Hier kommt Lotta!! (4.9.2011)

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Beitrag von susann1986 - 28.10.11 - 12:26 Uhr

Huhu ihr Lieben #winke

nun möchte ich euch, nachdem ich hier schon unzählige Geburtsberichte gelesen habe, von der Geburt meiner kleinen Lotta erzählen:

Meine Schwangerschaft verlief im Prinzip völlig problem- und sorglos. In der 34. SSW wurde lediglich festgestellt, dass die Fruchtwassermenge und das Gewicht des Kindes im unteren Normbereich liegen. Deshalb musste ich ab und an zur Doppleruntersuchung ins Krankenhaus und jede Woche zum CTG und zur Untersuchung zu meiner Frauenärztin.

Am 2.9. - gegen Ende der 38. SSW- waren mein Mann und ich mal wieder zur Vorsorge und zum CTG in der Praxis. Leider hatte meine Ärztin gerade Urlaub, so dass mich die Vertretungsärztin behandelte. Sie meinte auch gleich, dass ich ein zweites Mal an diesem Tag ans CTG soll, da ihr das erste wohl nicht ganz so gefiel. Also lag ich nach dem Ultraschall (Maus wurde auf 2800g geschätzt) wieder 20 Minuten auf dem Sofa und lauschte den gleichmäßigen Herztönen meiner Kleinen. Doch auch dieses CTG konnte die Ärztin nicht zufrieden stellen und sie riet uns, jetzt gleich mal ins Krankenhaus zu fahren, um einen Doppler machen zu lassen. Sie wollte sicher gehen, dass die Maus noch gut genug in meinem Bauch versorgt wird.

Daraufhin fuhren wir (es war bereits 13 Uhr) nach einem leckeren Zwischenstopp bei Mc Donalds ins KKH und warteten bis halb 7!!!#augen Erst dann hatte ein Arzt Zeit für uns. Zwischendurch redeten wir mit den Hebammen und zeigten die Kopien der beiden CTGs vom Vormittag, die laut der Meinung der Hebammen aus dem Lehrbuch stammen könnten. Deshalb schrieben wir im Kreissaal noch einmal ein CTG, was auch wieder sehr gut war.

Der Arzt (ein Assistenzarzt aus der Gynäkologie) führte schließlich den Doppler durch, vergaß einige Parameter zu messen, schätzte das Baby auf 2200g und meinte am Ende seiner Untersuchung nur: Das Baby ist zu klein, Sie müssen da bleiben und wir müssen das beobachten und übermorgen noch einen Doppler machen. #schock
Da könnt ihr euch ja vorstellen, wie begeistert ich war. Meinen Freitagabend hatte ich mir anders vorgestellt. Außerdem konnte ich den Ergebnissen seiner Untersuchung nicht trauen, da er auf mich nicht sehr sicher wirkte. #gruebel
Letztlich kam der Oberarzt aus der Gynäkologie, der sich das Ganze noch einmal anschauen sollte. Dieser wollte seinem Kollegen natürlich nicht in den Rücken fallen (obwohl er zugab, dass ich nicht unbedingt da bleiben müsste, weil es dem Baby gut ginge) und schlug eine Alternative vor: ein Wehenbelastungstest am nächsten Tag. Wenn mein Baby mit Wehen gut zurecht kommt, so hieß es, dann könnte ich auch wieder heim gehen. Ich freundete mich schließlich mit der Situation, eine Nacht im KKH bleiben zu müssen (man will ja für sein Kind auch nur das Beste), und mein Mann holte meine Kliniktasche von daheim. Schlaf fand ich in der Nacht nicht wirklich und so war ich froh, als sie vorbei war. #gaehn

Am Samstagmorgen um 8. 15 Uhr kam mein Mann und gemeinsam begaben wir uns auf die Entbindungsstation, wo dann auch bald ein Gel (wie zur Geburtseinleitung) vor den Muttermund gelegt wurde. Schnell entwickelten sich künstliche Wehen, die unsere Maus aber gut vertragen hat. So verbrachten wir den Tag mit CTG-Schreiben und rumlaufen. Am Nachmittag hieß es dann, wir könnten jetzt entscheiden, ob wir die Geburt einleiten wollen, dann würden sie ein zweites Gel legen, oder ob wir der Natur ihren Lauf lassen und heim gehen wollen (da medizinisch kein Grund für eine Einleitung bestand). Wir entschieden uns für Variante 2, allerdings sollte ich noch eine Nacht im KKH bleiben, weil diese künstlichen Wehen nicht weggehen wollten.

Gegen 18 Uhr waren wir wieder auf meinem Zimmer und wollten etwas zu Abend essen. Meine Zimmernachbarin, die bereits am Tag vorher abends entbunden hatte, aß ebenfalls gerade und so plauderten wir ein wenig über den Tag.

Plötzlich vernahm ich ein merkwürdiges Geräusch aus meinem Bauch, dachte aber nur, dass das mein Darm war. Gleich darauf holte ich noch schnell vom Gang der Wochenstation eine neue Flasche Wasser. Während ich lief, empfand ich die Wehen, die ich ja noch immer hatte, als verändert. Wieder im Zimmer wollte ich mich soeben auf mein Bett setzen, als es einen Platsch tat und sofort meine Hose durchnässt war. Dieses Geräusch aus meinem Bauch war nichts anderes als meine platzende Fruchtblase gewesen. Ich hätte nie gedacht, dass man da wirklich ein so eindeutiges Knack-Geräusch hören kann. Aufjedenfall war meine baldige Heimreise nach diesem Vorfall buchstäblich ins Wasser gefallen. #ole
Bei uns im Zimmer war die Aufregung sofort perfekt. Mein Mann holte schnell eine Schwester und man brachte mich sitzend im Rollstuhl, damit ich nicht alles vollmache, in den Kreissaal, wo ich mich erst einmal meiner nassen Klamotten entledigte. Ich zog mir eine neue, bequeme Leggins an (ich wusste ja, was mir jetzt bald bevorstand, deswegen wählte ich die nicht so schicke, aber dafür bequeme Variante) und durfte erst noch einmal eine Stunde am CTG verbringen.

Währenddessen veränderten sich die Wehen nun merklich. Die künstlichen Wehen vom Tag waren weg und es entwickelten sich schnell natürliche, die sich auch ganz anders anfühlten, aber noch nicht schlimm waren. Ich erinnerte mich noch fix an die Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs und dachte mir: Das überstehst du schon. Schauen wir erst einmal, wie schlimm es wird. #zitter #gruebel

Nach einer Stunde sind wir wieder aufs Zimmer, da wir ja noch immer nicht gegessen hatten. Mein Appetit war jedoch verflogen, so dass nur mein Mann etwas aß. Die Wehen waren nun (es war so gegen 20 Uhr)schon deutlich schmerzhafter und ich musste sie bereits veratmen. Mit jeder Wehe wurde mein Bauch hammerhart und total unförmig, da ja das Fruchtwasser fehlte. :-)
Nach dem Essen sind wir herumgelaufen, da ich die Wehen nur noch so aushalten konnte. Sie kamen ja bereits von Anfang an alle 2 Minuten. Ab und an sind wir zum CTG-Schreiben in die Entbindungsstation und sonst liefen wir und liefen und liefen, tranken Tee, liefen, gingen zum CTG-Schreiben und stellten uns auf eine lange Nacht ein. #gaehn
Das ganze ging so bis um 23 Uhr. Da telefonierte mein Mann das letzte Mal mit meinen und seinen Eltern und berichtete den Stand der Dinge.

In der Zeit wurden die Wehen schlimmer und ich merkte, das Stehen keine gute Position mehr war. Ich wollte jetzt einfach nur noch im Bett liegen, obwohl liegen den ganzen Abend die Hölle für mich war. So durfte ich mich in das gemütliche Kreisbett legen, was ich jedoch keineswegs genießen konnte, denn ab da dachte ich, ich muss sterben.

Die Wehen wurden ganz plötzlich unerträglich und meine Gebärmutter krampfte wie wahnsinnig. Die Hebi schaute schnell zwischen zwei Wehen nach meinem Muttermund, der da (23.30 Uhr) bei 2-3 cm war. Ich dachte, ich halte diese Schmerzen keine ganze Nacht durch. Ich war völlig weggetreten und hatte mit diesen Höllenschmerzen zu kämpfen. Ich konnte nicht mehr vernünftig atmen und wusste nicht mehr, wohin mit mir und dieser Wahnsinns Naturgewalt, die da auf mich hereindonnerte. Nach 3 dieser Mörderwehen hatte ich genug und bat um was Schmerzlinderndes. Ich bekam erst einmal Buscopan in meinem Tropf (hatte wegen Streptokokken Antibiotikum während der Geburt bekommen), der jedoch nichts half und nur meinen Mund total trocken machte.

In der nächsten Wehe starb ich erneut und schließlich gab ich mich geschlagen und verlangte die Anästhesistin, die man mir bereits mehrfach angeboten hatte. Diese machte sich also auf den Weg durch das KKH zu uns in den Kreissaal, um mir die sonst so beliebte PDA zu legen. Ich dachte mir jedoch nur, dass ich das Legen der PDA sowieso nicht überleben würde, weil man da ja ruhig sitzen muss und ich das bei diesen Wehen niemals könnte. Für langes Nachdenken hatte ich aber keine Gelegenheit, da die nächste Wehe plötzlich anders war. Dies teilte ich auch sofort der Hebamme mit, die schlagartig hellhörig wurde. Schnell kontrollierte sie meinen Muttermund und meinte nur: Also die PDA brauchen Sie heute nicht mehr. Der Muttermund ist vollständig (da war es ca. 23.50 Uhr). #schock #schock

Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf und ich bekam einen leichten Anflug von Panik. Da kam auch schon die erste Presswehe und ich drückte so sehr mit wie ich nur konnte.

Ich merkte, wie das Köpfchen meiner Maus immer weiter durch den Geburtskanal wanderte. Was für ein krasses, gewaltiges, unbeschreibliches Gefühl. Ich drückte und presste bei jeder Wehe und war dabei, glaube ich, recht laut, aber es ging irgendwie nicht anders. Nur so konnte ich mit dieser Naturgewalt und dem Schmerz umgehen.

Nach 3 oder 4 Presswehen erreichte der Schmerz seinen Höhepunkt. Ich war mir sicher, nun gerissen oder zumindest geschnitten worden zu sein, aber es war nur der komplette Durchtritt des Köpfchens meiner Lotta.

Die Hebamme sagte mir, ich solle nun kurz nicht drücken. Sie zog leicht an den Schultern, ich durfte noch einmal leicht mitschieben und schon glitt der kleine Körper aus mir heraus. Unsere Lotta war um 0:11 Uhr geboren!!#verliebt
Was für ein Gefühl!! Da lag plötzlich dieser kleine, perfekte Mensch zwischen meinen Beinen und schrie. Ich war überwältigt, überglücklich und einfach nur erleichtert, dass die Geburt vorbei war und ich die Kleine begrüßen konnte.

Auch mein Mann, der die ganze Zeit an meiner Seite saß und mich unterstützte, wo er nur konnte, was ich allerdings in meinem Zustand kaum realisierte, war hin und weg von unserem kleinen, süßen Wunder.

Er schnitt die Nabelschnur durch und dann wurde mir Lotta, in Handtücher gewickelt, auf die Brust gelegt. Sie schaute ganz verwundert mit ihren großen Augen und pullerte mich erst einmal an. So süß!!Es war perfekt!!#verliebt #herzlich

Nach ein paar Minuten gingen Hebi und Papi mit ihr zum Wiegen, Messen, Waschen und Anziehen. Sie brachte ganze 2750g auf die Waage und war 48 cm lang. Beim Apgar-Test bekam sie 9/10/10, man war also höchst zufrieden mit ihr. #pro
Ich gebar in der Zeit die Nachgeburt, verlor noch ein bisschen Blut und durfte mich dann wieder anziehen, nachdem der gröbste Matsch beseitigt war. #putz

Nach zwei Stunden Kuscheln wurden wir schließlich auf unser Zimmer gebracht und mein Mann fuhr erschöpft, aber überglücklich nach Hause.

Die Geburt war das einmaligste und gewaltigste, was ich je erlebt habe. Es war der absolute Hammer!!! Auch wenn ich vor Schmerzen gestorben bin, war es dennoch eine Erfahrung, die ich niemals im Leben missen möchte. Sicher hatte ich auch ein bisschen Glück, weil die schlimme Phase im Kreissaal insgesamt nur 45 Minuten gedauert hat. Wäre das die ganze Nacht so gegangen, würde ich heute sicher auch ein bisschen anders reden.

Achso: Gerissen bin ich nicht und geschnitten wurde auch nichts. Lediglich eine kleine Schürfwunde ärgerte mich noch ein paar Tage.

Nach 3 Tagen im KKH sind wir dann endlich nach Hause gegangen und genießen seitdem unser neues, wunderschönes, aufregendes, manchmal anstrengendes, aber lustiges Leben mit der süßen Lotta, die uns jeden Tag aufs Neue begeistert und die wir von Herzen lieben!! #verliebt

Allen noch Schwangeren wünsche ich eine wundervolle Geburt und eine tolle Kennenlernzeit mit euren Schätzen!!Genießt einfach alles, was kommt!!
:-)
Bis bald und sonnige Grüße #sonne
Susann und Lotta (Bild in VK)

PS: ET wäre laut Kalender 10.9. und laut FA 17.9. gewesen!

Noch etwas: Falls sich hier bei Urbia Schwangere aus Bayreuth und Umgebung herumtreiben: Ich habe im Klinikum Bayreuth entbunden und kann es nur empfehlen! Die Hebammen waren alle (zumindest die, die ich kennenlernen durfte) wahnsinnig lieb und freundlich, ich hatte immer das Gefühl, gut aufgehoben zu sein und die Atmosphäre in der Entbindungsstation und im Kreissaal war einfach schön!! Auch die Wochenstation hat mir gut gefallen und ich fühlte mich sehr wohl!! :-)

Beitrag von susann1986 - 28.10.11 - 12:50 Uhr

Ich berichtige jedes "Kreissaal" in "Kreißsaal" natürlich :-D Was man so alles falsch schreiben kann, wenn man sich nicht richtig konzentriert... #augen

Beitrag von krabbelinchen - 28.10.11 - 12:55 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zu eurer süßen Maus mit einem wunderschönen Namen :-)

Ja ich möchte meine beiden Geburten auch nicht missen, obwohl es wohl mit die schlimmsten und härtesten Stunden meines Lebens waren, aber das vergisst man so schnell, wenn man die Kleinen dann endlich in den Armen hält #verliebt

Nach meiner ersten Geburt hätte ich auch nicht so Schwärmen können (obwohl alles normal ablief, nur die Länge mit 18Std war das Schlimme), aber die Zweite war ähnlich wie deine: schnell und absoluter Schmerzhammer, aber wunderschön :-)

Eine schöne Kennenlernzeit #verliebt

Beitrag von bambusbaer2 - 28.10.11 - 14:40 Uhr

wünsche euch eine schöne kennenlernzeit

steffi

Beitrag von miss-kuba - 29.10.11 - 11:44 Uhr

Tränen sind geflossen... danke für deine schöne Geschichte

Beitrag von sonlatinos - 29.10.11 - 21:24 Uhr

auch von mir die #herzlichlichsten glückwünsche.
ist ja eine ganz süße maus.:-D
alles liebe #klee
Lg Sonlatinos #winke