzlich eine akute Situation (vermuteter Schockzustand nach einem Fast-Rollerunfall) auftrat, bekamen wir binnen weniger Tage einen Termin.

Gespräch mit dem Klassenlehrer und evtl. auch mit dem Schulpsychologen - denn ein Teil der Handlungen betrifft ja die Schule - ist auf jeden Fall wichtig, ich drücke euch die Daumen; nach "verwöhnt" klingt das nicht.

LG

Anja

Beitrag von tiffysb - 27.10.11 - 20:17 Uhr

Hallo Anja,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.

Nachdem Ihr das ja auch so seht, werde ich mir morgen mal das Telefon schnappen und sehen dass ich einen Termin bekomme.

Ist schon witzig, das kam so schleichend. Erst meint man, na gut, ne Macke hat jeder irgendwo aber wenn man alles mal revue passieren läßt, fällt einem auf, dass es immer mehr und immer absonderlichere Macken werden :-(

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von sina236 - 27.10.11 - 22:12 Uhr

ich kann mich den anderen anschliessen, da stecken zwänge dahinter. ob das nun gleich auf asperger oder anderen autismus hindeuten muss, wage ich allerdings anzuzweifeln, denn beim lesen deines textes íst mir eines ganz stark ins auge gesprungen: du sprichst immer davon, dass sie immer weniger handlungen kann oder will. zb zu freundinnen gehen. und dann nimmst du das auch so hin. kinder haben immer wieder phasen, wo sie dies und das nicht wollen. das muss man natuerlich dann auch akzeptieren,a ber nicht für immer. es gibt immer wieder punkte, an denen man sein kind sanft anschubsen muss. man muss auch mal sagen können "doch, du gehst du jetzt hin, sonst hast du bald keine freunde mehr". das hört sich erst mal brutal an, aber wie soll sie denn sonst im leben zurecht kommen? meine tochter ist in einigen teilen ähnlich gestrickt wie deine. hat viele ängste, ist absolut mamakind, hat sich als kleinkind nur extremst schwer lösen können, eigentlich gar nicht und ich ging deswegen schon auf dem zahnfleisch. ich denke aber auch, dass man da als mutter durchaus mal die notbremse ziehen darf und eine klare ansage machen und das fehlt mir als aussage irgendwie in deinem text. daher denke ich, dass teile des problems einfach darauf beruhen, dass ihr immer wieder nachgegeben wurde. das ist in dem sinne nicht verwöhnt, aber dann irgendwie doch verzogen. sie sagt, kein gemüse, gut dann ist das eben so. kein übernachten, gut muss sie nicht, kein wasser woanders trinken, braucht sie ja nicht. verstehst du was ich meine? sie sagt an und es wird so gehalten. warum sollte sie es anders machen. wenn sie so viele klare regeln braucht, dann GIB sie ihr einfach. sie verlangt danach. je sicherer DU hinter deiner ansage stehst, desto bessr kann dein kind sich orientieren. und ein besuch beim therapeuten kan sicher nicht schaden, nur um anderes auszuschliessen. in vielen teilen hat deine tochter einfach ganz normale entwicklungsschritte gemacht. da kann ich nicht alles als ungewöhnlich erkennen. grade das mit dem sprechen machen viele "sammler" so.

lg sina

Beitrag von tiffysb - 28.10.11 - 07:54 Uhr

Hallo Sina,

auch Dir danke für Deine Antwort.

Deine Sichtweise vertritt mehr oder weniger mein Mann.

Das mit den Freundinnen besuchen - ja das stimmt wohl. Ich denke dann immer. Mein Gott, dann will sie halt nicht, davon geht die Welt nicht unter und ob sie hier oder da spielen, ist ja eigentlich egal. Es gibt ja auch Haushalte zu denen ich nicht gerne zu Besuch bin, da würde ich mich auch nicht freuen bzw. hätte keinen Spaß an dem Besuch, wenn man mich zwingen würde, dahin zu gehen.

Mit den schulischen Dingen, bin ich schon streng, also wenn ich sehe, das etwas nur hingesaut wurde, habe ich auch keine Skrupel die Seite rauszureißen und sie alles neu schreiben zu lassen - nur besser wird es dadurch auch nicht.

Das Schlimme ist ja, kaum hat man eine Macke irgendwie halbwegs im Griff, kommt eine neue hinzu - man kommt irgendwie gar nicht zur Ruhe.

Seit 3 Monaten haben wir jetzt auch noch ein Problem mit dem Schulweg. Da gehen mehrere Kinder gemeinsam. Ist mir auch ganz recht, gerade wenn es morgens noch dunkel ist. Unsere Tochter will das aber nicht mehr, weil die Kinder auf dem Weg zum Bus reden ! - ja bitte, was soll ich dazu sagen ?

Weißt Du was ich meine ? Es sind immer so Kleinigkeiten wo ich einerseits denke "ach was solls, dann hat sie halt 12 Tiere im Bett, davon geht die Welt nicht unter" und andererseits so Kleinigkeiten, wie das Wasser schmeckt mir da nicht - ich kann ja schlecht einer anderen Familie vorschreiben, welches Wasser sie zu kaufen haben und das kann oder will sie nicht verstehen.

Was dabei noch schlimmer ist, sie fängt dann mit der Gastmutter auch noch an zu diskutieren ! Neulich kam eine Mutter auf mich zu und meinte: "Du ich kann Deine Tochter unheimlich gut haben, sie ist so ein liebes Kind aber die ewigen Diskussionen bringen mich zur Weißglut. Zu Hause diskutiert sie auch nicht, was ich sage, wird gemacht. Aber dort diskutiert sie dann halt über das falsche Wasser :-)

Ach wir haben soviele Baustellen im Moment, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von mami-nrw2008 - 28.10.11 - 07:43 Uhr

Hmmm also mit deiner Tochter scheint wirklich was nicht zu stimmen :(

Ich kann dir leider auch nicht genau sagen was deiner Tochter fehlt. Es kann viele Hauptgründe haben. Habe bis zur Geburt meiner Tochter in einer Schule für "behinderte Kinder" gearbeitet bin Heilerziehungspflegerin. Hatte (bei den ersten syntomen) auch an Autismus gedacht.

Aber nach den ganzen Entwicklungen und die Positiven Handlungen kann dies nicht sein.
Mein Neffe hat Autismus, hat also auch Zwangshandlungen. Ist hoch Intilligend.
Ist Mathematisch ein Genie, kann aber z.B mit Geld nichts anfangen.
Er konnte schon mit 4 Super schreiben, Grammatik und Rechtschreibung PERFEKT . Selbst Wörter die ich nicht mal weiß wie sie geschrieben werden, kann er ohne einen Fehler schreiben (hat sie nur 1x gesehen) Er konnte mit 3 einen PC ohne Probleme bedienen, besser als Manch ein Erwachsener. Dafür kann er aber mit Sozialen Kontakten nichts anfangen. Also sobald Fremde zB in Haus kommen rastet er vollkommen aus. Als der Hund verstorben ist, also er nicht mehr da war, drehte der Junge vollkommen durch. Bei jeder veränderung hatte großer Schwierigkeiten. Mit 4 Hat man dann Autismus festgestellt.

Also, ein Kind mit Autismus kuschelt nicht, kann keine richtige nähe >ertragen<

Mit ihm Eikaufen ist eine Katastrophe, sobald der Verlauf des Tages nur ein bisschen anders ist dreht er durch. Das sind nur ein paar Beispiele.

Also ich denke das kann man ausschliessen. Was es aber sein kann, können dir nur Ärzte nach einer genauen Untersuchung sagen.

Lass dich von eurem Kinderarzt zu einer Kinderklinik überweisen, damit dein Mäuschen auch komplett durchgecheckt wird. Und halte uns auf dem laufenden

Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die Zukunft

Lieben Gruss

Beitrag von tiffysb - 28.10.11 - 08:01 Uhr

Hallo,

danke auch Dir für Deine Antwort.

Das mit dem Schreiben ist bei uns auch so. Einfache Wörter wie Haus, Auto etc. keine Chance werden immer falsch geschrieben. Aber große und schwierige Wörter oder auch englische Wörter wie Jeans, T-Shirt das ist alles gar kein Problem.

Sie rechnet auch schwierige Aufgaben im Kopf. In der Mathearbeit fehlen oft Punkte weil der Rechenweg fehlt. Ich sage Ihr immer, im Gottesnamen, schreib den Rechenweg auf. Dann fängt sie an zu heulen und sagt, dass das nicht geht, sie weiß nicht was ein Rechenweg ist, sie hat die Lösung einfach im Kopf. Und wenn sie mal laut rechnet, da wird einem schlecht. Eine einfache Aufgabe wird hochkompliziert gelöst. Z.b. 30-5 würde sie so rechnen, dass von der 30 bist zur 100 noch 70 fehlen, dann noch die 5 dazu, sind 75 und dann wird das geteilt und irgendwie kommt sie dann auf 25 - keine Ahnung wie das funktioniert, aber es funktioniert irgendwie !

Beim Einkaufen habe ich gar keine Probleme mit ihrem Verhalten an sich. Nur mit ihrem Sparwahn. Egal was ich in den Wagen lege, es wird kontrolliert was es kostet und sie entscheidet dann ob wir das brauchen. Nicht nur einmal war ich zu Hause und habe etwas gesucht, was ich definitiv in den Wagen gelegt hatte. Danach stellt sich dann raus, dass meine Tochter es wieder ins Regal gelegt hat, weil es ihr für den Preis zu teuer erschien und wir das nicht brauchen - das macht einem auch wahnsinnig.

Aber wir werden das mit dem Arzt auf alle Fälle probieren.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von ungeheuerlich - 28.10.11 - 22:39 Uhr

"Also, ein Kind mit Autismus kuschelt nicht, kann keine richtige nähe >ertragen<"

Völliger Blödsinn! Es kann auch genau das andere Extrem vorliegen. Jedes autistische Kind ist anders.

LG

Kerstin

Beitrag von skbochum - 29.10.11 - 22:05 Uhr

Hallo,
ich frage jetzt mal aus Interesse nach. Du hast geschrieben, dass du bis zur Geburt deiner Tochter an einer Förderschule gearbeitet hast. Da warst du 19?
Hast du da deine Ausbildung gemacht?
GrussGruss Susanne

Beitrag von mami-nrw2008 - 31.10.11 - 06:16 Uhr

Huhu.

Enschuldige das ich jetzt erst antworte. Waren das WE weggefahren :)

Ich habe eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin gemacht.

Dies war/ist eine schulische Ausbildung, wo man im Block + 1 x Wöchendlich wärend der "schuhlzeit" in einem gewähltem Betrieb arbeitet.

Ich hatte mich für eine Förderschule mit Schwerbehinderten Kindern entschieden.
Die Arbeit mit diesen Kindern war echt was besonderes, die Kinder waren und sind
was Besonderes. Die Kid´s haben nicht nur von mir gelernt, sondern ich auch von ihnen.
Es war einfach toll, und ich vermisse diese Zeit sehr <3

Im nächsten Jahr werde ich wieder Anfangen :)

Beitrag von marion2 - 28.10.11 - 10:43 Uhr

Hallo,

ich bin etwas irritiert:

"als Baby sehr schnelle Entwicklung. Mit 9 Monate Nuckelflasche verweigert und gleich aus Gläsern getrunken mit Besteck gegessen. Nie gegrabbelt - auf ihren 1. Geburtstag aufgestanden und direkt sicher gelaufen. Milchgebiss mit 1 Jahr auch komplett."

Das ist nichts ungewöhnliches.

"Allerdings keine Sprache entwickelt. Alles war nur "da". Extremste Verlustängste. Niemals alleine gespielt oder alleine in einem Raum geblieben. Selbst wenn ich nur zur Toilette ging, wurde das Haus zusammen gebrüllt."

Das ist auch nichts ungewöhnliches.

"Der Kinderarzt meinte damals, jedes Kind ist anders, machen Sie sich keinen Stress - alles normal."

Da hatte er Recht.

"als Kiga-Kind mit 3 von heute auf morgen nahezu perfekt gesprochen, sowohl Grammatik als auch Aussprache. Sozialverhalten laut Erzieher damals vorbildlich. Keinerlei Aggressionen, befolgt Regeln als hinge Ihr Leben davon ab. Hilft anderen wo es nur geht und versteht die Welt nicht mehr, wenn ein Kind eine Regel missachtet."

Normal.

"Als 5-jährige sich selbst Rechnen beigebracht. Schreibübungen in der Vorschulgruppe die reinste Katastrophe. Keinerlei Gefühl für Buchstaben. "

Ist bei anderen Kindern auch so - wer gut rechnet hat oft Probleme beim Schreiben.

"Verlustängste nach wie vor, sie will immer bei Mama sein, geht auch selbst nicht ohne mich zur Toilette. Ich darf auch nicht alleine ins Bad - Kind kommt immer mit."

Hast du das je geübt?

"Der Kinderarzt meinte, alles im grünen Bereich, jedes Kind ist anders."

Da hat er Recht.

"Kind wird als Kann-Kind auf Empfehlung der Erzieherinnen eingeschult, weil man sie im Kindergarten nicht mehr beschäftigen könne."

Das machen Erzieher gern mit unbequemen Kindern.

"Sie ißt kein Gemüse mehr, davon muß sie brechen - sagt sie, ist nie passiert !"

Wenn diese Form der Erpressung bei dir Erfolg hat. Ja, das machen auch viele Kinder.

"1. Schuljahr, Rechnen kein Problem, Deutsch Katastrophe. Kann weder schreiben noch lesen."

Bekam sie Förderung?

"2. Schuljahr, Rechnen immer noch kein Problem, wird sogar vom Lehrer immer gelobt, wie gut sie rechnen kann. Deutsch wird immer schlimmer."

Was sagt der Förderlehrer?

"Lehrer empfiehlt Legasthenie-Test. Test durchgeführt - Test negativ, dafür IQ von 120.
Das Kind wäre halt einfach (noch) nicht soweit, dass sie lesen oder schreiben lernen will."

Blödsinn! Bestehe auf Förderung durch Sonderpädagogen.

"Die Schlamperei fängt an, Hausaufgaben werden gerne mal vergessen oder nur hingesaut. Aufgaben in der Schule wegen kein Bock nur zur Hälfte gemacht."

Wie reagiert die Schule auf diese Arbeitsweise?

"Immerwieder Atemnöte. Interesse sich mit anderen Kinder zu verabreden schwinden. Zumal die Kinder auch nur zu uns kommen dürfen, woanders geht sie nur ungerne oder gar nicht hin. Begründung: das Wasser dort schmeckt mir nicht, das Klo ist da schmutzig, die hat die falsche Barbie etc. - Nichtigkeiten"

Das sind keine Nichtigkeiten. Wenn das Klo dreckig ist, gehe ich auch lieber zu Hause.

"Angst vor Feuer kommt hinzu. Immer und überall. Wir müssen vor sie schlafen geht, dreimal in der Küche nachsehen ob der Herd auch wirklich aus ist. - Es hat niemals irgendwo gebrannt"

Na und? Man kann ja nie wissen. (Ich bin auch so)

"Ein Sparwahn kommt hinzu. Sie dreht mir während des Zähneputzens das Wasser aus, weil es Geld kostet. Möchte kein Eis mehr essen, weil es Geld kostet etc. - Wir haben keine Geldsorgen !"

Dein Kind ist praktisch - ich hätt auch gern so eins.

Wie kommt sie darauf? Habt ihr darüber gesprochen?

"Alleine ins Bad darf ich noch immer nicht !"

Machs doch einfach. Wie soll sie lernen, dass nichts passiert, wenn sie allein ist, wenn du sie nicht auch mal "allein" lässt?

"Sie geht auch nicht alleine Zähneputzen."
Du musst ja auch noch nachputzen.

"3. Schuljahr. Rechnen wird schlechter, nicht wegen nicht-können, sondern wegen fehlender Konzentration. Aufgaben werden erst gar nicht mehr gelesen. "

Kann sie denn inzwischen lesen? Textaufgaben kann man als Analphabet nicht lösen.

"Lesen ansich wird verweigert. Sei es bei Büchern, bei DS-Spielen selbst Einladungskarten zum Geburtstag werden verweigert."

Was man nicht kann, macht keinen Spaß.

"Ein neuer Verfolgungswahn kommt dazu. Sie kann nicht mehr schlafen, weil Mücken in ihrem Zimmer sind. Es summt. Allabendlich kommt jetzt noch eine Mückenjagd auf Mücken, die gar nicht da sind hinzu !"
Schafft euch ne Spinne an, die die Viecher frisst.

"Die Bettdecke muß im rechten Winkel auf dem Bett liegen und faltenlos glatt sein. Notfalls wird die Decke eine Viertelstunde zurecht gezupft. Die Kuscheltiere (12 Stück) müssen in einer bestimmten Anordnung auf dem Kopfkissen liegen."

Meine Töchter sind erst vier - haben aber ähnliche Macken.

"Heimweh kommt auch neu hinzu. Kann nicht mehr bei Oma oder Opa schlafen (sie wohnen auf der anderen Straßenseite), weil Sie ihre Mama und ihr Bett so vermißt."

Kenn ich von meinen Kindern auch - ist phasenweise normal.

"Freundinnen dürfen auch nicht mehr bei uns übernachten, weil die ja nachts atmen."

Was sagst du dazu?

"4. Schuljahr schulische Leistungen sind unter aller Sau. Aktuelle Noten. Sachkunde 5, 6.
Deutsch 4, Mathe 4. Selbst Verbesserungsvorschläge vom Lehrer werden ignoriert.
Hat jetzt den Wunsch geäußert, die 4. Klasse wiederholen zu wollen."

Nicht ungewöhnlich für intelligente Kinder.

"Neue Macke: Schläft nachts nicht mehr, weil die Heizkörper knacken könnten.
Geht nicht mehr vor die Tür spielen, weil sie dann nicht mehr zu Hause ist - irgendwo logisch."

Wie reagierst du darauf?

"Ist das noch normal ?"

Ein Stück weit.

" Ist das ein verwöhntes Kind ?"
Ja und Nein

"Sie ist sehr lieb, sie ist verkuschelt ohne Ende und auf sie 1000%-tig Verlass. Sie hilft jedem und allem wo sie kann."

Toll!

"Ich werde mich jetzt erstmal um einen Termin beim Klassenlehrer bemühen, wie er die Sache sieht und dann muß ich mal weitersehen, vielleicht habt Ihr ja Tipps."

Guter Plan! ;-)

Gruß Marion

Beitrag von ungeheuerlich - 28.10.11 - 13:38 Uhr

Hallo,

2 meiner Kinder haben das Asperger Syndrom, klingt sehr ähnlich bzw. viele Dinge finde ich auch bei meinen 2en wieder.

Bitte wende Dich an einen guten Kinder und Jugendpsychologen der sich mit Autismus auskennt. Ggf.würde auch eine Tagesklinik in Frage kommen die meist mehr Aufschluß gibt.

Achja, nein, ich denke auch daß da was "im Busch" liegt und Du deiner Tochter dringend Hilfe suchen solltest.

LG und alles Gute

Kerstin

Beitrag von scrollan01 - 28.10.11 - 19:14 Uhr

Hm, es KANN Asperger sein, es kann aber auch eine kindliche Schizophrenie darstellen!

Da findet sich alles von dem wieder - mehr noch als bei einem Aspergergkind!

Und nun?

Jetzt sind da viele Ängste bei der Mama!

Ich möchte gar nicht mutmaßen was normal und was nicht ist!
Einfach nur den Rat geben:

Termin beim KJP machen um mal nachschauen zu lassen was davon noch im Rahmen ist und woher die Zwanghaftigkeit kommen könnte.

Kann sein, dass sie einfach nur extrem sensibel ist und sich in irgendetwas verrannt hat und dies ihr Sicherheit gibt?!

Viel Glück!

Beitrag von ungeheuerlich - 28.10.11 - 22:36 Uhr

Öhm, wo habe ich bitte geschrieben, daß ihr Kind mit Sicherheit Asperger ist?

Ich habe lediglich geschrieben, daß ich viele Parallelen wiederfinde und ich das Verhalten ebenfalls für auffällig halte, welches ich abklären lassen würde.

Das Kind kann alles und nichts haben.

Und nun?

LG

Kerstin

Beitrag von fraz - 29.10.11 - 09:00 Uhr

Hallo

Ohne dir Angst machen zu wollen:
Klingt nach Asperger (eine Form von Autismus).

Lass das unbedingt abklären, damit deine Tochter, falls sich das bewahrheitet, die nötige Therapie bekommt.
Und eine Meinung von aussen ( Gespräch mit Klassenlehrer) einzuholen ist nie verkehrt!

Alles Gute!

Fraz

Beitrag von myimmortal1977 - 03.11.11 - 12:12 Uhr

Huhu,

ich hoffe, dass mein Aufwand gewürdigt wird und Du Dir meine Antwort genau durchliest!

"als Baby sehr schnelle Entwicklung. Mit 9 Monate Nuckelflasche verweigert und gleich aus Gläsern getrunken mit Besteck gegessen. Nie gegrabbelt - auf ihren 1. Geburtstag aufgestanden und direkt sicher gelaufen. Milchgebiss mit 1 Jahr auch komplett."

Die Entwicklung ist nicht außergewöhnlich. Was Du dabei wissen solltest: Sprache und Motorik entwickeln sich fast nie gemeinsam. Wenn ein Kind motorisch sehr weit ist, hängt es meistens im sprachlichen Bereich hinterher. War bei uns zwar nicht so drastisch, aber ähnlich! Hatten deswegen Ärzte konsultiert.

"Allerdings keine Sprache entwickelt. Alles war nur "da". Extremste Verlustängste. Niemals alleine gespielt oder alleine in einem Raum geblieben. Selbst wenn ich nur zur Toilette ging, wurde das Haus zusammen gebrüllt."

Kenne ich, war bei uns auch nichts anderes. Du solltest dabei aber wissen, dass Kinder erst sehr spät lernen, dass ein Mensch weg aber auch gleich wieder kommen kann. Entfernt sich die Bezugsperson, löst dieses Panik aus.

"Der Kinderarzt meinte damals, jedes Kind ist anders, machen Sie sich keinen Stress - alles normal."

Das stimmt, das war ein vollkommen normales Verhalten.

"als Kiga-Kind mit 3 von heute auf morgen nahezu perfekt gesprochen, sowohl Grammatik als auch Aussprache. Sozialverhalten laut Erzieher damals vorbildlich. Keinerlei Aggressionen, befolgt Regeln als hinge Ihr Leben davon ab. Hilft anderen wo es nur geht und versteht die Welt nicht mehr, wenn ein Kind eine Regel missachtet."

Zur Sprache: Es gibt Kinder, die haben schon alle Sätze perfekt längst im Kopf, bevor sie sie aktiv im Sprachgebrauch anwenden. Wichtiger als der aktive Sprachgebrauch ist der passive Sprachgebrauch. Sprich das Wortverständnis muss vorhanden sein, wenn Du Befehle erteilst, muss das bei raus kommen, was Du vom Inhalt her abverlangst.

Ihr habt Eurer Kind bestimmt in dem, wie es "gesprochen" hat, immer gut verstanden und immer gegeben und gemacht, was sie wollte, auch wenn sie es nicht perfekt ausgesprochen hat. Damit habt ihr unbewußt und sicherlich auch ungewollt ihre Passivität im Sprachbereich unterstützt. War bei uns auch kein anderes Thema, kenne ich sehr gut. Der Knoten war bei uns auch erst mit dem Gang in die Kita geplatzt, wo Jannes gemerkt hat, ich muss hier sprechen, damit mich andere verstehen. Vorher dachten wir schon, der wird nie sprechen.

Du greifst da jetzt schon ein ganz wichtiges Thema auf, ein Band, was sich komplett durch Deine anderen zeitlichen Beschreibungen zieht. Und zwar die Sache mit den Regeln, die Dein Kind anwendet, als ob ihr eigenes Leben davon abhänge..... Dein Kind benötigt enorm viel Sicherheit! Und diese Regeln geben ihm Sicherheit! Läuft mal etwas anders, als es die Regel vorsieht, bricht sofort ihre feste Mauer zusammen, an der sie sich festhält.

"Als 5-jährige sich selbst Rechnen beigebracht. Schreibübungen in der Vorschulgruppe die reinste Katastrophe. Keinerlei Gefühl für Buchstaben. Verlustängste nach wie vor, sie will immer bei Mama sein, geht auch selbst nicht ohne mich zur Toilette. Ich darf auch nicht alleine ins Bad - Kind kommt immer mit."

Die Unsicherheit Deines Kindes, vorhanden warum auch immer, aber in dem Alter sicherlich überdurchschnittlich ausgeprägt. Sie verlangt nach Sicherheit, fühlt sich sehr unsicher auf sich allein gestellt. Es ist nichts ungewöhnliches, wenn jemand in einer Thematik sehr gut ist, in anderen Bereichen aber überdurchschnittlich schlecht. Man hätte sie in ihrer Begabung an dieser Stelle besser abholen müssen.

Wenn man z. B. einen riesen Hype um ihre mangelnde Lese- und Schreibfähigkeit macht aber die Begabung so als gegeben hin nimmt, nicht oder wenig lobt, viel kritisiert, damit auch unbewußten Druck auf das Kind aufbaut, verliert es früher oder später die Lust an allem. Am kompletten Lernen.

"Der Kinderarzt meinte, alles im grünen Bereich, jedes Kind ist anders."

Ja, so ist es in der Tat.

"Sie ißt kein Gemüse mehr, davon muß sie brechen - sagt sie, ist nie passiert !"

Der Aussage würde ich keine große Bedeutung schenken. Kinder haben eine enorme Fantasie. Und sie sind, wenn auch noch klein, super intelligent. Was meinst Du, was mein Sohn mit 3 Jahren alles inszeniert und erfindet, nur damit er etwas nicht machen muss. Da würde so manch einer mit den Ohren schlackern. Er ist ein genialer Schauspieler und richtig ausgebufft. Der weiß ganz genau, was er sagt und was er tut und kann sich sogar krank stellen, obwohl er kerngesund ist. Und das mit 3 (!!!!) Jahren. Man darf Kinder nie unterschätzen! Egal, wie klein sie sind.

"- 1. Schuljahr, Rechnen kein Problem, Deutsch Katastrophe. Kann weder schreiben noch lesen. Lehrer meinte hierzu, jedes Kind ist anders, dauert vielleicht noch."

Dazu kann ich nur sagen, dass auch, neben Fähigkeiten des Kindes, viel von den Lehrkräften abhängt. Die schulische Leistung sinkt und steigt mit der Ambition der Lehrkräfte. Meine Erfahrung ist, dass Lehrer auf normalen Regelschulen wenig motiviert sind, Einzelfälle zu fördern. Entweder Du schaffst es von allein, oder gehst früher oder später in der Masse unter.

"-2. Schuljahr, Rechnen immer noch kein Problem, wird sogar vom Lehrer immer gelobt, wie gut sie rechnen kann. Deutsch wird immer schlimmer."

Ja, sie war im Rechnen gut. Wenn man gut ist und Erfolge erzielt, ist man motiviert. Beim Lesen und Schreiben wurde entschieden der Anschluss verpennt. Wenn man nur von Misserfolgen gebeutelt ist, eskaliert die Sache früher oder später.

"Lehrer empfiehlt Legasthenie-Test. Test durchgeführt - Test negativ, dafür IQ von 120.
Das Kind wäre halt einfach (noch) nicht soweit, dass sie lesen oder schreiben lernen will."

Man kann "Verpenntes" ohne individuelle Förderung super schwer wieder aufholen. Wenn da einmal der Anschluss weg ist, kann es nur noch schlechter werden.

"Die Schlamperei fängt an, Hausaufgaben werden gerne mal vergessen oder nur hingesaut. Aufgaben in der Schule wegen kein Bock nur zur Hälfte gemacht."

Der IQ besagt ja, dass Deine Tochter zwar nicht hochbegabt, aber überdurchschnittlich intelligent ist. Solche Kinder gehen an Regelschulen nicht so selten aufgrund mangelnder Forderung an Lust- und Bocklosigkeit unter. Diese Bocklosigkeit ist ein Resultat der ausgeprägten Langeweile. Solche Kinder müssen dann, wenn sich dieser Zustand einstellt, individueller und anspruchsvoller gefördert werden, am Besten in kleinen Lerngruppen. Sonst verlieren sie die Lust am Lernprozess, werden auffällig, aggressiv, demotiviert.

"Immerwieder Atemnöte. Interesse sich mit anderen Kinder zu verabreden schwinden. Zumal die Kinder auch nur zu uns kommen dürfen, woanders geht sie nur ungerne oder gar nicht hin. Begründung: das Wasser dort schmeckt mir nicht, das Klo ist da schmutzig, die hat die falsche Barbie etc. - Nichtigkeiten"

Und wieder dieses Thema des ausgeprägten Sicherheitsdenkens. Sie fühlt sich, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen, bei Euch, bei Dir am Sichersten. Sie benutzt sämtliche Fantasie, um Dinge vermeiden zu können. Es ist aber an dieser Stelle gesagt, nichts außergewöhnliches, dass Kinder mal mehr und mal weniger Beziehungen nach außen pflegen. Der 6 Jährige unserer Nachbarin hatte bis vor kurzem ein halbes Jahr auch keine Lust sich mit Freunden zu verabreden und saß am Liebsten nur zu Hause. Es ist meistens nur eine Phase, die wieder vergeht. Kinder brauchen auch manchmal die Zeit des Alleinseins. Das gibt sich dann irgendwann wieder.

"Angst vor Feuer kommt hinzu. Immer und überall. Wir müssen vor sie schlafen geht, dreimal in der Küche nachsehen ob der Herd auch wirklich aus ist. - Es hat niemals irgendwo gebrannt !"

Diese, von Dir beschriebenen Ängste, die was auch immer beinhalten, sind mehr als vollkommen normal. Habe gerade in einer Zeitschrift ein entsprechendes aktuelles Thema gelesen, dass das jedes Kind mal mehr oder mal weniger ausgeprägt hat. In der Zeitschrift heißt das Titel Thema "Monster unterm Bett" Warum Ängste zur Entwicklung gehören. Das ist weder eine Manie, noch sonst irgendein Hinweis auf eine beginnende Psychose. Lass Dir das hier nicht einreden!

"Ein Sparwahn kommt hinzu. Sie dreht mir während des Zähneputzens das Wasser aus, weil es Geld kostet. Möchte kein Eis mehr essen, weil es Geld kostet etc. - Wir haben keine Geldsorgen !"

Mit solchen Themen können sich überdurchschnittlich intelligente Kinder beschäftigen. Für sie sind banale kindliche Dinge langweilig. Sie suchen sich andere, höhere Denkspiele, um ihre Fähigkeit zu befriedigen. Deswegen hatte ich auch erwähnt, das gerade SOLCHE Kinder anders gefördert werden müssen. Ihre Denkweise geht weit über das, was man einem Kind in dem Alter zutrauen würde, hinaus. Deswegen sind sie auch schnell gelangweilt von normalen altersgerechten Aufgabenstellungen.

"Alleine ins Bad darf ich noch immer nicht ! Sie geht auch nicht alleine Zähneputzen."

Ggf. wieder diese Verlustangst. Manchmal ist es auch ein gewohntes Spielchen, was nicht abgeschüttelt werden kann..... Bei uns in der Nachbarschaft wohnen viele Kinder, die 6 -10 Jahre alt sind. Die Eltern sind immer mit im Bad, allein schon für das Thema Nachputzen der Zähne. Ich glaube, in dem Alter können Kinder auch noch nicht exakt eine gute Zahnpflege betreiben, so wie es eigentlich sein müsste. Ggf. verlangst Du da etwas zu viel.

"- 3. Schuljahr. Rechnen wird schlechter, nicht wegen nicht-können, sondern wegen fehlender Konzentration. Aufgaben werden erst gar nicht mehr gelesen. Lesen ansich wird verweigert. Sei es bei Büchern, bei DS-Spielen selbst Einladungskarten zum Geburtstag werden verweigert."

Ja, ich glaube da hat die von mir beschriebene Phase der chonischen Langeweile aufgrund Unterforderung eingesetzt. Man hätte sie anders abholen müssen. Was auf einer Regelschule kaum möglich ist, dann hätte sie auf eine Privatschule gehen müssen.

"Ein neuer Verfolgungswahn kommt dazu. Sie kann nicht mehr schlafen, weil Mücken in ihrem Zimmer sind. Es summt. Allabendlich kommt jetzt noch eine Mückenjagd auf Mücken, die gar nicht da sind hinzu!"

Der von Dir benannte "Verfolgungswahn" ist sicherlich nichts anderes als ausgeprägte kindliche Fantasie und ggf. dem Suchen nach Möglichkeiten, Ausreden zu erfinden, um das ins Bett gehen hinaus zögern zu können. Bei uns ist es ähnlich, nur dass es bei uns keine Mücken sind, sondern jedes Mal andere Kuscheltiere, die der Reihe nach abverlangt werden.

"Die Bettdecke muß im rechten Winkel auf dem Bett liegen und faltenlos glatt sein. Notfalls wird die Decke eine Viertelstunde zurecht gezupft. Die Kuscheltiere (12 Stück) müssen in einer bestimmten Anordnung auf dem Kopfkissen liegen."

Kommen wir wieder zum sehr ausgeprägten Sicherheitsdenken. Menschen, die sich in ihrer Welt sehr unsicher fühlen, ggf. von der Außenwelt verunsichert fühlen, sind oftmals pedantisch ordentlich. Ich kenne Leute, die ihre T-Shirts nach Farben im Schrank sortieren. Ist nur eine Sache nicht so, wie sie sein soll, ist die kleine Welt nicht mehr im Lot und es bricht echte Panik aus. Dein Kind braucht diese absolut gerade Linie, weil sie ihr Sicherheit gibt. Das wird Dir sicherlich ein Psychiater oder Psychologe so bestätigen.

"Heimweh kommt auch neu hinzu. Kann nicht mehr bei Oma oder Opa schlafen (sie wohnen auf der anderen Straßenseite), weil Sie ihre Mama und ihr Bett so vermißt."

Meine Freundin damals, wohnte 1,5 Straßen weiter, musste von ihrer Mutter bis zum 12. Lebensjahr bei mir abgeholt werden, wenn sie kurz vorm Einschlafen bei mir war, weil sie nur Heimweh hatte. Aus ihr ist trotzdem ein normaler und anständiger Mensch geworden!

"Freundinnen dürfen auch nicht mehr bei uns übernachten, weil die ja nachts atmen."

Ich glaube eher, die will Dich bzw. Euch für sich ganz alleine haben. Wieder dieses Sicherheitsdenken. Die fühlt sich von der Außenwelt irgendwie unverstanden, dadurch verunsichert. Diese Sicherheit gibt ihr Euer zu Hause.

"- 4. Schuljahr schulische Leistungen sind unter aller Sau. Aktuelle Noten. Sachkunde 5, 6.
Deutsch 4, Mathe 4. Selbst Verbesserungsvorschläge vom Lehrer werden ignoriert.
Hat jetzt den Wunsch geäußert, die 4. Klasse wiederholen zu wollen.
Neue Macke: Schläft nachts nicht mehr, weil die Heizkörper knacken könnten.
Geht nicht mehr vor die Tür spielen, weil sie dann nicht mehr zu Hause ist - irgendwo logisch."

Lust am Lernen verloren. Durch mangelnde Aufmerksamkeit, ständige Misserfolge, fehlende individuelle Einzelförderung, gefühltes Unverständnis, dadurch kränkelndes Selbstwertgefühl, Selbstbewußtsein, hat wahrscheinlich schon resigniert, stellt dadurch auf stuhr, lässt sich nichts mehr sagen, da es denkt, mich versteht so wie so keiner oder ihr fehlt auch die Fähigkeit, was nur verständlich und natürlich ist, sich korrekt auszudrücken. Kann sie aber auch nicht können, da sie selbst nicht wissen kann, was los ist, fühlt sich desorientiert in der Welt.

"So, das war jetzt mal das Leben unserer Tochter kurz beschrieben. Ist das noch normal ? Ist das ein verwöhntes Kind ?"

Meine Meinung und ich spreche aus eigener Erfahrung. Auch meiner an mir selbst leidlich miterlebten Erfahrung, da auch Schulversager, aufgrund mangelnder und dann zu spät eingesetzter Förderung:

Dein Kind ist nicht verwöhnt. Es wurde hier in einigen Phasen das korrekte Einlenken verpasst. Dadurch entstand jetzt eine Verkettung von unglücklichen Umständen und ihr steht nun vor dem schmerzlichen Resultat der Dinge.

Dein Kind MUSS wieder einen Lernerfolg verspüren, um wieder die Fähigkeit zu erwerben, mit Freude lernen zu können.

Nur so wird ihr Selbstvertrauen wieder aufgebaut.

Nur durch Selbstvertrauen und entsprechendes Selbstbewußtsein wird sie sich von Euch abnabeln können.

Im Moment seid nur Ihr da, wo gefühlt alles Rund läuft. In anderen äußeren Bereichen eckt sie nur an. Das verunsichert.

Ihr müsst DRINGEND über die korrekte Schulform für Deine Tochter nachdenken. Am Besten sind für solche Kinder Privatschulen mit kleinen Lerngruppen und individueller Förderung. Man kann unter gewissen Umständen, wenn man das Schulgeld nicht selbst berappen kann, Förderungen beantragen. Die Schulen wissen, wo man was beantragen kann.

Ich würde sie auf alle Fälle aus einer staatl. Schule rausnehmen. Ggf. denkt mal über eine Rudolf-Steiner-Schule (Waldorf) nach.

Ich kenne 2 Leute, die auf Regelschulen totale Versager waren und auf einer Steiner Schule regelrecht aufgeblüht sind. Das Konzept ist ein anderes. Auf die Schüler wird individueller persönlicher eingegangen, die Förderung erfolgt nach ihren Fähigkeiten und Stärken.

Ich wünsche Euch eine Weise Entscheidung, im Sinne Eures Kindes!!!!! Aber wie gesagt, lass Dir hier nichts von Autismus, Manien oder Phobien einreden. Das ist Sache der Ärzte so was festzustellen, aber das, was Du geschrieben hast, klingt für mich nach meinen Erfahrungen auch aus meinem Umfeld wie ein vollkommen normales Kind, was hier oder da sensibler reagiert, was sich unverstanden fühlt, ggf. aufgrund besonderer Fähigkeiten, die es selbst nicht richtig einordnen kann und dadurch ganz stark verunsichert wird.

LG Janette

Beitrag von redrose123 - 03.11.11 - 14:50 Uhr

Es kann vieles und auch nichts sein, ich rate dir spezielle Ärzte aufzusuchen.