was kann ich tun?

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Beitrag von nina_1981 - 03.11.11 - 06:27 Uhr

Hallo ihr Lieben,
nach langem hin und her habe ich mich nun vor zwei Wochen von meinem Mann getrennt. Für ihn kam das wohl ziemlich überraschend, obwohl es im Vorfeld einige Gespräche gegeben hat. Ich liebe ihn nicht mehr. Er hat sich jahrelang nicht um die Kinder und mich gekümmert, uns den Eindruck vermittelt, wir würden ihn nerven und sich aus allem rausgehalten.

Das einzige, was ihm dazu einfällt, ist, dass ich wohl einen anderen haben muss, weil ich ihm keinen plausiblen Grund nenne. Den Grund: ich liebe dich nicht mehr findet er nichtig. Da müsste ich ja wohl drüber stehen und das aushalten.

Nun schaltet er um in den Kampfmodus. Wir haben besprochen, dass er die Wohnung verlässt, sobald er etwas Neues gefunden hat.

Seit gestern ist es nahezu unerträglich: er will es den Kindern erst sagen, wenn er eine Wohnung hat, er will den Kindern sagen, dass nur ICH diejenige bin, die eine Trennung will. Er will die Kinder 3 Tage die Woche und jedes zweite Wochenende.

Das Beste ist: er will die Kinder nur deshalb so oft, damit er mir keinen Unterhalt zahlen muss und sich finanziell besser stellt.

Alles Reden von mir, es den Kindern so leicht wie möglich zu machen und sie nicht noch mehr durcheinander zu bringen, fruchtet nicht.
Ich war in den letzten 8 Jahren Hauptbezugsperson. Habe mich um alles gekümmert, er war außer Haus von 6-18 Uhr, hat sich dann vor den PC gesetzt. Am Wochenende hat er sich auch nicht wirklich um die Kinder gekümmert... Alles war immer komplett meine Aufgabe. Und jetzt?
Ich gehe wieder mehr arbeiten, sodass ich mich und die Kinder in STKl. 2 mit Kindesunterhalt von ihm gut durchschlagen könnte.

Er macht das alles nur, um mir eins auszuwischen, nicht zum Wohl der Kinder. Wie kann ich ihn zur Vernunft bringen, bzw. was kann ich tun, damit er damit nicht durchkommt?
Ich will ihm doch seine Kinder nicht wegnehmen, aber dieses hin und her ist nix...

Mein Vorschlag: jede Woche einen festen Tag und jedes zweite Wochenende wurde von ihm direkt abgeschmettert.

Hilfe!!! Warum tut er das den Kindern an???

LG
Nina

Beitrag von my-opinion - 03.11.11 - 09:13 Uhr

Hallo Nina,
Dein Mann tut den Kindern noch gar nichts an.
Du hast geschrieben das die von Dir ausgehende Trennung für Deinen Mann doch ziemlich überraschend kam.
Dein Mann handelt so wie er jetzt handelt weil er verletzt und auch schockiert ist.
Du unterstellst Deinem Mann er wolle die Kinder nur um Unterhalt zu sparen.
Möchtest Du die Kinder nur um Unterhalt zu bekommen? ( Wäre der gleiche Vorwurf)

Ihr solltet Beide zur Vernunft kommen, auch Du!
Wenn dein Mann die Kinder betreuen kann und ihr zwei in der gleichen Gegend wohnen könnt, was spricht dann gegen 50/50 Betreuung und Aufrechnung des Unterhalts?
Du könntest dann auch mehr arbeiten...

Wenn es Dir auch um das Wohl der Kinder geht, dann denk mal drüber nach.
Dein Mann zieht ja immerhin aus, obwohl Du Dich trennst.
Jetzt komme Du mal Deinem Mann entgegen und denke auch an die Kinder

lg
my-opinion

Beitrag von nina_1981 - 03.11.11 - 09:43 Uhr

Hallo my-opinion,
stimmt, so wie du es schreibst, hört sich alles gut an. Die Tatsache, dass er sich in den letzten 8 Jahren einen Dreck um seine Kinder gekümmert hat und nicht das kleinste Interesse an Ihnen, ihren Aktivitäten oder Freunden gezeigt hat, lässt mich allerdings doch vermuten, dass es eher ein Problem des Geldes ist.

Ich brauche den Unterhalt von ihm nicht wirklich. Die Idee, dass ich mit den Kindern in der Wohnung bleibe, kommt im Übrigen von ihm. Das habe ich ihm freigestellt, da ich auch immer noch ein schlechtes Gewissen habe, dass ich mich trenne. Schön blöd...

Weißt du, ich denke die ganze Zeit an die Kinder... wie sie damit zurecht kommen sollen. Ihr Vater kennt ihren Alltag nicht, er kennt die Lehrerin nicht, er kennt die Freunde nicht. Das kann er alles lernen, das ist mir klar und darüber würde ich mich sogar freuen.

Mein Mann kann die Kinder betreuen, das stimmt. Allerdings zu welchen Bedingungen? Wir wohnen in Köln, wir wollen auch nah beieinander wohnen bleiben, damit es für die Kinder leichter ist. Mein Mann arbeitet allerdings in Bonn. Das würde für die Kinder heißen: jeden Tag in die Frühbetreuung ab 07:30 und abholen um 17 Uhr.
Ich arbeite quasi neben der Schule und kann die beiden um 08:00 hinbringen und, wie bisher auch, um spätestens 15 Uhr abholen.

und wer denkt jetzt an die Kinder???

Es ist einfach so ungerecht, dass er sich jahrelang nicht dafür interessiert hat und jetzt auf einmal Sachen will, die definitiv nicht gut sein können für die zwei...

Beitrag von my-opinion - 03.11.11 - 09:59 Uhr

Hallo Nina_1981,
ich kann Dich schon verstehen.
Wenn Dein (Noch)Mann wirklich nur aus Unterhaltsgründen diese 50/50 Betreuung möchte und er sich wirklich nie um die Kinder gekümmert hat, bin ich mir sicher das er auch schnell merken wird das er diese Betreuung eben nicht leisten kann.

Warum können die Kinder an seinen Tagen nicht von Dir abgeholt werden und bis 17:00 Uhr bei Dir bleiben.
Ihr könnt es ja probieren.

Alles ist besser für die Kinder als in ein Sorgerechtskrieg zu geraten.

Es hat ja auch etwas positives für Dich. Wenn die Kinder bei ihm sind, dann hast Du endlich Zeit für Dich.
Diese Zeit hattest Du ja noch nie, Du hast Dich ja immer um die Kinder gekümmert.
lg
my_opinion

Beitrag von nina_1981 - 03.11.11 - 16:06 Uhr

Ich will doch auch keinen Sorgerechtskrieg und ich traue ihm auch zu, dass er sich um die Kinder kümmert, jeder kann lernen, oder?

Die Idee, dass ich die Kids an den Tagen abhole, finde ich gut, glaube aber, dass das nicht das ist, was er will, versuchen kann ich es ja mal.

Oh, ich hab mir auch bisher meine Zeit verschafft: abends, wenn die Kids im Bett waren, "durfte" ich auch was für mich tun...

LG
Nina

Beitrag von my-opinion - 03.11.11 - 17:22 Uhr

Hallo Nina,
Ich wünsche Euch auf jeden Fall das ihr das alles gut hinbekommt.
Dein Mann wird noch allerlei Trennungphasen durchlaufen die Du schon hinter Dich gebracht hast.
Manchmal werden die Emotionen wohl stärker als der Verstand sein.
Ich hoffe das auch Dein Mann das Wohl Eurer Kinder am wichtigsten ist und er auf konstruktive Ideen von Dir eingehen wird.

Dann wird es für Dich eine neue Erfahrung sein auch mal tagsüber, bevor die Kinder im Bett sind, zeit für Dich zu haben.

lg
my-opinion

Beitrag von starshine - 03.11.11 - 13:12 Uhr

Ich kann mich my-opinion nur anschliessen. Vielleicht denkt Ihr zusätzlich über eine Mediation nach. Wenn eine Drittperson die Gespräche moderiert, dann könnt Ihr Euch nicht so an die Gurgel gehen....

Du musst ihn allerdings davon überzeugen, dass Ihr es den kids so bald wie möglich sagt! Das Schlimmste für sie wäre, wenn Ihr es Ihnen sagt und der Papa dann auch gleich auszieht!!!!!

Viel Glück!

Beitrag von witch71 - 03.11.11 - 13:17 Uhr

Du vermischst total Eltern- und Paarebene. Klar, weil er das tut. Aber willst Du Dich wirklich auf sein Kampfniveau herab lassen?

Zuerst: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Du kennst Deinen Mann. Glaubst Du, er wird sich wirklich dauerhaft so häufig um die Kinder kümmern? Glaubst Du, er wird ihnen Spielsachen, Kleidung, Räumlichkeiten bei sich in der Wohnung zur Verfügung stellen? Hat er wirklich den Biss, sich zukünftig wie ein gewissenhafter Vater zu benehmen und den Kindern einen erfüllten Umgang mit tollen Unternehmungen zu gewähren?
Das hat er mit Sicherheit alles noch nicht realisiert.

Zweitens: Du weisst anscheinend ganz genau, dass er das alles nur sagt, um DIR eins auszuwischen. Wenn das stimmt (ich kenne ihn ja nicht), dann würden alle positiven Äusserungen von Dir bedeuten, dass er nicht ans Ziel kommt mit seinen Aussagen. Warum kämpfst Du dann also um ungelegte Eier? Bisher verhandelt Ihr, er hat noch nichtmal eine Wohnung, sucht er denn überhaupt eine mit genug Zimmern, auch für die Kinder? Und wer richtet die ein? Du doch sicherlich nicht.

Drittens: Gesetzt den Fall, er wandelt sich total und kümmert sich plötzlich vorbildlich um die Kinder. Wäre das wirklich ein Drama?

Beitrag von nina_1981 - 03.11.11 - 15:59 Uhr

Du hast ja recht.. ich weiß auch nicht, was mit mir los ist...
Ich bin nur wirklich sprachlos ob der Forderungen, die im da plötzlich im Kopf herumgeistern. Ja, er sucht schon eine Wohnung, hat sich auch schon eine angeschaut. Die hat wohl 4 Zimmer, also wäre mehr als genug Platz für die Kinder.
Aber vorstellen, dass er sich auch wirklich mit allen Konsequenzen um sie kümmert kann ich mir eigentlich nicht. Klar wäre ich positiv überrascht!

Ich werde ihn bitten, mit mir zu einer Beratungsstelle zu gehen, damit wir mal wirklich miteinander reden. Mit einer dritten Person im Raum, die uns vielleicht auch einige Anregungen gibt.
Ich glaube allerdings nicht, dass er sich darauf einlässt. Tut er es doch, beweist er zumindest, dass ihm an seinen Kindern und einer guten Regelung gelegen ist.

Ich bin echt gespannt...

Lieben Gruß und Danke für die Anregungen,
Nina

Beitrag von witch71 - 03.11.11 - 17:12 Uhr

Was mit Dir los ist kann man sich in etwa vorstellen. Er prasselt auf einmal mit Ideen auf Dich ein, die Du Dir während Eurer Ehezeit gewünscht hättest. Um die Kinder kümmern? Regelmässig? Ohne "Aufsicht"? Mehrere Tage pro Woche? Wie kommt er denn plötzlich darauf?

Du ahnst, dass es ihm nicht um die Kinder geht. Du weisst auch nicht, ob er sich überhaupt um die Kinder kümmert oder sie nur stundenlang vor den TV setzt, während er seine Ruhe haben will. Er weiss ja auch gar nicht, was sie brauchen, wie man sie tröstet, wie man ihnen ordentliches Essen kocht uvm.

Letztlich lässt sich ganz klar sagen, was mit Dir los ist: PAAAAAANIIIIIK! :-)

Beratungsstelle ist ne super Idee, aber genauso gut ist es, wenn Du ihn machen lässt und ihm Deine vollste Unterstützung zusicherst. Denn sollte das nur ein Windei sein, wird er ganz schnell umschwenken, wenn er merkt, er kann Dir mit seinen Plänen keine Angst mehr machen.

Beitrag von bruchetta - 03.11.11 - 22:19 Uhr

Willige ein!

Da er sich nicht für seine Kinder zu interessieren scheint, wirst Du Dich wahrscheinlich für Deine Kinder freuen, wenn er sie überhaupt mal nimmt.

Das sind alles nur Drohgebährden, da solltest Du gelassen mit umgehen.

Beitrag von nina_1981 - 04.11.11 - 23:06 Uhr

Hallo ihr Lieben,
erstmal ein Dankeschön für eure Antworten. Panik war wohl das richtige Wort für mein Gefühl.
Zwischenzeitlich hat sich die Situation etwas entspannt.
Ich habe gestern bei einer Beratungsstelle angerufen, der Mann dort hat mir schonmal etwas von meiner Hilflosigkeit genommen, da er mir gesagt hat, dass ich dort jederzeit hinkommen könnte, am besten natürlich mit meinem Mann.

Gestern Abend hat er mich dann um ein Gespräch gebeten und sich zunächst entschuldigt für sein Verhalten.

Er ist damit einverstanden, dass wir den Kindern nur sagen, dass wir uns in beiderseitigem Einvernehmen trennen.
Ihm ist es wichtig, dass die Kinder ihren Lebensmittelpunkt bei mir haben.

Er hat mich darum gebeten, mit ihm gemeinsam die Zahlen anzuschauen, das haben wir auch getan und er war dann wohl sehr beruhigt, als er gesehen hat, dass ich ihn finanziell nicht über den Tisch ziehen will.

Umgangstechnisch haben wir uns auch einigen können. Wichtig ist uns beiden, total flexibel sein zu können.
Grundsätzlich soll es aber so laufen, dass er die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag mittag bis Sonntag nachmittag hat. Dann in der folgenden Woche am Mittwoch bis Donnerstag früh und in der nächsten Woche Dienstag mittag bis Mittwoch abend.

Wenn das für die Kinder so nicht funktioniert ist er bereit, auf die Übernachtungen innerhalb der Woche zu verzichten.

Auch muss er zunächst gucken, wie sich das von der Arbeit her einrichten lässt, da er häufig auf Dienstreisen ist oder dienstliche Termine hat, die bis in den Abend dauern können und er hat da logischerweise auch nicht immer Einfluss auf die Tage.

Also, ich bleibe wachsam, bin aber zunächst mal beruhigt. Auch weil ich weiß, wohin ich mich, sollte es nicht klappen, wenden muss.

Danke fürs zuhören,
LG
Nina