Hallo,
meine Tochter (8) schafft es seit ca. 6 Monaten mich extrem auf die Palme zu bringen. Gestern z.B. bei den Hausaufgaben hat sie so in ihr Heft geschmiert, das ich ihr die größten Schmierereien wegradiert habe und sie die Aufgabe nochmal schreiben mußte. (Ja, es sind ihre Hausaufgaben und nicht meine, aber das gestern ging gar nicht.) Jedenfalls fing sie an zu verbessern, hatte dann keine Lust mehr, zerknüllte wutentbrannt das ganze Blatt und schmiß es mit Riesengeschrei in den Papierkorb.
Und ich schrie ordentlich zurück.
Hinterher tat es mir leid und ich habe mich für mein Geschrei entschuldigt. Es kotzt mich an, dass meine Tochter mich zum explodieren bringt und ich nicht ruhig bleiben kann. Ich habe schon Probekurse von Autogenes Training gemacht, das war aber nichts für mich. Bin jetzt am überlegen ob ich Yoga machen soll oder mir jeden Tag eine Flasche Schnaps hinstelle.
Ich weiß ansonsten nicht, wie ich mein "Zurückgeschreie" abstellen kann. Und die bevorstehende Pubertät macht mir erst recht Angst.
Habt Ihr Tips? Was macht Ihr?
Wie eigene Wutausbrüche verhindern?
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Beitrag von schlumpf2002 - 03.11.11 - 08:48 Uhr
Beitrag von espirino - 03.11.11 - 09:00 Uhr
Hallo,
na da bin ich ja jetzt auf die Antworten gespannt. Bin mir sicher, daß hier 98% ihre Kinder niiiiieeemals anschreien, sich IMMER auf Augenhöhe begeben, IMMER in einem ruhigen und sachlichen Ton so lange reden, bis ihr Kind von selbst zu der Einsicht kommt, daß man später im Leben mit diversen Wutausbrüchen nicht weiter kommt.
Ich dagegen bin der Auffassung, daß ich insbesondere den Kindern, die meines Erachtens nach alt genug sind zu verstehen, daß sie etwas falsch machen auch kontra gebe. Das heißt, ich habe nicht 24Stunden am Tag Geduld mit Engelszungen auf sie einzureden, ich werde auch mal laut und ich werde vor allem dann laut, wenn meine Kinder nach der dritten Aufforderung etwas zu tun oder zu lassen immer noch nicht reagieren, obwohl ich mich vorher davon überzeugt habe, daß sie mich gehört haben.
Auch ich bin nicht jeden Tag gleich gut drauf, auch mir gehts manchmal tierisch auf die Nerven bestimmte Dinge tausendmal zu wiederholen, auch ich bin mal müde etc, pp. Und ich denke die Kinder sind sehr wohl in der Lage zu verstehen, daß ihr Verhalten nicht immer nur positive Ressonanz hervor ruft.
Wem nutzt es wenn ich dem Kind vorgaukel, daß ich endlos belastbar bin und es mir dann nur noch auf der Nase rumtanzt?
Natürlich bemühe ich mich auch einen ordentlichen Ton anzuschlagen, aber wie gesagt. Je nach Tagesform gelingt mir das mal besser, mal schlechter. Bevor ich aber entgültig die Beherrschung verliere klinke ich mich aus und gehe kurz meiner Wege. Das heißt, dann lasse ich sie auch einfach mal stehen und reagiere gar nicht. Auf endlose Schreierei einzulassen hat nämlich auch keinen Sinn und am Ende siegt eben nicht immer die Einsicht bei den Kindern.
LG Jana
Beitrag von sommersprossenmaus87 - 03.11.11 - 09:20 Uhr
Beitrag von woodgo - 03.11.11 - 15:16 Uhr
Richtig!
Beitrag von gussymaus - 04.11.11 - 19:17 Uhr
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selten so stimmige beiträge gefunden an denen ich so gar nichtsauszusetzen wüsste...
mütter sind auch menschen, das dürfen kinder schon wissen. so lange schreierei und vor allem schläge, nicht regelmäßig stattfinden denke ich ist das alles noch ok... man muss halt wissen wo schluss ist...
Beitrag von meckikopf - 06.11.11 - 20:01 Uhr
Hallo Jana,
was Deinen 1. Passus anbelangt - damit hilft man der Mutter/Strangeröffnerin ja wohl überhaupt nicht, indem man ihr den eigenen Perfektionismus vorgaukelt. Also ich jedenfalls würde sehr, sehr pissig reagieren, wenn mir etwas nicht ganz so Schönes passiert ist, ich HILFE und GUTE(!) TIPPS bräuchte, wie ich es das nächste Mal BESSER machen könnte - und mir würde dann jemand aufs Auge drücken "Jaaa IIICH schreie NIIIEEE!!!" Das ist doch keine gescheite Hilfe.
Und die Strangeröffnerin hat sich ja auch "sogar" für ihr (An)schreien entschuldigt, denn sie kann es schließlich nicht mehr ungeschehen machen - also, was will man noch mehr?! Und noch nicht mal DAS tun alle Mütter und halten dies gar nicht mal für nötig (also das (Sich-)Entschuldigen).
Gruß
Beitrag von ellannajoe - 03.11.11 - 09:16 Uhr
Hallo,
manchmal muss mein einfach mal laut schreien.
Herzlichen Glückwunsch du bist ein Mensch und Menschen haben Gefühle, die manchmal auch einfach ausbrechen. Solange es nicht dauergeschrei ist, kann ich da nichts schlimm dran finden.
Ich warne meinen Sohn immer vor, wenn ich kurz vor der Explosion stehe und entweder unsere Wege trennen sich kurz, um wieder runter zu kommen, oder ich lass mal schnell nen Schrei los. Danach vertragen wir uns wieder und es geht in einer entspannter Umgebung mit gereinigter Luft weiter.
Ich bin ein Mensch kein Roboter und unsere gesammte Familie hat Temperament, wir werden nie eine Gutschi Gutschi Familie, das passt einfach nicht zu uns.
Beitrag von redrose123 - 03.11.11 - 09:21 Uhr
Ja ich denke kaum alle können IMMER ruhig bleiben
Auch ich habe bei meinen Stiefkindern schon die Fassung verloren. Ich geh dann raus, alleine um mich zu beruhigen und runter zu kommen.
Beitrag von lisasimpson - 03.11.11 - 09:23 Uhr
"Es kotzt mich an, dass meine Tochter mich zum explodieren bringt und ich nicht ruhig bleiben kann."
hm- deine tochter würde sicher den gleichen satz sagen und er wäre bei ihr genauso richtig wie bei dir:)
wenn dir aber offenabr daran liegt, den "verursacher" auszumachen, dan nfang doch da an, wo du über ihre nkopf hinweg in IHREM heft rumradierst.
Wenn Kinder erleben, daß sie nicht ernst genomme nwerden, daß sie nicht selsbtbestimmt über ihren lebensbereich entscheiden können, wenn sie sich selstb nicht als "selsbtwirksam" erleben, dann bleibt ihnen oft nicht viel merh als diesem gefühl ausdruck zu verleihen.
ich würde daher
1. mit deiner tochter besprechen, wie ihr in zukunft mit dem hausaufgabenthema umgehen wollt
2. mit de lehrerin besprechen, daß deien tochter sicher des öfteren mal mit geschmierten hausaufgaben kommen wird und sie fragen, was sie für sinniger hält: daß deine tochtre von ihr eine kurze rückmeldung erhält "bitte nochmal machen" oder daß ihr den nachmittag mit brüllerei verbringt
Beitrag von kinners2011 - 03.11.11 - 09:25 Uhr
Hallo!
Ich kann mich meiner Vorrednerin Jana nur anschließen.
Ich habe auch einen manchmal sehr beratungsresitenten Jungen im Alter von 9 Jahren zu Hause. Der hat mich schon so manches Mal zur Weißglut gebracht.
Es gibt so Dinge im Leben, die wichtig sind, und da gehören die Hausaufgaben bzw. die Schule dazu. Ein Thema, bei dem ich absolut nicht bereit bin, zu diskutieren. Da helfen nur klare Anweisungen, die ich auch gerne 3 x in einem ruhigen Ton gebe - und dann wird´s unter Umständen sehr laut. Aber bisher furchtet es auch. Was ich allerdings tun würde, wenn er seine HA in den Müll schmeißen würde, weiß ich nicht. Er ist gsd nicht so cholerisch.
Nein, aber nochmal zurück zum Thema Diskutieren: Ich bin keine Mutter, die stundenlang mit ihren Kindern diskutiert. Sicher, man bespricht Dinge, wenn es Probleme gibt, da äußert auch jedes Familienmitglied seine freie Meinung. Aber letztendlich liegt das letzte Wort bei uns Erwachsenen.
Wie man das Schreien abstellen kann, weiß ich auch nicht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich eh ein sehr emotionaler Mensch bin, der relativ schnell aus der Haut fahren kann.
Das ist aber auch immer tagesformabhängig bei mir.
Ich wünsche dir viel Kraft!
LG Kinners
Beitrag von sunny42 - 03.11.11 - 09:26 Uhr
Liebe Schlumpf2002,
mir hilft dabei eine Erkenntnis die ich aus mehreren Bücher als für mich richtig herausgezogen habe. Wenn ich wütend werde, dann wird bei mir ein Knopf gedrückt der einen ganz anderen Ursprung hat als das momentane Geschrei meiner Tochter.
Um beim Beispiel Hausaufgaben zu bleiben. Wie tief ist in mir die Enttäuschung und Wut meiner Eltern verankert wenn ich früher meine Dinge nicht so erledigt habe wie sie es sich vorgestellt haben. Dabei wollte ich Ihnen doch so sehr gefallen und fühlte mich so schlecht wenn ich nicht ihren Ansprüchen entsprach. Die Hausaufgaben wurden durch dieses Gefühlscaos in mir nicht leichter und auch nicht ordentlicher. In der Pupertät kam dann noch eine große Portion Trotz hinzu. Hingegen tat es mir unglaublich gut wenn ich gelobt wurde ich habe solange dieses tolle Gefühl in mir anhielt meine Aufgaben mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Freude erledigt.
Wenn also meine Tochter ihre Aufgaben unordentlich macht, schreit quasi meine Mutter in meiner Erinnerung, dass es ordentlich sein muss und das nichts aus mir wird, wenn ich nicht endlich anfange ordentlich zu werden.
Dieses Wissen hilft mir oft (nicht immer) innerlich einen Schritt zurücktreten zu können und zu überlegen wie ich anders reagieren könnte, denn das Schreien meiner Mutter hat ja nichts gebracht. Immer öfter gelingt es mir dann zu erkennen, dass meine Große es jetzt gerade nicht besser kann. Ich schlage vor die Sachen beiseite zu legen und erst etwas schönes gemeinsam zu machen um anschließend gestärkt an die Hausaufgaben zurückzukehren.
Bei unserer gemeinsamen Aktivität (das kann ein Spaziergang, ein Stück gemeinsames Kuchen essen, etwas kochen o.ä. sein) achte ich darauf mich auf alles Gute zu konzentrieren und sie das auch Wissen zu lassen was ich toll an ihr finde.
Danach gehen die Hausaufgaben wie von alleine.
Liebe Grüße
Sunny
Beitrag von meckikopf - 06.11.11 - 19:20 Uhr
Hallo,
<<Wenn also meine Tochter ihre Aufgaben unordentlich macht, schreit quasi meine Mutter in meiner Erinnerung, dass es ordentlich sein muss und das nichts aus mir wird, wenn ich nicht endlich anfange ordentlich zu werden.>>

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Klar... SO hilft man (s)einem Kind auch wirklich... ganz wunderbar!
Gruß
Beitrag von lady_chainsaw - 03.11.11 - 09:34 Uhr
Schnaps ![]()
Quatsch, natürlich nicht (vor den Kindern
)
Meine Tochter kann das auch gut, also das mit dem Rumgeschmiere und Verbesserungen der Verbesserungen 
Innerlich bin ich da gaaaanz weit oben auf der Palme - und ich strenge mich wirklich an, ruhig zu bleiben 
Das funktioniert natürlich nicht immer, aber inzwischen geht´s besser. Ich gehe dann einfach raus, lasse sie machen und wenn sie mich braucht, dann ruft sie mich.
Ich sage mir immer wieder: Es sind IHRE Hausaufgaben, SIE muss sich vor der Lehrerin rechtfertigen... Ohhhmmmmm - und manchmal zähle ich innerlich einfach bis 50 oder so.
Aber auch bei uns bleibt ein lauterer Ton manchmal nicht aus, erst recht nicht, wenn Madame damit anfängt. Damit ist dann aber keinem geholfen und so beruhigen wir uns beide schnell wieder, auch wenn ich den Anfang machen muss.
LG
Karen
Beitrag von sarahg0709 - 03.11.11 - 12:02 Uhr
Hallo Karen,
das mit dem "Ohhhmmmm" kenne ich von meiner Tochter. Das macht sie manchmal, um mich zu beruhigen 
LG
Beitrag von fbl772 - 03.11.11 - 10:32 Uhr
Hallo,
ich persönlich kann mich nicht erinnern, dass ich mit meinen Eltern gemeinsam Hausaufgaben gemacht hätte (nach der 1. Klasse). Bei uns lief es so ab, dass ich die Hausaufgaben gemacht habe und sie dann später von meinen Eltern kontrolliert wurden, ob ich sie gemacht habe - niemals aber wie ich sie gemacht habe. Ich war immer eine sehr gute Schülerin, die gern in die Schule ging.
Für meine Person war das sicher ein Schlüssel zum Erfolg, sie haben mir Verantwortung zugetraut und mir vertraut, mich aber gleichzeitig auch gefordert/herausgefordert "wie, in der Klassenarbeit nur eine 2, das kannst du aber wirklich besser".
Aber so unterschiedlich wie wir alle in unseren Charakteren sind, muss auch die Behandlung sein.
Mit 8 Jahren kann ich mir allerdings noch nicht vorstellen, dass die Pubertät schon an die Tür klopft 
VG
B
Beitrag von ellannajoe - 03.11.11 - 11:34 Uhr
"Mit 8 Jahren kann ich mir allerdings noch nicht vorstellen, dass die Pubertät schon an die Tür klopft "
Meine Schulfreudin war mit 9 in der Pubertät und das ist schon Jahre her. Finde ich also nicht so ungewöhnlich.
Beitrag von fbl772 - 03.11.11 - 11:55 Uhr
Also körperlich natürlich schon, aber vom Kopf her auch? Das wäre wirklich schon sehr früh, oder?
VG
B
Beitrag von babybaer4 - 03.11.11 - 11:59 Uhr
Hallo,
ich habe mal hier gefragt "Wann fängt Pubertät an?"
Bei meiner Tochter fing mit 8j der Brustwachstum an und ihre Launen waren unberechenbar.
Pubertät?
Mit 10j hatte sie ihre Periode.
Jetzt mit 11j sieht sie aus wie eine 14j .
Ich denke wir können sagen mit 8j fing unsere an in die Pubertät zu rutschen.
Lg Sabine
Beitrag von sarahg0709 - 03.11.11 - 12:00 Uhr
Hallo,
m.E. muss man auch mal schreien dürfen als Erwachsener, genauso wie ein Kind.
Mein Therapeut meint sogar, es ist immens wichtig, alles rauszulassen, um nicht daran kaputt zu gehen.
Wichtig ist dabei allerdings auch, dass man dem Kind das erklärt.
Allerdings würde ich eine Hausaufgabe so lassen, wie sie ist. Die Lehrerin soll das mit ihr klären. Das mag Dir zwar im Moment ärgerlich vorkommen, aber ich glaube, Deine Tochter lernt dabei mehr, als dass Du ihr alles wegradierst und ihr damit die Motivation nimmst.
Und zum Schluss: Yoga ist eine gute Idee, der Schnaps weniger.
LG
Beitrag von bine3002 - 03.11.11 - 12:31 Uhr
Es liegt sicher am Temperament jedes Einzelnen, ob man schreit und ob man es zurückhalten kann. Ein temperamentvoller Mensch hat sicher mehr Schwierigkeiten als jemand, den eigentlich nichts aus der Ruhe bringt. Ich schreie eher selten bis gar nicht. Bringt ja nichts, man kriegt nur früher einen Herzinfarkt. Das ist aber eine Sache der Erfahrung, früher war das anders. Manchmal explodiere ich auch heute noch, aber meine Tochter schafft es nicht, mich dazu zu bringen. Denn gerade wenn sie so ein Wutzwerg ist, muss ich mich eher zwingen nicht zu lachen, weil es mich so an meine Kindheit erinnert.
Bei der Hausaufgabensache wäre ich übrigens auch ganz bewusst ruhig geblieben, denn wenn ich merke, dass meine Tochter sich schon so aufregt, versuche ich bewusst, zu deeskalieren. Und Hausaufgaben? Mal ehrlich, so wichtig sind die auch nicht. Vor allem sind sie quasi "Job" und deswegen streite ich mich doch nicht in der Familie rum. Wenn sie schmieren würde, dann geht sie damit in die Schule und wird von der Lehrerin schon ihre "Rüffel" kriegen.
Ich denke aber, so lange man sich entschuldigen kann, vielleicht erklärt wie es dazu kam und im besten Fall auch klärt, wie man es in der konkreten Situation zukünftig vermeiden kann, dann ist doch alles supi.
Beitrag von woodgo - 03.11.11 - 15:15 Uhr
Hallo,
da meine Tochter LEIDER genau so temperamentvoll ist, wie ich, fliegen bei uns schon mal ordentlich die Fetzen. Und sie kann mich auch ordentlich auf die Palme bringen 
Ich gehe jetzt meist aus dem Zimmer, wenn sie wieder am schreien ist, warte bis sie sich beruhigt hat und versuche dann vernünftig mit Ihr zu reden und das klappt meist auch. Ich habe Ihr auch gesagt, wenn sie merkt, ich werde laut, soll sie mir sagen, wir wollen uns nicht mehr anschreien. Das funktioniert auch sehr gut, nur wenn sie wieder in Rage ist und ich sie darauf hinweise, klappt es nur bedingt.
Mensch, vor der Pubertät graut es mir auch schon 
Aber Schnaps ist keine Lösung
Geh der Situation aus dem Weg und warte, bis sich Dein Kind beruhigt hat. Das klappt mit der Zeit immer besser.
LG
Beitrag von a79 - 03.11.11 - 16:04 Uhr
Hallo,
ich denke auch, dass kein Mensch immer nur "mit Engelszungen" auf sein Kind einreden und immer ruhig bleiben kann - das wäre auch sehr unglaubwürdig für das Kind. Es ist schon wichtig, dass Du authentisch bleibst für Deine Tochter und dazu gehört auch, dass Du sagen darfst, wenn Dich was so richtig aufregt (Schimpfen ist da durchaus mal erlaubt!).
Wenn Du allerdings merkst, dass Du die Kontrolle verlierst, würde ich die Situation kurz verlassen und rausgehen, kurz durchschnaufen und mich beruhigen und erst dann wieder zu Deiner Tochter hingehen - mir hilft das mit meinem Sohn meist gut. Er ist 5,5 Jahre alt und kennt Mamas "Explodierknopf" auch schon recht gut
. Wenn es bei mir so weit ist, sage ich ihm, dass ich mich gerade so ärgere, dass ich mal kurz rausgehen muss...und dann gehe ich.
Ich finde es wichtig, Deinen Ärger auszudrücken aber Deinem Kind auch deutlich zu zeigen, dass Du für Dich einen Weg gefunden hast, damit umzugehen - so zeigst Du auch gleich einen Lösungsweg für solche Fälle (Vorbildfunktion). Wie Dein persönlicher Weg aussieht, musst Du selbst herausfinden -das mit dem aus der Situation herausgehen, um runterzukommen, funktioniert (wie alles) sicher nicht für jeden...ist aber einen Versuch wert.
LG
Andrea
Beitrag von lenesiegel - 03.11.11 - 21:22 Uhr
Hab jetzt garnicht alles gelesen, möchte aber gern loswerden, was mir so in den Kopf kommt.
Ich finde es muss nicht immer alles "eitel-sonnenschein" sein. Man kann auch MAL "ausrasten".
Ist nur menschlich, m.M.n. - obwohl es außer Luft ablassen nichts bringt 
"Jedenfalls fing sie an zu verbessern, hatte dann keine Lust mehr, zerknüllte wutentbrannt das ganze Blatt und schmiß es mit Riesengeschrei in den Papierkorb."
--> siehst Du wie frustriert sie hat sein müssen ?!
überleg Dir, ob Du einen anderen Weg hättest einschlagen können ... - Du mußt Dich jedenfalls davon nicht angeriffen fühlen. Sie ist über IHRE Arbeit frustriert - und warum auch nicht. Gesteh ihr ein bißchen Selbstbestimmung zu und versuch ihrs Schularbeiten, als IHR Ding zu betrachten. D.h. nicht, daß Du sie machen lassen und kein Auge darauf haben sollst. Aber laß sie Dir die Sachen zeigen, worauf ist sie besonders stolz, was ist ihr gut gelungen. Es weren noch viele Schulaufgaben kommen, wenn Du jetzt schon so einen Druck aufbaust, wo soll das enden ?!?
ABER... ich hab gut reden und bin mit dem Thema selbst noch garnicht konfrontiert - aber daher ist meine Sicht vielleicht auch objektiver und damit hoffenltich ein wenig hilfreich, und wenn es nur zum nachdenken anregt. Kannst ja zu dem Schluß kommen - daß das nicht Deine Lösung sein kann. Die genaue Situation kannst nur Du einschötzen 
Beitrag von joshua0709 - 03.11.11 - 22:25 Uhr
Hallo,
ich habe Kinder, die noch viel kleiner sind und nicht wirklich Ahnung von einer Hausaufgabensituation wie du sie beschreibst.
Vielleicht solltest du aber deine Einstellung zu diesem Reizthema Hausaufgaben ändern: Es ist nicht dein Problem, wenn die Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht sind. Gönne deinem Kind vorher eine Ruhepause, sorge für eine ruhige Atmosphäre und sei im Hintergrund falls sie etwas braucht. Dann geht sie eben mit unerledigter Hausaufgabe in die Schule. Du musst dir diesen Stiefel nicht anziehen. Machen muss sie es alleine. Dann bist du vielleicht nicht so gestresst und hilflos und musst nicht laut werden, denn es ist ja nicht dein Problem.
Kinder hören ja auf andere oft auch besser als auf die eigene Mutter-dann muss sie mit dem Unmut ihres Lehrers/ihrer Lehrerin klar kommen.
Ganz ehrlich: Ich habe 2 Kinder in der "Autonomiephase" und werde öfter mal laut, weil irgendwie immer einer "bockt". In der Theorie klingt alles immer so einfach, aber du bist auch nur ein Mensch. Neulich hat mir eine Erzieherin gesagt: Jede gute Mutter darf 20 Fehler am Tag machen. Ich zähle morgen mal
LG
Uta
Beitrag von delfinchen - 04.11.11 - 08:29 Uhr
Hallo,
deine Tochter ist alt genug um zu lernen, dass auch deine Belastbarkeit Grenzen hat.
Wenn man immer nur alles abnickt und süß lächelnd erklärt, warum das nicht geht, dann lernen die Kinder nie, dass andere Menschen auch Bedürfnisse und Gefühle haben und können somit auch ihre eigenen Gefühle nur schwer einordnen.
Solange es nicht an der Tagesordnung ist, dass geschrieen wird, gehört es durchaus mal dazu, wenn man authentisch sein und den Kindern beibringen will, dass jeder Mensch Gefühle hat.
Wenn du meinst, es dennoch unterbinden zu müssen, dann mach die Augen zu und denk an einen der zahllosen schönen Momente mit deiner Süßen oder zähl in allen Sprachen, die du kannst, bis zehn
.
LG,
delfinchen
